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Der Tod ist kein Ende: Wie Sifu durch Roguelikes beeinflusst wurde

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Ryan Easby
25. Apr. 2024

Sifu ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Das Spiel aus dem Jahr 2022 ist ein Beat-'em-up mit Roguelike-Elementen, bei dem Kampfkünste im Mittelpunkt stehen und das selbst für die erfahrensten Spieler eine Herausforderung ist. Wenn euer Charakter stirbt, kehrt ihr zwar mit neuen Fähigkeiten zurück, allerdings auf Kosten eurer Gesundheit – im Laufe des Spiels altert ihr sichtlich. Während ihr euch eurem Tod langsam nähert, werdet ihr immer besser, doch die eigentliche Herausforderung ist, wie stark ihr werden könnt, bevor ihr euch endgültig zu Ruhe legt.

Wir sprachen mit Jordan Layani, Creative Director von Sifu und Mitbegründer des Entwicklerstudios Sloclap, über die Inspiration zu Sifu, die Entstehung des Gameplay-Systems und wie das Spiel mithilfe von Elementen aus verschiedenen populären Roguelike-Spielen ein Beat-'em-up erschafft, das unter den Neuerscheinungen der letzten Jahre seinesgleichen sucht. 

Es ist offensichtlich, dass die Welt von Sifu stark von „Kampfkunst- und Kung-Fu-Filmen“ beeinflusst ist, während das zentrale Gameplay mit der konstanten Arbeit an den eigenen Fähigkeiten stark von dem Kampfstil Pak-Mei-Kung-Fu inspiriert ist. Der fließende Stil der Kämpfe, in denen sich die Spieler in einem wilden Tanz von einem Gegner zum nächsten voranarbeiten, könnte an die Batman: Arkham-Reihe von Rocksteady erinnern, doch Layani verweist auf andere Titel wie Metal Gear Rising: Revengeance, Bayonetta und God Hand als Quellen der Inspiration.   

„Bei der Entwicklung von Sifu war unser Ziel, die Spieler in Situationen versetzen, in denen es um Leben und Tod geht, wo bereits der kleinste Fehler das Ende bedeuten kann“, erklärt er auf die Frage, warum der Tod in diesem Spiel eine so wichtige Rolle einnimmt. „Dieser Grundgedanke machte es unvermeidlich, dass der Tod zum Spiel dazugehört. 

Der nächste Gedanke war natürlich die Wiederauferstehung, damit die Spieler zurückkehren und ihr Abenteuer fortsetzen können. Als nächsten Schritt gaben wir den Spielern die Möglichkeit, die Erfahrung zu nutzen, die sie in ihren Kämpfen gesammelt haben, um in ihrem Fertigkeitsbaum voranzuschreiten und sich zu verbessern. Der Alterungsprozess erschien uns eine gute Idee, diese gesammelte Erfahrung zu versinnbildlichen, was für die Spieler natürlich langfristig eine Herausforderung bedeutet: Wie alt kann ich werden, bevor ich nicht mehr kämpfen kann? Wie lange bleibt mir noch bis zum endgültigen ‚Game Over‘?“
Sifu – Epic Games Store – Körper 11
Wenn ihr in Sifu sterbt, könnt ihr entweder aufgeben und von vorne anfangen oder Erfahrungspunkte ausgeben und mit neuen Fähigkeiten wiederauferstehen. Allerdings verliert ihr bei jeder Wiederbelebung ein Stück eurer Gesundheitsleiste und werdet irgendwann zu einer „Glaskanone“, das heißt, ihr könnt euren Gegnern zwar unglaublichen Schaden zufügen, aber ein einziger Treffer kann euren Tod bedeuten.

Die Handlung verläuft eher linear, aber jeder Level von Sifu ist von Grund auf sorgfältig ausgearbeitet und vollgepackt mit zerbrechlichen Tischen, Wänden und anderen Objekten, mit denen ihr interagieren könnt. Wenn ihr die Level erneut spielt, erhaltet ihr außerdem Zugang zu Abkürzungen und geheimen Bereichen, sodass das Spiel mit jedem Tod auch wächst. 

Das ist etwas, das Sifu von der Konkurrenz abhebt und es möglich macht, im Laufe des Spiels mit verschiedenen Spielstilen zu experimentieren, so dass jeder Spieler ein ganz persönliches Spielerlebnis hat.

Die Frage ist, warum hat Sloclap bei so vielen verschiedenen Mechanismen, die praktisch zum Standard des Roguelike-Genres gehören, kein Roguelike aus Sifu gemacht? Laut Layani war es „niemals als reines Roguelike geplant“.

„Klar, bei jedem Game Over wird ein Teil des Charakterfortschritts zurückgesetzt, ein typisches Merkmal von Roguelike-Spielen. Aber wir wollten feste Level und Szenarien erschaffen, die nicht prozedural generiert werden“, erklärt er. „Damit wollten wir den Spielern die Möglichkeit geben, konkrete Situationen zu erfahren und zu meistern und dabei ihre Fähigkeiten und Strategien im Laufe der Zeit zu verbessern.

Unser Ziel war, einfach zu suchen, was am besten zu unserem Spiel passt, und Elemente aufzunehmen, die unsere Idee erweitern, ohne uns dabei auf eine Schublade festzulegen. Wir waren auf der Suche nach einem Gleichgewicht, das die Spieler herausfordert und ihnen gleichzeitig ein kohärentes und bereicherndes Erlebnis bietet, während es die Grundthematik der Beherrschung der Kampfkünste durch Beharrlichkeit und das Lernen aus eigenen Fehlern wiederspiegelt. 

Vor diesem Hintergrund passt es sehr gut, dass es bei Sifu um nichts anderes als um Gleichgewicht geht. Ihr müsst eure Umgebung ständig im Blick behalten, und wenn ihr gut genug seid – und mit genug Übung werdet ihr irgendwann gut genug – könnt ihr schließlich damit anfangen, Szenen aus den Filmen und Spielen perfekt nachzuahmen, die die Entwickler für dieses unvergleichliche Beat-'em-up lange und ausgiebig studiert haben. 

Sifu ist im Epic Games Store erhältlich.