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Bei EVE Vanguard, dem Spinoff-Shooter von EVE Online, zieht ihr mit individualisierbaren Waffen in den Kampf
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Julian Benson
„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, [nicht] einfach mehr Waffen zu implementieren“, so Scott Davis, der Lead Product Manager von Vanguard. Stattdessen integrierte das Team die erste Version eines Systems, das den Shooter von den meisten anderen Spielen abhebt: ein aus EVE Online übernommenes System und einer der Hauptgründe, warum so viele von euch seit mehr als 20 Jahren immer noch jeden Tag dieses MMO spielen.
„Das ist die erste wirkliche Tiefe, die wir EVE Vanguard verleihen wollen“, sagt er. „Anpassungsfähige Waffentechnologien sind einer der Hauptpfeiler des Spiels.“
Das ist mein Gewehr ...
Mit dem neuen Update kommen zwar keine neuen Waffen zum Arsenal von Vanguard hinzu, aber ihr werdet erleben, wie vielseitig das Sturmgewehr „Core 80“ sein kann.

„Wir wollten, dass die Leute einen Kampf mit mehr Tiefgang erleben“, sagt Davis. „Mit den anpassungsfähigen Waffentechnologien unternehmen wir den ersten Vorstoß in diese Richtung.“ Jetzt könnt ihr eure Waffe mit „Chipsätzen“ individualisieren, die das Verhalten eurer Waffe komplett verändern. Die Modifikationen umfassen austauschbare Zielfernrohre, eine Steigerung des Waffenschadens oder eine Erhöhung der Feuerrate und eine bessere Genauigkeit. Aktuell gibt es über 70 Modifikationen, die sich miteinander kombinieren lassen, und so könnt ihr euer einfaches Sturmgewehr in die unterschiedlichsten Waffentypen verwandeln.
„Ich agiere als Schütze nicht sonderlich nervös“, so Davis. „Ich bleibe gerne im Hintergrund, schieße auf Distanz und verstecke mich hinter irgendwelchen Sachen. Jetzt kann ich einen 4-fach-Zoom auf die einfache Ausführung des Sturmgewehrs Core 80 anbauen, sie mit Einzelfeuer ausstatten und eine Rückstoßunterdrückung hinzufügen, damit ich meine Ziele auch auf größere Entfernung ins Visier nehmen kann.“ Mit diesen Anpassungen wird aus einem vollautomatischen Sturmgewehr praktisch ein Scharfschützengewehr.
Man kann die Basiswaffe auch spontan mit einer ganz anderen Konfiguration versehen. „Ich kann also beispielsweise einen 1,2-fachen Zoom, eine breite Streuung, einen hohen Schadensausstoß und eine Feuerstoß-Konfiguration verwenden. Jetzt habe ich praktisch zwei schlagkräftige Waffen im Kampf dabei und ich kann auf kurze Distanz und auf lange Distanz schießen.“ Es ist auch möglich, mehrere Ausrüstungen mit in den Kampf zu bringen und je nach Bedarf zwischen ihnen zu wechseln.
Man kann seine Waffen in vielen Shootern anpassen, aber Vanguard hebt sich auf besonders grausame Weise von den meisten Konkurrenten ab. „Wenn ihr an der Oberfläche sterbt, verliert ihr sie“, so Davis.
Mit dem Verlust umgehen
In EVE Vanguard teilt sich euer Trupp einen begrenzten Pool an Respawns. Diesen Pool könnt ihr aufstocken, indem ihr Biomasse einlöst – und dabei handelt es sich um eine Ressource, die ihr in Kisten finden oder von den Leichen toter Spieler sammeln könnt. Aber wenn euch die Respawns ausgehen, verliert ihr alles, was ihr dabeihabt, einschließlich aller Chipsätze, mit denen ihr sie verändert habt.
„Damit wollen wir eine Strategie der Vorsicht in den Kampf implementieren“, so Davis. „Das gibt der Extraktion eine viel größere Bedeutung.“ Zuvor habt ihr die Extraktion nur genutzt, um die Ressourcen zu horten, die ihr auf dem Schlachtfeld eingesammelt hattet; jetzt ist es zudem die einzige Möglichkeit, wie ihr eure sorgfältig erworbene Ausrüstung behalten könnt.
Der Entwickler CCP ist sich der Gefahren bewusst, den Spielern eine zu vorsichtige Vorgehensweise aufzuerlegen, denn dies könnte sie davon abhalten, seltene Chipsätze in ihre Ausrüstungen einzubauen, weil sie fürchten, sie zu verlieren. Allerdings deutet die Erfahrung des Teams mit EVE Online auf etwas anderes hin.

„Wir greifen hier auf eine Menge Wissen von EVE zurück“, so der Creative Director Bergur Finnbogason. „Genau so funktioniert im Grunde auch die Ausstattung von Schiffen.“ Ein wesentlicher Aspekt des MMOs von CCP ist, dass ihr den Rumpf eures Schiffes nach Belieben mit Ausrüstung ausstatten könnt – aber wenn euer Schiff vernichtet wird, verliert ihr alles, und dazu gehört auch eure schöne Ausrüstung.
Dennoch bestücken die Spieler ihre Schiffe mit teurer Ausrüstung und fliegen damit in die gefährlichsten Teile der Galaxie, denn „wenn man ein Risiko eingeht, erhält man normalerweise eine Belohnung“, erklärt Finnbogason. Mit dem teuren Minenlaser könnt ihr eine größere Erzladung nach Hause transportieren oder das wertvolle Großkampfschiff zu Gunsten eurer Fraktion nutzen. Derartige Entscheidungen können über Erfolg oder Niederlage entscheiden.
Wenn ihr eure Ausrüstung bei Vanguard mit seltenen Chipsätzen modifiziert, geht ihr zwar ein Risiko ein, aber genau damit könntet ihr das Blatt zu euren Gunsten wenden.
„Es ist sehr interessant, diese Prinzipien aus EVE in einen FPS zu übertragen“, so Finnbogason. „Wir haben das schon in gewisser Weise in unserem vorherigen Shooter DUST 514 gemacht, aber jetzt verfolgen wir einen methodischeren Ansatz, um sicherzustellen, dass auch wirklich alles funktioniert. So bekommen wir ein viel besseres Spiel, das immer noch über die DNA von EVE Online verfügt. Verlust hat eine Bedeutung; eure Ausrüstung ist entscheidend. Es geht nicht nur darum, was ihr anpasst, sondern auch, welche Fähigkeiten ihr besitzt.“
CCP betont, dass man mit den selteneren Chipsätzen zwar extreme Ergebnisse erzielen kann, dass sie aber gleichzeitig keinesfalls übermächtig sind, da sie auch deutliche Nachteile mit sich bringen. Eine Modifikation kann den Schaden eurer Waffe deutlich erhöhen, aber auch den Rückstoß und die Feuerausbreitung steigern. „Ihr seid ständig auf der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht“, sagt Davis. „Wir wollten keine Leistungskurve einführen, die alle in die gleiche Richtung erklimmen wollen.“
Ein Szenenwechsel
Neben den anpassungsfähigen Waffentechnologien ist die zweite Karte von Vanguard, Archipelago, eine weitere große Bereicherung. Der Schauplatz weicht stark von der üblichen grauen und dunklen Ästhetik eines EVE-Spiels ab.
„EVE Online ist ein riesiges, gewaltiges, und unermesslich großes Universum“, so Finnbogason. „Es gibt 7.700 Sonnensysteme [und] die Geschichte eines unfruchtbaren, felsigen Planeten wurde schon unzählige Male erzählt. Ihr werdet eine Überraschung erleben.“
Auf der neuen Karte wimmelt es von Pflanzen, Stränden und blauen Meeren. „Da gibt es ein Schiff, das die Landschaft gezeichnet hat, brennende Wrackteile, verschmutzte Gewässer“, so Davis – denn schließlich ist es immer noch ein EVE-Spiel. „Aber wir haben etwas viel Facettenreicheres erschaffen.“
Nicht nur die Szenerie weicht von Carrion ab, der letzten Karte von Vanguard, die auf einem kargen Planeten aus schwarzem Vulkangestein spielte.
„Wir hatten uns fest vorgenommen, eine größere Vertikalität zu erreichen“, so Davis. „Carrion war eine ziemlich flache Karte.“
Dies ergänzt die neuen anpassungsfähigen Waffentechnologien, denn nun könnt ihr Ausrüstungen zusammenstellen, die zu den unterschiedlichen Gebieten auf der Karte passen. „Wir wollten vielfältige Kampferfahrungen und Einsatzmöglichkeiten kreieren“, sagt Davis. Er drückt es so aus: Wenn ihr gerne mit einer Schrotflinte oder Maschinenpistole aus nächster Nähe schießt, habt ihr in den dicht bewaldeten Gebieten einen Vorteil, aber wenn ihr euch damit in die weitläufigen Gebiete wie den Strand der Karte wagt, werdet ihr aus der Ferne angegriffen werden.
Es kommt auf die Chipsätze an, die ihr bereits freigeschaltet habt und die ihr in eure Ausrüstung einbauen könnt – je nach Spielsituation meidet ihr vielleicht bestimmte Bereiche der Karte und konzentriert euch eher auf die Gebiete, für die sich eure Ausrüstung besser eignet. „Somit werden sich die Spieler, die eine bestimmte Art des Kampfes bevorzugen, auf verschiedenen Teilen der Karte tummeln und sich eher jene Orte ansehen, an denen sie sich wohler fühlen, und das ist wirklich cool“, sagt Davis. „Ich glaube nicht, dass es das bei Carrion jemals gab. Diese Karte fühlte sich an wie eine Schüssel und jeder rannte einfach am Boden herum. Archipelago bietet eine wesentlich größere Vielfalt an Möglichkeiten, wie ihr euch auf der Karte fortbewegen könnt.“
Mehr folgt demnächst
„Wir stecken immer noch in der Grundlagenarbeit“ so Davis. „Das Gameplay ist nach wie vor recht simpel. Wir zielen noch darauf ab, dass sich die Leute stundenlang mit dem Spiel beschäftigen, und nicht tagelang, und das kommt auch in den Inhalten zum Ausdruck.“ Dies ist zwar das bislang wichtigste Update für Vanguard, doch CCP weist darauf hin, dass es sich dabei immer noch um die Anfänge des Spiels handelt.
„Natürlich werden sich einige Leute darüber ärgern, dass wir keine zweite Waffe hinzugefügt haben, aber wenn man sich mit dem System beschäftigt, wird man wirklich verstehen, was wir damit bezwecken“, sagt Davis.
Dieses Update zeigt, in welche Richtung das Team geht. In Zukunft wird Vanguard ein ganzes Arsenal an individualisierbaren Waffen bieten, die ihr ganz auf euren persönlichen Spielstil zuschneiden könnt. Es wird verschiedene Karten geben, auf denen ihr jeweils eine andere Seite des EVE-Universums erleben könnt. Und was bei der ganzen Sache am wichtigsten ist: Wenn ihr nicht vorsichtig spielt, könnt ihr auf dem Schlachtfeld alles verlieren.