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Die chaotischen 50v50-Schlachten von Hell Let Loose verlangen Teamarbeit

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Thomas Wilde
20. Jan. 2025

Hell Let Loose gab es vom 2. bis zum 9. Januar im Epic Games Store kostenlos, in etwa zeitgleich mit dem Erscheinen eines neuen DLCs und einem großen Update im November. Der epische Zweiter-Weltkrieg-Shooter mit seinen massiven 50v50-Schlachten erlebt einen Höhenflug, und der Moment, einzusteigen, ist optimal – aber wenn ihr glaubt, ihr wisst, was euch erwartet, liegt ihr höchstwahrscheinlich falsch.

Vielleicht habt ihr schon ein halbes Dutzend Zweiter-Weltkrieg-Shooter gespielt. Das Genre hat in den letzten 20 Jahren reichlich Vertreter gesehen und sämtliche Schauplätze kamen in mindestens einem großen Spiel vor. Ihr könnt den Krieg auf fast jede Art führen, von verherrlichender Science-Fiction in Wolfenstein bis zum relativen Realismus der Sniper Elite-Reihe.

Doch selbst in diesem bereits überfüllten Sektor sticht Hell Let Loose heraus. Bei dem Spiel geht es nicht nur um Realismus – Kooperation, Ressourcenmanagement und sorgfältig geplante Taktik stehen im Mittelpunkt der riesigen Level.

Wie schon erwähnt, ist Hell Let Loose ein PvP-Shooter mit gigantischen 50v50-Schlachten auf historisch akkurat nachgebildeten Schlachtfeldern und authentischer Technologie der Epoche. Ihr könnt aus 14 Klassen wählen (auch wenn das Spiel euch empfiehlt, als einfacher Gewehrschütze zu beginnen) und mit Schusswaffen, Bomben und Fahrzeugen kämpfen.

Neulinge erkennt man in Hell Let Loose sofort, sie sind nämlich wahrscheinlich tot. Hell Let Loose verlangt in jedem Moment Zusammenarbeit und taktisches Vorgehen. Das ist bei Online-Shootern nichts Neues – besonders bei solchen mit großen Mehrspielerkarten und -partien wie Battlefield oder Delta Force.

In Hell Let Loose seid ihr allein allerdings aufgeschmissen. Weder superschnelle Reflexe noch ausgiebige Erfahrung können euch retten, wenn ihr den Alleingang versucht. Ein Spieler fällt bei der ersten Kugel, die ihn trifft. Wenn ihr es allein versucht, spielt eure Klasse keine Rolle – ihr werdet die meiste Zeit flach auf dem Rücken liegend verbringen oder auf euren Einsatz warten.

Hell Let Loose wird nicht umsonst als „hardcore“ angepriesen. Das Spiel eignet sich nicht, um in einer Partie zwanglos ein- und wieder auszusteigen. Es ist für Spieler gedacht, die ein immersives und herausforderndes taktisches Gameplay suchen. Koordinierung entscheidet darüber, ob ihr einen Fortschritt erzielt oder als Leiche endet.
Hell Let Loose 7
Um zu überleben, müsst ihr Schlachtfeldtaktiken anwenden, ein Aspekt, den das Spiel aus dem Echtzeitstrategie-Genre übernimmt. Euer Ziel in jeder Runde ist es, mithilfe von Eroberungspunkten Gebiete in eure Gewalt zu bringen und zu sichern, das gelingt allerdings nur, wenn ihr eng mit eurer Einheit und dem Kommandanten zusammenarbeitet. Ohne Sprachchat geht hier gar nichts. Wenn ihr in Hell Let Loose aufs Ganze gehen wollt, solltet ihr euch zunächst so schnell wie möglich einem Clan anschließen – viele verfügen sogar über einen eigenen Discord-Server.

Sobald ihr in Hell Let Loose einem Match beitretet, gehört ihr zu einer von mehreren aktiven Einheiten. Dabei funktioniert jede Einheit als eigenständiger, unabhängiger Trupp. Im Optimalfall sprecht ihr auch eure Klasse mit der Einheit ab, um so effizient wie möglich zu sein. Zu einer idealen Einheit gehören ein Offizier (der eure Einheit anführt und mit den Anführern von anderen Einheiten kommuniziert), eine Unterstützung (die Mitspieler mit Vorratspaketen versorgt), ein Sanitäter (der das Verbandsmaterial der Soldaten auffüllt, Teammitglieder heilt und ausgeschaltete Spieler wiederbelebt) und ein Pionier (der sich um den Sprengstoff kümmert, Fahrzeuge repariert und Strukturen und Befestigungsanlagen baut).

Für die Offensive sind Gewehrschützen bewusst eine Einstiegsoption ohne besondere Spezialisierung. Ihr könnt auch den Sturmangreifer für Nahkampfgefechte wählen, oder einen Automatikgewehrschützen, um Bereiche mit MG-Feuer zu bestreichen, oder als Späher und Scharfschütze im Teamwork weiter entfernte Ziele ausschalten. Die meisten Spieler werden euch allerdings empfehlen, zunächst mit dem Gewehrschützen Erfahrung zu sammeln, denn für die anderen Klassen benötigt ihr fortgeschrittene Fähigkeiten oder Kenntnisse.

In jeder Fraktion übernimmt ein Spieler die Rolle des Kommandanten und spielt damit sehr unterschiedlich zum Rest. Als Kommandant habt ihr die Aufgabe, die Offensive der Fraktion zu koordinieren, indem ihr euren Teams konkrete Befehle gebt.
Hell Let Loose 6
Noch wichtiger ist, dass Kommandanten über verschiedene Ressourcen verfügen, mit denen sie auf der taktischen Karte Spezialfähigkeiten einsetzen können. Diese Ressourcen – Personalstärke, Munition und Treibstoff – werden von Knotenpunkten erzeugt, die von Pionieren gebaut werden, wobei sich die Personalstärke mit jedem gefallenen Soldaten eurer Fraktion automatisch verringert. Ein guter Kommandant kann einen Kampf mit wenigen gutplatzierten Fahrzeugen oder kurzzeitigen Spawnpunkten zu euren Gunsten wenden, aber eine falsche Entscheidung kann die gesamte Strategie eures Teams zunichte machen.

Wenn ihr lieber als Unterstützung spielt, könnt ihr eurem Kommandanten unter die Arme greifen und eurem Team helfen, indem ihr gemeinsam mit einem Pionier in aller Stille möglichst viele Knotenpunkte baut. Die Knotenpunkte müssen 50 Meter Abstand voneinander haben und können von Feinden zerstört werden, eine Verteidigung zum Beispiel mit Panzerabwehrminen ist daher eine gute Idee.

Unabhängig davon sind die Klassen in Hell Let Loose so gestaltet, dass sie sich gegenseitig verstärken. In vielen anderen Shootern sind Koordinierung und Teamwork eine willkommene Hilfe. In Hell Let Loose sind sie Voraussetzung. Kooperatives Spiel bedeutet hier nicht einen Vorteil, sondern ist ein absolutes Muss. Einzelgänger sind nicht gefragt.

Hell Let loose ist jetzt im Epic Games Store verfügbar und mit der Deluxe oder Ultimate Edition erhaltet ihr auch gleich einige DLCs des Spiels im Gepäck.