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Filament ist ein erleuchtendes Rätselspiel

J
John Walker
30. Nov. 2023
Das Science-Fiction-Rätselspiel Filament bietet eines der besten Tutorials der gesamten Gaming-Welt. Es klingt vielleicht merkwürdig, dieses Detail hervorzuheben, aber es ist bezeichnend für die Qualität und das Rätseldesign dieses unglaublichen Geheimtipps.

In Filament schlüpft ihr in die Rolle eines stummen Charakters. Eine zweite, unsichtbare Person, die ihr retten sollt, nennt ihn „Pluto“. Diese Person sitzt allem Anschein nach auf einer großen Raumstation fest und meldet sich über die Sprechanlage bei euch. Sie ist euch dankbar für eure Hilfe, kommentiert ihre Situation dabei aber eher sarkastisch. Eure Aufgabe ist es, eine Reihe von Computern zu reparieren, indem ihr Drähte verlegt.

Aber der Titel ist um einiges witziger und praktischer, als es diese Beschreibung vermuten lässt. Während ihr euch im Laufe des Spiels durch das Raumschiff bewegt, besondere Gegenstände findet und nach und nach ein Geheimnis lüftet, finden die Rätsel selbst in abgegrenzten Umgebungen statt. Dort steuert ihr einen winzigen Roboter, der einen unendlich langen, dicken Draht hinter sich herzieht, während ihr ihn durch die 3D-„Räume“ lenkt. In jedem Rätsel müsst ihr den Draht so ziehen, dass er alle nicht leuchtenden Säulen berührt, indem ihr ihn um sie herum oder an ihnen entlang führt, ohne dabei den Weg eures Robo-Helfers zu blockieren. Stellt euch ein Brett mit Pflöcken vor, um die ihr eine Schnur spannen müsst, ohne dabei euren eigenen Weg zu kreuzen, dann habt ihr eine ungefähre Idee, worum es geht.
Filament ist ein erleuchtendes Rätselspiel – Schnur
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, schaut euch also lieber den Screenshot oben an. Das ist gemeint.

Je länger ihr spielt, desto komplexer werden natürlich auch die Rätsel. In den ersten Leveln (die meisten Computern, Türen usw. stellen euch vor eine Reihe von jeweils fünf thematischen Rätseln) müsst ihr den Draht einfach so um die Säulen herumlegen, dass der Roboter den Level ohne Probleme verlassen kann. Es wird jedoch schnell komplizierter, denn nach und nach kommen immer neue Hindernisse oder Anforderungen hinzu.

So erwarten euch in einem Gang des Schiffs Rätsel, bei denen ihr „negative“ Säulen meiden müsst, die eurem Draht bei Berührung den Strom absaugen. In einer anderen Richtung stoßt ihr auf farbige Herausforderungen, bei denen ihr nebeneinander liegende gleichfarbige Säulen einschalten müsst, was die Aufgabe gleich um einiges komplizierter macht.

Für mich leuchtet (Verzeihung) Filament dort, wo die Rätsel eher klein und knifflig, statt groß und unhandlich sind. Räume, in denen man neun oder zehn Säulen erleuchten muss, erfordern oft eher experimentelle Testreihen als kluge Überlegung. In Räumen mit weniger Säulen, in denen man durch scharfes Nachdenken einen geeigneten Weg finden kann, ist das Erfolgserlebnis wesentlich befriedigender. Außerdem wurde inzwischen auch ein spielinternes Hinweissystem hinzugefügt, das es euch erspart, heimlich auf YouTube zu spicken.

Das Schöne an den Rätseln ist, dass sie von einer soliden Hintergrundhandlung begleitet werden, die ihre Existenz rechtfertigt, und nicht nur eine Pseudo-Story vorschieben, die im Grunde den Spielfluss stört. Rätsel zu lösen, um Türen zu neuen Bereichen zu öffnen, wo ihr mehr über die Hintergründe erfahrt, ist eine zusätzliche Belohnung. Filament ist in jeder Hinsicht eine Klasse für sich.

Und, ach ja, das Tutorial! In einem Level wird euch die Rückspulmechanik des Spiels erklärt, und zwar mithilfe eines so raffinierten Rätsels, dass ihr garantiert einen Fehler machen werdet, der zurückgespult werden muss. Ab diesem Moment wisst ihr, dass ihr in guten Händen seid.

Filament ist im Epic Games Store verfügbar.