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Endling – Extinction is Forever!
B
Bernhard Richter
Ich habe die alte Weissagung des Stammes der Cree an Endling angepasst, weil ich finde, dass sie sehr gut zum Spiel passt. Spiele sind heutzutage mehr als reiner Zeitvertreib. Sie können wichtige Botschaften an Millionen von Menschen herantragen und so – vielleicht – Änderungen herbeiführen.Der Erdüberlastungstag – das jährliche Datum, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde jedes Jahr erneuert – findet von Jahr zu Jahr früher statt.
Jüngsten Umfragen zufolge glauben immer mehr Wissenschaftler, dass die Erde derzeit das Frühstadium eines durch den Menschen verursachten Massenaussterbens erlebt. Ein Biologe schätzt sogar, dass bei der aktuellen Geschwindigkeit der menschlichen Zerstörung der Biosphäre die Hälfte aller Pflanzen- und Tierarten der Erde in 100 Jahren ausgestorben sein wird.
Schon heute sind mehr als 28.000 Tierarten auf unserem Planeten vom Aussterben bedroht. Tausende von Arten – Nashörner, Löwen, Tiger, Seehunde und Bären – sind von Umweltverschmutzung, Wilderei, Kriegen und der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht.„Endling – Extinction is Forever“ spielt in einer möglichen nahen Zukunft. Die Menschheit hat die Biosphäre so stark verändert, dass sie immer weniger in der Lage ist, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu bieten. Sogar die Menschen selbst haben Mühe zu atmen. In diesem fürchterlichen, quasi-apokalyptischen Szenario übernehmt ihr – die Spieler – die Rolle der letzten Fuchsmutter in dieser sterbenden Welt. Ihr kämpft ums Überleben, nicht nur um euer eigenes, sondern auch um das eurer tapsigen Jungen, die darauf angewiesen sind, dass ihre Mutter sie ernährt.
In diesem wunderschönen 3D-Sidescroller-Survival-Abenteuer habe ich die zerstörerische Natur des Menschen entdeckt und erkundet. Ich habe aus der Perspektive eines Tieres eine Welt erlebt, die von uns Menschen verwüstet wird. Eine Spezies, die unsere kostbarste Ressource – unseren Planeten – zerstört, verschmutzt und ausbeutet. Ich habe die Fuchswelpen gefüttert, sie aufwachsen sehen und ihre verschiedenen Persönlichkeiten und Ängste erlebt. Vor allem habe ich ihnen geholfen, zu überleben.Hat mir das Spiel gefallen? Nein.
Endling ist kein „Spaß“-Spiel. Durch seinen herzzerreißenden Realismus ist es bisweilen unerträglich. Nicht nur, weil man beginnt, seine eigene Spezies zu hassen, sondern auch, weil man überbordendes Mitgefühl und Liebe für diese unschuldigen Kreaturen empfindet. Die Niedlichkeit verschlägt einem die Sprache. Man will unbedingt verhindern, dass ihnen etwas zustößt. Ich wollte sie um jeden Preis beschützen – und dann weckt etwas oder jemand plötzlich einen eurer kleinen Welpen auf …
Jetzt seid ihr an der Reihe. Überlebt.
