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Final Fantasy XVI schreibt die lange Geschichte der Reihe auf dem PC fort.

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Aidan Moher
17. Sept. 2024
Mit Final Fantasy XVI feierte die beliebte Reihe im vergangenen Jahr ihre lang ersehnte Rückkehr auf Konsolen – ganze sieben Jahre nach dem letzten Titel der Hauptreihe. Dank eines neuen Kampfsystems, das rasante Action privilegiert, und seiner mittelalterlichen Welt, die der langen Geschichte der Reihe Ehre zollt, erhielt Final Fantasy XVI viel Lob von den Kritikern und begeisterte die Fans gleichzeitig mit einem neuen, reiferen Stil, der an populäre TV-Produktionen wie Game of Thrones von HBO erinnert.

Mittlerweile ist Final Fantasy XVI nun endlich samt aller seiner DLCs für PC verfügbar und erwartet euch mit Clive Rosfield und den Espern von Valisthea.
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Zur Veröffentlichung der PC-Version von XVI unterhielt ich mich mit dem Game Director Hiroshi Takai und dem Localization Director Michael-Christopher Koji Fox. Sie erzählten von ihrem eigenen Beitrag zur PC-Version des Spiels, was uns die mittelalterliche Kulisse über die Vergangenheit und Zukunft von Final Fantasy verrät und warum sich dieser 16. Teil der langjährigen Reihe besonders gut für Neueinsteiger eignet.
 

Eine ikonische Reihe


„Die Wurzeln der RPG-Reihe Final Fantasy reichen bis zu den Tagen des Nintendo Entertainment Systems zurück“, so Takai. Eine fast 40 Jahre alte Spielreihe kennenzulernen, indem man bei der 16. Folge einsteigt, klingt für viele Spieler vielleicht nicht unbedingt verlockend, aber Takai hat für Neueinsteiger ermutigende Worte. „Die nummerierten Final Fantasy-Spiele sind alle einzigartig und jedes hat seine eigene Welt, seine Geschichte und sein Gameplay, sodass jeder, der die Reihe noch nicht kennt, mit einem beliebigen Spiel anfangen kann“, erklärte er. Was schlägt Takai also vor? Beginnt mit dem Final Fantasy, das euch am interessantesten erscheint. In diesem Sinn ist Final Fantasy XVI ein großartiger Einstieg für neugierige Anfänger, denn das Spiel würdigt nicht nur die Vergangenheit der Reihe, sondern begibt sich auch in neue, unbekannte Gefilde.

Die Reihe hat seit ihren Anfängen immer versucht, neue gestalterische Möglichkeiten zu erkunden und sich mit jedem weiteren Teil neu zu erfinden. Mal führte dies zu einer Überarbeitung des Kampfsystems, wie in Final Fantasy IV und X, mal erhielten Kulisse und Handlung eine neue Richtung, wie in der düsteren Cyberpunk-Ästhetik von Final Fantasy VII oder der Star-Trek-Utopie von Final Fantasy VIII. XVI folgt eher dem ersten Ansatz: Während die Schauplätze auf Anhieb vertraut wirken, sind die Kämpfe unverkennbar rasanter und actiongeladener als in früheren Spielen und stellen selbst Final Fantasy XV (2016) oder Final Fantasy VII Remake (2020) in den Schatten.

„Was das Gameplay betrifft, haben wir einfach unsere eigenen Wünsche als Entwickler in den Vordergrund gestellt“, so Takai. „Für uns bedeutete das, ein Erlebnis zu schaffen, das sich intuitiv anfühlt.“
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Drachen
Final Fantasy XVI verzichtet auf die seit jeher üblichen Gruppenkämpfe und überlässt euch die alleinige Kontrolle über den Protagonisten Clive Rosfield. Die Kämpfe, bei denen ihr mit einem oftmals verbesserten Breitschwert bewaffnet seid, sind wesentlich temporeicher als in anderen großen Final Fantasy-Spielen und machen den Eindruck, als stammten sie direkt aus der Devil May Cry-Reihe von Capcom – tatsächlich rekrutierte Square Enix genau dort Ryota Suzuki, den Combat Director von Final Fantasy XVI.

Takai und sein Team waren von der Idee eines „intuitiven“, actionbasierten RPGs begeistert und so nutzte Suzuki seine Erfahrung bei Devil May Cry 5 und Dragon's Dogma und entwickelte für Final Fantasy XVI ein schnelles, frenetisches Kampfsystem, das Reaktionsvermögen, die Anpassung von Fertigkeiten und nicht zuletzt erstklassige Grafiken betont. Am eindrucksvollsten in XVI dürften jedoch die gewaltigen Schlachten zwischen den „Espern“ sein.

Final Fantasy XVI huldigt der langjährigen Tradition der „Beschwörungen“ und stellt diese monströsen Halbgötter in den Mittelpunkt des Geschehens. Dabei habt ihr die volle Kontrolle über sie und kämpft in Konfrontationen im Kaiju-Stil, die den anderen Titeln der RPG-Reihe, die für ihre riesigen Szenarien und überraschenden Wendungen bekannt ist, in nichts nachstehen. Diese beschwörbaren Gottheiten, die seit ihrer Einführung in Final Fantasy III als Esper, Eidolons, Äonen und unter verschiedenen anderen Namen bekannt wurden, bieten im Kampf oft mächtige, aber nur kurzfristige Vorteile. Sie sind Trumpfkarten, die ihr ziehen könnt, wenn ihr einen Schaden- oder Heilungsschub benötigt. In XVI spielen die Esper sowohl in der Handlung als auch beim Gameplay eine zentrale Rolle und übernehmen in Clives Geschichte und seinem – bzw. eurem – Kampf gegen die Horden von Bösewichten eine wichtige Funktion.
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Kämpfe
Takai, der nach seinen eigenen Worten „sozusagen dafür verantwortlich war, dass beim gesamten [Final Fantasy XVI-]Projekt alles glatt lief“, gewann sofort mein Vertrauen, als er mir verriet, dass sein Lieblingstitel der Reihe (und gleichzeitig der erste, an dem er bei Square Enix mitwirkte) Final Fantasy V ist, bei dem Berufe im Vordergrund stehen. „Es hat mich am meisten beeindruckt“, sagte er. Genau wie bei Final Fantasy XVI lag auch beim fünften Teil der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung des charakteristischen Kampfsystems der Reihe, indem er den Spielern eine beeindruckende Kontrolle über das Fähigkeiten-Set und die Fertigkeiten ihres Charakters bot. Die Parallelen zwischen dem soliden Berufe-System von Final Fantasy V und den verschiedenen Fähigkeiten der Esper aus Final Fantasy XVI sind leicht erkennbar.

Die gewaltigen Schlachten sind ein echter Augenschmaus und bieten Action in einem Ausmaß und einer visuellen Pracht, die in früheren Ausgaben höchstens andeutungsweise vorhanden war. Jede Esper beruht auf einem anderen Element – Ifrit auf Feuer, Shiva auf Eis, Titan auf Erde usw. – und diese elementaren Fertigkeiten bestimmen nicht nur die Art und Weise, wie sie sich verhalten, wenn Clive und seine Gefährten und Gegner (deren Namen hier nicht verraten werden sollen) ihre gewaltigen Körper bewohnen, sondern verleihen Clive auch in seiner menschlichen Gestalt einzigartige „Esper-Fertigkeiten“ und ihr könnt sein Repertoire an möglichen Aktionen an euren Spielstil anpassen. So bietet Titan Clive starke Verteidigungsmanöver, während er mit Garudas Klauenangriffen Gegner schnell und problemlos in die Flucht schlagen und mit Shiva seine Feinde an Ort und Stelle einfrieren kann. Während Clive nach und nach neue Esper-Fertigkeiten erlernt, könnt ihr die Kämpfe immer mehr nach euren Wünschen gestalten – womit sich der Kreis der Individualisierung des Charakters schließt, die in Final Fantasy V im Mittelpunkt stand.
 

Ikonische Geschichten


Seit ihren Anfängen hat die Final Fantasy-Reihe eine enge und wechselseitige Beziehung zu westlichen RPGs wie Dungeons & Dragons, Wizardry und Ultima. Mit Final Fantasy XVI kehrt die Reihe zu mittelalterlichen Schauplätzen zurück, die an ihre frühesten Titel erinnern.

Die Welt von Valisthea dürfte für jeden, der schon länger RPGs spielt – egal ob auf Konsole, PC oder einem realen Spielbrett –, vertraut wirken. Mit seinen Burgen und Armeen, einem begrenzten Stand der Technik und den Helden und Schurken mit ihren überdimensionierten Schwertern ist es ein Fantasy-Stil, der mindestens seit den 1970er Jahren verehrt und parodiert wird, als Dungeons & Dragons, Terry Brooks und ähnliche RPGs für PC Tolkiens pseudo-mittelalterliche Fantasy-Welt als Inspiration für ihre eigenen Welten nutzten. Final Fantasy XVI ist dabei weniger futuristisch und Fantasy-lastig als viele der letzten Titel der Reihe und orientiert sich eher an ihren Anfängen.

„Wir wollten keinen Rahmen, der vor allem zweckdienlich wirkt“, sagt Takai. „Die Spielwelt sollte sich authentisch anfühlen.“ Mit dieser Prämisse – in Abgrenzung zu den eher wissenschaftlich-fantastischen Welten der beiden vorangegangenen Einzelspielertitel XIII und XV der Hauptreihe – bemühten sich Takai und sein Team, die Erzählung auf eine Weise anzupassen, dass sie sich für Spieler auf der ganzen Welt natürlich anfühlt. „Dazu gehörte, dass es bei der Vorbereitung der vielen Sprachversionen des Spiels nicht einfach um eine reine Übersetzung der Worte ging, sondern um eine umfassendere kulturelle Annäherung.“
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Spielwelt
Noch in der frühen Entwicklungsphase trafen sich Takai, Produzent Naoki Yoshida und Creative Director Kazutoyo Maehiro, um die „Grundpfeiler“ festzulegen, auf denen die düstere und epische Geschichte von Final Fantasy XVI aufbauen sollte. Sie einigten sich auf drei Konzepte: die Rückkehr zu einer mittelalterlichen Kulisse, Kämpfe zwischen Beschwörern und Echtzeit-Action. „Nachdem das feststand“, so Takai, „ging es darum, eine Welt zu erschaffen, in der diese Kämpfe natürlich wirken würden, und eine Energiequelle für sie zu finden. Die Ausarbeitung des Skripts haben wir schließlich Maehiro überlassen.“

Als Eventplaner und Drehbuchautor war er an vielen der erfolgreichsten Geschichten von Square Enix beteiligt, darunter Final Fantasy Tactics, Final Fantasy XII und Final Fantasy XIV: Heavensward. Sie alle verbindet, dass sie anstatt der allzu fantastischen Tendenzen der Reihe eher Welten und Erzählungen bevorzugen, die auf politischen Geschichten wie „War of the Roses“ und politischer Fantasy wie George R.R. Martins A Game of Thrones beruhen, bevor sie schließlich in das Reich schon nicht mehr sehr realistischen Halbgötter abschweifen.

Ohne Details zu verraten, macht XVI da keine Ausnahme. Die anfangs recht düstere Geschichte konzentriert sich auf persönliche Schicksale inmitten von komplexen Intrigen zwischen Imperien, die sich im Krieg befinden, und entwickelt sich im Laufe der mehr als 60 Stunden Spielzeit zu einem Konflikt, der früheren Erfolgen an Epik in nichts nachsteht. Zu Beginn des Spiels ist der Protagonist Clive ein junger und weltfremder Mann. In einer Geschichte, die Jahrzehnte überspannt, erlebt ihr, wie seine Welt zusammenbricht, nachdem er in die Sklaverei gezwungen wird, und wie er aus diesem Chaos mit einer Stärke neu aufersteht, die notwendig ist, um sich gegen die Tyrannei des Reiches zu erheben, das er einst unterstützt hatte.

Takai und seine Kollegen entschieden sich vor allem deshalb für einen mittelalterlichen Schauplatz, damit die Welt nicht ganz so „bequem“ ist. Anders als die tapferen Brüder in Final Fantasy XV, deren Welt einer Mischung aus New York City, dem Mittleren Westen der USA und dem Europa des 15. Jahrhunderts nachempfunden ist, gibt es in Clives Geschichte weder Handys noch Cabrios.

„Ein zentraler Aspekt der Geschichte von XVI ist die Misere von gewissen magiebegabten Menschen, den sogenannten ‚Trägern‘“, erklärt Takai. „Eine Fülle von Maschinen und Technologien würde der Gesellschaft und damit auch ihnen die Last erleichtern. Außerdem waren wir der Meinung, dass unsere Charaktere durch diesen Mangel an Technologie bodenständiger wirken würden.“
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Begleiter
Dennoch ist Final Fantasy XVI nach wie vor eng mit der Geschichte der Reihe verbunden. Die Rückkehr zu einer Fantasy-lastigen Handlung half den Entwicklern, das Spiel mit Easter Eggs und Anspielungen auf frühere Titel zu spicken. Die Standardelemente der Reihe wie Tomberrys, Vitra, Zaubertränke und Phoenixfedern sind alle vorhanden, aber langjährige Fans werden einiges mehr entdecken.

„Während manches wahrscheinlich nur zufällig entstanden ist, gehe ich davon aus, dass vieles absichtlich hinzugefügt wurden“, sagte Takai. „Als ich im Spiel den Namen des Luftschiffs entdeckte, in dem sich Clive versteckte, musste ich schmunzeln – es heißt ‚Invincible‘!“ Treue Fans der Reihe werden sofort erkennen, dass es sich hierbei um den Namen des Luftschiffs aus Final Fantasy IX handelt.

„Das Spiel enthält nicht nur subtile Anspielungen auf frühere Final Fantasy-Titel, sondern auch auf Videospiele, Filme, Bücher, Mangas und andere aktuellen Werke der Popkultur, die uns gefallen“, sagt Localization Director Michael-Christopher Koji Fox. Er gab sich jedoch geheimnisvoll und wollte nichts offenbaren, denn die Fans sollen die verschiedenen Easter Eggs lieber selbst entdecken. „Ich werde hier keine Details verraten!“

Das tat er aber schließlich doch. Das überraschendste Easter Egg in XVI ist wohl dasjenige, das fehlt – eine Anspielung auf Biggs und Wedge. „Wer will, gerne suchen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Suche erfolglos bleibt“, sagt er. „Es kann natürlich sein, dass irgendein aufmüpfiger Umgebungsdesigner etwas hineingeschmuggelt hat … ich weiß jedenfalls von nichts. Aber falls jemand etwas findet, soll er gerne Bescheid sagen!“
 

Die Entstehung der PC-Version


Was also könnt ihr von der neuen PC-Version erwarten? Das Spielerlebnis soll laut Takai mit der PlayStation 5-Version vergleichbar sein und zusätzliche PC-spezifische Funktionen bieten. Dazu gehören eine höhere maximale Bildrate von 240 FPS und die Kompatibilität mit den Upscaling-Technologien NVIDIA DLSS 3, AMD FSR 3 und Intel XeSS 1.3. Was das bedeutet? Eines der grafisch anspruchsvollsten Spiele für die PlayStation 5 kommt jetzt auf den PC, wobei viele neue Features dafür sorgen, dass es dem Original in nichts nachsteht (oder sogar noch besser ist).

Die PC-Version von Final Fantasy XVI stammt von demselben Team, das auch für das Original für die PlayStation 5 verantwortlich ist, was bedeutet, dass die Entwickler das Spiel weitaus besser kennen, als es bei Portierungen von Konsolenspielen zu PC über externe Studios üblich ist. Die interne Portierung verzögerte die Veröffentlichung für PC, da das Team damit erst beginnen konnte, nachdem die PlayStation 5-Version fertig war, und selbst dann waren gleichzeitig DLCs in Arbeit.

„Unser Ziel, ein Spielerlebnis zu schaffen, das mit dem der PlayStation 5 vergleichbar ist, stellte uns aufgrund der großen Hardware-Vielfalt bei PCs vor spezielle Herausforderungen“, sagt er. „Es war sehr viel detaillierte Optimierung notwendig, aber wir glauben, dass wir unser Ziel erreicht haben.“

Tatsächlich, so Takai „wurden verschiedene Optimierungen, die wir für die PC-Version vorgenommen hatten, in vielen kleineren Updates nachträglich auch für die PlayStation 5 übernommen.“
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Gesicht
Zusätzlich zu Controllern unterstützt die PC-Version von XVI auch Maus und Tastatur. Konsolenspielern wird diese Steuerungsart möglicherweise seltsam anmuten, aber Takai versichert, dass das Team sich an ähnlichen Spielen orientiert habe, um eine Lösung zu finden, die gut funktioniert und an die Bedürfnisse der Spieler angepasst werden kann. „Bei der Steuerung hielten wir uns weitgehend an die heute bei PC-Titeln üblichen Standards“, erklärt er. Nachdem das Grundgerüst stand, lud Takais Team einige „überzeugte PC-Spieler aus dem Entwicklungsteam“ zu internen Tests ein, die helfen sollten, die Standardeinstellungen so natürlich und intuitiv wie möglich zu gestalten. „Wir wissen natürlich, dass jeder anders spielt, deshalb ist die Tastenbelegung vollständig anpassbar.“

Moderne Spielkonsolen überzeugen vor allem durch ihre blitzschnellen SSD-Laufwerke, die selbst bei komplexen und grafikintensiven Spielen wie Final Fantasy XVI beeindruckend kurze Ladezeiten ermöglichen. Eine Herausforderung für Takais Team, denn es konnte unmöglich davon ausgehen, dass alle PC-Spieler über die Schnelligkeit von SSDs verfügen. „Wir mussten unbedingt vermeiden, dass das Spiel mitten in einer epischen Schlacht lädt, daher haben wir viel Zeit und Mühe in die Optimierung des Spiels investiert“, sagte er. „Es sollte auf möglichst vielen verschiedenen Hardware-Konfigurationen laufen, sodass wir bis kurz vor der Veröffentlichung immer wieder Anpassungen vornahmen.“

Man erhält nicht oft die Gelegenheit, einen Game Director eines Spiels auf ein spezielles persönliches Ärgernis anzusprechen, daher nutzte ich den Moment, um Takai zu fragen, ob die PC-Version von Final Fantasy XVI nachträglich eine Option erhalten würde, mit der man den Himmel wolkenfrei machen könnte. (Fans der Konsolenversion wissen, wovon ich spreche.) „Tut mir leid, aber daraus wird nichts“, so die Antwort von Takai. Er fügte jedoch hinzu, dass Spieler, die den DLC The Rising Tide separat oder über die Complete Edition erwerben, Zugang zu einer brandneuen zusätzlichen Region mit strahlend blauem Himmel erhalten. „Ich hoffe, das ist ein Ausgleich.“
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Kampf
Eines der wichtigsten Verkaufsargumente für PC-Spiele ist die Unterstützung von Mods durch Fans. Sie revolutionierte Spiele wie Skyrim und Elden Ring, indem sie alles von Total-Conversion-Mods bis hin zu nahtlosem Multiplayer einführte. Takai bestätigte zwar, dass eine offizielle Mod-Unterstützung nicht geplant ist, da die meisten Mitglieder des Teams bereits an anderen Projekten arbeiten. Allerdings befürwortete er die Bemühungen der Community, das Spiel mit eigenen Mods zu erweitern. „Lasst eurer Kreativität freien Lauf“, sagte er. „Aber natürlich alles in Maßen!“

Wer weiß, vielleicht werden ja Fans dafür sorgen, dass der Himmel über Valisthea wieder strahlt.
 

Die PC-Wurzeln von Final Fantasy


Obwohl Final Fantasy traditionell als Konsolenspielreihe gilt, liegen die Ursprünge tatsächlich in den populären RPGs für PC der 1980er Jahre. Zu den bekanntesten gehören Ultima von Richard Garriott und Wizardry von Andrew C. Greenberg und Robert Woodhead. Hironobu Sakaguchi, der Schöpfer von Final Fantasy, ließ sich von diesen erfolgreichen westlichen Spielen sowie Dungeons & Dragons inspirieren und schuf einen familienfreundlichen Titel, den japanische Fans auf der damals neuen Famicom-Konsole von Nintendo (im Rest der Welt als Nintendo Entertainment System bekannt) spielen konnten. Mit der Reduzierung der komplexen und viel größeren PC-RPGs auf das Format von Spielkonsolen entwickelte Sakaguchi – gemeinsam mit Yuji Horii, dem Schöpfer von Dragon Quest – ein völlig neues RPG-Subgenre, das in ihrem Heimatland sofort erfolgreich war und etwa ein Jahrzehnt später dank Final Fantasy VII auch in der westlichen Welt einen kometenhaften Aufstieg erlebte.

Während viele der ersten Titel auch lange Zeit nach ihrer Erstveröffentlichung nur für Konsolen verfügbar waren, stieß der Riesenerfolg von Final Fantasy VII auf Sonys erster PlayStation-Konsole eine Portierung für PC an, die von der Square-Niederlassung in Costa Mesa entwickelt und von Eidos Interactive, das gerade dank seiner Tomb Raider-Reihe einen Höhenflug erlebte, auf den westlichen Märkten veröffentlicht wurde. Auch wenn die PC-Version von Final Fantasy VII nicht perfekt war, erschloss sie nicht nur ein ganz neues Publikum, sondern brachte auch eine eifrige Modding-Community hervor, die bis heute aktiv ist und den 27 Jahre alten Titel unglaublich verbessert hat.
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Fliegen
Obwohl nach Final Fantasy VII nur sporadisch PC-Versionen der Reihe erschienen, überraschte Square Enix bei seinem Square Millennium Event im Jahr 2000 mit der Ankündigung der Final Fantasy-Teile IX, X und XI. Noch beeindruckender als die gleichzeitige Ankündigung von drei Titeln der Hauptreihe, die in drei aufeinanderfolgenden Jahren veröffentlicht werden sollten, war die spektakuläre Rückkehr der Reihe auf den PC, wobei XI ein reines Online-MMORPG werden sollte. Der Titel erschien für PC und PlayStation 2 und war der erste der Reihe, der gleichzeitig für mehrere Plattformen veröffentlicht wurde. Trotz geteilter Meinungen zu XI aufgrund seiner Abkehr vom Einzelspieler-Konzept von Final Fantasy war es sowohl auf der PlayStation 2 als auch auf dem PC ein Riesenerfolg und läutete für die Reihe eine neue Ära als plattformübergreifendes Erfolgsprodukt ein – selbst heute zählt das Spiel auf eine kleine aber loyale Fangemeinde.

Nahezu vier Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung auf Spielkonsolen ist fast jeder Final Fantasy-Titel der Hauptreihe für PC erhältlich (außer Final Fantasy XIII). Mit Retro-Remakes wie der Final Fantasy Pixel Remaster-Reihe, die die ersten sechs Final Fantasy-Titel mit neuen Pixelgrafiken und modernen Funktionen aufpeppte, findet die Reihe immer neue Fans. Allerdings waren weder die PC-Portierung von VII, noch die Remakes der NES- oder SNES-Klassiker oder selbst das erste erfolgreiche MMORPG der Reihe der eigentliche Anlass für die Entwicklung der PC-Version. Vielmehr kam es dazu, als Square Enix 2013 mit Final Fantasy XIV: A Realm Reborn einen neuen Anlauf im Multiplayer-Bereich unternahm.
 

Attraktives Crossover


Mit über 30 Millionen registrierten Spielern (Stand: Januar 2024) ist Final Fantasy XIV Online mit seinen verschiedenen Erweiterungen (einschließlich dem neuen Dawntrail) eines der beliebtesten und meistgespielten Spiele in der Geschichte der Reihe – es bot sogar ein Crossover-Event mit Final Fantasy XVI namens „Der Pfad der Flammen“, das den Spielern von A Realm Reborn Zugang zu Clives Rüstung sowie einem Reittier und einem Begleiter gewährte, der auf dem liebenswerten Torgal aus Final Fantasy XVI basiert.

Aber damit war anfangs wirklich nicht zu rechnen.

Als Final Fantasy XIV im Jahr 2010 erstmals in einer völlig anderen Form als heute veröffentlicht wurde, wurde es wegen seines mangelhaften Gameplays und der dürftigen Leistung von der Kritik und den Fans zerrissen. Noch nie zuvor hatte die Reihe einen solchen Misserfolg erlebt, doch Square Enix setzte alles daran, den Titel genauso erfolgreich zu machen wie die anderen branchenführenden Produkte von Final Fantasy.
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Haltung 2
Etwa zur gleichen Zeit schloss sich Naoki Yoshida, ein relativ unbekannter Entwickler, Takai und dem Grafiker Hiroshi Minagawa an, um innerhalb von Square Enix eine inoffizielle Gruppe namens „Stray Dogs“ zu gründen. Zunächst ging es darum, zu erkennen, was sie bei der Vorbereitung auf die Umstellung auf HD-Grafik von westlichen Entwicklern lernen konnten. Yoshida schloss sich Square Enix ursprünglich an, um bei dem anderen großen MMORPG der Firma, Dragon Quest X, mitzuwirken. Aufgrund seiner Erfahrung mit Online-RPGs wurde er jedoch auch in Besprechungen über die zukünftige Gestaltung von Final Fantasy XIV einbezogen.

Das Ergebnis dieser Treffen war, dass Yoshida offiziell als Produzent und Director in das XIV-Team aufgenommen wurde und mit einer umfassenden Überarbeitung des MMORPGs begann.

In einem Interview im Jahr 2012 sagte Yoshida: „Man erwartete von uns ein Produkt einer gewissen Qualität und diese haben wir nicht geliefert. Uns war klar, dass es Square Enix langfristig schaden würde, wenn wir das Projekt einfach aufgeben würden. Daher beschlossen wir, es noch einmal zu versuchen, uns reumütig zu zeigen, unser Interesse an dem Projekt zu bestätigen und das Vertrauen der Spieler zurückzugewinnen, indem wir ihnen zeigen, dass wir ihnen das geben, was sie erwartet haben.“

In der Tat gelang es Yoshida, das Vertrauen der Spieler zurückzugewinnen. Auch zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung im August 2013 ist Yoshidas Final Fantasy XIV Online eines der beliebtesten und erfolgreichsten MMORPGs aller Zeiten und wird für seine Handlung, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit gefeiert.

Durch den Erfolg von A Realm Reborn und seinen Erweiterungen etablierte sich Yoshida bei Square Enix als Starentwickler und wurde nach der (turbulenten und längst überfälligen) Veröffentlichung von Final Fantasy XV im Jahr 2016 mit der Leitung des nächsten Haupttitels der Reihe betraut. Yoshida rief die „Stray Dogs“ zusammen und erarbeitete gemeinsam mit dem Autor Kazutoyo Maehiro, dem Komponisten Masayoshi Soken, dem Grafiker Kazuya Takahashi und dem eingangs erwähnten Combat Director Ryota Suzuki das zukünftige Konzept von Final Fantasy.
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Charakter
Während sich die Multiplayer-Elemente von XVI auf einen punktebasierten Arcade-Modus beschränken, geht Takai davon aus, dass die Fans von Final Fantasy XIV überrascht sein werden, wie vertraut sich die Bosskämpfe von XVI anfühlen. „Die Ähnlichkeiten sind zwar nicht beabsichtigt“, sage er, „aber es war wohl abzusehen, wenn man bedenkt, wie viele Mitarbeiter früher an XIV mitgewirkt haben oder selbst Krieger des Lichts sind! Wenn ihr XIV spielt, solltet ihr unbedingt auch XVI ausprobieren und sehen, wie viele Easter Eggs ihr findet!

Yoshida ist zwar für beide Projekte verantwortlich, aber die Teams von Final Fantasy XIV und XVI arbeiten nach den Worten von Takai völlig unabhängig voneinander. „Daher werden beide Spiele ihr eigenes Flair haben“, erklärt er. „Was die Planung neuer Inhalte betrifft, gibt es keinen großen Austausch zwischen den Teams, sodass auch die Frage nach Gemeinsamkeiten oder Unterschieden kaum aufkommt.

Wenn ich so darüber nachdenke, ist es schon erstaunlich, wie verschieden die einzelnen Spiele sind. Das liegt meiner Meinung nach vor allem daran, dass die Schöpfer der Reihe, wie Sakaguchi oder Kitase, uns das Gefühl vermittelten, dass Final Fantasy das ist, was wir daraus machen wollen.
 

Was wird aus Final Fantasy?


Für die Geschichte von Final Fantasy XVI schuf das Team von Takai und Yoshida eine ganz eigene Welt. Während ihr im Rahmen der Haupthandlung des Titels einiges über Valisthea erfahrt, erwarten euch im Spiel noch viel mehr versteckte Details. „Wer sich tiefer in die Legende von Valisthea einlesen möchte, sollte sich die verschiedenen Systeme ansehen, die es im Spiel gibt. Dazu gehören ‚Kompendium‘, ‚Die Mnemothek‘ und ‚Die Wunder der Welt‘“, so Takai.

Mit diesen Systemen soll der Ansatz aus Final Fantasy XII verbessert werden, indem das komplexe Hintergrundwissen und die Geschichte von Valisthea über intuitive UI-Elemente in das Spiel integriert werden. Zum Beispiel könnt ihr während einer Zwischensequenz auf das Kompendium zugreifen und enzyklopädische Einträge zu allen in der Szene erwähnten Charakteren, Nationen oder Informationen abrufen. Bei einem so langen und handlungsreichen Titel wie XVI ist diese Funktion ein Segen für alle, die nur mit Mühe den Überblick über die zahlreichen Charaktere und Handlungsstränge behalten können, und dazu gehöre auch ich als Final Fantasy-Veteran.
Interview zur PC-Version von Final Fantasy XVI – Pose
Für ein Spiel, das die Reihe auf einen neuen Level heben und gleichzeitig eine starke Verbindung zu seiner Vergangenheit aufrechterhalten möchte, sind diese tiefen Einblicke in die Geschichte von Valisthea durchaus angemessen. Vermutlich ist es kein Zufall, dass der erste Final Fantasy-Titel, der das Leben des Protagonisten über Jahrzehnte hinweg verfolgt, sich gleichzeitig auch bemüht, seine eigene langjährige Geschichte mit Veränderungen und Wachstum zu verbinden, während die Reihe bereits in die Jahre kommt.

Welches Schicksal erwartet also Final Fantasy XVI und was sagt uns das über die Zukunft der Reihe? Takai zufolge enthält die Final Fantasy XVI Complete Edition mit dem Basisspiel und den beiden DLCs bereits die vollständige Geschichte. „Wir werden oft von Fans gefragt, ob es weitere DLCs geben wird, aber derzeit sind keine Erweiterungen der Spielwelt geplant“, sagte er. „Das bedeutet jedoch nicht, dass neue Inhalte völlig ausgeschlossen sind.“

Was ist zum Beispiel mit dem Ende? Viele Fans wollten wissen, ob der DLC Antworten auf das bewusst mehrdeutige Ende des Spiels liefern würde, aber sie sollten vielleicht nicht zu viel erwarten. „Was das Ende anbelangt,“ sagte er, „gefällt mir diese Uneindeutigkeit. Es wird also keine offiziellen Ankündigungen dazu geben, was ‚tatsächlich‘ passiert!“
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Während Clives Geschichte zu Ende ist – was auch immer das bedeuten mag – sieht die Zukunft für Final Fantasy rosig aus. Da jeder neue Final Fantasy-Titel eigene Ideen verfolgt, konnte Takai nicht sagen, welchen Einfluss der Erfolg von Final Fantasy XVI auf die Zukunft der Reihe hat. „Hoffentlich inspiriert unsere Entscheidung, Neues auszuprobieren (wie Inhalte für Erwachsene oder Echtzeit-Action-Schlachten), das nächste Entwicklerteam dazu, ebenfalls etwas zu riskieren und ihren eigenen Weg zu gehen“, sagte er.

Was auch immer Final Fantasy als Nächstes erwartet, die Veröffentlichung der PC-Version von XVI bestätigt einmal mehr, dass die Popularität der Reihe sich weit über Spielkonsolen hinaus erstreckt, die ihr ursprünglich zu weltweitem Ruhm verhalfen.