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Crime Boss: Rockay City – vom Shooter zur Verbrechenssimulation

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Brian Crecente
20. Jan. 2023

„Habt ihr diese Besetzung gesehen? Das Spiel hat eine unglaubliche Besetzung. Kim Basinger, mit der ich in The Getaway zusammengearbeitet habe, Michael Rooker, Danny Trejo und Danny Glover. Das sind wirklich gute Schauspieler, eine fantastische Besetzung – ich glaube nicht, dass viele Spiele mit einer vergleichbaren Besetzung aufwarten können. Chuck Norris, Kim Basinger, Danny Trejo, Danny Glover und – meine Güte – Vanilla Ice – seht euch bloß die Namen an. Wir kennen sie alle und sie haben ihren Charakteren wirklich viel gegeben. Ich will die Geschichte nicht verraten, aber es hat wirklich Spaß gemacht! Es sind eine Menge tolle Charaktere und sie verfügen über eine breite Palette von Emotionen, die sie in ein Spiel miteinbringen können.“
Aus dem Mund von Michael Madsen, der häufig mit Quentin Tarantino zusammengearbeitet hat (als Mr. Blonde in Reservoir Dogs, Budd in Kill Bill oder Joe Gage in The Hateful 8) ist das ein Kompliment.

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Madsen
Aber selbst wenn man die glitzernde Verpackung der eindrucksvollen Besetzung von Crime Boss: Rockay City wegrechnet, bleibt ein Spiel, in dem das taktische Gameplay von Counter-Strike mit einer fesselnden Simulation des organisierten Verbrechens verschmilzt.
Es geht dabei um mehr als eine hektische Reihe gemeinsamer Überfälle – das Spiel bietet auch einen umfangreichen Einzelspielermodus, in dem die Spieler in ihren Kämpfen nach und nach, Viertel um Viertel, eine fiktive Stadt im Florida der 90er Jahre unter ihre Kontrolle bringen.
In diesem Einzelspielermodus müsst ihr Geld verwalten, Hehlerware verschieben, eure Bande aufbauen und organisieren, Territorium verteidigen, rivalisierende Bosse ausschalten und – gut – eben auch gelegentlich größere Raubüberfälle abziehen.

Verteidiger der Krone

Hinter der Verwandlung von Crime Boss: Rockay City von einem einfachen Raubüberfall-Spiel zu einem Titel des organisierten Verbrechens stand der Wunsch, das Genre weiterzuentwickeln, und die Inspiration durch einen unwahrscheinlichen Klassiker der 80er Jahre, so Jarek Kolář, CEO des Entwicklers INGAME STUDIOS.
„Eines meiner Lieblingsspiele ist Defender of the Crown“, so Kolář. „Damals galt es wirklich als ein Kinoerlebnis, bei dem man das Leben eines Lords im mittelalterlichen England nachempfinden konnte.
Ich liebte es, vor meinem Computer zu sitzen und darum zu kämpfen, die ganze Karte zu erobern. Es gab immer wieder unterschiedliche Ereignisse und alles Mögliche konnte passieren. Das Spiel dauerte ein paar Stunden und es machte Spaß. Man spielte es einmal und dann noch einmal und immer wieder und wieder.“

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Attack
Besonders war Kolář von diesem Spiel aus den 80er Jahren beeindruckt, weil es so einfach zu spielen war – es war zwar ein strategisches Spiel, aber nicht übermäßig komplex. Das wollte das Team auch bei Crime Boss erreichen.
„Wir haben zwar eine strategische Komponente, aber wir versuchen wirklich, Rücksicht auf die Egoshooter-Fans zu nehmen, die auf das Micromanagement von Ressourcen gerne verzichten. Bei unserem Spiel geht es vor allem ums Schießen. Strategische Planung ist zwar in gewissem Umfang vorhanden, aber im Grunde vor allem, um einen Kontext für die Aktionen zu liefern.“

Crime Boss

Im Einzelspielermodus von Crime Boss müsst ihr die Viertel der Stadt unter eure Kontrolle bringen, rivalisierende Bosse ausschalten und der titelgebende Verbrecherboss der Stadt und des Spiels werden.
Das Gameplay besteht aus zwei Hauptelementen: Einerseits müsst ihr bei dem Versuch, euer Imperium zu erweitern, strategisch vorgehen, und andererseits erwartet euch die Action der Egoshooter-Missionen. Das Spiel ist auch in Tage unterteilt. Irgendwann gehen euch entweder die Aufgaben aus oder die Leute, die ihr dafür braucht. Dann müsst ihr den Tag beschließen und ein neuer Tag erwartet euch.
Während sich das Spielgeschehen auf euren Missionen an vielen verschiedenen Schauplätzen der Stadt entwickelt, findet ein Großteil des strategischen Ansatzes in euren Büros statt. 
Dort entstehen langfristige Pläne für die Ereignisse, die sich schließlich in spielbare Missionen verwandeln. Ihr könnt einzelne Mitglieder für eure Bande anheuern und einkleiden, Schläger trainieren, die das Gros eurer Armee ausmachen, gestohlene Waren verhökern und – sehr wichtig – über einer Karte Strategien entwerfen.

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Alley
Auf der Karte, die in verschiedenen Farben zeigt, welche Bosse welche Gebiete besitzen, findet ihr Optionen, um Viertel unter eure Kontrolle zu bringen, Diebstähle, Einbrüche oder Überfälle zu begehen sowie neue Mitglieder zu rekrutieren. Fast alle Optionen auf der Karte verwandeln sich in Missionen – und die müsst ihr planen, indem ihr ein Team zusammenstellt und es bewaffnet.
Wenn es dann zur Sache geht, seid ihr auf eurer Mission und bemüht euch, eure Ziele erreichen, um letztendlich die Macht und Größe eures kriminellen Imperiums auszuweiten. Wichtig ist: Der Anführer Travis Baker (gesprochen von Madsen) muss nicht unbedingt bei allen Missionen dabeisein. Tatsächlich warnt euch das Spiel sogar davor, ihn zu benutzen, obwohl er ein hochkarätiger Charakter ist. Wenn er stirbt, ist das Spiel zu Ende. Ihr könnt also wie auf vieles andere im Spiel auch Einfluss auf das Risiko nehmen, das ihr bei einer Mission eingeht.
Das Gleiche gilt für eure Entscheidungen bei der Ausrüstung und der Größe des Teams. Wenn ihr ein paar Leute zurücklasst, könnt ihr an dem bestimmten Tag mehr Raubüberfälle durchziehen, aber gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schiefläuft. Wenn ihr mit der versammelten Mannschaft ausrückt, bleibt niemand für den Schaufenstereinbruch übrig, mit dem ihr schon länger geliebäugelt habt.
Außerdem sucht ihr auf der Karte aus, wo und wie ihr euch ausbreitet bzw. es zumindest versucht. Und während ihr größer und erfolgreicher werdet, beginnt ihr gleichzeitig, mehr Aufmerksamkeit auf euch zu ziehen.

Wiederspielbarkeit

Dank des strategischen Aspekts konnte das Team das Spiel offener gestalten und den Spielern die Möglichkeit bieten, selbst die Art und Reihenfolge der Missionen zu wählen, die sie annehmen wollen. Das trägt auch zur Wiederspielbarkeit des Spiels bei.
"„Wir wollten den Spielern bei jedem Durchgang eine neue Konstellation präsentieren“, so Kolář. „Die Ausgangsposition in der Stadt unterscheidet sich ein wenig, die Gebiete der Gegner sind etwas anders und auch die verfügbaren Missionen sind nicht immer gleich.“
Um diesen Ansatz zu verwirklichen, entwickelte das Studio eine Reihe von Handlungssträngen, die passend zu eurem jeweiligen Spieldurchgang zufällig auftreten. 
„Je nachdem was ihr getan habt, wie viel Geld ihr besitzt oder welche Entscheidungen ihr getroffen habt, können bestimmte Handlungsstränge erscheinen“, erklärt Kolář. „Und diese bieten wieder neue Entscheidungen. Das bedeutet, dass es einige Missionen gibt, die erfüllt werden müssen und auf deren Ergebnis die weiteren Handlungsstränge beruhen.“
Ein Beispiel: Wenn ihr bestimmte Leute in eurem Team habt, erwähnen sie vielleicht eine bestimmte Gelegenheit. Aber um diese größere Mission zu erfüllen, müsst ihr erst einige kleinere Missionen abschließen, die euch zu einem richtig schwierigen oder großen Raubüberfall führen könnten.

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Dock
„Aber den sieht man vielleicht gar nicht“, so Kolář. „Wir müssen diese Mission ja nicht bei jedem Spieldurchgang anbieten. Und wenn sie erscheint, könnte sie misslingen. Wenn man sie doch erfolgreich abschließt, hat man plötzlich 10 Millionen Dollar und das Spiel entwickelt sich anders. Das heißt aber nicht, dass man gewinnt. Es gibt immer noch jede Menge Probleme, zum Beispiel die anderen Verbrecherbosse oder der Sheriff, die es auf einen abgesehen haben. Obwohl man diesen dicken Batzen Geld hat, ist man niemals sicher. Es gibt keine Garantie dafür, dass man das Spiel erfolgreich beendet. 
"Die Idee dabei ist, dass all das immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen auftreten kann. Wir versuchen, die Wiederholung zu vermeiden, auf die man in manchen Spielen stößt. Es ist eher wie ein Multiplayer-Level, wie in Counter-Strike, oder vielleicht lässt es sich eher mit einem kleinen Event in einem Open-World-Spiel vergleichen, bei dem man ein paar Minuten spielt, etwas erledigt und dann wieder in seine Basis zurückkehrt, um die nächste Entscheidung zu treffen.“
Kolář wollte zwar nicht verraten, wie viele verschiedene Missionstypen und Handlungsstränge es gibt, aber er sagte, dass „mehrere“ umfangreiche Storylines mit einem großen Raubüberfall enden. Auch kleine Überfälle gibt es überall in der Stadt, die für reichlich Abwechslung bei den Konstellationen für die Missionen und Karten sorgen. 
Die Level selbst, fügt er hinzu, bestehen aus Elementen, die wie Bausteine zusammengefügt sind. Und wenn sie auch nicht vollständig prozedural generiert werden, sind sie doch zu einem gewissen Grad zufällig.

Endgültiger Tod (Permadeath)

Der Mehrspielermodus verleiht eurem Spiel zudem eine erstaunliche Beständigkeit: Ihr könnt sterben, wichtige Charaktere verlieren oder auch das ganze Spiel verlieren. Kolář erklärt, dass dies dem Spiel eine gewisse Bedrohlichkeit verleiht.
„Was mir an den aktuellen Shootern oder Spielen mit einer linearen Geschichte nicht gefällt, ist, dass sie wie auf Schienen verlaufen“, sagt er. „Es gibt Speicherpunkte. Man weiß, dass man scheitern kann, und das Spiel versetzt einen dann einfach ein paar Minuten zurück. Man muss sich also um rein gar nichts Sorgen machen.“
Die Spieler kriechen also mit winzigen Schritten und extremer Vorsicht durch einen Level, bis sie irgendwann den nächsten Speicherpunkt erreicht haben. Aber in einem Spiel wie Counter-Strike hat man das Spiel verloren, wenn man stirbt. Es ist die Spannung, die sich aus dem endgültigen Tod ergibt, die Battle-Royale-Spiele so beliebt macht. 

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Shoot
„Diese Spannung wollten wir unbedingt in den Einzelspielermodus übertragen – und das ist bei modernen Spielen nicht unbedingt üblich“, sagt Kolář. „Und meiner Meinung nach funktioniert das wirklich gut. Selbst bei einer relativ einfachen Mission oder einem kleinen Raubüberfall, wo sich alles schnell und ohne große Schießereien erledigen lässt, ist man froh, dass niemand gestorben ist. Wenn es andererseits zu schwierig wird, hat man vermutlich den falschen Mann geschickt. Vielleicht gibt es nicht genug erfahrene Leute oder man hat sich an eine zu schwierige Aufgabe herangewagt, für die man noch nicht bereit war. Das nächste Mal agiert man daher vielleicht etwas cleverer. Aber man muss die Konsequenzen tragen.
Das ist für uns das Faszinierende daran. Diese Endgültigkeit von Ursache und Wirkung sorgt dafür, dass man sich ständig Sorgen um seine Leute und alles andere macht.“

Vom Shooter zur Verbrecher-Sim

Auch wenn es die Simulation des organisierten Verbrechens in der Einzelspielerkampagne ist, die Crime Boss: Rockay City von anderen Raubüberfall-Shootern abhebt, war sie im ursprünglichen Konzept für das Spiel noch gar nicht vorgesehen, so Kolář.
„Die Idee war ein Shooter mit Koop-Mehrspieler, in dem es um Raubüberfälle und sonstige kriminelle Aktivitäten geht“, sagt Kolář. 
Aber Kolář und einige andere Leute im Team hatten an der Mafia-Reihe mitgearbeitet und spielten mit der Idee, etwas davon in das frühe Konzept des Spiels einfließen zu lassen.
„Das Konzept des organisierten Verbrechen und was man damit machen kann, lag uns sozusagen schon im Blut“, sagt er. „Und es war uns wirklich wichtig, es gleichzeitig mit der Mehrspielerkomponente weiterzuentwickeln, die völlig anders war als bei den Mafia-Spielen. Mit der Zeit nahm die Idee Gestalt an und es wurde zum Aufbau eines Imperiums, aber nicht auf eine lineare Spielweise, sondern als etwas, das bei jedem Durchgang anders sein würde. Wie ein Simulator, der das Leben eines Verbrecherbosses nachstellt – man lebt sein Leben und je nachdem, wie man sich entscheidet, entwickelt es sich zum Guten oder zum Schlechten. Das Ergebnis hängt dabei vom Spieler ab und nicht von einem Designer, der das Spiel gestaltet hat.“
Bald wurde der Einzelspielermodus zum eigentlichen Schwerpunkt des Spiels. Und der Mehrspielermodus entwickelte sich zu einer Art kooperativem Partyspiel, bei dem sich die Spieler verbünden können, um gemeinsam Missionen zu erfüllen. Was sie dabei erreichen, wirkt sich aber nicht auf den Einzelspielermodus aus.

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Vault
Im Kern bleibt Crime Boss: Rockay City nach wie vor ein echter Shooter. Da das Spiel aber vor allem im Einzelspielermodus eine taktische Herangehensweise erfordert, kann man die Missionen leichter abschließen, selbst wenn man kein Egoshooter-Spezialist ist, versichert Kolář.
„Die Grundidee ist, dass man gewisse Ressourcen investieren muss, um diese Missionen spielen zu können“, sagt er. „Die eigene Effizienz hängt also davon ab, wie gut man ist. Wenn man bei Egoshootern nicht so gut ist, muss man vielleicht mehr Leute losschicken, was etwas mehr Geld kostet und damit wiederum den Fortschritt bremst. Aber diese Leute helfen. Sehr gute Spieler können diese Missionen andererseits auch allein oder mit nur einem Charakter erledigen.“
Ihr habt also praktisch selbst die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad eurer Missionen zu regeln. Das hat seinen Preis und natürlich besteht auch das Risiko, dass ihr es vermasselt und das Spiel dann zu Ende ist.
In der Praxis funktioniert das System wirklich gut. Am Anfang müsst ihr euch entscheiden, wie ihr euer Team zusammenstellt und bewaffnet. Jeder der angeheuerten Charaktere hat eigene Fähigkeiten und Probleme. Irgendwann könnt ihr den Schwarzmarkt freischalten, auf dem ihr sogar bessere Waffen für eure Leute kaufen könnt.
Bei einem Raubüberfall habt ihr beispielsweise verschiedene Möglichkeiten, das Ziel zu erreichen und euch die Beute zu schnappen. Ihr könnt einfach reinstürmen, wild um euch ballern und dreist alles einsacken. Dann habt ihr allerdings sehr schnell unzählige Wellen von immer härteren Polizisten auf dem Hals. Ihr könnt aber auch versuchen, die Mission möglichst unbemerkt durchzuziehen, indem ihr Schlösser knackt, Kameras meidet und patrouillierenden Wachen aus dem Weg geht.
Und wenn ihr Teammitglieder verliert, sind sie natürlich endgültig verloren, genau wie ihre Waffen. 

Die Besetzung, das Jahrzehnt

Es gibt zwei Dinge, die euch bei Crime Boss wahrscheinlich gleich auffallen werden: Zum einen spielt es in einer fiktiven Stadt in Florida, die Mitte der 90er Jahre das „Kronjuwel“ des Bundesstaates darstellt, und zum anderen hat es eine Besetzung, die der grandiosesten Popkultur des Jahrzehnts entsprungen zu sein scheint.
„Die Actionfilme aus dieser Epoche waren ein bisschen überzogen“, sagt Kolář. „Wenn man sich anschaute, was diese Actionhelden alles veranstalteten, musste man einfach grinsen. Außerdem war die Technologie noch nicht so weit fortgeschritten. Es gab bereits einige Handys, aber sie sahen aus wie riesige Ziegelsteine. Und die Computer sahen aus wie große Schreibmaschinen. 
Damals ging es richtig lustig zu. Und das spiegelt sich auch in den Filmen wider. Die Besetzung entspricht also genau den Charakteren, Filmen und Stereotypen aus dieser Zeit.“
Wenn man sich die Besetzung des Spiels ansieht, musste Crime Boss einfach in den 90ern spielen, als diese Stars in Film und Fernsehen den Ton angaben.
Zur Besetzung gehören Michael Rooker, Kim Basinger, Danny Glover, Danny Trejo, Vanilla Ice und Michael Madsen als angehender neuer Verbrecherboss des Spiels.
Das Casting erfolgte aber erst, nachdem bereits ein großer Teil des Spiels ausgearbeitet war, so Kolář. Da die Geschichte kein festes Ende hat, war sie schließlich relativ einfach: Der herrschende Verbrecherboss der Stadt wird ermordet und hinterlässt eine Lücke, die jemand ausfüllen muss – und das löst eine Art Krieg um die Vorherrschaft im Verbrechermilieu aus.
„Wir entwickelten das Gameplay, die Missionen und die Aufgaben, die in der Stadt zu erledigen sind, und dann entfaltete sich die Geschichte entsprechend der Möglichkeiten der Schauspieler“, sagt er. „Tatsächlich sind viele dieser Zwischensequenzen und Dialoge in Zusammenarbeit mit den Schauspielern entstanden. Sie kannten ihre Rollen in- und auswendig. Wir erklärten ihnen also, was in einer Szene passieren sollte, und dann durften sie improvisieren, schauspielern und sich austoben.“
Auch in Bezug auf das Wie und Wo bei den Sprachaufnahmen mussten sie etwas flexibel sein. Zum Beispiel fuhr das Team zur Farm von Chuck Norris, um seinen Text dort aufzunehmen.

Crime Boss Rockay City Evolution From Shooter To Crime Sim Norris​​​​​​​
Kolář bat Madsen, in einige seiner früheren ikonischen Rollen zu schlüpfen, vor allem waren das Mr. Blonde und Bud aus Kill Bill.
„Die Anweisung, sich in diese Charaktere hineinzuversetzen, war grandios – beide sind Kultfiguren und die Leute lieben und kennen sie. Es war genial, Travis mit ihren Wesenszügen Leben einzuhauchen“, so Madsen. „Die beiden haben verschiedene dunkle, interessante Seiten, die sich vertiefen lassen. Sie haben aus mir als Schauspieler das Beste herausgeholt. Es hat Spaß gemacht, zu ihnen zurückzureisen und Travis Baker zu einer dieser kultigen Rollen zu machen. Spiele und Filme, das ist ja heutzutage praktisch dasselbe. Es spricht nichts dagegen, dass ein Charakter aus einem Spiel ein genauso großes Vermächtnis hat wie eine Figur auf der Leinwand.“
Madsen fand das sehr befreiend, vor allem, weil die Dialoge seines Charakters nicht fest vorgegeben waren.
„Bei der Sprachaufnahme konnte ich ein bisschen improvisieren“, fügte er hinzu. „Ich mache das schon ziemlich lange und es ist für mich ganz natürlich, ein paar eigene Zeilen zu erfinden. Das war cool. Es war ein Privileg, diese Möglichkeit in diesem Spiel zu haben. Normalerweise ist so etwas bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Bei diesem Spiel stehen jedoch Charaktere mit echten Geschichten im Mittelpunkt und darum war es wichtig, Travis menschlich darzustellen, um seine Persönlichkeit zu entwickeln. Ich habe so viel wie möglich von meiner eigenen Erfahrung aus Filmen eingebracht. Da konnte ich aus dem Vollen schöpfen!“
Das lag vor allem an seiner legendären Stimme, die Madsen nach seinen eigenen Worten half, seinen Sprachaufnahmen Ausdruck zu geben.
„Wenn man sich mit seinem Text identifiziert, ich meine, wenn man sich wirklich damit identifiziert und das Skript gut ist, spürt man, wie der Charakter lebendig wird“, sagte er. „Eine gute Regie und ein hervorragendes Skript sind beim Schauspielern einfach wesentlich. Man merkt es sofort, wenn ein Schauspieler bei der Vertonung nicht wirklich seine Rolle lebt – und wenn ich so etwas höre, nervt mich das gewaltig. Es gibt viele Synchronsprecher und Vertonungen für eine Menge von Produkten, die viel besser hätten sein können. Ich kann nur das tun, was ich kann, aber zum Glück ist Crime Boss wie ein Film, und das war sehr hilfreich.“
Weiter sagte Madsen, dass er sich bei der Arbeit an einem Spiel besser auf seine schauspielerische Leistung konzentrieren kann. Gewöhnlich wird man bei der Arbeit an einem Film von vielen anderen Dingen abgelenkt.
„Es ist ganz und gar nicht dasselbe, wie an einem Film zu arbeiten“, sagte er. „Ich muss mich nicht rasieren oder stundenlang in Make-up und Kostüm herumsitzen – es geht nur um das Schauspielern selbst. Nur um das Schauspielern. Es gab keine Krücken, keine Requisiten oder Prothesen, nur die reine Schauspielerei. Das ist eine schöne Art, den Tag zu verbringen, und es kann sehr viel Spaß machen. Ich habe mich jedes Mal darauf gefreut, vor das Mikrofon zu treten und mit den Texten des Teams zu improvisieren. Crime Boss ist wahrscheinlich das beste Spiel, das ich jemals gemacht habe. Es war die beste Synchronisation, die ich je gemacht habe.“
Crime Boss: Rockay City kommt am 28. März in den Epic Games Store. Am Tag der Veröffentlichung gibt es bis zum Mittag 20 % Rabatt.