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Wie Everything durch Erkundung den Sinn des Daseins erforscht

K
Khee Hoon Chan
2. Nov. 2023
Im riesigen Universum von Everything könnt ihr sein, was ihr wollt – das kleinste Mikrobiom, der größte Planetoid oder sogar ein Wollmammut mit glasigen Augen. Ihr könnt über grasbewachsene Ebenen stampfen und auf der Suche nach den entlegensten Winkeln des Kosmos durch die Himmelssphäre schweben. Oder ihr singt, tanzt und lauscht den heimlichen Gedanken anderer Kreaturen oder Gebilde. Everything ist ein Spiel, in dem euch florierende, artenreiche Ökosysteme erwarten, deren Realität ihr erkunden sollt.

Aber selbst das ist eine grobe Vereinfachung dessen, was Everything zu bieten hat. Schon die Erkundung hat wenig mit dem zu tun, was wir aus anderen Titeln gewohnt sind, wie die Streifzüge durch die Open-World-Landschaften von The Elder Scrolls Online oder die Untersuchung des Sammelsuriums in What Remains of Edith Finch. Stattdessen lädt Everything euch ein, die allgegenwärtige Vernetzung unserer Existenz zu erforschen und darüber nachzudenken. Das Thema hat sehr viel Tiefe, doch das Spiel präsentiert es auf eine Weise, die leicht verdaulich und zugleich unendlich abstrakt ist.

So könnt ihr das Spiel beispielsweise als Eisplanet beginnen und schon bald ein anderes naheliegendes Objekt verkörpern. Das tut ihr, indem ihr euch zu etwas Größeren wie einer Galaxie mit einer Milliarde Sterne entwickelt oder euch in etwas Kleineres, z. B. einen massiven Eisberg verwandelt. Auf diese Art könnt ihr euch in alles Mögliche verwandeln, auf das ihr stoßt: eine Kuh, einen Baum oder sogar eine Insel. Während ihr euch umherbewegt, erscheinen neben den Dingen Sprechblasen, die introspektiven, manchmal banalen Monologe anderer Gegenstände oder Kreaturen. Ein Gänseblümchen kann euch von seiner Existenzangst und von seiner Bedeutungslosigkeit im kolossalen Universum von Everything erzählen. Ein Sandkorn berichtet euch möglicherweise davon, dass es gerne die Sterne beobachten möchte. Eine Ameise ist etwas genervt, weil sie ihren anstrengenden Bruder suchen muss, der sich wieder irgendwo herumtreibt. Sammelt diese Informationen und nutzt sie, um euch selbst Gedanken zu machen, die ihr dann mit anderen teilen könnt.
Wie Everything durch Erkundung den Sinn des Daseins erforscht – Ameisen
Wenn euch das zu willkürlich erscheint, könnt ihr diese Formen in einer Enzyklopädie archivieren und katalogisieren, die mit euren Streifzügen durch die verschiedenen Ebenen der Existenz wächst. Irgendwann packte mich die Neugier, die mikroskopischste Lebensform zu entdecken, die man in Everything verkörpern kann. Ich tauchte immer weiter in den Kern des Universums ein, bis ich die Quantenebene erreichte. Dort sind Dinge wie Elektronen und Teilchen aus elektromagnetischen Wellen so unfassbar klein, dass die Gesetze der Physik kaum auf sie zutreffen. Als ich noch weiter vordrang, wurde ich zurück auf die kosmische Ebene katapultiert: In das Reich des Weltraums, der Galaxien, der Sterne und anderer astronomischer Phänomene. Bei der Erkundung in Everything geht es nicht zuletzt um grundlegende Fragen des Seins, und das Spiel bietet eine Diskussionsplattform dafür, wie unser Universum funktioniert. Es ist sehr beruhigend.

Eure Expeditionen werden von kurzen, fesselnden Clips des verstorbenen Philosophen Alan Watts untermalt, in denen er über die philosophische Natur des Seins sinniert. Seine Beiträge sorgen für einen entspannenden Soundtrack zum lebendigen Universum des Spiels: Eine erfrischende Ode an die Komplexität der Existenz.

Everything ist im Epic Games Store verfügbar.