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Happy's Humble Burger Farm findet den Horror im Fast Food

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Steven Nguyen Scaife
2. Okt. 2023
Happy's Humble Burger Farm spielt in einer der grauenvollsten Umgebungen, die das Horror-Genre zu bieten hat: einem Fast-Food-Restaurant. Wie durch einen unscharfen VHS-Filter blickt ihr während eurer Nachtschicht auf den Gastbereich eines scheinbar ganz normalen Restaurants, der mit lächelnden Figuren von Bauernhofmaskottchen dekoriert ist. Sie sind nicht nur die sichtbare Repräsentation eines gewaltigen Werbeimperiums, sondern auch einer Reihe von skrupellosen Unternehmensexperimenten. Herauszufinden, was es mit diesem raffinierten Mythos auf sich hat, ist eines der Hauptvergnügen des Spiels. Das Entwicklungsteam von Scythe hat sich mit Zeichentrickserien, Radiointerviews und einem illustrierten Mitarbeiterhandbuch große Mühe gegeben, die Grenzen dieser seltsamen Realität zu verwischen.

Anfangs sind die Tierfiguren nur Dekoration, während ihr im Restaurant schuftet und in einer endlosen Rennerei zwischen der Gefriertruhe und dem Herd allein die gesamte Küchenarbeit erledigt. Vor allen Dingen beschreibt das Spiel überraschend mitfühlend die hektische Arbeit der Bedienung, die bei der Zubereitung der Bestellungen ständig unter Zeitdruck steht. Anfangs dürft ihr nur einfache Sandwiches zubereiten, aber selbst dabei könnt ihr Fehler machen: Grillt den Bratling nicht zu lange, lasst ihn nicht zu lange abkühlen und verwendet keine Zutaten, die der Kunde nicht mag. Beim geringsten Fehler erwartet euch der Horror: Happy the Humble Heifer zieht euch in eine dunkle Parallelwelt, in der ihr einen Burger für sie zubereiten müsst, ehe sie euch tötet.

Im Verlaufe des Spiels müsst ihr mit immer mehr Gerichten, Getränken und Aufgaben fertigwerden. Die Speisekarte wird um Shakes, Softdrinks und Hotdogs ergänzt und zwischendurch müsst ihr eine lebendige Ratte fangen oder ein Klo der Toilette reinigen, in der die Einheitskunden mit ihren Mitnehmpackungen verschwinden. Happy's Humble Burger Farm gibt offen zu, dass ihr es mit einer fehlerhaften Simulation zu tun habt, und bombardiert euch zusätzlich zu der Plackerei mit allen möglichen gruseligen Hindernissen. Manche stören einfach nur, wie Lampen oder Geräte, die sich unerklärlicherweise ausschalten – wesentlich lästiger sind da schon die hin und her huschenden und explodierenden Humanoiden, die ihr meiden müsst, ohne euer Arbeitstempo zu verringern. In der Fast-Food-Branche ist keine Zeit für ängstliche Rückzieher. Der Horror ist nur ein weiteres Anzeichen einer miserablen Arbeitsumgebung, die scheinbar sogar geeignet ist, Ratten in den Amoklauf zu treiben.
Happy's Humble Burger Farm findet den Horror im Fast Food
Die Welt ist größer als euer Restaurant – jeden Tag erwacht ihr in einer schäbigen Wohnung, die gerade so weit von eurer Arbeit entfernt ist, dass der Weg unbequem wird. Es gibt Läden, in denen ihr Kosmetikartikel und (schließlich) Handwerksmaterialien kauft, um Tastaturen zu hacken oder Löcher in die Wände zu sprengen, um diesem Albtraum zu entkommen. Bei näherer Betrachtung stellt ihr fest, dass manche Gegenstände nur zweidimensionale Tafeln sind oder dass andere Wohnungen nur halbfertig sind, weil sie sowieso nur als Kulisse dienen.

Und schließlich stoßt ihr auf die Behausungen der Maskottchen der Burgerfarm, die allesamt zu einem grässlichen Leben in entstellten neuen Formen erweckt wurden. Aber selbst hier dürft ihr nicht auf traditionelle Kämpfe hoffen. Die einzige Methode, euch dieser Scheußlichkeiten zu entledigen, ist die Fähigkeit, für die ihr das ganze Spiel lang geübt habt: unter Zeitdruck Essen zuzubereiten. In Happy's Humble Burger Farm kocht ihr um euer Leben.

Happy's Humble Burger Farm ist im Epic Games Store verfügbar.