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Battlefield 2042 – PC-Spielvorschau

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Brian Crecente
6. Okt. 2021

Der Regen fällt nach oben, Hubschrauber schlagen wilde Purzelbäume, sogar die Benutzeroberfläche – mit einer Karte und euren Waffeninfos – setzt immer wieder aus, verschwindet und erscheint wieder in rotem Statikrauschen.

Inmitten des Tornados von Battlefield 2042 geht jeder Richtungssinn verloren.

Das grollende Chaos der Wasserhose voll lebensbedrohlicher Trümmer war die auffälligste Neuerung bei einer kürzlichen Pressevorschau von Battlefield 2042. Das soll nicht heißen, dass die neueste Auflage des Egoshooter-Meisterwerks aus der Spieleschmiede DICE nicht weitaus mehr Änderungen mit sich bringt. Aber ein Sturm, der den Spieler mitten in einem Feuergefecht von den Beinen fegt, ist so beeindruckend, dass es einem während des Matches sprichwörtlich den Atem verschlägt.

Ich nehme an, dass die Entwickler ein Spielelement von solch roher Naturgewalt eingebaut haben, damit es Bodentruppen und Lufteinheiten abschreckt, doch stattdessen hatten das schiere Ausmaß und die imposante Umsetzung den genau gegenteiligen Effekt. Die Spieler stürmten auf den Tornado zu, stürzten im Hubschrauber hinein, rasten in Panzern mit Höchstgeschwindigkeit in den Fuß des Luftwirbels und warfen sich mit dem Fallschirm und im freien Fall in den gigantischen Strudel. Mit der richtigen Herangehensweise wird man vom Boden gerissen, wild durch die Lüfte gewirbelt, höher und höher, bis man schließlich mit dem Fallschirm sanft in sicherer Entfernung landet. Allerdings nur, wenn man das Glück hat, den überall umherfliegenden Trümmerteilen und damit dem vorzeitigen Tod zu entgehen. 

Der Tod im Tornado, zumindest so, wie er sich in Battlefield 2042 präsentiert, kommt durch riesige Stahlcontainer, taumelnde Hubschrauber, fliegende Gebäudeteile oder den Glückstreffer eines anderen verwegenen Tornadojägers.

Nach einiger Zeit, oder eher nach langer Zeit und vielen Spielsitzungen, ändert sich das Sturmerlebnis zu einer Möglichkeit, das Kampfgeschehen zu wenden, und erfüllt seinen beabsichtigten Zweck: Man meidet den Tornado oder nutzt ihn strategisch. Doch bevor das Staunen abklingt, kann es eine Weile dauern.

Die Pressevorschau entsprach der Betaversion: eine Karte, ein Modus und vier Spezialisten, jeder mit eigener Hintergrundgeschichte und vor allem eigenem Gadget und Spielstil.

Wikus Van Daele Specialists Lore Image

Der Spezialist Webster MacKay ist ein Sturmsoldat und besonders für den Einsatz an der Front geeignet. Dabei kommt ihm seine Hakenpistole zugute, die ein Seil abschießt, mit dem er sich an Gebäuden hochziehen und auf Fahrzeuge klettern kann. Außerdem bewegt er sich schneller, während er zielt.

Maria Falck ist eine Versorgungssoldatin mit einer S21-Spritzpistole, mit der sie weiter entfernte Verbündete und auch sich selbst heilen kann. Dank ihrer Spezialität kann sie ausgeschaltete Verbündete per Defibrillator mit voller Gesundheit wiederbeleben. (Auch wenn ihr nicht als Maria spielt, könnt ihr andere Spieler wiederbeleben, allerdings nur Truppmitglieder, und es dauert wesentlich länger.)

Pyotr „Boris“ Guskovsky ist ein Ingenieur und mit einem SG36-Wachsystem bewaffnet, das feindliche Infanterie und Fahrzeuge automatisch erfasst. Wenn er sich in der Nähe befindet, ist die Leistung seines Wachsystems gesteigert.

Wikus „Casper“ Van Daele ist der Scharfschütze im Trupp. Er verfügt über eine Aufklärungsdrohne, die die Kommunikation stören und Gegner erkennen kann. Zusätzlich hat er einen Bewegungssensor, der ihn alarmiert, wenn sich Gegner nähern.

Während der Vorschau durften wir den Eroberung-Modus ausprobieren, in dem 128 Spieler (auf PS4 und Xbox One sind es nur 64) um die Vorherrschaft über Schlüsselgebiete einer riesigen Karte kämpfen. Kalle Nystrom, Level-Designer des Spiels, erklärte uns, dass der Eroberung-Modus darauf ausgelegt ist, den Spielern Variationen in der Spielintensität zu bieten.

„Es gibt Momente, in denen viele Spieler aufeinandertreffen und plötzlich ziemliches Chaos ausbricht. Zwischendurch geht es aber auch weniger chaotisch und etwas persönlicher zu, wenn sich zum Beispiel zwei Trupps einen taktischen Kampf um eine Flagge liefern. Die Spieler wählen selbst, wo sie sein und wie sie kämpfen möchten. Wir mussten uns eine neue Art einfallen lassen, die Karten zu planen, um der größeren Anzahl an Spielern gerecht zu werden. Es gibt aber nach wie vor verschiedene Kartengrößen, größere und kleinere. Wie ihr euch denken könnt, sind die Karten allerdings insgesamt gewachsen und haben sich zu fantastischen, epischen Schlachtfeldern entwickelt.“

Bf 2042 Full Res Map Vista Orbital

Bei der Vorschau kam „Orbital“ zum Einsatz, eine Karte aus acht Sektoren mit jeweils einem oder zwei Punkten, die erobert und gehalten werden müssen, um den Sektor unter Kontrolle zu bringen. Unter anderem verleitet das die Spieler dazu, sich an kritischen Punkten zu konzentrieren, was verhindert, dass die Karte zu groß und ziellos wirkt. Es ist eine mittelgroße Karte von Battlefield 2042. Die Handlung spielt in der Stadt Kourou in Französisch-Guayana, und die Spieler kämpfen um die Kontrolle über eine Raketenstartrampe.

Auf der Karte gibt es noch einige andere interessante Objekte, zum Beispiel Blitzableitertürme, an denen Seilrutschen befestigt sind, einen Transporttunnel, der durch Hügel führt, Radarstationen und eine Kryogenanlage. Die verschiedenen Elemente helfen, die Karte aufzugliedern, und bieten den Spielern vielfältige Möglichkeiten, sich zu verstecken und gegenseitig aufzulauern.

Im Mittelpunkt steht die gewaltige Rakete. Sie startet sogar, aber vorher durchläuft sie eine automatisierte Sequenz. Zuerst wird sie betankt (die Betankungsdauer ist zufällig gewählt), dann wird sie für den Start vorbereitet und die Haltevorrichtungen werden weggeklappt. Während dieser sechsminütigen Sequenz kann die Rakete zerstört werden. In den Matches, die ich gespielt habe, kam das allerdings nicht vor. Wenn die Rakete nicht zu stark beschädigt ist, hebt sie ab – mit wirklich eindrucksvoller Grafik. Falls ihr es schafft, sie zu zerstören, können die herabfallenden Trümmer dem Match eine völlig neue Dimension verleihen, so wurde mir zumindest berichtet.

Während die Action ihren Lauf nimmt, entwickelt sich das Wetter von einem strahlend blauen Himmel zu einer düsteren, bedrohlichen Kulisse. Der starke Regen beeinflusst nicht nur die grafische Darstellung der Elemente am Boden, sondern ändert auch die Lichtverhältnisse der Karte dramatisch – Blitze schießen durch die dunklen Wolken, in einigen Gebäuden geht das Licht an und es liegt spürbare Spannung in der Luft. Falls ihr euch in einem Flugzeug oder Hubschrauber befindet, könnt ihr hoch über den Sturm fliegen und dort eure Luftkämpfe fortsetzen.

Das schlechte Wetter auf der Karte „Orbital“ kann schließlich in einem Tornado gipfeln. Der Tornado zieht einen zufälligen Pfad der Verwüstung über die Karte, saugt Trümmer, Spieler und Fahrzeuge in sich auf, wirbelt sie herum, lässt sie zusammenprallen und schleudert sie über große Entfernungen. Falls sich der Tornado der Rakete nähert, kann er auch diese zerstören.

Die überdimensionierte Karte und die Wettereffekte sind zwar die auffälligsten Neuerungen in Battlefield 2042, aber die aktuelle Neuauflage des Spiels hat noch wesentlich mehr Überraschungen zu bieten.

Die Entwicklungsarbeit von DICE hat auch zu vielen kleineren, aber durchaus bedeutenden Änderungen und zu einem frischen Spielgefühl geführt. Bei mir kam vor allem das Plus-Menü zum Einsatz, das ihr öffnen könnt, indem ihr die T-Taste auf der Tastatur oder die linke Schultertaste auf einem Controller gedrückt haltet. Damit ruft ihr eine Art holografisches Menü auf, mit dem ihr schnell eure Waffe anpassen könnt – Zielfernrohre, Schäfte, Läufe und unter dem Lauf angebrachte Vorrichtungen. Dies ist alles möglich, während ihr euch versteckt oder über die Karte rennt. Ihr solltet jedoch vorsichtig sein, denn wenn ihr die Taste loslasst, wechselt euer Charakter die Waffe in seiner Hand gegen die neu ausgewählte aus, und ihr seid einen Moment lang unbewaffnet.

Wenn ihr die B-Taste der Tastatur gedrückt haltet (oder beide Schultertasten auf dem Controller) könnt ihr eine begrenzte Auswahl an Fahrzeugen rufen, inklusive eines Roboterhundes mit aufgesetztem Gewehr, ausgeprägtem Richtungssinn und sogar einem Fallschirm. Man kann den kopflosen, bewaffneten Hund wohl eher nicht streicheln, aber dafür kann er mit euch zusammen von Gebäuden springen und an eurer Seite mit dem Fallschirm in den Kampf gleiten.

Insgesamt ist Battlefield 2042 ein gekonnt umgesetzter Shooter, der ein ausgefeiltes Gleichgewicht zwischen chaotisch anmutenden Schlachten und taktisch versierter Kriegsführung verwirklicht. Es gibt Momente, in denen man kurz davor steht, einen strategisch ausgetüftelten Plan in die Tat umzusetzen, um dann plötzlich von einem Tornado durch die Luft gewirbelt zu werden.

Vom Gipfel eines Hügels aus bietet sich euch ein beeindruckender Ausblick auf heftige Schusswechsel, Luftkämpfe, galoppierende Roboterhunde und einen tödlichen Sturm, der in der Ferne die See schäumen lässt.

Man kann sich in den Weiten der Karte schnell verlieren, aber man merkt überall, dass man sich in tödlicher Gefahr befindet.

Ein wesentlicher Aspekt beim Kampf um die Vorherrschaft über die ausgedehnte Umgebung, in der jeden Augenblick eine Rakete starten wird, ist das Gefühl, dass es hier um mehr geht als um Feuergefechte und Luftkämpfe. Man spürt die Gegenwart einer düsteren Bedrohung.

Es bleibt zu hoffen, dass der Fokus auf die Mehrspielermodi des Spiels nicht auf Kosten der Geschichte geht, die die atemberaubenden Schauplätze und die tiefgründig ausgearbeiteten Persönlichkeiten, die darin kämpfen, erzählen will.

Battlefield 2042 läutet nicht nur eine neue Ära der Battlefield-Spiele ein, sondern ist zusätzlich darauf ausgelegt, zwei Konsolengenerationen unter einen Hut zu bringen, ohne dass ein einziger Spieler auf der Strecke bleibt.

Um dies zu verwirklichen, hat Electronic Arts bestätigt, dass die digitale Standardversion für PlayStation 5 und Xbox Series X/S den Beide-Versionen-Anspruch berücksichtigt, also auf den jeweils vorigen und neuesten Generationen der Konsolen spielbar sein wird. Und nicht nur das: Alle eure Fortschritte bleiben von einer Konsolengeneration zur nächsten erhalten.

Die Pressevorschau fand auf Windows-PCs statt, aber die Entwickler von DICE haben es auch nicht versäumt, uns die Funktionsweise der offenen Beta auf PlayStation 4 und Xbox One zu erläutern:

„Alle Spieler, gleich welche Version des Spiels sie spielen, werden dieselbe dynamische Welt mit Kriegen im epischen Maßstab vorfinden“, sagte Battlefield 2042-Produzentin Marie Granlund. „Es ist wirklich wichtig, dass alle Spieler den gnadenlosen Krieg erleben, den Battlefield-Veteranen schon seit fast zwanzig Jahren kennen und lieben – die Plattform sollte dabei keine Rolle spielen. 

Deshalb möchte ich Eines klarstellen: Egal, auf welcher Plattform ihr Battlefield 2042 spielt, allen Spielern werden die gleichen Funktionen und dasselbe faszinierende Sandbox-Mehrspielererlebnis zuteil, das wir von Anfang an angekündigt haben, und dazu gehören natürlich auch alle angekündigten Live-Service-Updates.“

Granlund fügte allerdings noch hinzu, dass das neueste Battlefield alles in den Schatten stellt, was das Studio bisher in Battlefield-Spielen für möglich gehalten hatte.

In ihren Worten: „Kurz gesagt, es wird Unterschiede geben.“

Daraus ergibt sich, dass die Spieleranzahl auf den beiden Konsolen 64 statt 128 betragen wird, und dass „die grafische Wiedergabe und die Bildfrequenz sich von denen auf der aktuellen Generation unterscheiden werden“.

„Wir können euch aber versichern, dass alle Versionen von Battlefield 2042 fantastisch aussehen und enormen Spielspaß bieten werden.“

Ab heute könnt ihr die Beta ausprobieren und euch selbst einen Eindruck verschaffen.

Der Early Access ist vom 6. bis zum 7. Oktober auf allen Plattformen verfügbar. Und vergesst nicht, das Spiel vorzubestellen, um vorab auf die Server kommen. Vom 8. bis 10. Oktober das Spiel dann in der offenen Beta für alle Spieler zugänglich.