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GNOG ist ein explosiv fröhliches und positives Erlebnis

J
John Walker
2. Jan. 2024
Die Diskussionen rund um das Thema „Was ist ein Spiel?“ kann sinnvoll mit einem einzigen Satz beantwortet werden: „Halt die Klappe.“ Nachdem das geklärt ist, können wir uns gemütlich hinsetzen und uns dem herrlichen Spiel GNOG widmen. Stellt euch dieses außergewöhnliche Werk als eine Art Antistress-Spielzeug vor: eine Reihe magisch animierter Kisten, die in Farben und Klängen explodieren, während ihr mit Knöpfen und Schaltern herumprobiert. Es ist einfach fröhlich – pure sprühende Fröhlichkeit in Form eines Videospiels.

Was bei GNOG am meisten auffällt, ist sein absolutes Selbstvertrauen. Nichts ist von der Schüchternheit zu spüren, die man beim ersten Projekt eines Indie-Teams, erwarten würde, das vorsichtig seine Konzepte vorstellt, bevor es an Intensität zunimmt und euch offen herausfordert. GNOG gibt stattdessen von Anfang an Vollgas und bombardiert euch mit seinen frechen Designs und Farbschemen. Seine Selbstsicherheit ermuntert euch, drauflos zu experimentieren. Anweisungen werdet ihr vergebens suchen – das Spiel will, dass ihr einfach loslegt und herumprobiert, und diese feste Überzeugung, dass es hält, was es verspricht, bewirkt, dass ihr genau das tun werdet.

Jeder Level beginnt als ein Paket, dass eine Art Lunchbox enthält. Sobald ihr sie öffnet, wird eine Art Rätselkiste voller Hebel, Knöpfe, Rädchen und Schalter sichtbar, die darauf warten, dass ihr sie ausprobiert. Und erst wenn ihr das tut, findet ihr heraus, was sie bewirken. Ein Hebel löst vielleicht prächtige, musikalisch untermalte Animationen aus. Wenn ihr eine Reihe fischförmiger Lichter markiert, öffnet sich vielleicht eine Abdeckung und enthüllt weitere interaktive Elemente, die euch einladen, damit herumzuspielen.
GNOG ist ein explosiv fröhliches und positives Erlebnis – Rätsel
Letztendlich ist GNOG eine Reihe von Rätselkisten, die oft unserer Idee von Rätseln trotzen. Denn es ist weder erkennbar, was man erreichen will, noch, wie man es erreichen kann. Die zielgerichtete Interaktion mit dem Spiel wird neu definiert und im besten Fall weicht der Wunsch, das Rätsel zu lösen, dem Wunsch, einfach nur herumzuspielen. Manche Elemente der Rätsel sind auch leichter zu verstehen – gelegentlich trefft ihr auf halb offensichtliche Hinweise, an denen ihr zum Beispiel die richtige Position einer Drehscheibe erkennen könnt –, die jedoch zu den weniger interessanten Momenten von GNOG zählen.

Dass ein Level abgeschlossen ist (ein einheitliches Konzept von Abschließen gibt es nicht), erkennt ihr daran, dass die Kiste zu singen beginnt. Gleichzeitig tanzen kaleidoskopische Hintergrundanimationen und alles verbreitet eine Atmosphäre von Freude und positiver Energie. Alle Interaktionen lösen akustische und visuelle Reaktionen aus und geben euch das Gefühl, dass ihr gerade das Erwachsenen-Pendant zu interaktiven Babyspielbögen entdeckt habt. Die Momente voller Musik und tanzender Freude beim Abschluss eines Levels sind für mich die erwachsene Version des reinen Entzückens von Babys.

Dass GNOG kein großartiges Ziel – und keinen tieferen Sinn – hat, ist schön, denn die Ermunterung, einfach absichtslos zu spielen, ist an sich schon großartig und tief genug. Es ist rundum so prächtig und klingt so wunderbar, dass das Herumprobieren selbst schon die perfekte Belohnung ist.

Schaut euch GNOG im Epic Games Store an.