
5 Gründe, warum mich der Invasionsmodus von Mortal Kombat 1 immer wieder ins Spiel zurückholt

In den letzten Jahren ist Mortal Kombat für seine kinoreifen Story-Modi bekannt geworden, doch in der Regel gibt es in jedem Teil etwas Besonderes, damit man auch noch lange nach der Veröffentlichung des Spiels bei Laune gehalten wird. Es ist schon eine Weile her, seitdem man in „Puzzle Kombat“ oder „Chess Kombat“ gegeneinander angetreten oder in „Motor Kombat“ in lachhaften Go-Karts Rennen gefahren ist.
Der Invasionsmodus von Mortal Kombat 1 ist zwar nicht die Wiederauferstehung von „Konquest“, die sich viele gewünscht haben, hat aber trotzdem einiges zu bieten. Laut dem Mitbegründer der Reihe, Ed Boon, ist der Invasionsmodus ein Einzelspielerabenteuer, das Elemente mehrerer Minispiele und Alternativmodi vorheriger Teile aufgreift.
Der Invasionsmodus mag zwar nicht die perfekte Verschmelzung von allem bisher Dagewesenen sein, aber er hat mich aus mehreren Gründen seit der Veröffentlichung von Mortal Kombat 1 an das Spiel gefesselt.
Kennenlernen des Rosters von Mortal Kombat 1
Der Invasionsmodus eignet sich ideal, um ohne Konsequenzen einen Charakter auszuprobieren, den man noch nicht kennt. Mortal Kombat 1 ist ein Kampfspiel mit der Crème de la Crème der Kämpfer, darunter mehrere Charaktere, die durch diese neue Zeitlinie wiederbelebt wurden und denen so in Sachen Erscheinungsbild, Geschichte und Manöver neues Leben eingehaucht wurde.
Ich ertappe mich ständig dabei, Kombatants (Kämpfer) auszuwählen, die ich früher nicht spielen wollte, ja, gar verabscheut habe. Mit seinem Brettspielaufbau fördert der Invasionsmodus diese Arte des Kennenlernens der Charaktere, denn hier ist jedes Feld eine Herausforderung. Kein Kämpfer eignet sich für alle Aufgaben.

So finde ich immer neue Lieblingskämpfer und bin wirklich überrascht, wie gut ich mit Charakteren wie Havik, Reiko, Tanya, Rain oder Sindel geworden bin, was mein persönliches Arsenal ausbaut. Ich habe zwar meine Hauptkämpfer, die ich in der Regel benutze, aber selbst wenn mir ein Charakter im Invasionsmodus nicht gefällt, verstehe ich am Ende immerhin seine Manöver und Fähigkeiten. Dadurch habe ich bessere Chancen, wenn ich später gegen ihn antreten muss.
In Mortal Kombat 1 gibt es auch unterstützende „Kameo“-Kämpfer. Man findet schnell ein paar, mit denen man gut zurechtkommt und auf die man immer wieder zurückgreift, aber im Invasionsmodus kann ich neue Kombinationen ausprobieren und lerne jeden dieser Mitstreiter effektiver einzusetzen. Als Beispiel muss ich zwar noch herausfinden, wie ich Shujinko richtig einsetze, aber mit Darrius, Sareena und Jax bin ich schon viel besser geworden.
Wenn ich jetzt gegen meine Freunde kämpfe, habe ich nicht nur ein paar vorhersehbare Lieblingskämpfer im Gepäck, sondern auch ein paar Überraschungen mit ein paar neuen Tricks auf Lager.
Neue RPG-Elemente und Strategien
Seit Mortal Kombat Mythologies: Sub-Zero und Mortal Kombat: Special Forces fordern treue Fans mehr abenteuerähnliche Szenarien mit diesen Charakteren. Die Welt von Mortal Kombat ist voller Magie, übernatürlicher Wesen, verzauberter Gegenstände und abgefahrener Sachen wie den „Soulnados“ (Seelenwirbeln). Warum sollte man also keine Elemente hinzufügen, damit es sich eher wie ein Tabletop-Abenteuer anfühlt?

Dieser rollenspielartige Ansatz scheint zu passen. Der Invasionsmodus bietet Tiefe, aber ohne die Mechaniken zu langwierig oder verwirrend zu machen. Es bleibt immer so einfach, dass man als Spieler auch nach langer Pause – oder mit einer neuen Saison – wieder sofort in seine Kampagne zurückfindet.
Die Kämpfer haben Plätze für Ausrüstung, etwa für Relikte oder Talismane, die verbessert oder ausgetauscht werden können, um einer bestimmten Situation gerecht zu werden. Jeder Gegenstand verleiht kleinere Boni oder stärkt einen Charakter.
Und zwar zusätzlich zu den Wertepunkten, die man als Spieler jedem Charakter zuweisen kann. Diese Zahlen haben auch etwas zu bedeuten: Die Attribute können verändern, wie sich ein Charakter spielt. Ich habe meine Punkte darauf verwendet, Liu Kang und Smoke zu Schadensverursachern zu machen, Reptile und General Shao sind meine Tanks, und Raiden soll so ausgeglichen wie möglich sein.

Auch die Charakter- und Inventarverwaltung ist gut durchdacht, für diejenigen, die daran Spaß haben. Es gibt Gegenstände, die für den Fortschritt wichtig sind, Konsumables (Verbrauchselemente), die die Werte entweder dauerhaft oder für einen Kampf verbessern, und Shops, in denen man sich eindecken kann.
Mehr als nur Kämpfen
Grundsätzlich geht es im Invasionsmodus ums Kämpfen, aber Ed Boon nennt ihn nicht ohne Grund einen „Greatest Hits“-Modus. Es gibt nicht nur verschiedene Arten von Kämpfen – manchmal gegen mehrere Gegner oder mit zusätzlichen Schadensquellen, um alles noch schwieriger zu machen – sondern auch „Test Your Might“-Herausforderungen („Teste deine Stärke“), bei denen man wie früher möglichst schnell Tasten drücken muss. Wenn man eine solche verliert, ist das etwas peinlich, denn man muss auf eine neue warten. Allerdings bieten diese Herausforderungen eine willkommene Abwechslung von den gewöhnlichen Schlägereien.
Es gibt auch Überlebens-Minispiele, bei denen Energiekugeln auf den Kämpfer zufliegen. Hier wird die Geschicklichkeit auf die Probe gestellt. Der Spieler kann alternativ einen Charakter wählen, der besonders widerstandsfähig gegen Elementarangriffe ist und so versuchen, das Ganze mit weniger Ausweichen zu überstehen.

Es gibt auch „Klues“ (Hinweise) für bestimmte Herausforderungen, die meistens Geheimnisse lüften oder bestimmte Belohnungen bieten. Diese Rätsel lassen sich in der Regel relativ schnell lösen. Bei den meisten muss man nur herausfinden, welchen Kämpfer oder Kameo man braucht und ob man einen „Brutality“ oder „Fatality“ einsetzen muss. Allerdings habe ich hierdurch viele Brutalitys üben können – dazu meine Geduld.
Vielleicht gibt es in kommenden Saisons wieder „Test Your Sight“ („Teste deine Sehkraft“), „Test Your Strike“ („Teste deine Schlagkraft“) und „Test Your Luck“ („Stelle dein Glück auf die Probe“), oder wir bekommen endlich das Basketball-Minispiel, das Netherrealm nie fertiggestellt hat.
Entdeckt mehr im Mortal-Kombat-Universum
Im Invasionsmodus können die Spieler mehrere „Mesas“ erkunden – Umgebungen, die bestimmte Orte aus dem Hintergrundwissen von Mortal Kombat darstellen. Sie erzeugen genau die richtige Atmosphäre, sei sie hell, farbenfroh und schön anzusehen oder grauenhaft und furchterregend. Ich fand es nur schade, dass wir sie nicht aus verschiedenen Winkeln sehen können. Die Möglichkeit zu haben, die Kamera hinein- und hinauszubewegen, wäre schön gewesen.
Trotzdem handelt es sich bei vielen dieser Gebiete um Orte mit hohem Wiedererkennungswert, an denen man in der Kampagne nie lange verweilt. Im Tutorial besichtigt man sogar die Villa von Johnny Cage!

Die Reise in den Living Forest (Lebenden Wald), Shang Tsungs Labor und sogar die Wu-Shi-Akademie waren spannend (die Akademie eher weniger) und hat dazu beigetragen, dass ich das Gefühl habe, diese Gebiete nun besser zu kennen, wenn ich die Handlung erneut spiele oder höre, dass ein Charakter beiläufig eine andere Welt erwähnt. Sogar manche der nicht ganz so detaillierten Karten können interessant sein. Mir hat beispielsweise die Tarkatan Colony (Tarkatanische Kolonie) besser gefallen, als ich gedacht hätte.
Die meisten Gebiete sind wie ein Labyrinth aufgebaut und voller Hindernisse. Dadurch gibt es reichlich Gelegenheit, alternative Routen, versteckte Kisten und Händler zu finden. Seid aber vorsichtig, denn nicht alle Ziele sind für Touristen geeignet, und es kann sein, dass ihr zufällig auf Portale oder auftauchende Türme stoßt oder in Hinterhalte geratet.
Ich bin schon gespannt, welche Gebiete in Zukunft noch hinzukommen.
Das war noch nicht alles
Wo wir gerade davon sprechen, Netherrealm hat von Anfang an versprochen, dass es für den Invasionsmodus keinen Battle Pass geben würde und neue Inhalte über kostenlose Updates verfügbar sein würden. Jedes Szenario dreht sich um einen bestimmten Charakter und bietet neben Verbesserungen des Spielkomforts neue Bosskämpfe, zusätzliche Karten und andere Gegenstände.

Der Invasionsmodus ist auch die beste Art, neue Skins (mit jeder Menge Farben) und neue Ausrüstung für die Kämpfer in Mortal Kombat 1 freizuschalten. Es scheint, als würde diese Art von Belohnung zumindest für eine Weile ständig nachkommen, was Spielern, die gerne das Aussehen ihrer Lieblingskämpfer anpassen, einen Grund gibt, ungefähr alle sechs Wochen wiederzukommen und für Spielwährung zu grinden. Auch, wenn man kein Glück auf der Invasionskarte hat, hat man nach ihrem Abschluss jede Menge Gold, das man im Schrein ausgeben kann.
In der neuesten Saison wurde versucht, die Balance der Invasion anzupassen. So wurden die aggressiveren Mechaniken verringert und dem Karten-Interface Nützliches hinzugefügt. Das deutet darauf hin, dass das Studio auf die Fans hört und es sich lohnt, den Invasionsmodus immer mal wieder auszuprobieren, selbst für Spieler, die ihn anfangs wenig ansprechend fanden oder denken, bereits alles gesehen zu haben, was er zu bieten hat.
Mortal Kombat 1 ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.