
Neuigkeiten
Hellforged angetestet: Hacken, Schnetzeln und Zaubern ist nur der Anfang
M
Matt Cabral
Glücklicherweise erledigt mein riesiger Streitkolben die Gegner aus nächster Nähe im Handumdrehen, während meine Projektilzauber die Bösewichte aus der Ferne in Schach halten. Dazu kommt noch ein intuitives Ausweichmanöver, das mir vorübergehende Unbesiegbarkeit verleiht, und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass ich diesen Dungeon mit kaum mehr als ein oder zwei Kratzern an meiner Rüstung überstehen werde.
Doch während ich mich in einen befriedigenden Rhythmus aus Plündern, Leveln und dem Vernichten von Horden mythischer Monster hineinfinde, wird Hellforged seinem Ruf als „Extraction-Bullet-Hell-Spiel“ immer mehr gerecht. Die Gegner – mittlerweile zu Hunderten – scheinen nicht weniger zu werden, im Gegenteil, ihre Zahl steigt unaufhaltsam, bis ich nur noch eine winzige Insel bin, umgeben von einem Meer albtraumhafter Kreaturen. Unterdessen lockt mich ein Portal in der Nähe mit einer schnellen, einfachen Flucht zurück in die behagliche Sicherheit meines Lagers.

Natürlich bedeutet es auch, dass ich auf die feige Art meine Haut zu retten, darauf verzichte, epische Ausrüstung zu ergattern, die ich hätte bekommen können, wenn ich die Krypta erfolgreich – und heldenhaft – bewältigt hätte. Die Aussicht auf bessere Beute ist jedoch nur ein Teil des Reizes, denn Hellforged bietet ein unglaublich süchtig machendes, auf Fortschritt ausgerichtetes Gameplay, das dafür sorgt, dass ich immer bereit bin, das Risiko einzugehen, zu Brei zermalmt zu werden – nur um bessere Belohnungen zu erhalten.
Zunächst einmal gibt es EP im Überfluss, was wiederum dazu führt, dass man ebenso zügig im Level aufsteigt. Level sind mehr als nur eine Zahl, die euer Ego streichelt – sie bieten euch die Möglichkeit, aus drei Eigenschaften zu wählen, die euren ohnehin schon fähigen Paladin noch mächtiger machen. Ihr könnt euer gesammeltes Gold auch investieren, um Schatztruhen freizuschalten, die ähnliche, auf Entscheidungen basierende Belohnungen in Form von Relikten enthalten. Beides zusammen versorgt euch mit einer Flut von aktiven und passiven Boosts, dank derer ihr fast genauso stark werdet wie die immer größer werdenden Bedrohungen durch die Gegner.
Aber diese Vorteile, die eure Werte verbessern, kratzen nur an der Oberfläche, denn die Schreine, die Bosse herbeirufen, bergen die wahren Belohnungen. Überlebt die zahlreichen Herausforderungen lange genug, und eine dieser Zufluchtsstätten (Sanctuary) wird auf der Karte erscheinen und euch dazu einladen, eine mürrische Bestie zu wecken, um die Chance auf eine magische Fähigkeit zu erhalten. Besiegt das riesige Monster – meist eines mit Reißzähnen, Hörnern oder Klauen – und ihr könnt euch anschließend einen elementaren, spielentscheidenden Vorteil aussuchen, der euch hilft, noch länger zu überleben.
Wenn ihr euch dem Ende eines Krypta-Durchlaufs nähert, seid ihr möglicherweise ein Kraftpaket mit zahlreichen Fähigkeiten geworden, das Feuerwände beschwört, Eissplitter verschießt und nekrotischen Schaden verursacht – und das alles, während ihr von wirbelnden Kugeln geschützt werdet, die eure Gegner mit Blitzen grillen. Und dabei sind die zusätzlichen Eigenschaften und Relikte noch gar nicht mitgerechnet, durch die ihr beispielsweise jedes Mal, wenn ihr einen Goldhaufen plündert, ein feuriges Geschoss abfeuern könnt oder eine Spur aus Flammen hinter euch herzieht, wenn ihr in Sicherheit hechtet.

Doch der Kampf gegen Heerscharen von Höllenkreaturen, um in Dungeons voranzukommen und immer mächtiger zu werden, macht nur die Hälfte des fesselnden Reizes von Hellforged aus. Auch wenn das Erkunden von Krypten richtig Spaß macht und für ordentlich Blasen an den Daumen sorgt, ist die Rückkehr ins Lager sowohl Segen als auch Fluch. Das Gute daran ist, dass ihr mit all der Beute, die ihr gesammelt habt, abzieht und so euer Arsenal für den nächsten Durchlauf aufstockt. Ob ihr überlebt oder nicht, zeigt aber auch die Roguelite-Seite des Spiels, bei der euch all die Kräfte, mit denen ihr gerade noch eure Gegner vernichtet habt, wieder entzogen werden.
Aber keine Sorge, denn Hellforged bietet einige geniale Wendungen, die jeder potenziellen Langeweile oder Frustration den Garaus machen. Zunächst mal gehört euch die ganze glänzende Beute, die ihr euch gesichert habt, nicht nur ganz allein, sondern sie wartet auch nur darauf, von eurem Schmied im Lager aufgerüstet zu werden. Und ganz in der Nähe des freundlichen Schmiedemeisters findet ihr auch einen riesigen Fähigkeitenbaum mit permanenten Verbesserungsmöglichkeiten. Und das Beste daran: Irgendwann schaltet ihr das Arsenal frei, mit dem ihr selbst bestimmen könnt, welche Fähigkeiten und Relikte in euren Durchläufen auftauchen sollen.

Nach meinen paar Stunden in Hellforged konnte ich es kaum erwarten, wieder einzutauchen und mich erneut in die von Monstern wimmelnden Krypten zu wagen. Aber es gibt noch so viel, was ich noch nicht erlebt habe, zum Beispiel, wie es sich anfühlt, den „Bloodshard Earth-Breaker“ zu schwingen – eine legendäre Waffe, die ich mir verdient habe, nachdem ich den Nekromanten-Endboss eines Dungeons besiegt habe. Und dann ist da noch die Dunkelelfe Mortenzia, eine zweite spielbare Heldin, die ich kurz vor dem Ende meiner Demo freigeschaltet habe.
Wie bei einem mächtigen alchemistischen Gebräu wirft Hellforged jede Menge Zutaten in den Kessel – Action-RPG, Bullet-Hell, Survival, Extraktion und Roguelite. Aber nach meinem kurzen Vorgeschmack sieht es so aus, als würden wir hier eine wirkungsvolle Mischung bekommen, die ich gerne wie einen lebensspendenden Trank hinunterstürzen werde.
Hellforged erscheint demnächst im Epic Games Store.