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In „No More Room in Hell 2“ sind andere Spieler eure beste Überlebenschance

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Phil Hornshaw
16. Okt. 2024

Als ich in dem First-Person-Survival-Horrorspiel No More Room in Hell 2 meinem ersten Zombie begegnete, überkam mich ein höchst unangenehmes Gefühl. Ich näherte mich gerade einem zurückgelassenen Krankenwagen, dessen Scheinwerfer immer noch die Nacht durchschnitten, als eine untote Frau in der Nähe sich zu mir umdrehte. Scheinbar vor Schmerz stöhnend wankte sie auf mich zu. Als ich mein Bleirohr schwang, um sie wegzustoßen, entrang sich ihre Kehle ein Schrei wie von Qual und Bestürzung.

Die Zombie-Apokalypse ist ein gängiges Thema für Videospiele, die oft bemüht sind, sich gegenseitig mit widerlichen, blutigen untoten Abscheulichkeiten zu überbieten, die es auf das virtuelle Fleisch der Spieler abgesehen haben. No More Room in Hell 2 verfolgt nach den Worten von Game Director Leif Walter beim Überlebenskampf gegen die auferstandenen Toten einen bodenständigeren, realistischeren und beängstigenderen Ansatz. Das Spiel ist inspiriert von den Zombie-Filmen George Romeros – darunter Night of the Living Dead und Dawn of the Dead (Letzterer lieferte die Idee für den Titel des Spiels) – und versucht das einzufangen, was diese Versionen der Untoten so unerträglich macht.

„Es war uns sehr wichtig, zu den Wurzeln des Zombie-Genres zurückzukehren, also zu den klassischen Filmen von Romero der 70er-Jahre und anderen Filmen in diesem Stil. In diesen Filmen behalten Zombies immer einen Teil ihrer Menschlichkeit, was ihr Schicksal sogar noch tragischer macht“, erklärt Walter in einem per E-Mail geführten Interview. „Wenn man als Spieler jemanden oder etwas fast noch Menschliches unschädlich machen muss, ist das ein weitaus intensiveres Horrorerlebnis, als Monster oder Dämonen zu töten.“
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Diese realistische Herangehensweise prägt alle Aspekte von No More Room in Hell 2: Nicht genug damit, dass ihr bei Zombie-Begegnungen stets daran erinnert werdet, dass all diese Wesen einmal menschlich waren – der Horror wird auch dadurch verstärkt, dass jedes dieser Wesen eine glaubwürdige Bedrohung darstellt. Um einen Zombie unschädlich zu machen, braucht es entweder eine kostbare Kugel (oder mehr, je nachdem, wie treffsicher ihr seid) oder einen harten Kampf. Wenn ihr euch dem Zombie mit einem Rohr oder einem Schläger nähert, ist euer Verletzungsrisiko extrem hoch – und in diesem Spiel kann das tödlich sein.

Das Entwicklerteam von No More Room in Hell 2 beschreibt es als eine Art umgekehrtes Battle-Royale-Spiel. Ihr beginnt auf einer großen, offenen Karte mit bis zu sieben anderen Spielern und nur wenig Vorräten. Um zu überleben, müsst ihr die Karte erkunden und bessere Ausrüstung finden. Noch wichtiger ist aber, dass ihr die anderen Spieler findet – nicht, um gegen sie zu kämpfen, sondern um sie in euer Team zu holen. Denn gemeinsam seid ihr sicherer, als wenn ihr euch getrennt voneinander durchschlagen wollt. Euer Ziel ist, gemeinsam das Kraftwerk in der Mitte der Karte zu erreichen, es zu reparieren und lebend zu entkommen.

„Das soziale Spielerlebnis eines echten kooperativen Multiplayer-Modus war sehr wichtig für uns“, erklärt Walter. „Aber wir fanden, dass es für Spieler, die einen realistischen Ausbruch einer Zombie-Apokalypse erleben, eigentlich nicht passt, dass sie von Anfang an als versammeltes Achter-Team – so wie in traditionellen Multiplayer-Spielen (und tatsächlich auch im ersten Teil von No More Room in Hell) – in den Kampf ziehen. Dass jeder erstmal allein startet, also praktisch ein Beginn wie in einigen sehr guten Singleplayer-Horrorspielen (zum Beispiel die Resident Evil-Remakes) und auch den Klassikern des Zombie-Kinos, war für uns eine fantastische Möglichkeit, gleich zu Anfang die Spannung und Verwundbarkeit zu intensivieren.“

Bei einem Vorschau-Event noch vor der Veröffentlichung im Early Access konnte ich No More Room in Hell 2 kürzlich ungefähr zwei Stunden lang antesten, und das Spiel schafft es auf phänomenale Weise, eine greifbare Spannung aufzubauen, während man im Dunkeln herumschleicht und versucht, Teammitglieder zu finden. Ihr könnt eure Lampe ausgeschaltet lassen und schleichen, um Zombies aus dem Weg zu gehen, aber dadurch macht ihr es nicht nur den Untoten schwerer, euch zu finden, sondern auch potenziellen Verbündeten. Wenn ihr aber laut und unvorsichtig seid, werden euch die Untoten bemerken und verfolgen. Ihr seid zwar im Vorteil, weil sie meistens langsam sind, aber manche können auch rennen oder weitere Zombies auf euch aufmerksam machen. An Zombies vorbeizusprinten kann kurzfristig eine sichere Lösung sein, aber wenn ihr euch irgendwann umdreht, könntet ihr feststellen, dass ihr eine ganze Meute auf den Fersen habt, ausgerechnet wenn ihr in der Klemme steckt.

Es macht allerdings ziemlich viel Spaß, gegen Zombies zu kämpfen. Der erste Teil von No More Room in Hell wurde von Lever Games entwickelt und dieses Team stieß dann im Jahr 2024 zum Studio Torn Banner. Das Entwicklerteam von No More Room in Hell 2 bestand also aus dem ursprünglichen Team und Entwicklern, die an Chivalry und Chivalry 2 gearbeitet hatten (zwei intensiven mittelalterlichen Multiplayer-Kampfspielen).
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Dasselbe Zartgefühl der intensiven, schlagkräftigen Nahkämpfe von Chivalry-Spiele prägt auch die Kämpfe gegen Zombies in No More Room in Hell 2, wenn stumpfe Gegenstände Schädel zertrümmern und Klingen Gliedmaßen zerhacken. Nahkämpfe sind brutal und entsetzlich, und während die Zombies zwar auf tragischere Weise als in anderen Spielen menschlich wirken, spritzt auch hier genau wie in den Chivalry-Titeln reichlich Blut.

„Wir freuten uns über die kämpferische Herausforderung in einem Koop-PvE-Titel, weil wir wussten, dass die Nahkampfmechaniken in diesem Spiel ganz anders sein würden als in Chivalry, wo der Schwerpunkt auf Initiative und PvP liegt“, erzählt Walter. „Aber natürlich brachten wir auch unsere Erfahrung [bei Chivalry] ein – vor allem die Erkenntnis, dass das Spielgefühl sehr körperlich, instinktiv und zufriedenstellend sein sollte. Trefferreaktionen sind dafür ebenso wichtig wie eine Waffenführung, die den Spielenden tolles Feedback liefert. Dass Zerstückelung dazugehört, liegt natürlich auf der Hand. Es war großartig, dieses Erfahrungsziel von unserem Nahkampf auf den Kampf mit Schusswaffen zu übertragen – eine Premiere für Torn Banner als Studio.“

Das Spiel lotst euch zu euren Verbündeten, indem ihr Ziele in der Nähe erhaltet, die euch Ausrüstung für den finalen Ansturm auf das Kraftwerk liefern. So haben alle in eurem Teil der Karte ein gemeinsames (wenn auch optionales) Ziel. In einem Durchlauf trafen ein anderer Spieler und ich in der Nähe einer Bar aufeinander, die einige Überlebende mit Sprengladungen und Barrikaden versehen hatten, bevor sie überrannt worden waren. Gemeinsam schlossen wir mehrere Miniziele ab, um die elektrischen Auslöser zu entschärfen, die anderen Verteidigungsmaßnahmen zu überwinden, die Stromversorgung der Bar wiederherzustellen und ein Waffenversteck zu entdecken.

Dabei stellten wir fest, dass es bei der Zusammenarbeit um mehr geht als die Stärke beim Kampf gegen die Zombies. Ziele wie diese erfordern mehrere Schritte – wir mussten Fallen entschärfen, eine neue Sicherung finden und einen Stromkasten neu verdrahten. Während man an diesen kleinen Zielen arbeitet, ist man abgelenkt und verwundbarer, aber wenn man zu mehreren unterwegs ist, kann einem jemand anderes den Rücken freihalten, Eingänge verbarrikadieren, um Zombies aufzuhalten, oder man kann sich die Arbeit teilen und so schneller erledigen. Außerdem könnt ihr Teammitgliedern helfen, indem ihr Ausrüstung teilt und so euren begrenzten Inventarplatz maximiert, Heilgegenstände anbietet und einander wie in der Spielreihe Left 4 Dead rettet, wenn einer von euch zu viel Schaden einsteckt und dadurch zu Boden geht.

Die Hilfe von Teammitgliedern erleichtert das Überleben, erweitert den Horror von No More Room in Hell 2 aber auch um eine neue Dimension. Nachdem wir in der Bar Beute gemacht hatten, waren mein neues Teammitglied und ich zu einem anderen Ziel bei einem nahegelegenen Bahnhof unterwegs. Dort lagen nach einem Zugunglück Giftgasbehälter auf den Gleisen und während wir uns zu den Ventilen vorarbeiteten, um sie zu schließen und das Gebiet zu sichern, verschwand mein Teammitglied plötzlich aus dem Spiel. 
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Plötzlich war ich wieder allein. Ohne einen Verbündeten, der mir den Rücken freihielt, spielte ich sofort völlig anders. Jetzt schlich ich wieder, immer darauf bedacht, unbemerkt zu bleiben, und hoffte, ein paar andere Spieler zu finden, bevor es zu spät war.

Schließlich starb ich auch – aber das gehört zum Spiel dazu. In dieser Hinsicht ähnelt No More Room in Hell 2 eher einem Roguelike als einem Spiel wie Left 4 Dead und Walter zufolge wird sich euer Charakter irgendwann für die Sache opfern. In diesem Spiel ist der Tod endgültig: Wenn euer Charakter stirbt, bevor er am Ende der Mission von der Karte gerettet wird, verschwindet er samt Ausrüstung auf Nimmerwiedersehen. Wenn ihr einen Charakter mehrere Missionen lang am Leben halten könnt, verschafft euch das einen Vorteil, aber ihr erhaltet auf jeden Fall mit jedem Durchlauf Fortschritt, um nach und nach die Fähigkeiten all eurer Charaktere u verbessern. Wie in anderen Roguelikes zählt auch hier die Reise mehr als der einzelne Charakter, mit dem ihr diese Reise erlebt.

Und das Sterben war gar nicht so schlimm, denn das Spiel enthält eine weitere, sehr angenehme Besonderheit. Wenn jemand der untoten Horde zum Opfer fällt, schließt er sich ihnen an – wie in Romeros Zombie-Filmen. Das macht das Schicksal der Untoten in No More Room in Hell 2 noch tragischer und gibt euch einen weiteren wichtigen Grund für die Zusammenarbeit mit anderen: Wenn ihr es nicht tut, könnte der Zombie, der euch letztendlich tötet, ein ehemaliger Verbündeter sein.

No More Room in Hell 2 erscheint am 22. Oktober im Early Access im Epic Games Store.