
In Infinity Nikki dreht sich alles um Spaß, Mode und tierische Freundschaften.

Im Laufe der Jahre habe ich unzählige Stunden mit Live-Service-Spielen verbracht. Die meisten folgen einem einfachen Prinzip: Wer nicht immer weiterspielt (und ordentlich für Gacha zieht), verpasst coole Belohnungen. Es gab Zeiten, in denen ich wirklich innehalten und mich fragen musste, ob ich noch Spaß am Spiel hatte oder einfach nur Aufgaben abarbeitete. Ständig verspürte ich den Drang, am Ball zu bleiben, weil man ja schon so viel erreicht hat – der klassische Trugschluss versunkener Kosten.
Und dann gibt es noch Infinity Nikki, ein Abenteuer in einer offenen Welt aus dem Hause Papergames. Was Infinity Nikki von der Masse abhebt, ist die gemütliche Atmosphäre, die einen die Sache etwas entspannter angehen lässt. Jeder kann in seinem eigenen Tempo spielen und Fortschritte machen. Gleichzeitig hat das weitläufige Miraland jede Menge Aktivitäten zu bieten.
Eine Vielzahl an Minispielen und Puzzles

Als ich Infinity Nikki noch nicht lange spielte, erhielt ich die Quest, einen Dungeon in der Kanalisation zu betreten. Auf dem Weg dorthin sammelte ich Gegenstände auf, die Wundersterne genannt werden und zu Hunderten in allen Spielregionen zu finden sind. Das bedeutet natürlich einiges an Arbeit, aber das Glücksgefühl, das ich bei jedem Wunderstern und jedem Puzzle auf meinem Weg empfand, war unvergleichlich.
Infinity Nikki bietet in unterschiedlichen Gebieten Puzzles, die Curio-Domänen genannt und über Portale betreten werden. Ähnlich wie in The Legend of Zelda: Breath of the Wild und Tears of the Kingdom locken diese kleinen Denksportaufgaben mit Belohnungen in Form von Wundersternen.
Darüber hinaus gibt es auch zahlreiche Minispiele, die euch jederzeit zur Verfügung stehen. Manche sind recht einfach, wie beispielsweise „Hoop Hopper“ (durch Ringe springen und auf Plattformen landen), „Whimcycling“ (auf einem Fahrrad durch Ringe fahren) und „Crane Flight“ (einen Papiervogel steuern und Hindernisse umfliegen). Andere sind ein wenig anspruchsvoller, wie beispielsweise „Flock Frenzy“ (Schafe in einem Pferch in die richtige Richtung treiben), „Move and Groove“ (die richtigen Tasten in der richtigen Reihenfolge drücken) und „Shoot-a-Scarecrow“ (mit Läuterungskugeln Ziele treffen). Mein absoluter Favorit ist „Wishing Orb Express“. Bei diesem Spiel müsst ihr die Feenwunsch-Elfen über die gleichfarbigen Plättchen auf dem Brett bewegen.
Alles in allem sorgen die Minispiele und optionalen Aktivitäten in Infinity Nikki für Abwechslung zum allgemeinen Erkunden, dem mühsamen Sammeln von Materialien und dem Erledigen der täglichen Aufgaben. Solltet ihr gerade nicht etwas anderes zu tun haben, bieten sie also eine belohnende Form des Zeitvertreibs.
Freundschaft mit einer „Nicht-Katze“

Nikkis Abenteuer im Miraland wäre ohne ihren treuen Begleiter Momo nicht das gleiche. Dieser niedliche kleine Kerl ähnelt einer Katze, allerdings wurde mir gesagt, dass es sich bei Momo um einen Vertreter einer ganz eigenen Rasse handelt.
Was Momo – abgesehen von seiner Ähnlichkeit mit einer Katze (jeder weiß, dass Katzen klasse sind!) – so liebenswert macht, ist, dass er einem nicht ständig dazwischenfunkt. Er unterstützt Nikki und schaltet sich bei Quests ein, drängt sich aber nie in den Mittelpunkt.
Als ich die Wunschwald-Region im Spiel erreichte, fand ich außerdem heraus, dass Momo ein spielbarer Charakter ist. Das Terrain in diesem Gebiet ist von Nikki nur schwer zu meistern. Dank eines von Nikkis Outfits können wir uns allerdings schrumpfen und dann auf Momos Kopf reiten. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd, als ich die kleine Nicht-Katze rollen, springen und hüpfen sah – mit einer winzigen Dame auf dem Kopf, die sich an seinem Hut festhält.
Zeigt euren Sinn für Mode

Eine von Infinity Nikkis Gameplay-Kernmechaniken besteht aus dem Sammeln und Herstellen verschiedener Outfits. Manche davon bieten einzigartige Fähigkeiten wie das Gleiten durch die Luft oder das Spielen von Musikinstrumenten, andere dienen einfach nur dazu, euren Sinn für Mode zur Schau zu stellen. Im Rahmen von Herausforderungen werdet ihr anhand eures Styles beurteilt. Es ist also von größter Wichtigkeit, dass ihr die richtigen Teile miteinander kombiniert und so eure Punktzahl erhöht.
Manchmal musste ich für ein perfektes Wettbewerbsoutfit aus verschiedenen Teilen wählen, darunter glitzernde Kopfbänder, Rüschenkleider, punkige Handschuhe, Schirmmützen, Schlangenlederstiefel, verschiedene Make-Ups und sogar schwebende kosmetische Gegenstände, die Eurekas genannt werden.
Besonders toll ist, dass Infinity Nikki zum „Mix and Match“ der eigenen Auswahl im Kleiderschrank anregt. Auch wenn das Spiel Gacha-Mechaniken nutzt und ihr die Fünf-Sterne-Outfits nur ein Teil nach dem anderen statt als Komplettset erhaltet, könnt ihr jederzeit andere Bekleidungsstücke und Accessoires anlegen und euch so euren Weg zum Sieg stylen. Anders als in vielen anderen kostenlosen Spielen droht euch beim Gacha-System hier kein „Nullsummen“-Ergebnis.
Infinity Nikki schafft es, euch mit seiner wunderlichen und unbeschwerten Interpretation der offenen Welt in seinen Bann zu ziehen. Erkundung und Minispiele werden hierbei durch detailverliebte Bekleidungsmechaniken und einen liebenswerten Begleiter ergänzt. Hier dreht sich alles um Spaß, Fashion und eine entspannte Herangehensweise an die Welt um euch herum.
Wenn euch also der Sinn nach einem gemütlichen Abenteuer steht, solltet ihr euch unbedingt Infinity Nikki herunterladen. Das Spiel ist kostenlos im Epic Games Store erhältlich. Außerdem haben wir einen Anfänger-Guide für euch zusammengestellt, um euch den Einstieg ins Spiel zu erleichtern.