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Alles, was ihr über EVE Online: Havoc wissen müsst

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Julian Benson
14. Nov. 2023
Zwanzig Jahre lang standen die Spieler im Weltraum-MMO EVE Online einer ständigen Bedrohung gegenüber. Sobald ihr mit euren Schiffen außerhalb der sicheren „High-Sec“-Systeme unterwegs seid, die von den CONCORD-Schiffen patrouilliert werden, lauft ihr Gefahr, Piraten zu begegnen. Die Fraktionen Angel Cartel und Guristas bestehen aus von der KI gesteuerten Piloten, die es auf den Inhalt eures Laderaums abgesehen haben. Doch nach zwei Jahrzehnten könnt ihr euch den Piraten anschließen, anstatt sie zu bekämpfen.

Mit der Veröffentlichung der neuen EVE Online-Erweiterung Havoc könnt ihr einer der Fraktionen Angel Cartel oder Guristas beitreten und euch Loyalitätspunkte verdienen, indem ihr euch in der Galaxie New Eden der Kriminalität verschreibt. Diese Belohnungen könnt ihr gegen eine Reihe von neuen, leistungsstarken Schiffen eintauschen, die euch auf eurem freibeuterischen Weg zur Seite stehen.

Die bedeutendste Neuerung dieser Erweiterung konzentriert sich jedoch auf die Piraterie: Der Entwickler CCP bindet diese anarchistischen Piloten in die bestehenden Fraktionskriege des Spiels ein.

Einen Aufruhr verursachen

In der Uprising-Erweiterung von 2022 entstanden in New Eden zwei Kriegsgebiete. In einer Region dieser Sternensysteme kämpfen die Milizen der Amarr und der Minmatar um die Vorherrschaft, und in der anderen tragen die Armeen der Caldari und Gallente einen Konflikt aus. Diese Fraktionskriege sind ein endloses Tauziehen, und die Spieler, die sich den verschiedenen Milizen angeschlossen haben, erhalten Punkte und Belohnungen, wenn sie sich gegenseitig im offenen Krieg auslöschen und Territorien erobern und verteidigen. Havoc wirft zudem die Piraten in die Waagschale, damit alles noch komplizierter und gefährlicher wird.
Alles, was ihr über EVE Online: Havoc wissen müsst – Übersicht
Die Piraten beteiligen sich nicht am tatsächlichen Tauziehen – stattdessen greifen sie die einzelnen Systeme an und korrumpieren sie. Von einem anfänglichen Aufstand, in dem die Piraten eine vorgelagerte Einsatzbasis in einem der Systeme des Kriegsgebiets errichten, breitet sich die Korruption auf die Nachbarregionen aus, wenn die Piraten im umkämpften Raum Straftaten begehen. Sind erst einmal genügend Gebiete von der Korruption betroffen, wird das anfängliche Zielsystem geschwächt. Dann kann es von einer der Milizen, die in diesem Kriegsgebiet kämpfen, erobert werden.

So können die Piraten die festgefahrenen Frontlinien des Fraktionskriegs aufrütteln. Minmatar-Spieler sehen beispielsweise, wie eines ihrer sicheren Systeme von Piraten angegriffen wird, und setzen alles daran, es gegen die sich ausbreitende Korruption zu verteidigen. Wenn sie das Chaos nicht unter Kontrolle bringen, wird ihr Gebiet anfällig für eine Eroberung durch die Amarr.

Während die Systeme immer mehr korrumpieren, schwelgen die Piraten im Chaos. Sie erhalten mehr Beute aus PvP-Kills und mit der Zeit werden auch Technologien verfügbar, die in Niedersicherheitssystemen normalerweise verboten sind. Da sind zum Beispiel die Unterbrecherblasen, die normalerweise nur im Nullsicherheitsraum zur Verfügung stehen, mit denen man noch mehr PvP-Kills erzielen kann, indem man den Warp-Antrieb eines Ziels deaktiviert, damit es eurem Angriff nicht mehr entkommen kann.

Der lange Arm des Krieges

Aber die Piraten fahren nicht nur Siege ein. Während eines Aufstands können sich die Spieler, die der Miliz angehören, für Recht und Ordnung in einem System einsetzen, das die Korruption unterdrückt. Greift ein Spieler einen anderen Spieler im Niedersicherheitssraum an, verdient er sich den Status eines Verbrechers; tötet ein Milizspieler solche Verbrecher und holt sich ihr Kopfgeld ab, erhält er Unterdrückungspunkte.

Wenn der Unterdrückungswert eines Systems höher ist, verdienen die Spieler auch mehr Kopfgeld. Außerdem erhält die wichtige Infrastruktur des Systems, wie beispielsweise Tore und Stationen, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen in Form von aufgerüsteten Geschützen. Wenn eine Miliz einen Großteil der bedrohten Systeme vollständig unterdrückt, wird die vorgelagerte Einsatzbasis der Piraten anfällig für Angriffe. Ist die Basis zerstört, hat die Miliz weiterhin die Kontrolle über das System und sorgt dafür, dass es nicht erobert werden kann.

Die Flagge hissen

Die Vorstellung, zu den Piraten zu gehören, mag Anreiz genug sein, sich dem Angel Cartel oder den Guristas anzuschließen. Für diejenigen unter uns, die noch ein bisschen mehr motiviert werden müssen, hat CCP zahlreiche neue Schiffe für Fraktionsmitglieder veröffentlicht. Mit diesen neuen schwer bewaffneten Schiffen habt ihr einen Vorteil, wenn ihr PvP-Kills in den Aufstandsgebieten erzielen wollt.

Gurista-Spieler können auf den Zerstörer der Mamba-Klasse und den Schlachtkreuzer der Alligator-Klasse zurückgreifen. Diese beiden Schiffe könnt ihr mit Raketenbatterien bestücken und sie sind bereits mit Boni für Drohnenboote und Schildresistenzen ausgestattet. Somit sind es zwei robuste Schiffe, die auf Distanz großen Schaden anrichten können.

Mitglieder des Angel Cartel können sich den Zerstörer der Mekubal-Klasse und den Schlachtkreuzer der Khizriel-Klasse holen. Bei diesen Schiffen liegt das Hauptaugenmerk auf der Manövrierfähigkeit und sie verfügen über einen Warp-Bonus und eine hohe Spitzengeschwindigkeit. Wenn ihr Loyalitätspunkte sammelt, könnt ihr sie im Fraktionsladen abholen. Also geht raus und sorgt für ein bisschen Chaos.

Der eigentliche Star der neuen Schiffe ist jedoch die mit Spannung erwartete Titan der Azariel-Klasse. CCP stellte das Schiff bereits 2017 vor. Damals war es nur eine Konzeptzeichnung, aber die Spieler fordern seitdem ununterbrochen, dass es seinen Weg nach New Eden findet.

Dieser riesige Angel Cartel-Titan zeichnet sich durch Geschwindigkeit und einen hohen Schaden aus. Als Schiff des Angel Cartel verfügt es über Boosts, um seine Warpgeschwindigkeit und den verursachten Schaden pro Sekunde zu erhöhen. Es kann daher die Feuerkraft einer Seite in einem Feuergefecht schnell erhöhen, indem es mit einem Warp-Sprung herbeieilt, den Feind unter Beschuss nimmt und dann wieder wegwarpt, ehe es selbst ins Kreuzfeuer gerät.
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Lasst die Kriegshunde los

Bei Havoc dreht sich nicht alles nur um Dublonen und Holzbeine – eine der weniger auffälligen Neuerungen sind Verbesserungen des Spielkomforts für die Spieler, die Corporations bei EVE Online leiten.

Corporations sind bei EVE so etwas wie Gilden. In den vergangenen Jahren hat CCP diese Gruppen mit größeren organisatorischen Befugnissen ausgestattet und den Leitern die Möglichkeit eingeräumt, ihre Mitglieder zu motivieren und anzuleiten. Ein wichtiges Tool, das dieses Jahr mit der Viridian-Erweiterung hinzugefügt wurde, waren die Corporation-Projekte. Diese Missionen werden von Spielern erstellt und bieten den Leitern der Corporations die Möglichkeit, die Ziele der Gruppe im großen Stil zu erreichen. Wenn sie etwa einen Titan bauen möchten, erstellen sie einfach eine Einkaufsliste mit den benötigten Teilen, damit die Mitglieder zu diesem Ziel beitragen können, indem sie die benötigten Ressourcen selbst herstellen, erwerben oder stehlen.

Allerdings erforderten diese Corporation-Projekte noch immer eine Menge Verwaltungsaufwand. Sobald die Spieler ein Projekt abgeschlossen hatten, mussten die Leiter die ausstehenden Beträge manuell an die einzelnen Mitglieder auszahlen. Bei Havoc ist das anders – ein großer Teil des Verwaltungsaufwands gehört jetzt der Vergangenheit an.

Mit der neuen Erweiterung kommen auch eine Reihe neuer Projekttypen ins Spiel. Die Leiter können die Mitglieder jetzt für das Scannen kosmischer Signaturen, das Erobern und Verteidigen von Gebieten im Fraktionskrieg, das Vernichten anderer Spieler im PvP, die Fertigung bestimmter Gegenstände und die Reparatur der Schiffe ihrer Verbündeten belohnen.

Das klingt jetzt vielleicht nicht nach viel, aber es stehen alle Tools zur Verfügung, um die Spieler besser und zielgerichteter zusammenarbeiten zu lassen. Ein Kritikpunkt bei EVE betraf vor allem die neuen Spieler: Es gab unendlich viele Möglichkeiten, Zeit in der galaktischen Sandbox zu verbringen, und oftmals wusste man nicht so recht, was man als Nächstes tun sollte. Diese Corporation-Projekte geben den Spielern einen kleinen Anstoß, sich die Stunden in New Eden produktiv zu vertreiben.

Ihr könnt euch jetzt also einer der neuen Piratenfraktionen anschließen und unter dem New Eden-Äquivalent der Totenkopfflagge fliegen oder stattdessen im Fraktionskrieg die Waffen gegen sie erheben – in der Havoc-Erweiterung gibt es eine Menge zu entdecken. Selbst wenn ihr all diese Kämpfe den PvP-Spielern überlassen wollt, werden sich die Verbesserungen des Spielkomforts bezüglich der Corporation-Projekte wahrscheinlich gewaltig auf euer Spiel bei EVE Online auswirken.

EVE Online ist im Epic Games Store verfügbar.