
Dark and Darker angespielt: Alles, was ihr über den Extraction-Dungeon-Crawler wissen müsst

Dark and Darker ist manchmal brutal unfair. Es handelt sich zwar um einen Extraction-Shooter, doch ihr kämpft in der mittelalterlichen Rüstung eines Fantasy-Dungeon-Crawlers. Das Spiel erscheint demnächst im Epic Games Store, ihr es könnt aber schon jetzt über die offizielle Website von Dark and Darker spielen. Kürzlich habe ich etwas Zeit damit verbracht – hier erfahrt ihr, was man in den Tiefen auf der Flucht vor Monstern und anderen Spielern erleben kann.
Voller Hoffnung, aber ansonsten ohne die geringste Ausrüstung, spawnte ich auf der Karte und stolperte gleich über einen Raum voller Truhen und Beute. Eine Unmenge von Helmen, Rüstungen, Münzen und anderen Schätzen lag verstreut herum – weitaus mehr, als in mein Inventar passte. So viele wertvolle Gegenstände so früh im Spiel waren natürlich ein willkommener Start, allerdings war da noch ein gewisses Problem: Ich musste lebendig entkommen.
Nur Sekunden nachdem ich den Raum verlassen hatte, entdeckte ich am Fuß einer Treppe einen anderen Spieler. Völlig von meinem fantastischen Fund berauscht drosch ich auf ihn ein, musste aber feststellen, dass er genauso dürftig ausgerüstet war, wie ich selbst im allerersten Moment. Aber ich war noch am Leben – mit Betonung auf „noch“ – und konnte weiter nach einem Ausweg durch eines der Portale suchen, die zufällig auf der Karte erscheinen. Dank verschiedentlicher Treffer von irgendwelchen Ungeheuern schwand meine Gesundheit langsam aber sicher dahin und ich war dem Tod irgendwann sehr nahe,
als ich endlich den süßen Klang von Sicherheit vernahm. Das Geräusch eines Portals, das sich materialisierte.
Ich bog um eine Ecke und da stand er – der Grabstein, mit dem ich interagieren musste, um das Portal zu öffnen und mitsamt meiner Beute zu entkommen. Aufgeregt rannte ich auf ihn zu, wobei ich leider die Stacheln im Boden übersah. Nur wenige Schritte von der Sicherheit entfernt besiegelte das Klirren von Metall meinen Untergang und mein großer Barbarenbursche taumelte zu Boden. Seine Beine hatten die brutalen Spitzen nicht überstanden. Meine tolle Beute war futsch und mein einziger Trost war, dass vielleicht ein anderer Abenteurer bei dem Versuch, meinen Kadaver zu plündern, Opfer derselben Falle werden würde.

Das ist die grausame Realität von Dark and Darker, einem Spiel, das Frust und Ärger verspricht – und doch immer wieder zu einem weiteren Lauf durch die Dungeons verlockt, in der Hoffnung, auf fantastische Beute zu stoßen und damit zu entkommen. Eine Minute später hatte ich mich schon wieder beruhigt und war erneut unterwegs, durchwühlte Truhen und prügelte auf Goblins ein.
Als Dark and Darker im vorigen Jahr auftauchte, erfreute sich die frühe Demo großer Beliebtheit. Die Aufmachung als mittelalterliches Fantasy-Spiel war (damals) eine willkommene Neuerung für das populäre Extraction-Genre und obwohl die Demo relativ dürftig bestückt war, weckte sie sofort Begeisterung. Aufgrund juristischer Probleme verschwand der Titel kurzzeitig von der Bildfläche, doch jetzt ist er mit einer Menge neuer Inhalte zurück und wurde zudem in der Zwischenzeit so aufpoliert, dass er sich deutlich besser spielt als zuvor.
Beim Kern-Gameplay von Dark and Darker gab es keine wesentlichen Änderungen. Zunächst wählt ihr unter einer Reihe von Klassen, die Fantasy-Fans wohlbekannt sein dürften: Es gibt hünenhafte Barbaren, Zauberer, Barden und dergleichen mehr. Anschließend erwacht ihr in einem der vielen mit Beute gefüllten Dungeons. Dort müsst ihr euch mit diversen KI-Fieslingen anlegen (die selbst anständige Beute zu bieten haben), um euch besagte Schätze unter den Nagel zu reißen, oder ihr macht Jagd auf andere Spieler, um sie um ihren Besitz zu erleichtern, sei es Beute, die sie selbst gerade erst gefunden haben, oder Ausrüstung, die sie in den Dungeon mitgebracht haben. Sobald ihr mit eurer Beute zufrieden seid, müsst ihr nur noch ein Ausgangsportal finden und entkommen. So beschrieben klingt das ziemlich simpel.
Dark and Darker ist jedoch sehr gewachsen. Es verfügt nun über eine Vielzahl von Fertigkeiten und Zaubern, sodass selbst die einfachsten Klassen eine Menge Abwechslung bieten. Beispielsweise kann der „Wizard“ unter 13 verschiedenen Zaubern wählen, von einer strahlenden Sphäre (die ihm den Weg erleuchtet) bis hin zu einer Explosion, die wie eine Art Haftmine funktioniert – es gibt sogar einen Zauber, der Türen verriegelt, um Verfolger abzuhängen.
Der „Warlock“ arbeitet mit einer völlig anderen Methode, bei der es darum geht, Feinde aufzuspüren, sie vor einem Kampf zu schwächen und dann Schergen zu beschwören, die für ihn die schmutzige Arbeit erledigen. Diese sehr unterschiedlichen Spielstile sorgen in Dark and Darker für mehr Vielfalt und steigern den Wiederspielwert. Dasselbe gilt für die Waffenoptionen, die verfügbar sind, sobald ihr euch für eine Klasse entschieden habt. Ihr habt also weitaus mehr Möglichkeiten als nur einen massiven Schwertkämpfer, einen Bogenschützen oder einen Magier, der Feuerkugeln schleudert.
Auch die Karten bieten mehr Abwechslung, außerdem gibt es Quests, die euch mit echten Zielen versorgen, und ihr könnt mehr mit eurer wertvollen Beute anfangen. Aber es ist nicht einfach nur mehr von allem. Die ursprünglichen Inhalte von Dark and Darker wurde ebenfalls aufpoliert. Beispielsweise wurden die Kämpfe flüssiger gemacht und das Gesamterlebnis erheblich verbessert.

Sobald ihr mutiger werdet – habt Geduld, die Angst, eure hart erarbeitete Ausrüstung zu verlieren, will überwunden werden –, könnt ihr euch in tiefere Ebenen des Dungeons wagen, wo stärkere Gegner lauern und bessere Beute wartet. Dort zeigt Dark and Darker, was in ihm steckt: In den Kämpfen reicht es nicht mehr, wild um sich zu schlagen, was bei schwächeren Spielern und KI-Gegnern allgemein genügt, sondern ihr müsst auf eure Positionierung achten, listig spielen und eure Fähigkeiten geschickt einsetzen.
Unter Umständen dauert es eine ganze Weile, bis ihr euch stark genug fühlt, um euch hier erfolgreich zu behaupten, aber wenn ihr soweit seid, ist Dark and Darker nicht mehr frustrierend (wie beim Tod in der Stachelfalle bei meinem ersten Lauf), sondern verwandelt sich in ein lohnendes, brisantes mittelalterliches Kampfspiel. Natürlich ist es dann immer noch brutal, aber auch unglaublich befriedigend.
Übergreifende Quests bieten euch (neben der Suche nach besserer Beute) einen zusätzlichen Anreiz, in die Dungeons zurückzukehren, und Dark and Darker wird euch nicht mehr loslassen. Hinter jeder Ecke wartet eine Überraschung – das allein ist schon Anlass genug, um weiterzuspielen.
Dark and Darker landet demnächst im Epic Games Store und ihr könnt es jetzt auf eure Wunschliste setzen.