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Alan Wake kommt zu Dead By Daylight und vereint die Horrorvisionen zweier Studios

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Phil Hornshaw
18. Jan. 2024
Für Alan Wake ist der Kampf gegen axtschwingende Verrückte nur ein ganz normaler Tag im Autorenzimmer. In drei Titeln, darunter das kürzlich von der Kritik gefeierte Survival-Horrorspiel Alan Wake 2, kämpft der Schriftsteller gegen Mörder, die von einer übernatürlichen, dunklen Macht verdorben sind. Dieser kann er nur mit scharfem Verstand, schnellen Füßen, vielen Schrotkugeln und einer leistungsstarken Taschenlampe entkommen.

Dieses Prinzip ähnelt sehr dem Multiplayer-Horrorspiel Dead By Daylight, in dem eine Gruppe von fast wehrlosen „Überlebenden“ einem wütenden „Killer“ entkommen muss – daher macht das Gemeinschaftsprojekt der beiden Titel sehr viel Sinn. Alan ist der neueste Charakter, der sich zu den Überlebenden von Dead By Daylight gesellt, und hat wesentliche Elemente aus Alan Wake 2 im Gepäck. Einige der charakteristischen Gameplay-Aspekte von Alan Wake sind in der von Dead By Daylight-Entwickler Behaviour Interactive entworfenen Figur des Überlebenden wiederzufinden, z. B. die Taschenlampe, die ihm als Waffe dient, und die Art und Weise, wie seine Texte die Realität um ihn herum beeinflussen können.

Ich sprach mit David Richard, Senior Creative Director von Dead By Daylight, und Kyle Rowley, Game Director von Alan Wake 2, über die Zusammenarbeit. Sie erklärten, dass beide Titel trotz ihrer unterschiedlichen Horrorkonzepte auch viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Zum Beispiel die Taschenlampe: In Alan Wake 2 wird sie gegen die übernatürlich infizierten „Besessenen“ eingesetzt, um die bösartige Dunkelheit, die sie befallen hat, zu vertreiben, sie vorübergehend zu betäuben und sie anfällig für Schusswaffen zu machen. In Dead By Daylight hat sie eine ganz ähnliche Funktion: Die Überlebenden können die Spieler-gesteuerten Killer vorübergehend blenden, um zu entkommen.

Richard sagte, dass das Team von Dead By Daylight schon vom ersten Alan Wake-Spiel aus dem Jahr 2010 begeistert war. Obwohl er sich nicht daran erinnern konnte, ob dies den Ansatz von Behaviour Interactive bei der Taschenlampe ausdrücklich beeinflusste, entsprach deren Einsatz durch den Alan Wake-Entwickler Remedy Entertainment genau dem Horrorsinn von Dead By Daylight.

„Man verbindet die Taschenlampe sofort mit Alan Wake“, fügte Richard hinzu. „Ich fand sie einfach brillant. Sie kommt defensiv und offensiv zum Einsatz, aber man fühlt sich trotzdem total angreifbar, weil es eben nur eine Taschenlampe ist. Ein wichtiger Aspekt von Dead by Daylight ist, dass man sich nicht wirklich gegen die Killer wehren kann. Damit soll die Vorstellung aufrechterhalten werden, dass sie allmächtig sind und einen töten, wenn sie einen erwischen. Trotzdem wollten wir die Taschenlampe unbedingt integrieren, weil sie perfekt ins Konzept passt.“

Wie in seinen eigenen Titeln verstärken Alans Fähigkeiten die Kraft der Taschenlampe – wenn er sie benutzt, wird er schneller und der Killer langsamer, sodass er ihm besser entkommen kann. Ansonsten geht es ihm vor allem darum, anderen Spielern zu helfen, was laut Richard auf Charaktereigenschaften beruht, die er im Originalspiel gezeigt hat, wo er übernatürliche Kräfte bekämpft, die über die Stadt Bright Falls herfallen.
Alan Wake kommt zu Dead By Daylight und vereint die Horrorvisionen zweier Studios – Beleuchtung
„Bei der Erstellung des Charakters haben wir uns sehr an Alan Wake 1 orientiert“, erklärte er. „Wir haben es immer wieder gespielt und beobachtet, und die Zusammenarbeit mit Remedy war fantastisch. Allerdings hatten wir wenig Informationen über Alan Wake 2, weil es noch nicht erschienen war. Deshalb hielten wir uns an Alans Persönlichkeit im ersten Teil. Sein Ziel ist es, diese Stadt und ihre Bewohner zu retten. Dafür begibt er sich sogar selbst in Gefahr.“

Gemeinsame Inspirationen

Die Ähnlichkeiten zwischen Dead By Daylight und Alan Wake 2 beschränken sich nicht nur auf das Gameplay. Die Entwickler merkten auch an, dass sie sich von vergleichbaren Horrorkonzepten inspirieren ließen. „Überschneidungen mit Horrorfilmen liegen auf der Hand, und die Werke von Stephen King waren eine wichtige Grundlage für Alan Wake 1 und 2“, so Rowley. Richard betonte auch, dass King die Art und Weise, wie Behaviour Interactive seine Welten aufbaut, stark beeinflusst hat.

Der Einfluss ihrer Inspirationen könnte die Ursache dafür sein, dass sich die Welten von Dead By Daylight und Alan Wake 2 so ähneln. In beiden Fällen geht es um kosmische Horrorwesen (der Entitus in Dead By Daylight und das mörderische, bewusstseinsverändernde Dunkel in Alan Wake 2), die die Charaktere in ihre albtraumhaften übernatürlichen Welten ziehen können. Sogar erzählerisch passen sie gut zusammen. Alan war in Alan Wake 2 zum Beispiel 13 Jahre lang in einer beängstigenden alternativen Dimension namens „Der dunkle Ort“ gefangen, die er jedoch durch seine Texte beeinflussen kann. Dem Entitus gelingt es in Dead By Daylight, in das Multiversum vorzudringen und sowohl Killer als auch Überlebende in seine eigene, seltsame Dimension zu versetzen. Als er Alan vom dunklen Ort aus in seine Welt zieht, stellt sich die Frage, ob Alan seine Geschichte mit dem Entitus wirklich selbst schreibt oder ob er nur von einem übernatürlichen Albtraum in den nächsten geraten ist.

Diese Ungewissheit sei laut den Entwicklern sehr reizvoll.

„Bei der Erstellung des Entitus-Universums wollten wir so unklar wie möglich sein“, verriet Richard. „Es gibt keine eindeutige Wahrheit, und wir wollten es unseren Fans überlassen, ihre eigenen Theorien aufzustellen.“

„Während der Vorstellung unserer Spiele ging es uns zunächst um erzählerische Erlebnisse“, ergänzt Rowley. „In unserem Team meinte jemand, dass sie eigentlich alle in das Genre der Mystery-Spiele gehören, weil sie im Grunde genommen auf Geheimnissen beruhen. Wir als Entwickler lieben es, wenn die Spieler ihre eigenen Theorien aufstellen. Daher liefern wir nicht für alles eine Erklärung. Diese Verbindung zwischen den beiden Titeln ist einfach großartig, da es wie schon gesagt um die Frage geht, wie Alan tatsächlich in dieser Welt gelandet ist.“
Alan Wake kommt zu Dead By Daylight und vereint die Horrorvisionen zweier Studios – Taschenlampe
Komplementäre Ansätze

Obwohl es in beiden Spielen um die Angst vor dem Unbekannten geht, bieten sie doch unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema Horror. In Dead By Daylight dreht sich alles um von Spielern improvisiertes Chaos. Richard zufolge beruht der Stress für die Überlebenden in jedem Spiel zum großen Teil darauf, dass sie nicht wissen, gegen wen sie antreten, welche Strategien der Killer anwendet oder auf welcher Karte sie sich landen. In Alan Wake 2 gibt es zwei Protagonisten: Alan und die FBI-Agentin Saga Anderson. Während Saga mit physischen Gegnern konfrontiert wird, die eher den Killern von Dead By Daylight ähneln, ist Alans Part vielmehr psychologischer Natur und geprägt von Erscheinungen, die nur manchmal gefährlich werden. Nach Ansicht von Rowley rührt ein Großteil der Angst daher, dass Alan nicht weiß, was ihn erwartet.

„Viele der Emotionen, die wir bei den Wake-Spielern hervorrufen wollten, beruhten auf der Paranoia, nicht zu wissen, ob etwas wirklich ist oder nicht“, sagte Rowley. „Unser Ziel bei der Konzeption von Gegnern war es daher, dass man sich nicht sicher sein sollte, ob die Angreifer real sind oder nicht. Für uns war es wichtig, mit der Aufregung der Spieler und der Ungewissheit zu spielen, die durch die Tatsache ausgelöst wird, dass Alan schon so lange dort gefangen ist.“

Laut Richard bieten diese Aspekte von Alans Geschichte und vor allem, wie lange er in seinem Albtraum festsaß, eine interessante Perspektive für seine Figur in Dead By Daylight.

„Während der 13 Jahre, in denen nichts mit dem Universum passiert ist, hätte ich gerne viel mehr Alan Wake-Titel gespielt, aber ich finde es genial, dass es so lange gedauert hat, denn Alan Wake war sehr lange gefangen. Bei seiner Ankunft in Dead By Daylight bringt er sein eigenes Gepäck mit, Erfahrung, die Teil seiner Persönlichkeit ist. Das, was wir von ihm erwarten, diesem Champion mit der Taschenlampe, der aggressiven Taschenlampe“, sagte er. „Er begibt sich selbst in Gefahr, um andere zu schützen und ihr Überleben zu ermöglichen. All diese attraktiven Eigenschaften würden wohl besonders unsere erfahrenen Spieler gerne bei einem Überlebenden sehen.“

Auf die Frage, warum keiner der Killer aus Alan Wake 2 als Widersacher von Alan auftritt, sagte Richard, dass das im Rahmen der Zusammenarbeit einfach nicht umsetzbar war. Allerdings wollten die Entwickler dies im Hinblick auf mögliche künftige Gemeinschaftsprojekte der beiden Studios nicht ausschließen.

„Wie bereits erwähnt, war Alan Wake 1 unsere Grundlage. Wir hatten weder Informationen über Alan Wake 2 noch konnten wir es vor unserem Projekt spielen“, so Richard. „Scratch oder gar der dunkle Ort selbst wären Optionen für potenzielle Killer gewesen. Aber sie waren dem Entitus zu ähnlich, zu allmächtig und unmöglich als spielbarer Killer zu konzipieren. Daher entschieden wir uns spontan gegen eine solche Implementierung. Nachdem ich nun aber Alan Wake 2 gespielt habe, kann ich sagen, dass viele der darin enthaltenen Monster perfekt in unser Projekt gepasst hätten. Wer weiß, vielleicht später.“

Alan Wake betritt am 30. Januar den Nebel von Dead By Daylight. Sowohl Alan Wake 2 als auch Dead By Daylight sind jetzt im Epic Games Store verfügbar.