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Fünf Gründe, warum Civilization VI noch immer so beliebt ist

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Colin Campbell
26. Apr. 2024
Civilization VI gehört trotz seines Alters von mehr als sieben Jahren zu den meistgespielten Spielen im Epic Games Store. Ich bin einer der größten Fans und habe im Laufe der Jahre abertausende von Spielstunden angehäuft, und auch heute noch spiele ich es mehrmals pro Woche – oft viele Stunden lang. Aber warum erfreut sich dieses umfangreiche Strategiespiel einer so ungebrochenen Beliebtheit?

Es ist episch und spannend

Zunächst einmal muss man anerkennen, dass es ein wirklich gutes Spiel ist, das durch komplexe und verzahnte Spielsysteme ein kohärentes Bild der Weltgeschichte vermittelt und die Fantasie beim Aufbau eines Imperiums simuliert. Keine zwei Spielsitzungen sind je identisch. Der Entwickler Firaxis Games hat die Spielabläufe sorgfältig aufeinander abgestimmt – sie begeistern und fesseln die Spieler und verzichten vollständig auf lästige Pflichtaufgaben.

Ihr steigt als echter historischer Imperiums-Erbauer in das Spiel ein – von Gilgamesch bis hin zu Königin Victoria – und blickt dabei auf eine größtenteils unerforschte Karte, in deren Mitte nur ein kleines Dorf steht.

Über viele Runden hinweg erkundet ihr euer Umland, und wenn ihr euer Territorium erweitert und Bauernhöfe, Bergwerke, Sägemühlen und Handelsrouten baut, erhaltet ihr Vorteile. Euer Dorf entwickelt sich langsam zu einer Stadt und ihr errichtet Annehmlichkeiten und notwendige Einrichtungen wie Stadtmauern, religiöse Monumente, eine Kaserne, Handelszentren und Unterhaltungseinrichtungen, um eure Macht, euer Territorium und euren Ruf zu stärken.

Ihr erforscht neue Technologien, die eure militärischen Unternehmungen vorantreiben, und stellt Armeen auf, die euer Gebiet gegen benachbarte Widersacher verteidigen. Wer dabei auf der Strecke bleibt, ist dem Untergang geweiht. Euer Imperium expandiert durch die verschiedensten Strategien, darunter Invasion, Diplomatie, religiöse Expansion, Handel und kulturelle Macht. Ihr habt die Wahl und könnt euch für eine Karriere als wütender Kriegstreiber entscheiden oder lieber eine Führungspersönlichkeit werden, die friedlich neben seinen Nachbarn lebt (obwohl letzteres ein schwierigerer Weg ist).

Nach unzähligen Spielstunden blickt ihr stolz auf euer großes Reich und zwingt alle anderen dazu, vor eurem Status als Weltherrscher in die Knie zu gehen.

Civ VI befriedigt ein starkes emotionales Bedürfnis

Das echte Leben ist chaotisch und verwirrend, aber Civilization VI bietet einen Krabbelstall, in dem eure Entscheidungen und Erfolge klar und deutlich miteinander in Verbindung stehen. Ihr lernt aus euren Fehlern und wenn ihr ein selbst gewähltes Ziel anstrebt, belohnt euch das Spiel schrittweise und stellt euch zufrieden.

Ihr beschäftigt euch mit Systemen, die euren Intellekt und eure Persönlichkeit ansprechen sollen. Wenn ihr jungfräuliche Gebiete mit Städten und Außenposten besetzt, fühlt sich das wie ein Akt der Schöpfung an. Die Interaktionen mit benachbarten Imperien simulieren reale politische Auseinandersetzungen und die Konsequenzen eurer Entscheidungen bescheren euch entweder Ruhm oder enden in einer Katastrophe.
Fünf Gründe, warum Civilization VI noch immer so beliebt ist – Karte
Es gibt auch einen erzieherischen Effekt. Mit Civilization VI erlangt ihr vermutlich keinen akademischen Grad in Geschichte, aber ich liebe die Geschichte und das Spiel hat mir viele interessante Erkenntnisse über antike und mittelalterliche Reiche vermittelt. Vor Civ VI hatte ich keine Ahnung, dass Lady Six Sky (Wac Chanil Ajaw) jemals gelebt hatte, aber jetzt fasziniert mich diese Maya-Kriegerkönigin aus dem 7. Jahrhundert.

Langlebigkeit zählt

Die Civilization-Reihe gibt es schon seit den frühen 90ern (ich bin seit 1996 dabei) und stand schon immer unter dem Motto „nur noch eine Runde“. Dieses wunderbare Prinzip hält uns Süchtige bis in die frühen Morgenstunden wach und wir planen nächtelang unseren Weg zur Weltherrschaft.

Wir freuen uns über jede neue Veröffentlichung, denn Firaxis feilt stetig an seinen Systemen, implementiert neue Ideen und reagiert auf kulturelle Veränderungen. Bei Civilization VI dreht sich alles um die Geschichte des menschlichen Zusammenlebens und um Macht, aber es regt mich auch zum Nachdenken über aktuelle Themen an, wie unser Verhältnis zu Kolonialismus, militärischer Expansion und kultureller Aneignung.

Es ist über die Jahre gewachsen

Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2016 hat Firaxis immer wieder größere und kleinere Updates eingeführt und den Umfang des Spiels stetig erweitert. Eine dieser Erweiterungen (Rise and Fall) führte die komplizierte Aufgabe ein, sich die Loyalität der Bevölkerung zu sichern – ist das Volk mit eurer Herrschaft unzufrieden, wird es sich gegen euch auflehnen und alle erdenklichen Probleme verursachen. Bei der Erweiterung „Gathering Storm“ müsst ihr euch mit dem Klimawandel auseinandersetzen und bei „Roter Tod“ erlebt ihr eine spannende postapokalyptische Battle Royale.
Fünf Gründe, warum Civilization VI noch immer so beliebt ist – Vulkan
Inzwischen gibt es aufregende neue Zivilisationen wie die Maya, Äthiopier, Byzantiner und Gallier. Alle Anführer sind wunderbar dargestellt und besitzen facettenreiche Persönlichkeiten mit ihren ganz eigenen Marotten und Strategien. Jede Zivilisation verfügt über Stärken und Vorteile, hat aber auch ihre Beschränkungen.

Ihr stellt gerne mächtige Landarmeen auf? Dann ist ein Reich wie Deutschland genau das Richtige für euch. Wenn ihr eure Macht aber lieber durch Religion, Technologie oder Kultur verbreiten wollt, entscheidet ihr euch besser für Zivilisationen, die Missionierung, Forschung oder die Schaffung von Kunst favorisieren.

Spielt, wie es euch gefällt

Civ VI bietet eine Vielzahl an spielbaren Alternativen. Ich genieße Civ VI lieber alleine, mit einem zufälligen Anführer auf einer riesigen Karte und in einem möglichst ausgedehnten Zeitrahmen. Ich kenne allerdings auch viele Spieler, die immer mit dem gleichen Anführer auf der gleichen Karte usw. spielen. Ihr könnt auch jederzeit in den Multiplayer-Modus einsteigen – dann spielt sich Civ VI radikal anders und erfordert rücksichtslose Effizienz und einen klinisch-militaristischen Ansatz.

Es gibt verschiedene Einzelszenarien, wie zum Beispiel das Römische Reich. Aber im normalen Einzelspieler-Spiel steht ihr ständig vor neuen Herausforderungen, je nach den verschiedenen Karten, und es werden euch sogar zufällige Feinde zugewiesen, mit denen ihr euch auseinandersetzen müsst.

Letztendlich erfordert Civilization VI jede Menge Zeit, Konzentration und Engagement. Unzählige Wege führen zum Sieg oder zur Niederlage und es erfordert Fantasie, Kreativität und Flexibilität. Es ist beruhigend, den eigenen Weg zum Ruhm zu beschreiten, aber auch aufregend, wenn man sich den politischen Realitäten fügen muss.

Ich liebe dieses Spiel schon seit vielen Jahren und auch der nächste Teil, der Gerüchten zufolge in den kommenden 12 Monaten erscheinen soll, wird mich ganz sicher wieder begeistern und in seinen Bann ziehen. Solange es Civilization-Spiele gibt, werde ich sie auch spielen.

Civilization VI ist im Epic Games Store verfügbar.