Neuigkeiten

Wühlt euch in den neuen Sandbox-Modus von The Lord of the Rings: Return to Moria

J
Julian Benson
23. Apr. 2024
Meine ersten Nächte ich in den Tiefen der Minen von Moria waren kein Zuckerschlecken. Ich bereitete mir auf meinem Lagerfeuer ein paar Pilze zu, um mich anschließend zumindest bis zum Morgengrauen aufs Ohr zu hauen – man braucht gelegentlich eine Verschnaufpause von den hintertückischen Goblins, die in jedem Tunnel dieses Bergwerks lauern –, doch selbst mein unscheinbarer Lagerplatz war vor diesen Grünhäuten nicht sicher. Eine Horde schnatternder Feinde in rostigen Rüstungen und mit furchterregenden Metallstücken bewaffnet überfiel mein Lager, zerstörte meinen Essenstisch und jagte mich tiefer in die finsteren Tunnel. Erst am dritten Tag war ich soweit, dass ich meinen ersten Eisenbarren schmelzen und ernsthaft auf ein Überleben hoffen durfte.

Das Survival-Spiel The Lord of the Rings: Return to Moria war bereits zum Start im Oktober 2023 so hart wie Zwergenschwielen, aber der neue Sandbox-Modus, der mit dem letzten Update hinzugefügt wurde, legt nochmal nach. Ursprünglich führte euch die Kampagne auf einem bestimmten Weg durch die Minen, was bedeutete, dass ihr zu den Herausforderungen immer auch die Werkzeuge finden konntet, um sie zu bestehen. Diese rosigen Zeiten sind vorbei.

Eine Dosis Unbekanntes

Der neue Sandbox-Modus ist speziell für erfahrene Spieler gedacht, die eine neue Herausforderung suchen. Die Originalversion von Return to Moria enthielt zwar eine prozedurale Generierung – sämtliche Ebenen der Mine wechselten in jeder neuen Kampagne ihr Layout –, doch die Reihenfolge dieser Ebenen blieb unverändert.

„Sobald man es einmal durchgespielt hat, weiß man ungefähr, wo alles ist“, erklärt Russell Borogove, Senior Software Engineer von Free Range Games. Zuerst kamen die Westhallen mit ihren unzähligen Ruinen, dann die ätherischen Elbenwälder, danach die Steinbrüche von Moria und so weiter.
Wühlt euch in den neuen Sandbox-Modus von The Lord of the Rings: Return to Moria – Vertikal
Wenn ihr im Hauptmenü diesen neuen Modus wählt, erwartet euch eine Welt mit anderen Spielregeln. „Im Sandbox-Modus werdet ihr nach den ersten Bereichen vielleicht früher als erwartet auf sehr schwierige Gebiete stoßen“, verrät Borogove. Jedes Mal, wenn ihr in eine neue Kammer vordringt, könnt ihr dort auf die recht harmlosen Goblins der Elbenwälder treffen, aber auch auf einen Höhlentroll, der bisher nur in den Niedertiefen wild seine Keule schwang.

Als das Team mit der Arbeit am neuen Modus begann und die Regeln für die Generierung der Spielwelt lockerte, bestand eine der größten Herausforderungen darin, Welten zu erzeugen, die „nicht zu verschachtelt waren, insbesondere im Hinblick auf die vertikale Bewegung“, so Borogove. „Wir mussten mehrmals ans Reißbrett zurückkehren, bevor wir mit dem Ergebnis zufrieden waren.“

Die möglichen Gefahren sind zwar breitgefächerter und vor allem größer, doch Free Range Games ist sich sicher, dass jede der Welten abgeschlossen werden kann. So trefft ihr vielleicht auf Wände, die ihr zunächst nicht durchbrechen könnt, weil ihr dafür eine Spitzhacke aus Material benötigt, das ihr noch nicht gefunden habt. Aber es gibt immer eine Alternative, um zu eurem Ziel zu gelangen, und ihr könnt später zurückkommen, wenn ihr besser ausgerüstet seid.

Eine schärfere Klinge

Wenn ihr in diesem Update für The Lord of the Rings: Return to Moria tiefer wühlt, gibt es noch einiges mehr als nur den Sandbox-Modus zu entdecken.

„Wir haben eine Menge neue visuelle und akustische Effekte für Waffenhiebe und -schläge hinzugefügt, damit sie sich wuchtiger und eindrucksvoller anfühlen“, erklärt Design Director Michael Downing. Das sind zwar nur kosmetische Änderungen, aber sie bringen Leben in die Kämpfe und sorgen dafür, dass eure Angriffe nicht so monoton wirken. Immer denselben Schlag zu wiederholen, passt tatsächlich eher zu einer Spitzhacke als zu einem Schwert.

„Wir haben verschiedene Optionen der Steuerung und der Kamera optimiert, damit man den Gegner treffen kann“, erklärt Downing. Zum Beispiel ist es jetzt weniger wahrscheinlich, dass ihr euer Ziel verfehlt, wenn euer Zwerg einen Feind angreift – ein frustrierendes Missgeschick, wenn ihr eure begrenzte Ausdauer in einen starken Angriff investiert hattet.
Wühlt euch in den neuen Sandbox-Modus von The Lord of the Rings: Return to Moria – Kämpfe
Dank einer weiteren wichtigen Änderung könnt ihr eure spezielleren Angriffe nun öfter ausführen. „Wir haben die gegnerische KI weniger aggressiv gemacht, damit die Spieler mehr Gelegenheiten haben, Kombos und aufgeladene Angriffe ohne Unterbrechung auszuführen“, sagt Downing und merkt an, dass das Team „dafür gesorgt hat, dass diese Kombos und Angriffe nun mit einem starken Rückstoß enden, der sie noch deutlich befriedigender wirken lässt“.

Ich muss zugeben, es war tatsächlich ein äußerst beglückendes Gefühl, mit einem mächtigen Axthieb den Goblin zu töten, der gerade meinen Essenstisch (samt Frühstück) zerstört hatte. Angesichts der grünhäutigen Übermacht musste ich das Lager zwar trotzdem aufgeben, aber zumindest hatte ich meine vergossene Pilzsuppe gerächt.

Die Sandbox-Spieler riskieren auf ihrer Reise durch Moria schon viel früher, auf härtere Gegner zu treffen, und da ist eine kleine Hilfeleistung durchaus willkommen. Diese Änderungen kommen übrigens allen Spielern zugute, denn sie gelten genauso für den Kampagnen-Modus.

Eine schwierige (oder einfache) Reise

Falls ihr befürchtet, dass eure Abenteuer in Moria nun langweilig werden könnten, weil euer Axtarm einfach zu übermächtig geworden ist, hat Free Range Games auch hier an euch gedacht. Das Update gibt euch die Möglichkeit, viele der Schwierigkeitseinstellungen von Return to Moria zu justieren und die Herausforderung zu verschärfen, wenn euer innerer Masochist danach verlangt.

Ihr habt die Wahl zwischen den voreingestellten Schwierigkeitsgraden „Story“, „Solo“, „Normal“ und „Schwer“, könnt aber auch benutzerdefinierte Modi erstellen und die Welt euren Spielvorlieben anpassen. Beispielsweise könnt ihr die Aggressivität der Gegner steigern und ihre Schadens- und Lebenspunkte erhöhen oder ihr könnt dafür sorgen, dass mehr feindliche Patrouillen unterwegs sind, euer Lager öfter angegriffen wird und häufiger Orkhorden auftauchen. Ihr könntet sogar die Menge der Ressourcen reduzieren, die ihr abbauen oder finden könnt. Wie gesagt, müsst ihr echte Masochisten sein, um hier überall die maximale Einstellung zu wählen.

Nachdem mein kleines Lager in den ersten Tagen in den Minen von Goblins überrannt wurde, hatte ich das Bedürfnis nach einem weniger mühsamen Erlebnis, um mehr von dem neuen Sandbox-Modus zu erkunden. Ich senkte alle Kampfeinstellungen und erhöhte die Ressourcenausbeute, und mit wenigen Änderungen kam ich im Technologiebaum sofort deutlich schneller voran, als es im ursprünglichen Spiel möglich gewesen war.

Allerdings hat der Schwierigkeitsgrad von Return to Moria ein Relax-Limit. Einen völlig kampffreien oder rein kreativen Modus gibt es für diesen Zwergensimulator bislang nicht. „Wir wollen [einen hinzufügen], aber vorher müssen wir das gesamte Spielprinzip neu durchsehen“, erläutert Game Director Jon-Paul Dumont. „Wir haben bereits einen Prototyp, aber wenn man keine Orks mehr bekämpfen muss, verliert auch das Ziel der Waffen- und Rüstungsherstellung seinen Sinn.“

Das Team hat zwar schon Ideen für einen echten Kreativmodus, es gibt aber viele andere Dinge, die weiter oben auf der Liste stehen. Ihr müsst euch also fürs Erste mit den Kämpfen abfinden. Neben dem neuen Sandbox-Modus, den Schwierigkeitsgraden und den Verbesserungen bei Kämpfen erwarten euch auch neue Rüstungen und Waffen, Verbesserungen beim Basenbau und zahlreiche Fehlerbehebungen. Wenn ihr die Kampagne Return to Moria bereits abgeschlossen habt, ist das neue Update ein guter Grund, noch einmal in die finsteren Tiefen der Mine hinabzusteigen. Ich für meinen Teil bin mit der Rache für mein Bettzeug und die verschwendete Pilzsuppe noch lange nicht fertig.

The Lord of the Rings: Return to Moria ist im Epic Games Store verfügbar.