
Among Us heißt uns zum „The Fungle“-Update willkommen. Die neue Karte ist jetzt verfügbar.

Gute Neuigkeiten für alle, die gerne für Misstrauen unter ihren Freunden sorgen und ihnen dann ein Messer in den Rücken rammen, wenn niemand hinschaut: Zum ersten Mal seit 2021 erhält Among Us eine neue Karte.
In dem sozialen Mordspiel, das 2020 schlagartig berühmt wurde, schlüpft ihr und eure Freunde in die Rolle intergalaktischer Erkunder. Leider ist mindestens einer von euch ein Verräter, der alle anderen umbringen will. Seid ihr kein Verräter, müsst ihr eure täglichen Aufgaben auf der Karte abschließen, beispielsweise die Sauerstofffilter des Schiffs reinigen oder eine Dusche reparieren, und dabei herausfinden, wer euren Freunden den Garaus macht. Seid ihr allerdings der Verräter, müsst ihr die Besatzung daran hindern, einen nach dem anderen töten und dabei möglichst unentdeckt bleiben.
Seit der Veröffentlichung von Among Us im Jahr 2018 hat das Team von Innersloth vier Karten für das Spiel veröffentlicht, die immer einem anderen Muster folgten. Die erste Karte, „Skeld“, spielt auf einem Raumschiff in Form einer Schildkröte. Dann kam „MIRA HQ“, ein Stockwerk in einem Hochhaus eines Unternehmens. Danach „Polus“, eine Polar-Forschungsstation. 2021 fügte Innersloth dann „The Airship“ hinzu, einen riesigen Level mit Leitern und sich bewegenden Plattformen.
Jetzt veröffentlicht Innersloth die Karte „The Fungle“. Hier musste die Besatzung auf einer einsamen Insel voll fleischfressender Pflanzen, die Astronauten in Gummi-Raumanzügen zum Fressen gernhaben, notlanden.

Schon zu Beginn hatte sich das Team darauf festgelegt, dass The Fungle eine einsame Insel sein sollte. Bei allem anderen hatte Game Designer Dave Tamayo nahezu freie Hand.
„Ich fing damit an, viele Skizzen der Form anzufertigen, die die Insel haben könnte“, sagt Tamayo. Er verfolgte viele Ansätze, darunter sogar einen, bei dem die Insel die Form eines Besatzungsmitglieds hatte, bevor er sich auf die endgültige Form festlegte. Die Insel ist in einen Strand, einige Anhöhen und einen geheimnisvollen Dschungel unterteilt. Tamayo „landete bei einer Form, die eine gute Gameplay-Balance bietet und am meisten Potenzial hat“.
Jede Region der Karte wartet mit einzigartigen Gelegenheiten und Herausforderungen für Besatzung und Verräter auf. Zum Beispiel ist der Strand eine offene Fläche, die „Verrätern viele Chancen bietet, jemanden alleine anzutreffen“, so Tamayo. Auf den Anhöhen sieht man weiter als die Spieler unten. Einerseits kann ein Überlebender einen Verräter so bei einer schrecklichen Tat beobachten, doch ein Verräter auf einer Anhöhe kann andererseits auch ein Besatzungsmitglied ungesehen verfolgen. Dann gibt es noch den Dschungel voll fleischfressender Pflanzen, der laut Tamayo „mit vielen Überraschungen aufwartet und nur schlechte Sicht bietet“.

Das hört sich gefährlich an, doch die ursprüngliche Version des Dschungels war noch weitaus tödlicher. „Ich wollte [die einsame Insel] sehr geheimnisvoll gestalten, als ob sie ein lebendiges Wesen wäre, das die Besatzungsmitglieder bedroht“, so Tamayo. In einer frühen Version „bewegten sich Teile des Dschungels. Dadurch wirkte er lebendig und gefährlich, da die Bewegung dem Verräter gute Verstecke bot, um sich oder Leichen zu verbergen.“
Das Team strich dieses Feature jedoch, da es zu gut funktionierte. „Das Dschungelgebiet wirkte so bedrohlich, dass die Spieler nur noch am Strand blieben und davor zurückschreckten, sich in den Dschungel zu wagen“, erklärt Tamayo. „Wir wollten dafür sorgen, dass die Spieler einen guten Grund haben, alle Teile der Karte zu erkunden. Daher musste ich die sich bewegenden Teile streichen und wieder ans Reißbrett.“
Der Trailer erzählt die Geschichte der gestrandeten Besatzung. Die Geografie der Karte zeigt, dass sich die Besatzungsmitglieder in diesem Land nicht auskennen. Außerdem verdeutlicht die Art der Aufgaben, in welcher Notsituation sich alle befinden. „Auf den bisherigen Karten waren die Aufgaben sehr mechanisch, elektronisch und sauber. Bei The Fungle drehen sich viele Aufgaben um das Überleben und den Wiederaufbau“, führt Tamayo aus. Im Trailer sieht man etwa, dass eine Aufgabe darin besteht, aus geernteten Pflanzen Essen zuzubereiten – ein großer Unterschied zum Herunterladen von Daten vom Kommunikationsterminal auf der Brücke der Skeld.

Diese abwechslungsreichen Aufgaben zeigen, wie herausfordernd es ist, neue Karten für Among Us zu erstellen. Mit jeder neuen Karte wird Innersloth ambitionierter. Das Team hat besondere Aufgaben und Sabotage-Events für die Spieler erstellt, neue Werkzeuge, um Verräter aufzuspüren oder Überlebende zu verwirren, und Mittel, sich über die immer größer werdenden Karten zu bewegen. Dadurch kann das Team bei der Perfektionierung einer Karte zwar viele Lektionen lernen, aber weil jede Karte mit ihren besonderen Aufgaben und Sabotageaktionen so viele einzigartige Dinge bietet, muss es ständig neue Lektionen lernen.
Deshalb spielen die Entwickler das Spiel intern intensiv. „Bei Innersloth konnten alle spielen und ihre Meinung sagen, damit wir die Karte anpassen und verbessern konnten, bis sie für die Veröffentlichung bereit war“, sagt Tamayo.
Das Schwierige dabei ist, wie sehr sich eine kleine Änderung auswirken kann. „Räume, Aufgaben, Sabotageaktionen, Lüftungsschächte, Fertigkeiten und Kartenmechaniken müssen alle nahtlos ineinandergreifen“, so Tamayo. „Als ich einen Lüftungsschacht von einem Raum in einen anderen versetzte, löste dies einen Dominoeffekt aus, durch den ich die Aufgaben, Sabotageaktionen und Fertigkeiten überarbeiten musste. Ich musste alle diese anderen Elemente überprüfen, um sicherzustellen, dass sie nach der Versetzung des Lüftungsschachts nicht zu schwach oder zu stark waren.“

Jede neue Karte zeigt dem Team, was die Grenzen einer Karte von Among Us sein sollten. Das wirkte sich auch auf die Entwicklung von The Fungle aus. Zum Beispiel ist die zuvor von Innersloth veröffentlichte Karte The Airship der größte Level, den das Team für das Spiel erstellt hat. „Die wichtigste Lehre, die wir daraus gezogen haben, war, wie groß eine Karte sein sollte“, führt Tamayo aus. Je größer eine Karte wird, desto mehr gibt es für die Spieler zu erkunden, aber dadurch wird es auch unwahrscheinlicher, dass sie sich begegnen oder dass sie bei Missetaten beobachtet werden. Als Konsequenz, so Tamayo, „ist The Fungle ungefähr 80 % so groß wie The Airship“.
Die Karte mag zwar kleiner sein, was aber nicht bedeutet, dass sie keine Geheimnisse hätte. Innersloth hat zwar den sich bewegenden Wald von The Fungle durch einen festen Irrgarten aus Bäumen und Pflanzen ersetzt, den man auskundschaften kann, doch darin wartet trotzdem ein Geheimnis, das die Spieler völlig überraschen wird. Er ist froh, dass der sich bewegende Wald gestrichen wurde, da er „so ein viel besseres Feature für den Dschungel entwickeln konnte“, auch wenn er sich darüber ausschweigt, um was es sich dabei handeln könnte und ob es der Besatzung oder den Verrätern hilft.
„Spielt am besten das Update und findet es selbst heraus“, antwortet Tamayo. All den anderen Gefahren von The Fungle nach zu urteilen, nehme ich an, dass es ein tödliches Geheimnis sein wird.
Wenn ihr bereit seid, der Gefahr zu trotzen, die von dieser einsamen Insel – und euren Freunden – ausgeht, findet ihr Among Us im Epic Games Store.