
Gaming-PC: Alle Bauteile im Überblick

Wenn ihr neu in der Welt der PC-Spiele seid oder euch noch nie einen eigenen Rechner zusammengestellt habt, kann es verwirrend sein, den Überblick über alle Teile zu behalten, die ihr für einen funktionierenden PC braucht. Es ist nicht einfach, alle richtigen Teile für den perfekten Gaming-PC zu finden, aber wir helfen euch gerne. Im Folgenden sehen wir uns die einzelnen Komponenten eines PC an und erklären euch, wie ihr euren neuen Gaming-PC zum Laufen bringt.
Da sich Hardware so schnell weiterentwickelt, geben wir keine konkreten Empfehlungen zu Hardwaremodellen oder Produkten. Stattdessen enthält dieser Leitfaden allgemeine Informationen, mit denen ihr versteht, wie die verschiedenen Komponenten eines Computers funktionieren und miteinander arbeiten. Für euren eigenen Gaming-PC müsst ihr euch also selbst die richtigen und kompatiblen Teile suchen.
Prozessor (CPU)
Der Prozessor wird oft als Gehirn eines PC angesehen. Der Prozessor verwaltet Daten und Aufgaben und sendet sowie empfängt Signale zwischen den verschiedenen Komponenten des PC. In der Regel wird die Leistung eines Prozessors heutzutage in Gigahertz (GHz) gemessen – je höher, desto schneller.
Früher hatten Prozessoren normalerweise einen Kern, d. h. eine einzelne Einheit, die Befehle ausführt, rechnet, Daten verwaltet und für die Datenkoordination zwischen den anderen Komponenten des PC zuständig ist. Viele moderne Prozessoren haben mehrere Kerne, wodurch der PC mehr Daten gleichzeitig verarbeiten kann. Und je mehr Daten der PC verarbeiten kann, desto schneller geht alles vonstatten.
Bei der Wahl eines Gaming-Prozessors sind vor allem eine hohe Taktfrequenz (in Gigahertz bzw. GHz) und die Anzahl der Kerne wichtig – und natürlich euer Budget.
Außerdem müsst ihr darauf achten, dass der von euch gewählte Prozessor mit eurer Hauptplatine kompatibel ist und dass ihr eine gute Kühlung besitzt, damit er nicht überhitzt.
Grafikkarte (GPU)
Die Grafikkarte ist die vielleicht wichtigste Komponente in einem Gaming-PC. Sie ist für Dinge wie Bildschirmauflösung, Grafikerzeugung, Bildwiederholrate und allgemeine Bildqualität zuständig.
Moderne Grafikkarten verfügen über VRAM, eine spezielle Art von Hochgeschwindigkeits-Arbeitsspeicher, der mit der Hardware verlötet ist. Dieser ist auf die Bedürfnisse der Grafikkarte zugeschnitten und arbeitet unabhängig vom langsameren Arbeitsspeicher eures Prozessors. Je mehr VRAM die Grafikkarte hat, desto mehr Assets – also Shader, Texturen und andere Grafikdaten – kann sie speichern, damit sie schneller darauf zugreifen kann. Der Vorteil von mehr VRAM besteht darin, dass ihr dadurch normalerweise Spiele mit höheren Qualitätseinstellungen, Bildraten und Auflösungen spielen könnt und dabei unerwünschte Nebenwirkungen wie Lag oder Ruckeln vermeidet.
Es gibt zwar keine einhellige Meinung, aber heutzutage werden für das Spielen mit 1080p mindestens 8 GB VRAM empfohlen. Höhere Auflösungen und anspruchsvolle Spiele profitieren oft von 12 GB oder mehr. Vergesst nicht, dass PC-Spiele immer die Grenzen der Hardware ausreizen, daher ist der Kauf einer Grafikkarte mit mehr VRAM ein guter Weg, eure Hardware zukunftssicher zu machen.
In den meisten Fällen sind die Mindestanforderungen von Spielen an die Grafikkarte vorab bekannt. Ihr könnt sie im Epic Games Store auf der Seite des entsprechenden Spiels im Abschnitt „Systemanforderungen“ sehen.
Denkt daran, dass Desktop-Grafikkarten im Allgemeinen leistungsstärker als Laptop-Grafikkarten sind. Das solltet ihr bei der Auswahl eures Gaming-Geräts im Hinterkopf behalten.
Hauptplatine (auch: Motherboard)
Eure Hauptplatine ermöglicht es eurem Prozessor, mit den anderen Komponenten zu kommunizieren. Ihr könnt sie euch wie Land und Straßen vorstellen, auf der sich Informationen zwischen eurem Speicher, Prozessor und Ports fortbewegen.
Achtet bei der Auswahl der Hauptplatine für euren Gaming-PC darauf, dass der Chipsatz mit eurem Prozessor, eurer Grafikkarte, eurem Arbeitsspeicher, euren Laufwerken und anderen Peripheriegeräten kompatibel ist. Überlegt euch danach, ob ihr bestimmte Premium-Funktionen, wie integrierte Bluetooth-Unterstützung, benötigt.
Arbeitsspeicher (RAM)
Im Arbeitsspeicher eures PC werden kurzzeitig Daten aufbewahrt. Er enthält Daten, die viel schneller zugänglich sind als von eurer Festplatte oder SSD. Je mehr Arbeitsspeicher ihr habt, desto schneller kann euer PC auf eure Eingaben reagieren und Aufgaben ausführen.
In den meisten Fällen sind die Mindestanforderungen von Spielen an den Arbeitsspeicher vorab bekannt. Ihr könnt sie im Epic Games Store auf der Seite des entsprechenden Spiels im Abschnitt „Systemanforderungen“ sehen.
Datenspeicher: Festplattenlaufwerke (HDD) und Solid-State-Drives (SSD)
Bei einem Gaming-PC werden Daten auf Laufwerken gespeichert. Je größer das Laufwerk ist, desto mehr Platz habt ihr für Programme, Medien und Spiele.
Es gibt zwei grundlegende Arten von Laufwerken: Ein Festplattenlaufwerk (HDD) speichert Daten auf sich drehenden Scheiben. Je schneller sich diese drehen, desto schneller lässt sich auf die Daten zugreifen. Ein Solid-State-Drive (SSD) speichert Daten ohne sich bewegende Teile.
Ein SSD kann schneller als ein Festplattenlaufwerk auf Daten zugreifen, was für höhere Computerleistung sorgt. Der Nachteil ist, dass sie teurer als Festplattenlaufwerke sind.
Zwei Arten von SSD-Verbindung sind besonders weit verbreitet: SATA und NVMe. SATA ist eine ältere Technologie, die ursprünglich für sich drehende Festplattenlaufwerke entwickelt wurde und danach an SSD angepasst wurde. Es stellt eine günstige Wahl für einen Gaming-PC der Einstiegsklasse dar. NVMe-Technologie wurde speziell für SSD entwickelt. Die höhere Bandbreite ermöglicht einen wesentlich schnelleren Datenzugriff.
Könnt ihr keine SSD für euer Budget finden, bietet ein HDD/SSD-Hybrid eine kostengünstige Lösung, die durch den Einsatz beider Technologien mehr Speicherplatz und bessere Performance ermöglicht. Allerdings sind SSD mittlerweile um einiges günstiger als früher und bei manchen leistungshungrigen modernen Spielen bereits Pflicht.
Netzteil (PSU)
Das Netzteil versorgt euren Gaming-PC mit Strom. Er wird an die Steckdose angeschlossen, wandelt dann Strom um und verteilt ihn an eure Komponenten.
Netzteilhersteller geben die Leistung ihrer Produkte in Watt an. Komponenten, wie euer Prozessor oder eure Grafikkarte, benötigen eine gewisse Wattzahl, die euer Netzteil bereitstellen muss. Wie beim Arbeitsspeicher und VRAM empfiehlt es sich, für die Zukunft ein wenig Luft nach oben zu lassen. Online gibt es viele Rechner für Netzteile, die sich durch eine einfache Suche finden lassen.
PC-Gehäuse: Größen, Arten und Kühlsysteme
Im Allgemeinen lassen sich PC-Gehäuse mit ihren verschiedenen Formen und Größen in folgende Kategorien einteilen:
Full-Tower-Gehäuse sind die größten vertikalen PC-Gehäuse und bieten den meisten Platz für Komponenten und Kühlsysteme. Mid-Tower und Mini-Tower sind kleinere Versionen davon. „Small Form Factor“-Gehäuse (SFF) sind besonders kompakt und lassen sich gut transportieren, bieten aber nur wenig Platz für weitere Komponenten. Desktop-PC-Gehäuse sind ebenfalls sehr platzsparend und darauf ausgelegt, mitsamt Monitor, Tastatur und Maus auf einen Schreibtisch zu passen.
Es ist wichtig, dass euer Gehäuse mit eurer Hauptplatine kompatibel ist und genug Platz für alle Komponenten bietet. Ihr müsst auch berücksichtigen, was für ein Kühlsystem ihr möchtet. Viele Gaming-PCs setzen zwar auf Luftkühlung mit mehreren Lüftern, doch auch Flüssigkühlsysteme werden immer beliebter. Flüssigsysteme kühlen zwar besser, dafür kosten sie auch mehr und sind fehleranfälliger. Ihr könnt euch auch für ein Hybridsystem entscheiden, dass sowohl Luft- als auch Flüssigkühlung einsetzt.
Soundkarten und Netzwerkkarten
Die meisten Hauptplatinen haben eine eingebaute Soundkarte, aber ihr könnt auch eine eigene installieren.
In Spielen ist der Ton extrem wichtig. Eine Soundkarte kann Spielern helfen, Schritte oder Schüsse in der Ferne zu hören. Wenn ihr eine bessere Soundkarte möchtet, solltet ihr darauf achten, dass sie eine geringe Latenz, einen Verstärker für Kopfhörer sowie Surround-Sound bietet.
Eine Internetverbindung für das Herunterladen und Spielen ist ein Muss beim Spielen auf dem PC. Es kann sein, dass auf eurer Hauptplatine bereits eine Netzwerkkarte eingebaut ist, doch wenn nicht, müsst ihr euch überlegen, ob ihr euch eine anschaffen solltet. Bei der Wahl einer Netzwerkkarte kommt es darauf an, dass sie geringe Latenzzeiten hat und die Geschwindigkeit eures Internets bewältigen kann. Zwar ist eine starke WLAN-Verbindung praktisch, dennoch ist eine kabelgebundene Internetverbindung meist zuverlässiger. In der Regel solltet ihr eine Netzwerkkarte kaufen, die sowohl WLAN als auch eine verkabelte Verbindung ermöglicht.
Externe Peripheriegeräte
Neben den internen Komponenten eures Gaming-PC können auch externe Peripheriegeräte eine große Rolle spielen. Sie sollten eurem Budget und euren Bedürfnissen als Gamer entsprechen.
Monitore und Anzeigegeräte
Gaming-Monitore oder -Anzeigegeräte, die den Grafikmöglichkeiten eures PC entsprechen oder sie übertreffen, sind die ultimative visuelle Komponente. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen einem normalen Computermonitor und einem Gaming-Monitor. Gaming-Anzeigegeräte verfügen häufig über eine höhere Bildwiederholfrequenz. Manche haben sogar eingebaute Hardware, damit sie besser mit eurer Grafikkarte funktionieren. Stellt sicher, dass der Monitor optimal auf euer System abgestimmt ist.
Maus und Tastatur
Eine anständige Gaming-Tastatur und -Maus sorgen für optimalen Spielspaß. Gaming-Mäuse und -Tastaturen sind oft so gebaut, dass sie schneller reagieren und mehr aushalten als normale PC-Geräte.
Eine gute Gaming-Tastatur verfügt über Funktionen wie programmierbare Tasten. Damit können Spieler benutzerdefinierte Befehle für häufig eingesetzte Aktionen festlegen. Sie sollte sich aber auch für den alltäglichen Gebrauch abseits des Spielens eignen. Gaming-Tastaturen gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen, sodass auch ihr schnell eine finden solltet, die euren Bedürfnissen und eurem Stil entspricht.
Gaming-Mäuse sind eine Hauptkomponente jedes Gaming-PC. Viele Gaming-Mäuse verfügen über Anpassungsoptionen, wie programmierbare Tasten und die Möglichkeit, Gewichte hinzuzufügen oder zu entfernen. Einige werden mit Herstellersoftware geliefert, mit der ihr Dinge wie die Scrollradgeschwindigkeit und die DPI-Rate einstellen könnt. Bei der Wahl der richtigen Gaming-Maus für euren PC kommt es auch auf ihre Form an.
Headset und Lautsprecher
Es lohnt sich nicht, eine gute Soundkarte zu kaufen, wenn die Lautsprecher den hochwertigen Klang nicht wiedergeben können. Ein gutes Soundsystem verstärkt die Immersion eines Spiels. Es gibt zwar eine Reihe einfacher und kostengünstiger Lautsprecher, aber eine Investition in etwas mit einem größeren Funktionsumfang kann sich lohnen. Surround-Sound-Lautsprecher samt Subwoofer bringen den Boden zum Beben und machen es einfacher, beim Spielen Gegner zu finden.
Auch ein gutes Headset gehört zur Grundausstattung für Gamer. Sie kosten oft weniger, und manche können die Vorteile von Surround-Sound nachahmen. Viele Gaming-Headsets verfügen über ein ansteckbares oder eingebautes Mikrofon, über das ihr mit eurem Team kommunizieren könnt, während ihr spielt oder auf Discord abhängt. Einige qualitativ hochwertige Gaming-Headsets haben ein externes Mischpult, mit dem ihr euch die ideale Mischung aus Chat, Spielgeräuschen und Lautstärke ganz nach eurem Geschmack zusammenstellen könnt.
FAQ zu den Komponenten eines PC
Was ist die wichtigste Komponente eines Gaming-PC?
Viele würden sagen, dass es eine leistungsfähige Grafikkarte ist, denn sie bestimmt, wie gut die Grafik ist. Allerdings ist auch ein guter Gaming-PC nur so stark wie das schwächste Glied. Wenn euer PC nur aus hochwertigen Komponenten besteht, verfügt er über genügend Leistung, damit ihr eure Spiele genießen könnt.
Wie oft sollte ich die Komponenten meines Gaming-PC aktualisieren?
Wie oft man seine Komponenten aktualisiert, hängt natürlich von einem selbst ab, aber ihr könnt damit rechnen, eure Komponenten mehr oder weniger regelmäßig zu ersetzen. Manchmal geht etwas kaputt oder veraltet. Daher solltet ihr in Sachen PC-Hardware auf dem Laufenden bleiben.
Ist es besser, einen Gaming-PC zu kaufen oder selbst zu bauen?
Viele PC-Spieler bauen sich lieber ihre eigene Maschine. Dadurch können sie jeden noch so kleinen Aspekt ihren Bedürfnissen und ihrem Budget anpassen. Allerdings spricht auch nichts dagegen, einen vorgefertigten Gaming-PC zu kaufen, wenn ihr wenig Vertrauen in eure technischen Fertigkeiten habt oder euch nicht die Zeit nehmen möchtet, die einzelnen Teile zusammenzusuchen und alles zusammenzubauen.
Wie viel sollte ich für einen Gaming-PC veranschlagen?
Grob geschätzt kostet ein Gaming-PC für Einsteiger zwischen 500 und 800 €. Damit solltet ihr viele Spiele spielen können, allerdings könnte das System bei einigen neuen und besonders anspruchsvollen Titeln an seine Grenzen stoßen.
Ein Gaming-PC der Mittelklasse kann zwischen 800 und 1.500 € kosten und ermöglicht es euch, die meisten modernen Spiele mit mittleren Grafikeinstellungen und bei mittlerer Bildwiederholfrequenz zu spielen.
Wer nach dem Neuesten und Besten sucht, muss in aller Regel mehr als 1.500 € ausgeben, um die aktuellste Hardware zu erhalten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Topmaschinen 2.000 € und mehr kosten.
Kann ich mit einem Gaming-PC auch andere Aufgaben erledigen?
Absolut. Ein Gaming-PC kann alle Aufgaben bewältigen, die auch ein normaler PC erledigen kann. Tatsächlich eignet sich ein Gaming-PC dank seiner leistungsstarken Grafikkarte oft auch hervorragend für die Bearbeitung von Fotos, Audio und Videos.
Sobald ihr euren neuen Gaming-PC zusammengebaut habt, stöbert im Epic Games Store nach Spielen und werft auch einen Blick auf die Neuigkeiten-Seite im Epic Games Store, damit ihr keine Updates zu euren Lieblingsentwicklern und -spielen verpasst.