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Zu Ehren von Frauen in Spielen

15. März 2022
Der März ist der Women's History Month. Dieses Jahr richtet Epic Games seinen Fokus auf die großartigen Frauen unter den Creators und Mitarbeitern, die für einige fantastische Spiele im Epic Games Store verantwortlich sind. Wir wollen einen Blick auf ihre Karrieren, ihre Inspirationen und mehr werfen und bedanken uns bei ihnen für ihre Zeit und Einblicke. Wenn du als Frau gerne in der Spielebranche arbeiten würdest, kannst du in den folgenden Profilen von führenden Frauen in ihrem Gebiet sicherlich einige Hinweise finden.

Tanya X. Short – Director von Kitfox Games

Celebrating Women In Games Tanya Short

Tanya X. Short ist die „Kapitänin“ von Kitfox Games. Sie ist CEO, Director und oft (wenn auch nicht immer) Lead Game Designer. In ihrer Freizeit ist sie außerdem die Co-Direktorin von Pixelles, einer gemeinnützigen Organisation, die sich besonders für Frauen in der Videospielebranche einsetzt. Sie ist Mitherausgeberin von zwei Büchern über prozedurale Generierung im Spieldesign.

Die Spiele von Kitfox sind sehr unterschiedlich. Wie steuerst du als Kapitänin das Unternehmen, damit ihr Titel wie Boyfriend Dungeon oder Pupperazzi entwickelt und fördert?

Danke für die Frage! Zum Teil liegt das an unserem Wunsch, so unabhängig wie möglich zu sein (sowohl finanziell als auch kreativ). Daher versuchen wir, unser Spieleangebot verschiedenartig zu gestalten und – auch wenn das jetzt nicht sehr nach „Indie“ klingt – unsere Einnahmen zu stabilisieren. Und beides so schnell wie möglich. Im Laufe der Jahre habe ich versucht, ein Gespür dafür zu entwickeln, für welche Spiele eine rentable Marktnische existiert, die wir mit unseren Ressourcen erreichen können und die bis zur Veröffentlichung des Spiels voraussichtlich nicht übersättigt sein wird. Dieses Gespür ist in zweierlei Hinsicht hilfreich. Zum einen bei der Auswahl der Spiele, die wir unter den hunderten unserer Ideen tatsächlich entwickeln, zum anderen bei der Entscheidung, welche Projekte unter den tausenden von genialen Konzepten und Prototypen wir als Publisher annehmen. Alle Mitarbeiter von Kitfox haben alle unglaublich viel Energie und ich möchte jedem Einzelnen von ihnen die Möglichkeit geben, möglichst ungestört sein Bestes zu leisten. Gleichzeitig ist mir eine Atmosphäre wichtig, die ihnen die Angst nimmt, Fehler zu machen. Mein All-Star-Team sollte erst nervös werden, wenn es wirklich einen triftigen Grund dafür gibt!
 

Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Ein allgemeiner Ratschlag für alle Aufgaben ist schwierig. Ich will hier nur für das Spieldesign sprechen, bei dem ich die meiste Erfahrung habe. Gerade jetzt ist die Zeit für Spieldesignerinnen günstig! Macht bei ein paar Game-Jams mit oder ladet eine Engine mit einem Tutorial, um erste Erfahrungen zu sammeln, sofern ihr das nicht schon getan habt. Lernt ein bisschen programmieren, damit ihr euch besser mit den Programmierern und Programmiererinnen verständigen könnt. Das ist nicht so schwierig, wie es oft dargestellt wird. Stellt ein Portfolio mit Level- oder Systemdesigns zusammen! Sicher, die Konkurrenz schläft nicht, aber es gibt einen riesigen Bedarf an aufgeweckten und motivierten Junior-Designern, sowohl im AAA- als auch Indie-Bereich. Außerdem gibt es jede Menge wohlmeinende Senior-Designer, die gerne gute Mentoren wären. Vielleicht lässt ihre Freundlichkeit nach, wenn ihr selbst in Senior- oder Führungsrollen hineinwachst. Sie könnten sich verunsichert fühlen und euch als Konkurrenz oder als undankbar empfinden. Aber ich glaube an euch.
 

Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Um ehrlich zu sein, bewundere ich jede Frau, die schon länger als drei Jahre in der Spielebranche arbeitet. Es kann schwierig sein, mit der Starrheit unserer Branche umzugehen, wenn man älter und erfahrener wird. Das gilt vor allem für größere Studios, bei denen Netzwerkeffekte und fehlende Schirmherrschaft eine ernsthafte Rolle spielen. Mein größtes Vorbild ist gleichzeitig eine persönliche Freundin. Es klingt darum vielleicht etwas sonderbar, aber ich muss gestehen, dass mich die unglaubliche Arbeit, die Rebekah Saltsman als CEO von Finji und als großartige Mutter leistet, immer wieder inspiriert und motiviert. Sie ist wirklich unglaublich und es ist fast etwas beschämend, aber wenn ich auch nur einen Bruchteil von dem erreichen kann, was sie erreicht hat, bin ich sehr stolz auf meine Karriere.
 

Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Im Moment habe ich viel Spaß mit Potion Craft. Ich freue mich aber auch sehr auf Wandering Village, denn das scheint genau meine Art von Städtebauspiel zu sein. Ich habe das Spiel auf Kickstarter unterstützt und es mir trotzdem bisher verkniffen, die Demo zu spielen, damit ich es ganz frisch erlebe – so sehr freue ich mich darauf. Ich freue mich sehr für Philomena Schwab, CEO und Lead Designer, die jeden Erfolg ihres Spiels verdient hat.
 

Vida Starčević – Community-Managerin bei Remedy Entertainment

Celebrating Women In Games Vida Starcevic
Vida Starčević ist Community-Managerin bei Remedy Entertainment. Ihr Weg führte sie von Kroatien nach Finnland, wo sie jetzt arbeitet und für alle Community-Kanäle des Studios verantwortlich ist. Sie kümmert sich darum, dass die Community immer gut informiert ist und dass das Feedback zu den Spielen das Entwicklerteam erreicht. Außerdem ist sie die Ansprechpartnerin für Content-Creators. Sie arbeitet seit vier Jahren bei Remedy Entertainment.

Du bist Community-Managerin eines Spiels, das eine Protagonistin hat. Wie war es, solch ein Spiel erfolgreich zu vertreten?

Kurz gesagt: fantastisch. Und ein bisschen ausführlicher: Ich fing bei Remedy an, als Control noch in Entwicklung war. Ich hörte die Grundidee für das Spiel, erkannte, in welche Richtung es gehen sollte, und erfuhr, dass es das erste Spiel von Remedy mit einer weiblichen Hauptrolle war, und war mir sofort klar, dass ich den Job haben wollte. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich mich selbst, eben als Frau, in Videospielen gut und annehmbar dargestellt sehe. Ich finde, das gesamte Entwicklungsteam von Remedy hat mit Jesse Faden und allen anderen weiblichen Charakteren in Control fantastische Arbeit geleistet. Die Arbeit mit Courtney Hope, die Jesse Faden gespielt hat, war auch sehr angenehm. Man konnte spüren, mit wie viel Begeisterung und Hingabe sie ihren Charakter verkörperte. Ich war sehr stolz darauf, an Control mitzuarbeiten, und bin es immer noch. Das Beste war, die Reaktionen der Spielerschaft auf das Spiel und die Protagonistin zu erleben. Es ist einfach schön, zu sehen, wie beliebt Jesse bei der Community ist.
 

Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir Ratschläge gegeben?

Wir alle. Ich glaube, Frauen – vor allem Frauen, die nicht cisgender oder weiß sind, die behindert sind, aus unterprivilegierten Verhältnissen kommen oder Randgruppen angehören – müssen viel härter um ihre verdiente Anerkennung kämpfen als andere, die mit bestimmten Privilegien in diese Branche kommen. Ich bewundere jede Einzelne, die trotz dieser Benachteiligung nicht das Handtuch wirft. Ich selbst hatte das Glück, viel von Frauen zu lernen, mit denen ich gemeinsam an Projekten gearbeitet habe. Antonela Pounder von 505 Games und Amy Graves von Epic Games Publishing sind zwei Frauen, mit denen ich eng zusammengearbeitet habe und die mir gezeigt haben, was es bedeutet, eine gute Community-Managerin zu sein. Meine Freundin Sarah Wellock von SEGA Europe ist mir immer ein großes Vorbild, was Professionalität betrifft, wie man Dinge schnell und gut erledigt und wie man gut kommuniziert. Bei Zweifeln und Unsicherheit ist sie immer eine große Unterstützung. Und auch Hollie Bennett von Frontier ist eine Person, deren Arbeitsauffassung und Kreativität ich bewundere und die mir oft mit Ideen und Überlegungen weiterhilft.
 

Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Einen allgemeinen Ratschlag zu geben, ist schwer, da ich als Osteuropäerin im Norden Europas arbeite und sich meine Erfahrungen sehr von denen meiner Kolleginnen aus den USA, Großbritannien oder anderswo unterscheiden. Es ist wichtig, dass wir an uns selbst und unsere eigenen Fähigkeiten glauben. Wir dürfen uns nicht unter unserem Wert verkaufen und müssen daran arbeiten, die Angst zu verlieren, für uns selbst, für unsere Prinzipien und für das einzustehen, was wir für richtig halten. Eine Gruppe von Gleichgesinnten, die uns unterstützen und von denen wir lernen können, ist sehr hilfreich.
 

Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Horizon Forbidden West, wie der Rest der Gaming-Welt. Und Hellblade 2 interessiert mich sehr. Das Team von Ninja Theory hat sich mit dem ersten Teil selbst übertroffen. Jetzt bin ich neugierig, was die Fortsetzung bringen wird. Außerdem warte ich schon gespannt auf die Veröffentlichung von Forspoken. Das Spiel macht einen unglaublich guten Eindruck, und ich kann es nicht erwarten, es auszuprobieren.

 

Victoria Tran – Community Director bei Innersloth

Celebrating Women In Games Victoria Tran
Victoria Tran arbeitet als Community Director bei Innersloth, den Machern von Among Us und The Henry Stickmin Collection. Wenn sie sich gerade nicht mit freundlicheren Umgebungen für die Spiele-Community und dem Einsatz von Technik im Dienst des Mitgefühls beschäftigt, ist sie als Mitorganisatorin von Game & Colour MTL tätig, einer Organisation, die Spieleentwickler of Color in Kanada unterstützt.

Uns begeistert, wie spielerisch die Community von „Among Us“ ist. Wie erreichst du es als Community Director, dass sich wirklich jeder als Teil dieses lustigen Erlebnisses fühlt?

Wow, danke! Dabei spielen viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle – fantastische Moderatoren, die oft Stunden damit verbringen, Kommentare zu beantworten, das Marketing, bei dem wir darauf achten, dass es unsere Werte und unseren Sinn für Humor wiederspiegelt, unsere Aufmerksamkeit für die Meinung der Community, das Team, das generell für jede Albernheit zu haben ist... um nur einige zu nennen. Es geht uns vor allem darum, unserer Community bedeutsame Momente zu schaffen und gemeinsam zu wachsen. Wachstum, das von der Community ausgeht, bedeutet, Zeit zu investieren. Es geht darum, die Spieler mithilfe von sozialen und spielinternen Funktionen zu kultivieren und sich um sie zu kümmern und sie dazu anzuregen, sich gegenseitig jederzeit gut zu behandeln. Ich würde unsere Strategie in wenige Worten so formulieren: Wir nehmen unsere Spiele und die Spielererfahrung ernst, uns selbst aber nicht!
 

Du bist auch als Mitorganisatorin von Game & Colour tätig. Wie kam es dazu? Worum kümmert sich diese Organisation?

Game & Colour ist eine Initiative, die Saleem Dabbous, Rebecca Cohen-Palacios, Lateef Martin und ich ins Leben gerufen haben, um einen Ort für Spieleentwickler of Color in Kanada zu schaffen. Wir wollten eine Anlaufstelle für andere Entwickler of Color schaffen und haben bereits mehrere Treffen veranstaltet, bei denen wir Prototypen gespielt, uns ausgetauscht und voneinander gelernt haben. Da die Initiative auf Präsenzveranstaltungen basiert, ist aufgrund von COVID alles ins Stocken geraten. Wir unterhalten jedoch immer noch unsere Räumlichkeiten! Wir hoffen, dass mehr erreichen können, sobald sich die Zustände wieder normalisieren.
 

Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Eure persönlichen Werte, Interessen und euer Hintergrund sind entscheidend, um in dieser Branche einen Platz zu finden – es gibt keinen allgemeinen oder „richtigen“ Weg für den Einstieg. Mir hat es anfangs sehr geholfen, immer neugierig zu sein, meinen Interessen nachzugehen und mir selbst treu zu bleiben. Ich hoffe, dass ihr, egal wo ihr seid, die Freiheit habt, euer einzigartiges Potenzial für diese Arbeit auszuloten und einzubringen. Ich drücke euch die Daumen! Allein mit Tipps für Frauen, die in die Branche einsteigen wollen, ist es allerdings nicht getan. Ich wende mich hier auch an die hierarchischen Strukturen, also Studioleitung, Führungskräfte usw. Wir sollten gemeinsam für eine bessere Kultur und geeignete Richtlinien sorgen, damit alle Mitglieder von Randgruppen freundlich aufgenommen, unterstützt und gefördert werden.
 

Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Ich bin Tanya X. Short, Director von Kitfox Games, ewig dankbar. Sie hat mir nicht nur viel über Spiele, das Geschäft und Werte beigebracht, sondern mir auch viele Gelegenheiten geboten, mich weiter zu verbessern. Eine Sache ist es, erfolgreich zu sein, und eine andere, auf dem Weg nach oben anderen die gleiche Möglichkeit zu bieten. Für Tanya war das nie ein Problem. Wenn ihr bereits das Vergnügen hattet, einen ihrer Vorträge zu sehen, wisst ihr, dass sie weiß, wovon sie redet. Darf ich den ganzen Rest dieses Blogs über sie reden? Nein? Wirklich nicht?
 

Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Jetzt gerade bin ich völlig von Thirsty Suitors von Outerloop und Little Witch in the Woods von Sunny Side Up begeistert! Ich will sie am liebsten jetzt gleich spielen! JETZT GLEICH!
 

Gwen Frey – Gründerin und Lead Developer von Chump Squad

Celebrating Women In Games Gwen Frey
Gwen Frey ist die Gründerin und Lead Developer von Chump Squad. Sie gründete Chump Squad, um ein Soloprojekt zu entwickeln – das erzählerische Rätselspiel „Kine“. Auch wenn Gwen noch eine Komponistin und ein paar Grafiker einstellen musste, war sie für das Design, die Programmierung, die Animation und einen Großteil des Gameplays verantwortlich. Danach begann sie gemeinsam mit anderen Leuten die Arbeit an dem weitaus größeren Spiel „Lab Rat“. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die gesamte Programmierung und die kreative Leitung.

Du hast eine leitende Position sowohl im kreativen Bereich als auch auf der Führungsebene. Wie schaffst du es, beides unter einen Hut zu bringen?

Ich arbeite mit sehr talentierten Entwicklern und Entwicklerinnen zusammen, und alle arbeiten auf ihrem Gebiet mit Überzeugung und Leidenschaft. Wenn man so ein Team leitet, ist es wichtig, jedem Autonomie über seinen Bereich und alles, was er erschafft, zuzugestehen. Wenn also ein Grafiker beispielsweise ein 3D-Modell erstellt, das meiner Meinung nach nicht zu der übrigen Grafik des Levels passt, notiere ich detaillierte Überlegungen dazu und mache verschiedene Vorschläge, wie es geändert werden könnte. Ich würde nie seine Arbeit aus einem Level entfernen oder selber ein Modell ändern. Stattdessen erkläre ich dem Grafiker, worum es mir geht, und wir arbeiten gemeinsam daran, bis wir uns über das weitere Vorgehen einigen können. Wenn ein Modell gelöscht werden muss, ist es wichtig, dass der verantwortliche Grafiker den Grund dafür erkennt und es dann selbst entfernt. Das nimmt natürlich mehr Zeit in Anspruch, gewährleistet dafür aber, dass jeder die getroffenen Entscheidungen nachvollziehen kann und auf seinen eigenen Beitrag zum fertigen Spiel stolz ist.
 

Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Ich habe Amy Hennig immer bewundert und großen Respekt vor ihrem Beitrag zur „Uncharted“-Reihe. Ich kenne sie zwar nicht persönlich, habe aber im Laufe der Jahre verschiedene Interviews mit ihr gehört, die mich immer sehr beeindruckt haben. Vor einigen Jahren nahm sie an einem Podcast der Academy of Interactive Arts and Sciences teil, den ich immer noch regelmäßig jungen Frauen empfehle, die sich für Führungspositionen in unserer Branche interessieren.
 

Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Bevor ihr euch für einen Einstiegsjob bewerbt, solltet ihr auf LinkedIn nach Personen suchen, die in derselben Firma bereits diese Funktion besetzen. Schaut euch die Portfolios und Lebensläufe dieser Personen an und versucht, euer eigenes Portfolio und euren Lebenslauf ähnlich zu gestalten. Dann bewerbt euch. Die in der Stellenausschreibung genannten „Qualifikationen“ könnt ihr getrost ignorieren – sie werden von der Personalabteilung oft einfach nur aus anderen Ausschreibungen kopiert und haben meist nichts mit der tatsächlichen Aufgabe zu tun. Zum Beispiel braucht ihr für einen Einstiegsjob natürlich keine drei Jahre Berufserfahrung – das ist ja unlogisch! Achtet darauf, was das Unternehmen tut, und nicht darauf, was es sagt.

Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Ich bin gerade im Mutterschaftsurlaub und kann eigentlich nur Titel spielen, bei denen ich mit meinem Baby auf dem Schoß auf dem Sofa sitzen kann. Zum Glück gibt es Spiele, die sich dafür besonders gut eignen! Das Spiel „The Artful Escape“ war besonders schön! Ich finde es wirklich toll, dass es möglich ist, Spiele wie dieses zu machen!

 

Chel Wong – Komponistin und Sounddesignerin für Videospiele

Celebrating Women In Games Chel Wong
Chel Wong ist eine preisgekrönte Komponistin und Sounddesignerin. Sie hat unter anderem an Spielen wie Kine, Whisker Squadron und Mini Matches mitgewirkt.

Du hast dich auf Musik und Sounddesign spezialisiert. Was waren die bisherigen Höhepunkte deiner Karriere?

Bisher war Kine eines der herausforderndsten und aufregendsten Projekte, an denen ich gearbeitet habe und die veröffentlicht wurden, aber dieses Jahr warten schon mehrere lustige und spannende Spiele auf ihr Erscheinen oder ihre Ankündigung.


Gibt es etwas, das du als Freiberuflerin in der Spielebranche besonders genießt?

Ich habe eine Behinderung, die zwar nicht auffällt, die mir aber einen üblichen 8-Stunden-Tag praktisch unmöglich macht. Ich arbeite SEHR viel und auch die Suche nach Arbeit kostet viel Zeit, aber diese Arbeitsweise entspricht sehr gut meinen Stärken und passt sich an meine Bedürfnisse an. Ich mag es, mir die coolen und interessanten Projekte herauszupicken, und genieße alle Freiheiten, die man als Freiberuflerin hat, obwohl es manchmal alles andere als leicht ist (vor allem für Selbständige in den USA).


Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Gwen Frey gehörte zu meinen ersten Auftraggebern. Sie war zwar nicht offiziell meine Mentorin, aber unsere Zusammenarbeit war eine der besten Lernerfahrungen überhaupt. Für mich ist sie eine absolute Koryphäe! Es ist schon beeindruckend, eine solche Branchenveteranin bei der Produktion oder in Netzwerken bei der Arbeit zu sehen. Sie hat mir in vielerlei Hinsicht geholfen, zum Beispiel hat sie mir erklärt, wie der geschäftliche Teil funktioniert und mich zu verschiedenen Events mitgenommen. Ich kann ihr nicht genug danken. Genauso meine unglaublich hilfsbereiten Freundinnen Alanna Linayre und Bertine Van Hövell, die mir immer geniale, fundierte und nützliche Ratschläge geben. Ich wünschte, ich könnte alle Frauen in dieser Branche aufzählen, zu denen ich aufschaue. Aber die Liste wäre unendlich lang.


Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Mein Rat an alle Neueinsteigerinnen ist, an Game-Jams teilzunehmen und sich daran zu gewöhnen, Arbeiten termingerecht zu beginnen und abzuschließen. Damit seid ihr für die Entwicklung von Videospielen gut vorbereitet. Ich empfehle auch immer, Leute zu suchen, die auf demselben Gebiet an einem ähnlichen Punkt in ihrer Karriere stehen, denn die Arbeit in dieser Branche kann manchmal sehr entmutigend sein. Eine unterstützende Community, in der man sich gegenseitig berät und hilft, wirkt da ungemein motivierend. In der Spielebranche gibt es viele Communitys, die marginalisierten Menschen ein sicheres Umfeld zum gemeinsamen Lernen und Wachsen bieten. Ich bin auch ein absoluter Fan von Netzwerken, deshalb empfehle ich immer, Leute gut kennenzulernen. Wenn jemand als erstes an euch denkt, sobald es um euren Aufgabenbereich geht, ist das zu eurem Vorteil.


Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Ich brauche immer Ewigkeiten, um Einzelspieler-Spiele durchzuspielen, und bin normalerweise auch mehrere Jahre im Rückstand. Derzeit kämpfe ich mich langsam durch Sable und Nier Gestalt und genieße Post-Game-Inhalte für Pokemon Brilliant Diamond und Super Mario Odyssey. In letzter Zeit habe ich aber hauptsächlich Warframe und Guilty Gear Strive gespielt. Und das Spiel, auf das ich schon warte, ist Kirby. Dieses Spiel muss ich unbedingt haben.
 

Bekah Saltsman – CEO und Mitbegründerin von Finji

Celebrating Women In Games Bekah Saltsman

Rebekah Saltsman ist CEO und Mitbegründerin von Finji. Finji ist ein Indie-Entwicklerstudio und Publisher mit Sitz in Grand Rapids in den USA und beschäftigt mehr als 18 Mitarbeiter, die sowohl für das Publishing als auch für die Spielentwicklung verantwortlich sind. Rebekah sitzt auch im GDC Advisory Board. Sie fungierte als Mentorin für das NYU Summer Incubator Program, arbeitete ehrenamtlich als Organisatorin für das Mentorenprogramm von Train Jam und hielt bereits weltweit Vorträge bei Branchenevents. Ihre bisher beste Arbeit ist nach eigener Aussage das EZ Baking Challenge Panel bei der PAX.

Euer Entwicklerstudio bezeichnet sich selbst als „Familienbetrieb“. Wie setzt man das in der Praxis erfolgreich um?

Finji wurde von Adam Saltsman und mir gegründet. Dass er denselben Nachnamen hat, ist kein Zufall, denn Adam ist mein Ehemann. Sowohl bei der Entwicklung als auch beim Publishing ist unsere gemeinsame Arbeit seit dem Anfang für uns nur ein Teil eines sehr großen Puzzles. Im Jahr 2014 waren wir nur zu zweit. Adam war für Design, Technologie und Produktion verantwortlich, während ich die geschäftliche Entwicklung von Spielen, das Marketing und die Budgeterstellung übernahm. Wir waren wirklich nur ein kleines Familienunternehmen. Inzwischen produziert Finji wesentlich mehr als damals und die Struktur ist um einiges gewachsen. Ein wichtiger Aspekt der Unternehmenskultur von Finji, der uns seit unseren Anfängen zu zweit sehr wichtig war, ist eine gute Kommunikation aller Mitarbeiter mit den Teammitgliedern der anderen Bereiche. Wenn wir davon sprechen, unsere Community aufzubauen, meinen wir nicht nur unsere Fans, sondern auch uns selbst untereinander, während wir Spiele entwickeln. Wir setzen alles daran, unsere kreativen Bemühungen nicht nur auf unser internes Entwicklungsteam zu beschränken. Gemeinsam leisten wir mehr und wir bemühen uns, immer darauf zu achten, dass alle ihre Ideen einbringen, mit den anderen Bereichen zusammenarbeiten und ihren eigenen Beitrag zu der Arbeit in unseren internen und Partnerprojekten leisten können. Adam und ich sind uns im Klaren darüber, dass wir nicht immer richtig liegen. Wenn wir anderen Ideen bei Finji keinen Raum bieten, dann kommen wir als Designer, Mentoren und Menschen nicht voran.


Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Mein Weg in die Spielebranche war nicht der übliche. Ich habe keine Ausbildung als Spieleentwicklerin und ich hatte auch nie geplant, in der Spielebranche Karriere zu machen. Es passierte einfach, und irgendwann begann ich, diese Arbeit zu lieben. Die Videospielbranche kann ziemlich hart sein – es gibt schlechte Kollegen, die einen beleidigen und herabsetzen. Als eine der wenigen Frauen eines Studios, oder sogar als die einzige, fühlt man sich oft einsam. Es ist nicht einfach, ein Studio zu finden, das sein Versprechen eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Arbeit und Privatleben einhält. Das alles kann ziemlich anstrengend sein. Da gibt es nichts zu beschönigen, und das ist im Endeffekt der Grund, warum wir so viele talentierte, brillante Mitarbeiterinnen und nette Menschen aus Randgruppen an andere Branchen verlieren, wo diese Probleme nicht so spürbar sind. Mein einziger Tipp wäre: Findet einen Mentor oder eine Mentorin. Jemanden, der euch sieht und versteht, eure Qualitäten erkennt und euch aufbaut, während ihr euch in der Branche etabliert. In den letzten Jahren habe ich mehr als hundert weitere Mütter kennengelernt, die auch in der Spielebranche tätig sind. Viele von uns sind die einzige Mutter im gesamten Bürogebäude und fühlen sich allein gelassen. Als Einzelne ist es nicht einfach, sich eine Community aufzubauen. Diese Freunde oder Freundinnen sind Mentoren, ohne dass ihnen das bewusst ist. Findet solche Menschen, die euch Perspektiven aufzeigen und positive Ausblicke bieten, auch in Momenten, in denen euch das selbst nicht gelingt. Es gibt uns, und ihr seid uns wichtig, eure Stimme zählt.


Gibt es Bücher oder Artikel, die dir in deiner Karriere geholfen haben und die du empfehlen würdest?

Ich lese sehr gern. Im Moment lese ich „Fear is the Mind Killer: How to Build a Training Culture that Fosters Strength and Resilience“ von Kaja Sadowski, einer Kampfsportausbilderin. Darin geht es darum, wie man Trainingsumgebungen aufbaut, in denen sich jeder entfalten kann – sowohl die, die bereit sind, als auch Menschen, die mit schwierigen persönlichen oder gesellschaftlichen Realitäten zu kämpfen haben. Das Buch zeigt Perspektiven für geistiges Wachstum auf, um zum Erfolg im Kampfsport anzuspornen. Aber die grundsätzlichen Prinzipien sind auch auf Gleichstellung und Sicherheit in den Arbeitsbedingungen eines Studios anwendbar. Über die Jahre habe noch einige andere Dinge einen großen Eindruck auf mich hinterlassen. Vor über 10 Jahren nahm ich bei Book People in Austin, Texas, an einem Workshop über das Verlagswesen teil. Das hat viele meiner grundlegenden Sichtweisen zum Branding im persönlichen Bereich und im Studio beeinflusst. Meine Arbeit für die Gestaltung von Finjis Präsenz bei Spieletagungen, wie wir Interviews geben und über Akzeptanz sprechen, meine Art, wirkungsvolle Marketing- und PR-Pläne zu entwickeln – fast meine gesamte Öffentlichkeitsarbeit hat nach der Teilnahme an diesem Workshop begonnen. Dabei hatte der Workshop gar nicht direkt mit Spielen zu tun. In fast allem, was ich lese, finde ich Material für neue Ideen – sogar in Romanen. Man kann viel über Konsumkultur und Fangemeinden lernen, wenn man sich die Welt der Promis näher ansieht. Wenn man darauf achtet, was große Firmen sagen und wie sie es sagen, kann man lernen, wichtige Änderungen im Marketingfokus zu erkennen. All dies bietet mir Anhaltspunkte, um Finji in der Geschäftswelt und in meiner Community ins rechte Licht zu rücken.


Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Anders als viele andere in der Branche hatte ich das Glück, im Laufe der Jahre zu reisen und einige wirklich außergewöhnliche Frauen in der Spielebranche kennenzulernen. Es gibt viele Frauen, die ich bewundere (Hallo Siobhan Reddy, Brenda Romero und Amy Hennig!), bei denen ich aber leider nicht die Gelegenheit hatte, sie näher kennenzulernen. In den letzten Jahren haben mir verschiedene Frauen offiziell und inoffiziell als Mentorinnen geholfen, und ich bin wirklich dankbar für ihre beständige Unterstützung. Hannah Nicklin ist Studioleiterin und Narrative Designer bei Die Gute Fabrik. Seit 2019 ist sie mir eine große Inspiration was Narrative Design angeht, und umgekehrt bin auch ich für sie ein Vorbild. Leyla Johnson von Mohawk Games kann ich jederzeit per SMS anschreiben. Auch zu Karen Mitchell, Jane Ng, Mira Metchley und Kate Ludlow schaue ich auf, und ich kann sie jederzeit kontaktieren, wenn ich geniale Ideen brauche.


Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Ich freue mich sehr auf ein Spiel, das wir dieses Jahr veröffentlichen werden, und bei dessen Entwicklung Frauen leitende Rollen gespielt haben! Es heißt „I Was a Teenage Exocolonist“. Ich zögere meinen ersten kompletten Spieldurchlauf absichtlich hinaus, weil ich es so kurz wie möglich vor der Veröffentlichung spielen möchte. Außerdem freue ich mich immer auf Spiele, an denen Hannah Nicklin arbeitet, weil sie einfach brillant ist. Im AAA-Bereich bin auf Amy Hennigs neues Projekt gespannt. Dann gibt es noch zwei Spiele, die kürzlich angekündigt wurden und an deren Entwicklung Frauen und andere in der Spielebranche seltener vertretene Gruppen beteiligt sind: Thirsty Suitors und Goodbye Volcano High stehen ganz oben auf meiner Wunschliste. Ich kann es kaum erwarten, die Arbeit der unglaublich talentierten Entwickler bei Possibility Space zu erleben. Und der nächste Meilenstein im neuen Projekt von The Glory Society interessiert mich sehr. Jedes Mal, wenn Heather Penn bei Twitter neue Spielgrafiken veröffentlicht, steigt meine Vorfreude auf das Spiel, das sie entwickelt. Diese Spiele interessieren mich sehr, und sie wurden von dynamischen Teams entwickelt, die gemeinsam an etwas arbeiten, das neue Ansätze bietet.
 

Christine Lai – Delivery Lead bei Riot Games für kosmetische Gegenstände in Teamfight Tactics

Celebrating Women In Games Christine Lai
Christine Lai arbeitet bei Riot Games als Delivery Lead bei der Cosmetics Initiative für Teamfight Tactics. Dort entstehen unter anderem der Battle Pass, Taktiker, Arenen und Explosionen. Sie leitet die Zusammenarbeit mit regionalen Entwicklungsteams für Taktiker und Spielinhalte. Bevor sie diese Rolle übernahm, war sie Delivery Lead für Teamfight Tactics Mobile. Außerdem hat sie bei Live Operations, Lokalisierung und Veröffentlichung von League of Legends und Teamfight Tactics PC mit einer weltweiten Spielergemeinde mitgewirkt.

Wie schaffst du es, in deinem Arbeitsbereich erfolgreich zu sein?

Es ist äußerst wichtig, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle wohl fühlen und die Zusammenarbeit groß geschrieben wird. Ich habe das Glück, in einem Team zu arbeiten, wo diese Werte an der Tagesordnung sind. Dadurch entstehen Gelegenheiten für viele Gespräche, aus denen fantastische Ideen hervorgehen, die die Erwartungen der Spieler sogar noch übertreffen. Es schweißt die verschiedenen Teams auch zusammen und bildet dadurch eine gute Vertrauensgrundlage. Jeder kann sein Feedback einbringen, ohne sich zu sorgen, und die Entwickler dürfen auch einmal Fehler machen. Das ist wichtig, weil wir großen Wert auf Feedback und Innovation legen!


Wo findest du die Inspirationen für deine Arbeit?

Ich lasse mich von allem inspirieren – meinen Freunden, Hobbys, Fernsehserien … einfach allem. The Great British Bake Off hat mich gelehrt, ausgewogenes Feedback zu geben. Bei Formula 1 konnte ich verschiedene Führungsstile und ihre jeweiligen Resultate kennenlernen. In Unterhaltungen mit Freunden kann ich neue Ideen ausprobieren und aus ihren Reaktionen lernen. Die Herausforderung liegt darin, Gelegenheiten und Inspirationsquellen zu erkennen. Es gibt so viele Dinge in der Welt, aber man muss die richtigen finden und die Punkte verbinden, damit daraus etwas Magisches wird, das neue Maßstäbe setzt.


Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Habt keine Angst, Fragen zu stellen! Bei der Kunst des Fragens geht es nicht nur darum, Antworten zu erhalten – man lernt nicht einfach nur dazu, sondern schafft auch Vertrauen und baut Beziehungen mit anderen Menschen auf. Selbst simpel scheinende Fragen (z. B. „Wofür ist dieser Dienst?“) können zu weiterführenden Gesprächen führen, die über die eigentliche Antwort hinausgehen und ein besseres Verständnis der Arbeit von Kollegen eröffnen, ganz besonders, wenn man in verschiedenen Fachrichtungen und Entwicklungsbereichen tätig ist. Es ist auch in Ordnung, um Zeit zu bitten, um seine Gedanken zu ordnen, wenn man auf etwas Neues reagiert, und die Frage dann zu stellen, wenn man soweit ist!


Gibt es Bücher oder Artikel, die dir in deiner Karriere geholfen haben und die du empfehlen würdest?

Mindset: The New Psychology of Success von Carol S. Dweck ist ein rundum fantastisches Buch. Mein Mentor hat es mir empfohlen, und ich habe es gelesen, als ich gerade mit der Arbeit in der Spieleentwicklung begann. Es hat mir geholfen, über meinen bisherigen Lebensweg nachzudenken und einen Führungsstil zu entwickeln, der die Fähigkeiten meiner Kollegen fördert, ihre Erfolge würdigt und ihnen in wichtigen Momenten Unterstützung bietet.


Welche Frauen in der Spielebranche sind deine Vorbilder oder haben dir gute Ratschläge gegeben?

Alle Frauen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich wünschte, ich könnte sie alle einzeln aufzählen! Sie sind alle sehr unterschiedlich, und mir ihre Werdegänge anzuhören, hat mich zutiefst inspiriert. Ich bin dankbar für die Geschichten, die sie mir erzählt haben, und für die Fragen, die ich stellen durfte. Ich habe viel aus ihren Erfahrungen gelernt. Man kann seine Sichtweise erweitern, wenn man von Menschen in seiner Umgebung lernt, und das finde ich grundsätzlich wichtig, denn es gibt so viele verschiedene Wege, die man gehen kann.


Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Animal Crossing: New Horizons! Nein, es ist keine neue Version, sondern die von vor zwei Jahren. Ich hatte keine Switch, als es herauskam, aber jetzt habe ich eine und es macht mir einen Riesenspaß, meine eigene Welt zu erschaffen und mit niedlichen Dekorationen zu versehen!
 

Hana Dinh – Product Lead im Behavioral-Systems-Team für League of Legends

Celebrating Women In Games Hana
Hana Dinh arbeitet bei Riot Games als Product Lead im Behavioral-Systems-Team für League of Legends Aufgabe des Behavioral-Systems-Teams ist es, dafür zu sorgen, dass die Spieler in League of Legends auf positive Art und Weise miteinander interagieren. Hana hat mehr als acht Jahre Berufserfahrung in der Technologiebranche, mit Produktmanagement, Datenanalyse und Kundenerfolg. Sie arbeitet mit Leidenschaft an Technologien für inklusive Online-Umgebungen, insbesondere für Menschen, die sonst vielleicht ausgegrenzt würden.

Wie schaffst du es, in deinem Arbeitsbereich erfolgreich zu sein?

Ich arbeite im Bereich Spielerverhalten, und dort verlasse ich mich auf drei grundlegende Fähigkeiten, damit unsere Spieler ein möglichst positives Erlebnis haben:

Empathie: Das Verhalten der Spieler kann emotional sehr aufgeladen sein. Wir sind froh über die große Leidenschaft der Spieler, aber das führt unweigerlich auch zu starken Emotionen wie Frustration, Skepsis und Ähnlichem. Meine Aufgabe ist es, alle diese verschiedenen Blickpunkte zu verstehen, damit ich den Leuten auf Augenhöhe begegnen und mich für unsere Spieler und ihre Bedürfnisse einsetzen kann.

Forschung und Recherche: Dieser Bereich ist noch relativ neu, aber wir haben bereits mehrere unterschiedliche Vorgehensweisen ausprobiert, und natürlich sind einige erfolgreicher als andere. Daher ist es wichtig, die Erfolge und Fallstricke der Vergangenheit zu erkennen, damit wir daraus lernen und bessere Entscheidungen treffen können.

Neben den Ansätzen, die in Videospielen bereits zum Einsatz kommen, gibt es viele weitere vielschichtige Faktoren, die das Verhalten der Spieler beeinflussen. Es ist fundamental wichtig, alle diese Faktoren besser zu verstehen, von Online-Enthemmung bis zu Deindividuation, und dabei von weiter entwickelten Forschungsbereichen wie der Psychologie zu lernen, um den Besonderheiten der Spielumgebung in ihrer Gesamtheit gerecht zu werden. Innovation: Insgesamt ist der Erfolg in diesem Bereich noch mäßig. Viele der erzielten Erfolge werden durch immer neue Herausforderungen beeinträchtigt, die durch Verhaltensänderungen in der Onlinewelt entstehen. Deshalb ist es wichtig, neue Denkansätze zu verfolgen, verschiedene Forschungsbereiche und Disziplinen zu kombinieren und neue Perspektiven zu entwickeln.


Wo findest du die Inspirationen für deine Arbeit?

Meine größte Inspirationsquelle ist die Wirkung meiner Arbeit auf unsere Spieler. Wenn ich morgens zur Arbeit komme, bin ich durch die Leidenschaft unserer Spieler motiviert, durch die Freude und den Spaß, die ihnen das Spiel bringt. Dabei bin ich mir aber immer bewusst, dass für viele die Freude am Spielerlebnis durch das Verhalten anderer Spieler getrübt wird. Das Bedürfnis, alles daranzusetzen, um dies zu verhindern, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

Es ist meine große Hoffnung, dass wir lernen, wie wir die immense Macht der Technologie dafür einsetzen können, positive Communitys zu schaffen, in denen wir auf natürliche Art interagieren, um uns miteinander zu verbinden, statt uns zu spalten. Mir ist klar, dass das ein hochgestecktes Ziel ist. Aber das Gefühl, diesem Ziel jeden Tag ein winziges Stückchen näher zu kommen, gibt meiner Arbeit eine tiefe Bedeutung.

 

Was würdest du Frauen raten, die in die Spielebranche einsteigen wollen?

Konzentriert euch darauf, was euch einzigartig macht! Die Spielebranche braucht dringend vielfältige, einzigartige Sichtweisen. Sorgt dafür, dass ihr eure Sichtweise so authentisch wie möglich vermittelt, denn damit leistet ihr einen unschätzbaren Beitrag zum zukünftigen Erfolg der ganzen Branche.
 

Gibt es Bücher oder Artikel, die dir in deiner Karriere geholfen haben und die du empfehlen würdest?

Die folgenden Bücher haben mich zu verschiedenen Momenten meines Lebens weitergebracht:
Lean In: Women, Work and the Will to Lead von Sheryl Sandberg
Half the Sky: Turning Oppression into Opportunity for Women Worldwide von Nicholas Kristof und Sheryl WuDunn
Braving the Wilderness: The Quest for True Belonging and the Courage to Stand Alone von Brené Brown
The Four Pivots: Reimagining Justice, Reimagining Ourselves von Shawn Ginwright

 

Welche Spiele spielst du gerade oder möchtest du gerne spielen?

Kena: Bridge of Spirits

Einige Interviews wurden zu Zwecken der Leserlichkeit und Lesedauer redaktionell bearbeitet.