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Fall of Porcupine: Ein bezauberndes Krankenhausdrama mit sprechenden Tieren

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Marie Atallah-Glime
10. Okt. 2023

Fall of Porcupine ist ein bezauberndes Spiel, das einen niedlichen, anthropomorphen Kunststil mit heiklen Themen wie Krankheit, Stress bei der Arbeit und dem Tod von Patienten verknüpft.

Ihr spielt als Finley, ein aufstrebender Taubendoktor (das heißt, ein Arzt, der eine Taube ist), der gerade seine Facharztausbildung im Krankenhaus St. Ursula in der kleinen, malerischen Stadt Porcupine beginnt. Ein Großteil des Spiels dreht sich um die Ausgewogenheit seines Berufs- und Privatlebens als junger Arzt, wobei die Anforderungen seines Jobs langsam ihren Tribut fordern. Zum Beispiel steht eine verlassene Spielkonsole in seiner Wohnung, die er schon seit einiger Zeit nicht mehr angerührt hat, und später wird der Spieler Wäscheberge finden, die aufgehoben und weggeräumt werden können.

Das Spiel beginnt mit einem leeren Bildschirm und dem Geräusch, als würde etwas zu Boden stürzen, bevor ihr euch in einem von Finleys Träumen wiederfindet. Ihr trefft eine sprechende Blume und merkt, dass ihr eigentlich auf der Suche nach jemandem sein solltet. Während ihr verschiedene Traumlandschaften durchquert, wird euch bewusst, dass ihr nach einem Herrn Arndes sucht (der sich später als ein Patient in Finleys Obhut entpuppt) und ihr zu Hause seid, um euch von einer Verletzung zu erholen.

Das charmante Zusammenspiel zwischen den Charakteren beginnt, wenn ihr zu spät zu eurer Schicht auf der Station seid und von eurer Chefin, Dr. Krokowski, einer stoischen und sachlichen weißen Gepardin, gerügt werdet.

Was das Gameplay betrifft, versucht Fall of Porcupine nicht, das Rad neu zu erfinden. Die meiste Zeit werdet ihr euch in seiner Side-Scrolling-2D-Welt bewegen, leichte Plattformelemente bewältigen, erkunden, mit den Bewohnern der Stadt sprechen und Minispiele spielen. 

FoP-Screenshot

Die Minispiele sind der interessanteste Aspekt von Fall of Porcupine, da sie die Arbeit im Gesundheitswesen spielerisch wiedergeben. Vorgänge wie das Verbinden von Wunden, das Verschreiben von Medikamenten und das Sortieren von Blutproben werden jeweils durch ein eigenes Minispiel dargestellt. Jeden Tag erhaltet ihr eine Liste mit Aufgaben und werdet dann losgeschickt, um eine Vielzahl von Patienten auf eurer Station zu behandeln. Diese eintönige Routine wird manchmal unterbrochen von Finleys innerem Monolog über Banalitäten oder Freunde, die mit ihm in der Stadt abhängen wollen. 

Wenn ihr schon einmal Night in the Woods und A Short Hike gespielt habt, wird euch der hübsche und bunte Kunststil, kombiniert mit Indie-Folk-Musik, sehr vertraut vorkommen. Meiner Meinung nach ist es genau hier, wo Fall of Porcupine besonders hervorsticht. Es ist offensichtlich, dass die Entwickler eine enorme Menge an Arbeit in die Gestaltung jeder einzelnen visuellen Komponente des Spiels gesteckt haben, die sich dadurch alle perfekt für Screenshots eignen. Ich ertappte mich dabei, wie ich beim Spazierengehen in der Stadt einfach stehen blieb, um die atemberaubenden Grafiken zu bestaunen

Obwohl die Handlung nicht ganz so erzählerisch geprägt ist wie bei anderen gemütlichen Spielen des Genres, schafft Fall of Porcupine es doch sehr gut, das Augenmerk auf heikle Themen in einer zugänglichen Weise zu richten, die es weniger einschüchternd macht, darüber zu sprechen. So wie damals, als der Arzt euch als Kind Lutscher gegeben hat. 

Ich finde, Fall of Porcupine ist einen Spielversuch wert, wenn ihr nach einem sanften, nachdenklichen Spiel sucht, das noch dazu stimmungsvoll und melodisch umgesetzt wurde. Mit einer Spielzeit von fast acht Stunden ist es der perfekte Begleiter für diese stürmischen Oktobertage, die uns bald erwarten. Achtet nur darauf, während des Spielens einen Apfel zu essen. Das hält ja bekanntlich die echten Ärzte fern. Fall of Porcupine ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.