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Bus Bound definiert Bus-Simulatoren für alle neu

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John Walker
29. Apr. 2026

Seit vielen Jahren produziert das Team von stillalive studios Bus Simulator, die ultimative Busfahrspiele-Reihe. Die deutschen Entwickler sind seit 2016 für das enorm beliebte Franchise verantwortlich, darunter für das erfolgreiche Bus Simulator 21. Doch jetzt sind sie mit einem völlig neuen Ansatz für das Genre ihren eigenen Weg gegangen: Bus Bound. Ich habe mit Game Director Andrei Pandalescu und Lead Designer Marlon Franz über diese Routenänderung gesprochen.

stillalive hat die Bus Simulator-Reihe zwar nicht erschaffen, doch kann man wohl mit Recht behaupten, dass das Team sie über ein Jahrzehnt hinweg verfeinert und definiert hat und sie dabei von einem (vielleicht sogar etwas belächelten) Nischenhobby zu einem größeren Erfolg entwickelt hat. Mit ihrem unglaublich präzisen Realismus, der Bus-Enthusiasten begeistert, ihrer Zugänglichkeit und einem fesselnden Spielprinzip, das neue Spieler anzieht, hat sie sich einen Platz gleich neben dem Euro Truck Simulator verdient und einem Publikum geholfen, die Liebe zum methodischen Fahren zu entdecken. Jetzt möchte stillalive den Bereich noch weiter ausdehnen.

„Es gibt bereits gute Bussimulatoren für eine so spezielle Nische des Simulations-Genres“, erzählte Andrei Pandalescu, als ich ihn fragte, wie das Team das Format mit frischem Blick anging. „Anstatt uns dabei zu sehr einzugrenzen, haben wir beschlossen, das Busfahrerlebnis auch für Spieler reizvoll zu machen, die keine Anhänger des Genres sind, ohne deswegen auf die Ansprüche unserer ‚Bus-Fans‘ zu verzichten.“

Dazu hielten die Macher weiterhin an der Präzision und dem Realismus fest, den die eingefleischten Fans erwarten, betonten aber gleichzeitig den Einfluss des öffentlichen Nahverkehrs auf die Stadtentwicklung und die Lebensqualität. Pandalescu nennt dies „das Warum des Busfahrens“.
Bus Bound 1
Natürlich vermittelt Bus Bound ein deutlich anderes Spielgefühl als die Bus Simulator-Reihe. Zunächst wurde die komplexe Benutzeroberfläche durch ein virtuelles Büro und leichter verständliche Karten und Ziele ersetzt. Das Spiel spielt in der fiktiven Stadt Emberville, einer Stadt, die ein kostenloses Nahverkehrsmodell erprobt, bei dem die Kundenzufriedenheit der treibende Motor für den Ausbau ist. Das Ziel ist eine zunehmend fußgängerfreundliche Stadt, die wächst und sich anpasst, während ihr bessere Buslinien entwickelt und dafür sorgt, dass immer weniger Menschen Auto fahren.

Pandalescu berichtet, dass das der kostenlose Nahverkehr in den USA bereits existiert, so zum Beispiel in Kansas City, Albuquerque und sogar bei einigen Linien in Boston – die sofort messbare Kundenzufriedenheit ist allerdings eine komplett eigene Erfindung des Teams.

Ihr werdet nämlich spontan von den Busfahrgäste bewertet. Fahrt ihr zu schnell über eine Bodenschwelle, zeigen sie sich enttäuscht. Rummst ihr gegen eine Mauer, werden sie wütend. Doch wenn ihr ruhig und angenehm fahrt, die Verkehrsregeln beachtet und pünktlich die nächste Haltestelle erreicht, werden sie von euch begeistert sein! Je mehr zufriedene Kunden ihr an jeder Haltestelle habt, desto mehr Upgrades könnt ihr für die Linie freischalten, einschließlich neuer Haltestellen und Streckenerweiterungen.
Bus Bound 3
„Wir wollen für ein breiteres Publikum zugänglich sein als andere Simulatoren, und über die einfache Simulation hinausgehen“, sagt Pandalescu, als ich ihn nach dem weniger strikten Konzept von Bus Bound frage.

Marlon Franz ergänzt: „Außerdem haben wir aus unseren früheren Spielen, die doch ziemlich komplex waren, gelernt, dass wir uns lieber wieder auf das Wesentliche konzentrieren sollten, damit das Busfahren Spaß macht. Damit es interessant ist, gehört auch ein gewisses Maß an Frustration dazu. Verkehr und Zeitdruck können ganz schön Nerven kosten.“

Wie schafft man das, wenn man eine neue Zielgruppe willkommen heißen will, während man gleichzeitig weiß, dass die Busfahrer-Veteranen Updates verlangen werden, bis auch das letzte Kontrolllämpchen exakt an seinem Platz ist? „Das ist eine knifflige Angelegenheit“, so Pandalescu.

„Wir waren uns früh in der Konzeptphase einig, dass der gemeinsame Nenner der Spaß am Busfahren ist“, sagt Franz. „Das Besondere ist, dass das eigene Fahrzeug so anders ist als normale Autos.“
Bus Bound 4
Franz vergleicht den Bus unter den Fahrzeugen mit Superman inmitten von Menschen: „Man steht im grellen Scheinwerferlicht und muss die ungewohnten Eigenschaften beherrschen und methodisch handhaben, um die allgemeine Sicherheit zu gewähren. Der Ausgangspunkt war, inmitten von anderen Menschen unterwegs zu sein, und alles andere wurde daraufhin geprüft, wie es dieses Erlebnis unterstreicht. Aus dieser Perspektive verlieren viele Dinge, die man in früheren Busspielen sieht, an Wichtigkeit.“

Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Hardcore-Fahrer nicht mehr auf ihre Kosten kommen. Es ist geplant, Bus Bound im Laufe der Zeit zu erweitern und das Team will kompliziertere Funktionen in späteren Updates wieder aufleben lassen. „Wenn sich die neueren Spieler an diese Art von Simulation gewöhnt haben“, sagt Pandalescu, „können wir die Komplexität im Laufe der Zeit und durch weitere Titel steigern und noch mehr Menschen erreichen.“

Franz bestätigt das. „Damit haben wir die Möglichkeit, zukünftig Elemente wieder einzuführen, ohne dass jemand auf der Strecke bleibt, weil er noch nicht alles kennt, was man von einem Busspiel erwartet.“

Da die Meinung der Fahrgäste zu euren Fahrkünsten bei Bus Bound so sehr im Mittelpunkt steht, wollte ich von den Entwicklern wissen, ob sie jemals versucht waren, die Möglichkeit, Chaos zu stiften, auszunutzen und eine Art busbasiertes Burnout anzubieten. Es kann ja auch großen Spaß machen, eine Bodenschwelle mit 70 km/h zu nehmen und dann gezielt in den Verkehr zu lenken. Besonders wenn man umgehend mit den wütenden Kommentaren der Fahrgäste belohnt wird.
Bus Bound 5
„Ich schätze, während der Entwicklung war das eine ständige Versuchung“, sagt Pandalescu lachend. „Das Problem ist, dass dieses Spiel nicht nur bei der Welt-Erstellung und optisch sehr hohe Qualitätsstandards bieten sollte, sondern auch bei der Leistung und der Altersfreigabe.“ Oh je, schon wieder diese lästige Altersfreigabe. „Leider hätten wir uns damit zu weit vom Simulator-Genre entfernt. Es gibt zwar verschiedene zerstörbare Objekte und man kann den Bus definitiv durch einen Stau pflügen, aber es gibt keinen ‚Spielmodus‘, der darauf ausgelegt ist.“

„Und es gibt ja auch das fantastische Spiel Burnout Takedown!“, fügt Franz hinzu. Gut, zumindest habe ich ihnen den Floh ins Ohr gesetzt. Wer weiß, vielleicht später als DLC.

Bus Bound erscheint am 30. April im Epic Games Store.