
Mit G-Rebels heben Kampfflugsimulationen im Cyberpunk-Stil endlich ab

Das Cyberpunk-Rennspiel Wipeout von Psygnosis (1995) machte mit seinen atemberaubenden Rennen und coolem Vibe die PlayStation bekannt, doch viele schätzten eher die weniger bekannte Flugkampfsimulation G-Police des Studios aufgrund ihrer spannenden Luftkämpfe und hochmodernen Cyberpunk-Städte. Obwohl diese Art von Luftkämpfen mittlerweile von den meisten Spielern vergessen wurde, zielt Reakktor Studios mit dem geistigen Nachfolger G-Rebels darauf ab, sie endlich zum Durchstarten zu bringen.
„Wir hofften Jahre, eigentlich eher Jahrzehnte, dass jemand das Kernkonzept – eine futuristische Flugsimulation, die Helikopter- und Jetmechaniken vereint – mit einer modernen Engine neu interpretieren würde“, erzählte Martin Schwiezer, Gründer und Kreativdirektor des Studios. „Die Zeit verging, doch niemand stellte sich der Herausforderung. Und so haben wir im Jahr 2022 unseren Mut (und unsere Ersparnisse) zusammengenommen und beschlossen, es selbst zu tun!“
In dem Moment, in dem ihr euch aus eurem Hangar in die nächtliche Skyline von Daevos begibt, ist es offensichtlich, dass 30 Jahre technologischen Fortschritts in dieser dystopischen Metropole – einer der vier verbliebenen Städte nach einer katastrophalen Klimakatastrophe – nicht verschwendet wurden. G-Police litt unter Problemen mit der Abbildungs-Distanz, doch G-Rebels zielt auf spektakuläre Grafikqualität, eine lebendige Atmosphäre und die Grenzenlosigkeit einer modernen Flugsimulation ab. Beherrscht ihr die Triebwerke eures Skyblades so gut, dass ihr die Aussicht genießen könnt, ohne versehentlich mit etwas zusammenzustoßen, könnt ihr das selbst bewundern.

Ihr startet von eurem Hangar aus in Richtung eines Horizonts aus hoch aufragenden Gebäuden, die von Wolken umhüllt sind. Die einzige Beleuchtung kommt von Fenstern der Wolkenkratzer, riesigen neonfarbenen Reklametafeln und den hell flackernden Scheinwerfern von Schiffen, die ihrem Ziel entgegenrasen. Dann bricht der Tag an, der Nebel lichtet sich und die weiten Horizonte der Welt werden euch auf erstaunlich unscheinbare Weise offenbart.
Bisher sind die Reakktor Studios eher aus dem Weltall bekannt. Im Weltraum-MMO Black Prophecy glänzten sie durch die Entwicklung eines visuell beeindruckenden Gameplays, das keine hohen Anforderungen an die Hardware der Spieler stellte. Es nutzte bunte Hintergründe, minimale Geometrie und 360 Grad Freiheit komplett aus. Angesichts der nun höheren grafischen Ambitionen bereuen sie es nicht, auf die Erde zurückgekehrt zu sein.
„Dank moderner Technik können wir die Schönheit dieses Planeten mit dynamischem Wetter, Tag-Nacht-Zyklen und wechselnden Jahreszeiten zeigen“, sagte Schwiezer. „Es gibt Momente während der Entwicklung, in denen wir einfach nur etwas für 30 Sekunden testen wollen. Doch plötzlich gibt es einen Wetterumschwung, Blitze ziehen über den Horizont, und ich sitze in meinem Cockpit über einer felsigen Insel im Ozean oder schlängle mich durch eine Metropole, umgeben von Hunderten von Luftfahrzeugen. Diese Art Atmosphäre verwandelt einen kurzen Test ganz schnell in eine einstündige Sitzung, in der wir nur herumschweben.“
Wie im Vorgänger auf der PS1 spielt ihr immer noch einen Polizisten mit außergerichtlichen Aufgaben, der draußen unbeschwerte Spritztouren genießt. Schwiezer: „Im Gegensatz zu vielen traditionellen Flugsimulatoren wollten wir den Spielern viel zu tun geben.“ In diesen Cyberpunk-Städten wird es euch nie langweilig: Es wimmelt nur so vor Kleinkriminellen, die es aufzuspüren und zu vernichten gilt. Ihr könnt Dragsterrennen fahren und kriminelle Banden bekämpfen oder unterstützen.

In Luftkämpfen mit anderen Skyblades schlängelt ihr euch geschickt zwischen Wolkenkratzern hindurch und rast in Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagden durch die Wolken. An anderer Stelle nehmt ihr es mit riesigen Trägerschiffen oder befestigten Außenposten auf, wobei es sich anfühlt, als würde ein X-Wing gegen einen Sternenzerstörer kämpfen.
Das Spiel erinnert Spieler vielleicht an die Ace-Combat-Reihe, doch G-Rebels bietet neben seiner gewichtigen, schnellen und helikopterähnlichen Steuerung, bei der die Feinabstimmung der Höhe im Vordergrund steht, eine einzigartige Besonderheit. Scan-Tools ermöglichen es euch, Feinde, Verstecke und Hinterhalte zu enthüllen, bevor die Action beginnt. Und die Hacking-Mechaniken gehen sogar noch weiter. Damit könnt ihr Feinde ins Chaos stürzen, indem ihr ihre Fahrzeuge steuert, Außenposten kontrolliert, Generatoren oder Schilde deaktiviert und vieles mehr.
„Das verleiht dem Gameplay ein gewisses Stealth-Element. Es geht nicht nur ums Fliegen und Schießen, sondern manchmal auch darum, eure Umgebung zu überlisten“, sagte Schwiezer.
Es klingt nicht so, als gäbe es in einem Open-World-Spiel, in dem man bis in die Stratosphäre aufsteigen kann, viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Doch Schwiezer wies darauf hin, dass das aus Gebäuden bestehende Gelände reichlich Deckung biete, wenn man von den exponierten Höhen hinabfliegt. Solltet ihr jemals in Schwierigkeiten geraten, versteckt euch hinter Gebäuden, um Zeit zu gewinnen und eure Schilde zu regenerieren, bevor ihr wieder angreift.
Diese Open World und ihre vier unterschiedlichen Metropolen, zu denen die Spieler reisen werden, haben es Schwiezer und seinem Team eindeutig angetan, das seine 35-jährige Erfahrung nutzt, um die Welt so facettenreich wie möglich zu gestalten.

„Eine Welt zum Leben zu erwecken ist eine der lohnendsten Herausforderungen in der Spieleentwicklung“, sagte er. „In G-Rebels ist jedes winzige Licht am Horizont, jeder Gleiter und jedes Luftschiff, an dem ihr vorbeikommt, lebendig, lässt sich scannen und hat eigene Fracht, Piloten und gehört einer Fraktion an. Open-World-Spiele verfügen über eine ganz besondere Magie. Spieler wollen sofort die Grenzen austesten. Allein das Experimentieren mit diesen Möglichkeiten macht schon Spaß. Es verleiht der Welt ein Gefühl von Autonomie.
Wenn ein Spieler beim Fliegen durch unsere Welt die Zeit vergisst, wissen wir, dass wir gute Arbeit geleistet haben.“
G-Rebels erscheint demnächst im Epic Games Store.