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Bei Clawpunk geht es darum, mit Katzenhelden Barrieren zu durchbrechen und Chaos zu verursachen

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Alan Wen
10. Nov. 2025

Angesichts des Studionamens Kittens in Timespace ist es vielleicht keine allzu große Überraschung, dass die Helden von Clawpunk eine katzenartige Gestalt annehmen. Laut Creative Director Jamie Arron steckt jedoch ein bisschen mehr dahinter.

„Katzen sind eine Spiegelung der menschlichen Seele in Tierform“, sagt er. „Wir verehren sie, wir lieben sie, wir hassen sie und sie scheinen unsere Gesellschaft zu dominieren. Dieses Spiel ist gewissermaßen eine Hommage an alles, was eine Katze ausmacht.“

Das ist jedoch nur eine Facette des Ganzen, denn dieses 2D-Actionspiel vereint die anarchische Energie überdrehter 80er-Jahre-Actionfilme, die schon in seiner Kindheit seine Fantasie beflügelt haben, mit einer frechen Cyberpunk-Pixelwelt und einem Soundtrack aus Hardware-Synths, Metal und Industrial. In gewisser Weise sorgte die Entscheidung, Katzen als Figuren zu nehmen, auch für einen witzigen Kontrast. „Sebastian Vasselbring, der Zeichner, der alle Level-Kacheln gezeichnet hat, ist ein großer Katzenfan“, fügt Arron hinzu. „Also haben wir beschlossen, die Figuren zu Tieren statt zu Menschen zu machen, weil er die Altersfreigabe trotz all der Gewalt im Spiel ein bisschen niedriger halten wollte!“

Darüber hinaus bietet das Spiel eine beachtlich große Auswahl an Katzenhelden, die man freischalten und dem eigenen Team hinzufügen kann. Es ist sehr wichtig weitere Helden zu sammeln, denn durch die Roguelite-Elemente von Clawpunk gilt: Ein Held, der stirbt, ist für den Rest eines Durchlaufs verloren. Zu Beginn startet man mit nur einem Katzenhelden, doch im Laufe mehrerer Durchläufe schaltet man immer mehr, insgesamt bis zu neun Helden frei, denn das bedeutet natürlich, dass man neun Leben hat.
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Diese Designentscheidung stellte jedoch eine Herausforderung dar, als es darum ging, eine sinnvolle Auswahl verschiedenartiger Katzenhelden zu schaffen. „Wir haben entschieden, dass die ersten drei oder vier sich im Verhalten ähneln sollen, aber die späteren wollten wir deutlich extremer gestalten“, sagt Arron.

Basierend auf einer kürzlich gespielten Demo, in der ein Drittel der Helden verfügbar war, zeigt sich eindeutig die Vielfalt sowohl im Design jeder Katze als auch in ihrem Spielstil. Dash ist mit seinem Schwert zwar schnell, verursacht aber nicht viel Schaden, während Buck langsam ist, dafür jedoch einen Vorschlaghammer schwingt, der Flächenschaden austeilt, der so wuchtig ist wie sein schottischer Akzent. Haxx hingegen ist völlig anders und benutzt einen Rollstuhl, mit dem er Gegner anrempeln, aber selbst auch durch die Luft fliegen kann. Arron gibt einen kleinen Vorgeschmack auf weitere Mitglieder des finalen Line-ups: Candy nutzt eine Peitsche für Angriffe aus der Distanz, Jinx schwebt auf einem Hoverboard und feuert Psychostöße ab, während Larry ununterbrochen auf einem Pogostick herumhüpft.

„Einige dieser Charaktere wird man mögen, andere eben nicht“, sagt er. „Und das ist völlig in Ordnung, denn genau das ist der Punkt. Wenn man dann die anderen Charaktere spielt, ergibt das alles Sinn.“

Diese Vielfalt brachte ein weiteres Problem mit sich: Startet man einen Durchlauf mit seiner Lieblingskatze und muss am Ende mit der unbeliebtesten um das Überleben kämpfen? Oder hebt man sich die beste bis zum Schluss auf? Man muss außerdem die Umgebungen der fünf Zonen des Spiels berücksichtigen und darauf achten, wie sie zu den Spielstilen der einzelnen Katzen passen. 

„Man kann von Anfang an in den Wäldern, der Kanalisation, der Baustelle und dem Schrottplatz spielen, und der Schwierigkeitsgrad passt sich entsprechend an“, erklärt Arron. „Wenn man sich also entscheidet, den Schrottplatz zuerst zu spielen, entspricht das dem ersten Level. Spielt man ihn aber als Letztes, bekommt man die schwierigste Version mit mehr Gegnern, mehr Fallen und einigen Überraschungen, die nur auf höheren Schwierigkeitsgraden auftauchen.“
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Wenn man jedoch lieber bei einer Lieblingskatze bleiben möchte, kann man im Ironcat-Modus spielen: Dabei steuert man einen Katzenhelden mit neun Leben, aber der Schwierigkeitsgrad ist auf das Maximum gesetzt. Um das Ganze etwas leichter zu machen, gibt es während eines Durchlaufs mehr Möglichkeiten, Lebenspunkte wiederherzustellen, wobei man letztlich das Kartensystem des Spiels nutzen muss, um sich zusätzliche Vorteile zu verschaffen. Mit Chaos Coins, (einer permanenten Währung, mit der sich auch weitere Katzenhelden freischalten lassen), durch Schatztruhen, oder auf andere Art und Weise freigeschaltet, kann man Modifikatoren erhalten. Da man bis zu drei Karten ausrüsten kann, lassen sich deren Effekte auch kombinieren und eröffnen so interessante neue Möglichkeiten.

„Mit einer Karte kann man Streubomben benutzen, die eine Granate in fünf weitere aufteilt. Kombiniert man diese Karte mit einer anderen Karte, die zwei Granaten gleichzeitig werfen lässt, und einer weiteren, die einen immun gegen die eigenen Explosionen macht, ergibt das eine echte Killer-Kombo“, erklärt Arron als Beispiel. Es war uns sehr wichtig, von Anfang an darüber nachzudenken, wie sich die Karten stapeln und kombinieren lassen, um unvorhersehbare und richtig spaßige Gameplay-Momente zu schaffen.

Es gibt zwei zentrale Einflüsse auf das Gameplay von Clawpunk. Von Minecraft übernimmt das Spiel die Freiheit, sich durch das Gelände zu pflügen, denn das Ziel ist es, sich durch vollständig zerstörbare Umgebungen bis zum Ausgang am unteren Ende durchzukämpfen, um ins nächste Level zu gelangen. Die andere bedeutende Inspiration war die Neuauflage von DOOM, die 2016 von id Software veröffentlicht wurde.

„Ich bin mit dem originalen DOOM aufgewachsen, aber als DOOM 2016 erschien, entwickelten sie das Konzept des ‚Push-Forward‘-Gameplays, über das einer der leitenden Designer Jahre zuvor auf der GDC gesprochen hatte, also die Idee, dass sich Spieler überlegen fühlen sollen, indem sie ohne Angst vor Konsequenzen direkt ins Geschehen stürmen und dafür größere Belohnungen erhalten“, sagt Arron. „Später habe ich angefangen, einen Prototyp zu entwickeln, der dieses Konzept in einem kleineren und einfacheren Rahmen umgesetzt hat.“
Ss 4a5eaacc7c2d3cc746ed95fed863e5ba01696be7Bei Clawpunk ist der Drang vorwärts zu kommen wohl wörtlicher zu verstehen als bei DOOM oder anderen Actionspielen, die einen meist in einem Raum festhalten, bis alle gespawnten Feinde besiegt sind. Während man im Gelände gräbt, es zerschlägt und in die Luft jagt, kann man durch Lücken nach unten fallen, viele Gefahren überspringen und sich direkt zum Ausgang bewegen. Diese Strategie ist genauso gut wie die, alle Feinde, denen du begegnest, zu besiegen. Außerdem wird man anhand der besiegten Feinde, des erlittenen (oder vermiedenen) Schadens, der Kombos und des verursachten Chaos bewertet.

In den Spieltests beobachtet Arron, dass manche Spieler alles auf ihrem Weg zerstören, während andere einfach mit Höchsttempo durch die Level rasen–  beides Spielstile, die er befürwortet, obwohl es auch Anreize gibt, das Ganze etwas ausgewogener anzugehen. Wenn man ein Level mit dem S-Rang beendet, wird man mit besonders mächtigen Karten belohnt, aber man sollte auch auf seinen Notoritätswert achten.

„Die Gang wird in der Spielwelt von schwebenden Fernsehern und Kameras verfolgt. Wenn man diese zerstört, verliert der Gegner die Fähigkeit, einen zu verfolgen, während sich gleichzeitig die Chaosleiste füllt und der Notoritätswert sinkt“, erklärt Arron. „Wenn der Notoritätswert steigt, weil man zu oft direkt nach unten durchbricht, werden die Höllenhunde gespawnt. Bis man eine Fahndungsstufe von fünf Sternen erreicht, sollte man sich unbedingt Gedanken machen, wie man seinen Notoritätswert wieder senken kann.“
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Andererseits will man die Höllenhunde manchmal absichtlich anlocken, da diese fast mit Mini-Bossen gleichzusetzen sind und daher eine große Chance besteht, dass sie eine seltene und mächtige Waffe fallen lassen. Es gibt also wirklich kein richtig oder falsch, wie man einen Durchlauf angeht. 

„In den Playtests habe ich manchmal gedacht: ‚Du spielst diese Katze völlig falsch‘, aber für die Spieler ist es genau richtig, und ich glaube, das ist die beste Sichtweise darauf“, sagt Arron. „Die Spieler wählen ihre Favoriten und schaffen es, bestimmte Aspekte des Spiels mit ihrem eigenen Spielstil und dem Charakter zu meistern, der für sie am besten passt. „Diese Unvorhersehbarkeit ist einfach faszinierend, und es fühlt sich an, als würden die Spieler wirklich selbst die Kontrolle übernehmen.“

Clawpunk ist ab dem 14. November im Epic Games Store erhältlich.