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In „At Eve's Wake“ könnt ihr die Realität zum Guten oder zum Bösen verändern

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Phil Hornshaw
29. Nov. 2023
Anfangs war es die geheimnisvolle Lovecraft-artige Atmosphäre von At Eve's Wake, die mich auf das Spiel aufmerksam machte, aber mein erster grauenvoller Tod zog mich völlig in seinen Bann und ich konnte es nicht mehr loslassen.

Natürlich stirbt man in Videospielen nicht wirklich. Man fängt einfach wieder von vorne an. Das Gameplay in einer Visual Novel wie At Eve's Wake besteht darin, der Geschichte zu folgen und dabei zu entscheiden, was der eigene Charakter tut und in Gesprächen sagt. Man könnte meinen, dass „sterben“ in einem Spiel wie diesem einfach bedeutet, dass man die Geschichte wieder von vorne beginnt und alles noch einmal durchgehen muss, bis man bei der Entscheidung ankommt, die vorher tödlich endete. Doch schon nach wenigen Minuten im nächsten Spieldurchlauf von At Eve's Wake wird klar, dass etwas anders ist.

Bei bestimmten Ereignissen erscheint eine Mitteilung, die frei übersetzt bedeutet: „Du hast Wissen erlangt, das stark genug ist, um die Realität zu beeinflussen“. Wenn ihr sterbt, seid es also nicht nur ihr, die Spieler, die sich an das Erlebte erinnern – auch euer Charakter erinnert sich. Die Folge sind neue mögliche Texte und Antworten und ihr könnt euer Wissen benutzen, um neue Resultate zu erzielen. Euer Wissen verändert die Realität der Geschichte und die Entscheidungen, die euch zur Auswahl stehen.

Diese Spielmechanik macht die Geschichte erst richtig interessant, denn sie gibt Anlass, Ereignisse immer wieder zu spielen, um zu sehen, wie sie sich verändern, und Entscheidungen zu treffen, um herauszufinden, zu welchen neuen Informationen sie führen. Am besten aber gefiel mir die Erzählung.

Ein Großteil der Erzählung von At Eve's Wake besteht in der Beschreibung der Geschehnisse in den verschiedenen Szenen. Doch wenn ihr sterbt, ändert sich diese Erzählung. Sie wird zu einem Gespräch zwischen euch und … etwas. Einer Macht, die euch eine neue Gelegenheit gewährt.
In Eve's Wake könnt ihr die Realität zum Guten oder zum Bösen verändern – Kraft
Wenn ihr in At Eve's Wake eure Gabe der Vorausschau mit einem der Charaktere teilt, wird er euch warnen. Vielleicht solltet ihr euch fragen, wer oder was euch diese Fähigkeit verleiht und was dafür von euch erwartet wird.

Eine geniale unheimliche Ergänzung zu einem ohnehin schon unheimlichen Spiel. Im Mittelpunkt von At Eve's Wake steht eine Bestattungszeremonie, die gleichzeitig eine Art okkultes Ritual ist. Ihr seid einer von zwölf Kandidaten, die darauf hoffen, den „Segen“ von etwas, das „der Patron“ genannt wird, zu erhalten und Eves Rolle als Oberhaupt fünf alter Familien zu übernehmen. In dem Moment, als euch dämmert, dass ihr den Segen des Patrons erhalten habt, und ihr euch gar nicht sicher seid, ob ihr ihn überhaupt wollt, stellt ihr fest, das andere Kandidaten bereit sind, für dasselbe Privileg über Leichen zu gehen.

Zeitschleifen sind ein häufiges Motiv in Videospielen, doch wie At Eve's Wake sie verwendet, um eine unheilvolle Vorahnung zu erzeugen, ist einfach genial. Dank eurer Kraft habt ihr die Möglichkeit, Leben zu retten und Geheimnisse zu enträtseln, doch von dem Moment an, in dem ihr sie erhaltet, lauert die ungewisse Frage, was der Preis dafür sein wird. Während ihr das Ritual immer wieder erlebt, müsst ihr euch übrigens nicht wie Bill Murray im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ zu guten Menschen entwickeln. Ihr dürft euer Wissen dazu benutzen, eure Konkurrenz auszuschalten. Es kann durchaus sein, dass euch eine Stimme im Hinterkopf hartnäckig ermuntert, ihrem Willen zu folgen.

At Eve's Wake ist im Epic Games Store verfügbar.