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Fünf Stunden in HELL-A, eine Vorschau auf Dead Island 2 – einen grausamen, bizarren, anpassbaren Zombie-Kracher

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Craig Pearson
17. März 2023

Endlich erhebt sich Dead Island 2 aus dem Grab. Am 21. April 2023 erscheint Dead Island 2, die bizarre und grausame Fortsetzung des Action-Abenteuers. Wir haben einige Stunden mit den lebenden Toten der Dambuster Studios verbracht und ein Spiel erlebt, das gleichermaßen individualisierbar und blutig ist. Ihr bestimmt, wie ihr mit den Untoten umspringt. 

Von Anfang ist dies ein Spiel mit eigenem Stil, und zwar einem sehr verrückten. Ihr wählt euren Charakter aus einer Gruppe von Passagieren eines abstürzenden Flugzeugs. Wohlgesagt abstürzend, nicht abgestürzt. Noch in der Luft wählt ihr eine von sechs vor Schreck erstarrten Personen. Der oder die Glückliche wird den Absturz überleben und hofft, aus einem L.A. zu entkommen, das von den Untoten überrannt wurde. 

Wir wählten Amy. Jeder der sechs Charaktere beginnt mit zwei einzigartige Fähigkeitskarten, die nur bei der anfänglichen Wahl verfügbar sind und auf keine andere Weise erworben werden können. Eine von Amys Karten versieht sie mit einer sportlichen Vergangenheit, die er ihr ermöglicht, Angriffen auszuweichen – sehr wichtig bei einem Spiel mit Schwerpunkt auf Nahkampf. Außerdem sieht sie in einem Netzshirt ziemlich cool aus. Stil ist wesentlich. 

Karten spielen bei Dead Island 2 eine wichtige Rolle. Ihr sammelt sie im Spiel, stellt ein Deck zusammen und könnt sie nach Belieben austauschen. Experimentieren ist erwünscht – und macht wirklich einen Unterschied. Unterwegs sind wir auf die Karte „Safe Space“ (Sicherer Raum) gestoßen. Sie erzeugte jedes Mal eine Explosion, wenn wir ein Gesundheitspaket benutzen mussten. Die witzige, systematische Gewalt im Spiel warf unseren geplanten Spielstil komplett über den Haufen. Eigentlich wollten wir mit Amys Geschicklichkeit den Zombies ausweichen. Aber mit „Safe Space“ waren wir praktisch eine menschliche Bombe. Wir rannten in Zombiegruppen, wurden angegriffen, heilten uns und erzeugten eine Explosion, die die meisten von ihnen deutlich schwächte oder direkt erledigte. 

Hier erkennt man die sorgfältige Umsetzung der Spielidee, die Dead Island 2 zugrunde liegt. Inmitten von Innereien und Blut will das Spiel, dass ihr selbst bestimmt, wo es langgeht. 

Ihr wollt natürlich entkommen. Aber zwischen euch und der Freiheit stehen GTA-ähnliche Figuren, allerhand Zombies und weitläufige Teile der Stadt. Dead Island 2 ist nicht ganz die offene Welt von Dying Light 2 und es wimmelt in den Leveln auch nicht von Tausenden von Untoten. Stattdessen erkundet ihr Gegenden wie Bel Air und Beverly Hills. In diesen umfangreichen Leveln stecken unzählige Details. Ihr stoßt zum Beispiel auf das Haus eines Influencers, der sich auf einer Tafel dafür entschuldigt, dass er die Situation unterschätzt hat, oder auf eine Notiz über die Pandemie, in der von einem Truthahnsandwich die Rede ist. Es gibt weniger Zombies, als man es von modernen Zombie-Titeln gewohnt ist. Aber die Untoten in Dead Island 2 sind zäh und selbst mit allen verfügbaren Tricks nur schwer zu töten. 

Five Hours In Hell A A Hands On Preview Of Dead Island 2 Jump

Das „FLESH“-System erzeugt anatomisch korrekte Haut-, Fett- und Muskelschichten, zerbrechbare Knochen und sogar Organe. Irgendwo in jedem Zombie sehnt sich eine Gallenblase danach, durchstochen zu werden – und fröhlich springen Augäpfel aus den Höhlen. Das sind sozusagen die Eingeweide des Spiels und daher geht es bei der Action in Dead Island 2 weniger um Zahlen als um die Intensität. Klar, manche Untoten werden Opfer eines perfekt getimten Hiebs auf oder durch den Schädel, aber je mehr ihr die anatomischen Grausamkeiten erkundet, desto genauer könnt ihr eure Angriffe und Werkzeuge anpassen. 

Auch die Waffen sind sehr unterschiedlich. Alle haben grundlegende Effekte. Eine Machete ist scharf und kann verstümmeln, was wiederum Ausdauer wiederherstellt und sehr wirksam gegen Gliedmaßen ist. Einige Waffen haben Slots für Mods und Perks. Mit dem Perk „High Impact“ könnt ihr kräftiger zuschlagen und so wird die Machete zu einem effizienten Gliedmaßenhobel. Wir waren verblüfft, als nach einem schnellen Doppelschnitt beide Arme des angegriffenen Zombies einfach zu Boden fielen. Das konnte ihn allerdings nicht aufhalten. Wir mussten mit der Maustaste einen Power-Angriff aufladen und ihm mit einem Superschlitzer den Kopf abhacken. 

So ähnlich funktioniert das auch mit allen anderen Waffen. Gerüststangen verwandeln sich in wirksame Werkzeuge, um Gesichter zu verunstalten. Elektrisierte Schraubenschlüssel setzen „Runner“ unter Strom und sie bleiben wie festgenagelt stehen. Und wenn euch eine der Waffen besonders gefällt, könnt ihr sie an der Werkbank fit halten. Mit Reparaturen wirkt ihr ihrem Verschleiß entgegen, und wenn ihr sie parallel zu euch selbst und den Untoten auflevelt, wird sie euch immer treu begleiten. 

Überall lauern die verschiedensten Untoten und warten darauf, dass ihr sie für eure Experimente verwendet. Die häufigsten Zombies sind Geher, Läufer und Schlurfer. Sie alle werden prozedural aus George Romeros Schauspielklassen generiert. Ihr kämpft gegen Clowns, Polizisten und Fastfood-Lieferanten. Selbst einfache Zombies können mit Stacheldraht umwickelt sein, lichterloh brennen oder mit Granaten bestückt sein. Denkt an die bereits erwähnte „Safe Space“-Karte. Mit ihrer Explosion könnt ihr die Granaten zünden. Oft ergeben sich herrlich abscheuliche Effekte. 

Es gibt zusätzliche Kräfte, die „Curveballs“ genannt werden. Wenn ihr sie benutzt, müsst ihr einen Abklingzeit abwarten, bevor ihr sie erneut verwenden könnt. Shuriken zertrümmern die Kniescheiben der Läufer, sodass sie nur noch kriechen können. Und Rohrbomben ... sind eben Rohrbomben. Am besten gefiel uns der „Meat Bait“ (Fleischköder), mit dem man die Gewalt noch einmal aufmischen konnte. Die verwüstete Welt von L.A. strotzt von lodernden Flammen, baumelnden Drähten und ätzenden Pfützen – entweder als Teil der Level oder aus den Kanistern, die ihr einsammelt und verwendet. „Meat Bait“ lockt die Untoten dorthin, wo das blutige Bündel landet. So könnt ihr die Zombies ins Wasser lotsen und sie mit einem Stromschlag erledigen. 

Die Kombos sind im Spiel ausgesprochen wichtig. Manche Zombies brennen und ihr könnt sie mit einem Kanister Wasser löschen. Oder ihr lockt mehrere Untote mit „Meat Bait“ in explosive Fässer und werft eine Rohrbombe hinterher, die ein ganzes Feuerwerk in Gang setzt. 

Begegnungen mit verschiedenen NPCs sind Teil der Entwicklung der Geschichte. Bei dem Flugzeugabsturz rettet ihr eine berühmte Schauspielerin und kämpft euch dann zu ihrem Haus durch, das euch als Stützpunkt dient. Eine glänzende kleine Festung inmitten all des Schreckens, wo ihr handeln, reparieren, gefundene Blaupausen herstellen und zu Missionen aufbrechen könnt. 

Bei unserer kurzen Spielprobe war unsere Hauptaufgabe, ein Hotel zu finden, das als Evakuierungszentrum fungierte und in dem zufällig gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Das war ein witziges Beispiel für das Aufeinandertreffen von Geschichte und Umständen, das für Dead Island 2 charakteristisch ist. Auf unserem Weg durch das Hotel versuchte ein zusehends betrunkenerer Oberst, uns über die Gegensprechanlage mit Nachrichten zu provozieren. Wir kamen an einem Pool vorbei, der mit einem ätzenden Lösungsmittel gefüllt war und in dem die Armee die Körper von Untoten und möglicherweise auch von nicht ganz so Untoten auflöste. Dann wurde uns klar, dass der Spott nicht uns galt, sondern der Braut, deren Hochzeit durch den Ausbruch ruiniert wurde. Sie war überhaupt nicht glücklich. 

Als uns die Anweisungen des Obersts zu ihrem Zimmer führten, mussten wir feststellen, dass sie schon tot war. Ein monströser Zombie hatte sich ihrer angenommen. Das ist kein Witz: Beim ersten großen Bosskampf müsst ihr gegen die beleidigte Braut antreten. Ein Brautzilla. 

Und so haben wir auf der Tanzfläche des Hochzeitsempfangs gegen Becky die Braut gekämpft. Dabei sind wir ziemlich oft gestorben, denn wir waren zwar immun gegen die Zombie-Seuche, aber nicht gegen die Hiebe und Attacken der rasenden Braut. Während dieses Kampfes konnten wir eine Strategie erkennen: Als Amy kann man jede Waffe werfen und wieder einsammeln, was sich im Kampf gegen Becky als gute Taktik erweist, denn Amy ist im Nahkampf brutal. Und das taten wir. Wir schleuderten sorgfältig zusammengebastelte Elektro-Macheten, Armierungseisen und vieles mehr auf sie. Wir umkreisten sie, wichen ihr aus, sammelten die geworfenen Gegenstände ein und warfen sie erneut nach ihr, wobei wir gelegentlich noch zu einem Tritt oder Schlag mit einer Waffe ausholten, wenn wir nahe genug an sie herankamen. 

Eine riesige Braut auf der Tanzfläche wüten zu sehen, ist eine witzige Variante des Bosskampfs und wir hatten das Gefühl, eine ganz eigene Strategie entwickelt zu haben. Dieser Vorgeschmack auf Dead Island 2 weckt Appetit. Wir können es kaum erwarten, nach HELL-A zurückzukehren, wenn das komplette Spiel am 21. April 2023 im Epic Games Store erscheint.