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Wie RoboCop: Rogue City meinen Traum einer erweiterten Sicht erfüllte

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Stephen Wilds
13. Nov. 2023
RoboCop ist eigentlich eine Ikone der 80er Jahre, aber der chromglänzende Cyborg ist nach wie vor ein Renner. Hinter RoboCop: Rogue City stecken Leute, die sich große Mühe gemacht haben, es mit dem Ausgangsmaterial sehr genau zu nehmen, und zwar nicht nur mit versteckten oder raffinierten Anspielungen auf die Filme, sondern vor allem mit der Präsenz der entscheidenden Elemente des Originals. Eine Sache hat mich ganz besonders beeindruckt und mir in gewisser Weise einen Lebenstraum erfüllt: Endlich durfte ich mit kybernetischen Augen spielen.

Die Sicht durch Alex Murphys Augen ist einer der bemerkenswerten visuellen Effekte der RoboCop-Filme. Die bionischen Augäpfel sind ihm dabei behilflich, unterwegs jede Situation mit robotischer Präzision zu analysieren. Die leuchtend grünen Einblendungen samt Begleittext markieren Ziele, identifizieren Gegenstände und untersuchen wichtige Hinweise für seine Ermittlungen. Obendrein kann Murphy praktisch alles heranzoomen – eine fantastische Fähigkeit. Ich bin aufgrund meines Albinismus von Geburt an sehbehindert und die visuelle Wahrnehmung war immer problematisch, was sich auch bei vielen Spielen bemerkbar macht.

Als Entwickler Teyon zum ersten Mal Rogue City vorstellte, wirkte es sehr interessant, aber ich ging davon aus, dass die Scan-Funktion eher sporadisch verfügbar sein würde. Als ich es dann selbst spielte, überraschte es mich sehr, wie diese Funktion in die Spielmechanik integriert worden war. Man sagt, um wirklich nützlich zu sein, müssen viele Funktionen für die Barrierefreiheit von den Entwicklern bereits in der Planungsphase berücksichtigt bzw. in das grundlegende Gameplay integriert werden – Rogue City ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man es richtig macht. Zum Glück hatten die Entwickler den Ehrgeiz, den Filmen möglichst nahe zu kommen, und übernahmen die grün leuchtenden Einblendungen. Man kann sie leicht per Tastendruck aktivieren und der Umfang der Einblendungen lässt sich während des Spiels erweitern – man kann sogar die Fertigkeit kaufen, verschiedene wichtige Elemente automatisch zu markieren. Außerdem kann man bei schlechten Lichtverhältnissen über eine Taste die Nachtsichtfunktion aktivieren.
Wie RoboCop: Rogue City meinen Traum einer erweiterten Sicht erfüllte – Scan
RoboCop ist nicht nur stark, sondern auch eine effektive Tötungsmaschine. Wenn er einen Raum voller Ganoven betritt, fliegen die Kugeln und zielsicher erledigt er die Verbrecher in kürzester Zeit. Mit seiner Scan-Fertigkeit markiert er jeden Feind in Reichweite in einer auffälligen Farbe und die Zielerfassung macht mich zu einem erstklassigen Schützen, der dem heldenhaften Ruf von RoboCop gerecht wird. In jeder einzelnen Mission des Spiels macht mich seine RoboCop-Sicht zielsicher, lässt mich zusätzliche Munition finden und hilft mir, Granaten auszuweichen. Der Scanner informiert mich außerdem über wichtige Gegenstände, die ich brauche, was mir allerhand Sucherei erspart.

Diese Erfahrung hat meine Begeisterung für das Spiel geweckt. Rogue City hat noch einiges mehr zu bieten, aber die kybernetische Sicht aus den Filmen, von der ich immer geträumt habe, ist genial. Natürlich kann das nicht bei jedem Spiel funktionieren, aber mehr integrierte Funktionen für Barrierefreiheit wie diese wären wirklich schön, auch wenn sie nicht perfekt zum Ausgangsmaterial passen. Ich möchte mehr als menschlich sein – oder zumindest genauso gut, wenn das möglich ist.
 
RoboCop: Rogue City ist im Epic Games Store verfügbar.