
Wie ein kleines Team aus Entwicklern von Bandai Namco die zarte und doch robuste Papierwelt von Hirogami schuf.

Fast alles in Hirogami ist aus Papier, was Hiro, „einen Fächer schwingenden Meister der Faltkunst“, wie Publisher Kakehashi Games ihn beschreibt, besonders mächtig macht. Sogar Hiro selbst ist aus Papier und kann sich zu einem zerknitterten, einzelnen Blatt auseinanderfalten, um durch einen schmalen Schlitz zu schlüpfen, oder als meisterhaft gefalteter Papierflieger über große Entfernungen hinwegschweben. Als ein mysteriöses digitales Wesen, der Fraß genannt, die Zerbrechlichkeit der Welt bedroht, ist es an Hiro, den Frieden in der Welt von Hirogami wiederherzustellen.
Hirogami ist das Werk eines kleinen Teams von sieben Vollzeit-Entwicklern bei Bandai Namco Studios. Es ist Teil einer internen Initiative, die es kleinen Teams im Unternehmen ermöglicht, ihre eigenen Spiele zu entwickeln. Die Entwickler, die in den Büros von Bandai Namco Studios in Singapur und Malaysia arbeiten, hatten sich von der Mitarbeit bei den Spielen Tekken und Ace Combat des Unternehmens zurückgezogen, um ein originales Indie-Spiel zu entwickeln: Hirogami. Hirogami, das am 3. September erscheinen soll, ist ein 3D-Action-Plattformerspiel, das von der japanischen Origami-Kunst inspiriert ist. Als der Fraß über das Land herfällt, macht sich Hiro auf den Weg, um die Eindringlinge zu bekämpfen, und nutzt die Beschaffenheit und Vielseitigkeit des Papiers zu seinem Vorteil, indem er sich zu verschiedenen Formen faltet oder entfaltet, um Rätsel zu lösen oder Gegner zu bekämpfen.

Die Beschaffenheit des Papiers – ein einfaches, natürliches und empfindliches Material – macht Hirogami zu einem faszinierenden Spiel. „Eine Welt aus Papier weckt Staunen und vermittelt die Vorstellung von unverfälschter Kreativität“, sagt Creative Director Yandhie Pratopo, „und sie steht ganz natürlich für Themen wie Vergänglichkeit und Wandel, die mit unseren erzählerischen Zielen stark im Einklang stehen.“ Er erklärt weiter, dass sich das Team von Anfang an darüber einig war, dass die Welt und das Wesen von Hirogami auf Origami basieren sollten, es aber „schwierig“ fand, Tradition und eine Neuerfindung dieser Kunstform auszubalancieren. „Es gab Zeiten, in denen wir uns genauso zerknittert und abgenutzt fühlten wie Hiro selbst, aber die Schönheit des Projekts lag in dieser Unvollkommenheit“, erklärt Pratopo.
Mit der Art und Weise, wie sich Hiros Verwandlungen falten und entfalten, wollte das Studio etwas schaffen, das eindeutig von Origami inspiriert war. „Unser Design-Mantra lautete immer: ‚Das Gameplay hat Vorrang’", sagt Lead Game Designer Yi Han Yong. „Jede Falte, jede Form und jede Silhouette musste damit übereinstimmen, was die Figur tun kann. Als wir den Charakter entworfen haben, ging es nicht einfach darum, dass er cool aussieht. Wir haben immer darauf geachtet, dass jede Form auch ihre Mechanik widerspiegelt. Gary Choo, unser Art Director, war akribisch darauf bedacht, wie Verbindungen und Falten in Bewegung funktionieren würden. Er sorgte zum Beispiel dafür, dass das Papier an der richtigen Stelle gefaltet wird, um klare, deutliche Angriffe und fließende Übergänge bei der Animation zu ermöglichen.“
Wie Yong erklärt, eröffnete die Flexibilität des Papiers – die Möglichkeit, es zu falten, zu rollen oder zu zerknüllen – dem Team auch viele Gameplay-Optionen. Papier wirkt oft schwach oder empfindlich, und diese Zerbrechlichkeit musste gegen das Gewicht einer Welt abgewogen werden, die bodenständig und realistisch aussehen sollte. Diese Spannung zwischen der empfindlichen Beschaffenheit des Papiers und der Vitalität einer lebendigen Welt steht laut Pratopo „im Mittelpunkt von Hirogami“.

„Wir haben uns auf die Zartheit, die Falten, die Textur und die Abnutzung konzentriert und darauf geachtet, dass alles authentisch wirkt“, fügt er hinzu. „Als Ausgleich haben wir leuchtende Farben (gelegentlich aus strategischen Gründen abgenutzt und verblasst), auffällige Charaktere und dynamische Animationen verwendet, um die Welt lebendig und ausdrucksstark zu gestalten.“
Das Studio animierte die Welt und ihre Papierfiguren im Stop-Motion-Stil, weil man das, wie Yong sagt, für einfach und für Hirogami angemessen hielt. Es erwies sich allerdings als eine größere technische Herausforderung, die Papierfalten über Hiros verschiedenen Transformationen hinweg gleichmäßig beizubehalten. „Wir haben monatelang herumprobiert, um das Gameplay mit dem handgefertigten Design zu verbinden“, sagt er.
Was das Team am Ende geschaffen hat, ist eine Welt, die lebendig wirkt, wie „ein Ort mit Geschichte, Kultur und Seele“, erklärt Pratopo. Hirogami soll Spielern ein Gefühl des „stillen Staunens“ vermitteln, fügt er hinzu, „als würde sich in ihnen eine vergessene Erinnerung entfalten.“
„In der Geschichte geht es nicht nur darum, eine Welt zu retten, sondern auch darum, in Mängeln die Schönheit zu erkennen und Stabilität in einem unvollkommenen Selbst zu finden.“
Hirogami erscheint am 3. September im Epic Games Store.