Witchfire-Screenshot mit einer bedrohlichen, zombieähnlichen Figur, die sich auf einen Spieler mit einer Schrotflinte stürzt.
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Ein Einsteiger-Leitfaden für Boomer-Shooter und wie sie neue Ego-Shooter wie Witchfire inspirieren

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Steven T. Wright
12. Sept. 2023
Witchfire-Screenshot mit einer bedrohlichen, zombieähnlichen Figur, die sich auf einen Spieler mit einer Schrotflinte stürzt.

Ego-Shooter werden von vielen als die umfangreichsten und sinnlosesten Spiele angesehen, die es gibt. Das macht irgendwie auch Sinn: Mit einer Waffe auf Bösewichte zu zielen und abzudrücken, erfordert nicht viel Grips. In den letzten Jahren gab es jedoch eine Abkehr von den „Stop-and-Pop“-Shootern und militärisch inspirierten Kampagnen der letzten Jahrzehnte hin zu einem Retro-Stil.

Die DOOM-Reboots sind wahrscheinlich die bekanntesten Beispiele für diese sogenannten „Boomer-Shooter“, aber es gibt noch viele andere, die sich lohnen. Diese Einflüsse finden sich sogar in bevorstehenden Titeln wie Witchfire von The Astronauts.

Auch wenn ihr keine Shooter-Fans seid, findet ihr hier unseren Leitfaden zum Einstieg in das Genre.


Was sind überhaupt Boomer-Shooter?


Der Begriff „Boomer-Shooter“ hat einen eher nebulösen Ursprung und war wahrscheinlich zunächst ein Scherz. Pedanten weisen oft darauf hin, dass die ersten Ego-Shooter von Angehörigen der Generation X wie John Carmack (geb. 1970) und John Romero (geb. 1967) entwickelt wurden und nicht von Vertretern der Baby-Boomer-Generation. Im Begriff „Boomer-Shooter“ steckt jedoch die Bezeichnung „Boomer“, die im angelsächsischen Sprachraum umgangssprachlich für engstirnige und weltfremde ältere Menschen steht – beschwert euch also bitte nicht bei uns.

Die genaue Definition für „Boomer-Shooter“ hängt jedoch immer stark vom Kontext und vom Publikum ab. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Ego-Shooter aus den 1990ern schnell, wild und ziemlich schwierig waren. Darin gab es zahlreiche übertriebene Waffen wie Raketenwerfer, Super-Schrotflinten und bewusst überdimensionierte Schießgeräte wie die fette Wumme von DOOM. Diese Titel setzten auf Gegnervielfalt und erforderten von den Spielern geschickte Bewegungen, wie z. B. das „Bunny Hopping“ in Quake. Dabei musste man wiederholt springen, um an Geschwindigkeit und Schwung zu gewinnen.
Quake
Als das Ego-Shooter-Genre in den 2000ern immer mehr zum Mainstream wurde, blieben die meisten dieser Aspekte auf der Strecke. Spielerfiguren wurden langsamer, Waffen wurden realistischer, und in beliebten Reihen wie Halo und Call of Duty konnte man nur noch zwei Waffen gleichzeitig benutzen, sowohl aus Gründen der Balance als auch wegen der Controller-Einschränkungen. Obwohl an diesen Änderungen eigentlich nichts auszusetzen war, stellten sie doch einen Paradigmenwechsel dar, der die Ära der Ego-Shooter im Allgemeinen prägte. Bei den heutigen Boomer-Shootern orientiert man sich an früheren Versionen und kombiniert das Beste vom Alten mit dem Besten vom Neuen.
 

Aber wie unterscheiden sich Boomer-Shooter von Retro-Shootern?


Zu den größten Mythen, die sich um Boomer-Shooter ranken, gehört die Vorstellung, dass sie einfach nur ein Retro-Gameplay in einer glänzenden neuen Verpackung bieten. Zwar nutzen viele dieser Spiele Grafiken im Retro-Stil (wie 2D-Sprites in einer 3D-Welt oder klobige, niedrigauflösende Modelle), zugleich finden sich aber auch Mechaniken und Elemente, die es in den ursprünglichen Titeln nicht gab.

Painkiller, einer der ersten Boomer-Shooter, bringt kreative Feuerwechsel für die verschiedenen Waffen mit, z. B. eine Schrotflinte, die Eisblitze abfeuert, und die „Shuriken und Blitzstrahl“-Waffe (eine durch Zero Punctuation bekannt gewordene Beschreibung). Painkiller bietet außerdem RPG-Elemente in Form von ausrüstbaren Karten und einer Verwandlung, die euch für kurze Zeit unverwundbar macht. Dadurch erhöhen sich auch die strategischen Anforderungen an euch. Weil das Spiel sehr schwierig ist, braucht ihr jede Hilfe, die ihr bekommen könnt.

Einige Boomer-Shooter gehen sogar noch weiter, wie z. B. DOOM Eternal, in dem bestimmte Gegner waffenspezifische Schwächen aufweisen und Boss-Monster enthalten sind, gegen die ihr auf bestimmte Weise kämpfen müsst (wie z. B. der berüchtigte Marauder).
Turbo Overkill
Eternal hat mehrere komplexe Shooter mit intensiven Spielmechaniken, rasantem Tempo und knackigen Herausforderungen hervorgebracht, die von anderen Genres wie Actionspielen inspiriert wurden. Eines der neusten Beispiele dafür ist Turbo Overkill, bei dem es um Kettensägen-Gliedmaßen und visuellen Lärm geht, den sogar Metal-Bands beneiden würden. Während Boomer-Shooter aus Nostalgiegründen an die alten Zeiten anknüpfen, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie das Genre auch auf ihre eigene Art und Weise vorantreiben.
 

Mit welchem Boomer-Shooter sollte ich anfangen?


Die beiden bekanntesten Boomer-Shooter, mit denen ihr anfangen könntet, sind das Original von DOOM und Quake. Obwohl beide von id Software stammen, sind sie doch sehr unterschiedlich. Die erste Version von Doom hatte mehr direkten Einfluss auf die heutigen Shooter, während Quake eher als ein visueller Meilenstein gilt.

Wenn euch die Handlung wichtiger ist, könnt ihr auch Wolfenstein: The New Order ausprobieren, in dem der Run-and-Gunning-Ansatz von Boomer-Shooter-Klassikern mit einem stärker auf Stealth ausgerichteten Spielprinzip kombiniert wird. Probiert auch den Titel Slayers X aus, in dem der Charme der späten 1990er Jahre bewusst genutzt wird, um die Story des fiktiven Entwicklers des Spiels zu erzählen – dieses Konzept wurde bereits im Vorgängerspiel Hypnospace Outlaw erfolgreich eingesetzt.
Slayers X
Wenn ihr eher nach einem Spiel sucht, das eine Prise Boomer-Shooter mit RPG-Elementen und einem Roguelite-Ansatz kombiniert, solltet ihr das kommende Witchfire einmal testen.
 

Was ist Witchfire?


Witchfire ist ein bald erscheinender Dark-Fantasy-Shooter von The Astronauts. Einige Mitarbeiter dieses Studios arbeiteten auch am ersten Teil von Painkiller. Obwohl das Spiel stark an einen Boomer-Shooter erinnert, ist es kein simpler Klon von Quake. Witchfire ist ein klassischer Ego-Shooter mit Beute, RPG-Elementen und Zaubersprüchen.

Auch wenn noch nicht alle Details zu Witchfire bekannt sind, scheint es genau das Spiel zu sein, das dieses Genre jetzt braucht. Ähnlich wie Painkiller verfügt Witchfire über ein gutes Fundament und entwickelt das Konzept weiter. The Astronauts wiesen klar darauf hin, dass Witchfire kein echter Nachfolger von Painkiller ist – doch den Trailern zufolge sind die Kämpfe des Titels an die besten Shooter angelehnt und werden die Fans sicherlich begeistern.
Witchfire – Action-Szene
Der Creative Director von Witchfire, Adrian Chmielarz, betonte, dass es sich bei dem Spiel nicht um einen traditionellen Boomer-Shooter handele, da es keine typischen Elemente wie Retro-Optik, nur aus der Hüfte abgefeuerte Waffen und labyrinthartige Karten gebe. Um eine Art ultimativen Shooter zu erschaffen, versuche das Team stattdessen, viele verschiedene Spielstile zu kombinieren – von Roguelites bis hin zu von FromSoftware inspirierten Soulslikes.

„Nach unserem Verständnis geht es bei traditionellen Boomer-Shootern wie DOOM vor allem darum, Feinde zu erledigen, Ziele zu priorisieren und böse Kreaturen zu bekämpfen“, sagte er. „In Wirklichkeit war die große Mehrheit der direkten Kämpfe 1v1-, 1v2- oder 1v3-Duelle. Dadurch wirkte alles sehr persönlich, und jede Tötung fühlte sich emotionaler an, als wenn man Dutzende von Gegnern im Sekundentakt erledigen würde. Genau das war unser Ziel, denn jeder Todesschuss sollte etwas Besonderes und Persönliches sein.“
Witchfire
Auch wenn Witchfire kein Painkiller-artiger Tribut an Boomer-Shooter ist, wies Chmielarz darauf hin, dass alle Shooter stark von DOOM und Quake beeinflusst wurden. „Mit Witchfire gehen wir in eine andere Richtung. Allerdings besinnen wir uns auf unsere Wurzeln und greifen auf bewährte Konzepte zurück. Alle Shooter beruhen letztendlich auf Boomer-Shootern. Jeder von uns kennt den Titel Wolfenstein oder das Spiel Maze aus dem Jahr 1973, das praktisch der erste Ego-Shooter überhaupt war.
 

Erfolgstipps


Obwohl jeder Shooter anders ist, gibt es ein paar Tipps, die sich in allen Spielen als nützlich erweisen. Der Schlüssel zum Erfolg in Boomer-Shootern ist Beweglichkeit. Während ihr euch in anderen Shootern Zeit nehmen solltet, um das Ziel anzuvisieren, ist das hier nicht wirklich die beste Idee. Viel wichtiger ist es, ständig zu laufen und zu springen, um nicht getroffen zu werden. Der vermutlich wichtigste Move, den ihr in jedem klassischen Shooter verwendet, ist das Circle-Strafing. Dabei bewegt ihr euch kreisförmig, um dem feindlichen Feuer auszuweichen, während ihr gleichzeitig zielt, damit eure Raketen genau ins Schwarze treffen. Im Gegensatz dazu kann Bunny Hopping in manchen Spielen, wie z. B. Quake, sehr nützlich sein, was allerdings nicht für alle Ego-Shooter gilt. Probiert es einfach aus.
DOOM
Der nächste Tipp mag nicht jedem gefallen, aber es lohnt sich, darüber zu sprechen. Moderne Entwickler versuchen ihr Bestes, um Controller und andere alternative Steuerungssysteme mit Zielhilfe und dergleichen zu unterstützen. Die damaligen Spiele wurden jedoch vor allem für Tastatur und Maus konzipiert. Wenn ihr es schafft, mit einem Controller das Circle-Strafing und Bunny Hopping zu beherrschen, umso besser – andernfalls solltet ihr ernsthaft in Erwägung ziehen, WASD zu benutzen. Nicht jeder mag sich mit Maus und Tastatur vertraut machen, nur um ein bestimmtes Genre zu spielen. Aber ich persönlich bin der Meinung, dass das Erlebnis dadurch besser wird, und schwöre bis heute darauf.

Wenn ihr mit euren Boomer-Shootern nicht zurechtkommt, könnt ihr ein paar Dinge ausprobieren, um euch leichter zurechtzufinden. Neue Spieler neigen beim Spielen älterer Shooter dazu, die Empfindlichkeit ihrer Maus zu hoch einzustellen. Wenn ihr die Maus nur ein paar Zentimeter bewegt und sich die Kamera um 360 Grad dreht, solltet ihr die Empfindlichkeit verringern oder ein größeres Mauspad kaufen. Außerdem könnt ihr den Schwierigkeitsgrad jederzeit herabsetzen, wenn ihr Probleme habt, euch mit den Feinden und dem Aufbau der Level vertraut zu machen.

Letztendlich kann man Boomer-Shooter nicht falsch spielen. Wenn ihr die Bösen abschießt und Spaß habt, macht ihr alles richtig.