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Backpack Hero macht Inventarmanagement zum Genuss
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David Silbert
Backpack Hero hinterfragt dieses Vorurteil. Dieses von Deckbauspielen wie Slay the Spire inspirierte Indie-Roguelike macht euer Gepäck entgegen allen Erwartungen zu einem aufregenden Erlebnis. Dabei geht es von einer ganz einfachen Idee aus: Wie wäre es, wenn man nicht sein Deck mit immer neuen Karten vergrößert, sondern Gegenstände in einen Rucksack steckt, der sich auf magische Weise erweitert?
In diesem Spiel begebt ihr euch in einen labyrinthartigen Dungeon. Als einer von fünf möglichen Charakteren sucht ihr in den unterirdischen Gängen nach Gold, Relikten und anderen Schätzen und bringt eure Funde anschließend in das nahgelegene Dorf Haversack Hill. Mit einer verlässlichen Karte in der Hand zieht ihr von einer Höhle zur nächsten, und jedes Mal besteht die Chance, dass euch dort ein Feind, ein wohlgesonnenes Gesicht oder ein zufälliges Ereignis erwartet.
Kämpfe werden rundenbasiert ausgetragen. Wie bei Slay the Spire seht ihr immer über dem Kopf jedes Gegners, was er als nächstes im Schilde führt und könnt so eure Angriffe oder Verteidigungsmanöver rechtzeitig vorbereiten. Dabei beruhen eure Aktionen aber nicht auf Karten, sondern stattdessen auf den Habseligkeiten in eurem Rucksack. Klickt auf euer Anfangsschwert und schon holt ihr damit gegen einen Gegner aus. Klickt auf den Schild und ihr seid abwehrbereit. Ihr könnt eure Gegenstände beliebig kombinieren – zumindest, bis euch bei eurem Zug die Energie ausgeht.
Für sich genommen wirkt das eher wie die clevere Verkleidung eines bekannten Prinzips als wie ein neuartiges Konzept, aber Backpack Hero hat tief in seinen Taschen noch mehr auf Lager. Jedes Mal, wenn ihr einen Kampf gewinnt oder über eine Truhe stolpert, könnt ihr ein paar Gegenstände aus der Beute auswählen und zu eurem Inventar hinzufügen. Ihr könnt aber nur Gegenstände aufnehmen, die in euren Beutel passen. Um Platz zu schaffen, müsst ihr eure innere Marie Kondo aktivieren und die Gegenstände drehen und sie wie in Resident Evil 4 miteinander kombinieren.

Das Aufräumen bietet auch einen echten Vorteil. Je nachdem, wie ihr sie in eurem Rucksack anordnet, erhalten viele Gegenstände einen zusätzlichen Effekt, der positiv oder negativ sein kann. Ein bestimmter Speer kann beispielsweise Flächenschaden verursachen, solange er nicht direkt neben einer anderen Waffe liegt. Ein Helm, der ganz oben in eurem Rucksack platziert ist, verschafft euch einen Verteidigungsbonus. Manche Gegenstände sinken, andere schweben. Das Ausbalancieren dieser verschiedenen Anforderungen – oftmals in der Hitze des Gefechts –, macht einen wichtigen Teil der Herausforderung und des Charmes des Spieles aus.
Zum Glück gibt es keine richtige Methode, um in Backpack Hero zu siegen. Mit jedem Levelaufstieg wird euer Rucksack erweitert und bei mehr als 800 einzigartigen Gegenständen sind die Kombinationsmöglichkeiten praktisch unbegrenzt. Mit mehreren spielbaren Charakteren und verschiedenen Spielmodi – darunter der Story-Modus, in dem ihr das Dorf Haversack Hill mit den Ressourcen aus den Durchläufen wiederaufbaut – ist die Abwechslung beim Spielen garantiert.
Gute Deckbauspiele gibt es heutzutage reichlich, aber Backpack Hero beweist, dass auch überfüllte Genres für Überraschungen gut sind. Manchmal reicht schon eine kleine neue Idee – und eine sehr ausgeprägte Hamsternatur.
Backpack Hero ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.