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Die erste Mission von 007 First Light begeistert mit explosivem Charme und atemberaubender Action

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Charlie Wacholz
3. Sept. 2025
IO Interactive hat mit 007 First Light etwas ganz Besonderes in petto. In einer taktvollen Abkehr von dem erfahrenen, weltmännischen und selbstbewussten Bond, den wir alle aus den Filmen und Romanen kennen, bringt IO Interactive diesmal einen jüngeren, unerfahrenen 007 zum Einsatz, um eine ganz neue Art von Bond-Geschichte zu inszenieren. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass wir auf die coolen Autos, schicken Partys, witzigen Gadgets und all die anderen großartigen Dinge verzichten müssen, die 007 seit fast einem Jahrhundert zu einem so unterhaltsamen Charakter gemacht haben. Ich durfte mir ein halbstündiges Demo dieses Spiels ansehen und war von dem, was ich gesehen habe, durchaus gerührt, nicht geschüttelt. Ich beschäftige mich seit über vier Jahren beruflich mit Videospielen und habe dabei vorzeitigen Einblick in unzählige Demos und vertikale Slices erhalten. Ich glaube jedoch nicht, dass ich jemals etwas Beeindruckenderes als dieses Spiel gesehen habe.

Wir haben Bond durch das erste Level des Spiels begleitet. Dabei sind Bond und seine Freunde damit beauftragt, zusammen mit einer Handvoll anderer MI6-Agenten einen scheinbar abtrünnigen 009 aufzuspüren und sich auf ein hochriskantes Schachspiel in einer Villa in den slowakischen Bergen einzulassen. Wie üblich ist er getarnt – diesmal als Chauffeur, der seine Kollegen zu der Veranstaltung fährt. Allerdings ist er darüber nicht besonders glücklich. Auf dem Weg durch die Karpaten lieferte er sich mit seinem klassischen trockenen Humor witzige Wortgefechte mit seinen Teamkollegen, bevor sie letztendlich am Tor des Schlosses ankamen. Dort angekommen musste sich Bond jedoch mit dem Parkplatz zufrieden geben.

Wie der Titel bereits vermuten lässt, beginnt First Light zu dem Zeitpunkt, als Bond die ersten Schritte in seiner Karriere als Spion unternahm. Mit seinen 26 Jahren hatte er sich zu diesem Zeitpunkt seine 00, die berüchtigte Lizenz zum Töten, noch nicht verdient. Und das merkt man. Er ist ungestüm und will sich unbedingt beweisen. Wie wir im Trailer beobachten konnten, ist dieser Bond noch eine Waffe ohne Ziel.

Da er unbedingt auch etwas Action erleben will, dauert es natürlich nicht lange, bis Bond ein Mitglied des Veranstaltungspersonals bei etwas Verdächtigem beobachtet. Hier begann die wirkliche Mission der Demo: Der Moderator zeigte eine von vielen Lösungen für eine etwas linearere und filmischere Herangehensweise an das Stealth-Spiel von IO. Dabei konnte er die Türsteher mit Gartenschläuchen und Betäubungspfeilen ablenken und gleichzeitig seine Umgebung zu seinem Vorteil nutzten, um sich letztendlich in die Veranstaltung einzuschleichen. Während dieses Ablenkungsmanöver durchaus funktionierte, wurde er im Inneren des Schlosses sofort entdeckt – an dieser Stelle würde IO-Urgestein Agent 47 wahrscheinlich das Veranstaltungspersonal außer Gefecht setzen (oder ihnen Schlimmeres antun). Stattdessen antwortete Bond ganz gelassen, dass er Teil des Sicherheitspersonals der Veranstaltung und dabei sei, den Sicherheitsbereich zu überprüfen, bevor er das Haushaltspersonal entsprechend zurechtwies. IO bat darum, während der Vorführung weder Audio- noch Videoaufnahmen zu machen, aber dies war absolut einer von vielen Momenten, in denen die Medienvertreter laut lachen mussten, da der trockene Humor von 007 perfekt getroffen wurde.

Außerdem ist es ein großartiges Beispiel dafür, wie und wo IO Maßnahmen ergriffen hat, um seinen Ansatz eines Puzzle-Sandbox an die Bond-Atmosphäre anzupassen – mit einem strafferen Tempo und mehr Kinoatmosphäre. Es enthält zwar etwas weniger Situationskomik, allerdings ist es immer noch angemessen albern, wie die Verfolgungsjagd kurz darauf beweist. IO hat in der Vorführung der Demo ein paar Szenen übersprungen, um Spoiler zur Handlung zu vermeiden. Aber kurz nachdem Bond die Soiree betreten hat (wobei er zunächst seinem Vorgesetzten ausweichen musste), springt die Demo zu Bond, der in ein viel schöneres Auto einbricht als das, mit dem er gekommen ist. Gerade als eine mysteriöse französische Spionin ihm die Schlüssel reicht, schließt er den goldgelben Sportwagen kurz und begibt sich auf eine Verfolgungsjagd, um 009 einzuholen.
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Bei der Vorführung der Demo kam mir die Verfolgungsjagd etwas lang vor. Aber ich bin mir sicher, dass es Spaß macht, das Auto zu steuern, die Bergstraßen entlang zu fahren, über kleine Marktplätze zu rasen und ein paar cartoonartige Zeitlupensprünge zu machen, wie sie nur Bond kann, während er und sein potenzieller Verbündeter einen Spruch nach dem anderen reißen, genau wie bei einer Verfolgungsjagd aus einem Film – aus einem der besseren.

Nach einem letzten Sprung (diesmal von der Ladefläche eines Pritschenwagens) ließ Bonds neuer Freund sich schließlich darauf ein, bei einer Verfolgungsjagd mitzumachen, die in einem äußerst beeindruckenden, explosiven Finale gipfelte, das mich sprachlos machte.

Während der Vorführung stellte IO klar, dass man diesen Abschnitt auch ruhiger angehen könnte, entschied sich aber stattdessen für etwas mehr Action, wie es sich für den dritten Akt eines Bond-Films gehört. Ein Wachmann hält ihn auf, und Bond schaltet ihn aus, noch bevor dessen Hand die Pistole berührt, und sorgt damit für einen fulminanten Auftakt. Was folgte, war eine der beeindruckendsten und dynamischsten Kampfsequenzen, die ich je in einem Spiel dieser Art gesehen habe. Sie zeigte eine Art großspurige Tapferkeit, die zu dem jungen Spion passte, während er sich seinen Weg zum Flugplatz bahnte. Diese Sequenz wechselte zwischen einer Schießerei, in der Bond heruntergefallene Waffen an sich nahm und explosive Gegenstände wie Autos und Treibstofftanks sowie Schwachstellen in der Umgebung ausnutzte, um das Schlachtfeld um ihn herum zu verändern, sowie beeindruckende Nahkampfsequenzen. Dabei zeigte 007 erstaunlich abwechslungsreiche Animationen: Er warf einen Gegner von einer erhöhten Plattform zu Boden, versetzte ihm einen weiteren Schlag und entriss ihm schließlich seine Waffe.
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Während er über das Flugfeld rannte – nicht gerade der ideale Ort für eine Schießerei in einem Shooter mit Deckungssystem –, veränderte sich die Umgebung ständig: Auf der Landebahn warteten Escalades mit noch mehr Gegnern und Bond löste das Problem geschickt mit ein paar gut platzierten Kugeln. Das war für mich wohl der Höhepunkt einer ohnehin großartigen Demo, schon allein deshalb, weil ich so beeindruckt von IOs Fähigkeit bin, einen flachen Betonabschnitt in ein effektives, herausforderndes Level für eine Schießerei zu verwandeln, ohne einfach wahllos Vorratskisten als Deckung hinzustellen.

Schließlich hat er das Frachtflugzeug, das er verfolgt, fast eingeholt, bevor es ruckartig abhebt und dabei ein Gabelstapler auf ihn zurollt. Doch Bond lässt sich nicht abwimmeln, schnappt sich das Rollfeldfahrzeug, um das Flugzeug einzuholen, und schafft es gerade noch, sich hineinzuschleichen – eine Hommage an die Flughafenszene aus Casino Royale und die A400-Sequenz aus Mission: Impossible – Rogue Nation, zwei der besten Action-Sequenzen des Spionage-Action-Genres der jüngeren Vergangenheit.

Im Inneren des Flugzeugs hackte er sich mit seiner Q Watch in das Frachtflugzeug und kontrollierte die Rollbewegung, während er durch die Kabine rannte, Türen aufschoss und den Winkel des Flugzeugs nutzte, um die Fracht auf die Wachen zu werfen, bevor er aus dem Flugzeug geschleudert wurde. Am Himmel jagte er einen Fallschirmspringer, um ihm seinen Fallschirm abzunehmen – ein aufregendes und explosives Finale, bei dem ich vor Spannung den Atem anhielt.

Die Demo endete und das Licht ging wieder an. Meine Kinnlade blieb jedoch offen. Abgesehen von einer etwas langatmigen Verfolgungsjagd war ich zutiefst beeindruckt und begeistert von allem, was IO mit Bond und dem geistigen Eigentum gemacht hat. Dieser junge Spund ist vielleicht nicht der vorwitzige Connery, der charmante Brosnan oder der coole Craig, die die Bond-Reihe seit über einem halben Jahrhundert auf der Leinwand geprägt haben, und ich denke, das wird einige Fans abschrecken – vor allem angesichts des unerwartet starken Einflusses der Mission: Impossible-Reihe. Aber das heißt nicht, dass IOs Interpretation das Ziel verfehlt haben. Vom Drehbuch über die Gadgets bis hin zum Tempo der Level und der Action bin ich absolut davon überzeugt, dass First Light durch und durch eine Bond-Geschichte erzählt, auch wenn er nicht über seine 00-Lizenz oder das ruhigere Selbstvertrauen eines erfahreneren Geheimagenten verfügt.

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