
Ein Blick auf die Springfallen und Flugreben, denen ihr in der 50-stündigen Kampagne von Wild Hearts begegnet

In Wild Hearts gibt es jede Menge zu töten, aber noch mehr, das ihr lieben werdet.
Bei einem kurzen Gruppeninterview und der Gelegenheit, selbst in das Spiel zu schnuppern, haben wir mehr über den einzigartigen Ansatz bei Erkundung und Kampf in diesem Jagdspiel erfahren und darüber, was euch in der 50-stündigen Kampagne erwartet und welche Pläne das Studio für die Zeit nach der Veröffentlichung von Wild Hearts hat.
Das Action-Rollenspiel stellt für Publisher Electronic Arts und Entwickler Omega Force den Einstieg in das Jagdgenre dar, das bisher hauptsächlich von Capcoms Monster Hunter dominiert wurde. Gleichzeitig soll es ein neues Standbein für das zu Koei gehörende Studio werden, das vor allem für seine Dynasty Warriors-Spiele bekannt ist.
Nach den ersten fünf Minuten im Spiel wird klar, dass Wild Hearts diesen Ansprüchen mehr als gerecht wird. Die Kemono-Monster, fantastische Neuinterpretationen echter Tiere, trampeln, springen und fliegen durch die bunten, abwechslungsreichen und üppigen Landschaften von Azuma. Die faszinierende Handlung macht nach jeder Jagd und jeder Mission Lust auf mehr. In den Phasen zwischen der Action könnt ihr euch auf die acht Waffentypen mit vierzig bis fünfzig Varianten und eine vielseitige Auswahl an Rüstungen konzentrieren, um das Aussehen und das Spielgefühl eures Jägers anzupassen. Aber was Wild Hearts ganz besonders von anderen Spielen abhebt und auch für Spieler, die keine Fans des ursprünglichen Genres sind, attraktiv machen dürfte, sind die Karakuri.
Eigentlich sind Karakuri traditionelle japanische mechanische Puppen, die den Betrachter täuschen und überraschen, aber in Wild Hearts sind die Karakuri Vorrichtungen, die ihr mithilfe eines kleinen Apparats an eurem Handgelenk aus der natürlichen magischen Energie der Natur erschafft. So könnt ihr Objekte herbeizaubern, die euch bei der Erkundung, der Errichtung eines Basislagers und sogar mitten in Kämpfen helfen.
Takuto Edagawa, einer der leitenden Entwickler des Spiels, erklärt, dass diese spontane Herstellungsmechanik Wild Hearts zu einer ganz neuen Art von Jagdspiel macht.
Es gibt verschiedene Arten von Karakuri. Mit den einfacheren unter ihnen könnt ihr Kisten erschaffen und sie stapeln, um zum Beispiel schwer zugängliche Orte zu erreichen, aber schon bald werdet ihr ausgefeiltere Drachen- und Fusion-Karakuri einsetzen, um die Kemono zu finden, ein Basislager zu errichten und die Kreaturen anzugreifen. Außerdem müsst ihr Drachenschlunde finden und verstärken, um die Anzahl und Größe der Karakuri, die ihr in einem Gebiet verwenden könnt, zu erhöhen.
Die mächtigeren Fusion- und Drachen-Karakuri, mit denen ihr zum Beispiel riesige Mauern aus Kisten als Bollwerke errichten könnt, um Angriffe abzuwehren, schaltet ihr nach ein paar Spielstunden frei. Stapelt drei sprungfederartige Hochschnellen-Karakuri übereinander, und der Stapel wird zu einem riesigen Hammer, der sich automatisch spannt und dann alles vor ihm zerschlägt und dabei massiven Schaden anrichtet. Mit einem anderen Karakuri könnt ihr Flugleinen aus Reben verschießen. Dieses Karakuri kann im Laufe des Spiels verstärkt werden, um damit Kemono Schaden zuzufügen, und ihr könnt es sogar mit einer wirkungsvolleren Harpune versehen. Die Möglichkeiten sind zahlreich, von Gleitern über automatisierte Fischerboote bis hin zu Kettenfallen. Das Spiel bietet auch eine Form von Erfahrungspunkten, mit denen ihr über einen Fertigkeitenbaum neue Fertigkeiten oder mitten im Kampf neue Kreationen freischalten könnt.
Die Möglichkeit, das Schlachtfeld spontan zu beeinflussen und während eines Kampfes gegen ein Kemono regelrechte Belagerungswaffen zu beschwören, gibt dem Spiel ein völlig neues Spielgefühl und setzt es von anderen Jagdspielen auf dem Markt ab. Taktik und Kontrolle sind wesentlich flexibler. Ihr könnt zum Beispiel im Voraus Fallen planen, Hochschnellen-Karakuri strategisch platzieren, um euch flink um eure Gegner herumzubewegen, und Pausen in den Angriffen der Kemono nutzen, um einen Karakuri-Angriff zu landen. Achtet dabei immer auf euren Vorrat an Rohmaterial (eure Fertigkeiten benötigen Himmelsfäden), damit eure Fertigkeiten jederzeit einsatzbereit sind.
Auch außerhalb der Kämpfe spielen die Karakuri eine zentrale Rolle im Spiel. Mit so vielen Möglichkeiten – wie Kisten, Flugleinen und Plattformen, die euch mit Luftwirbeln in die Höhe schleudern – ist es eine wahre Freude, die farbenfrohen Landschaften des Spiels zu erkunden.
Die Handlung spielt in Azuma, einem vom feudalistischen Japan inspirierten Land, dessen Einwohner von den mit der Macht der Natur erfüllten Monstern dezimiert werden.
Nach einer Einführung ins Spiel und der ersten Jagd auf ein Kemono, erreicht ihr Minato, die einzige bewohnte Stadt des Spiels. Hier erholt ihr euch von Kämpfen, verbessert eure Waffen und Rüstungen, schaltet im Badehaus Gesundheits-Boosts frei, verkauft eure Beute, erhaltet neue Missionen und erfahrt von neuen Kemono, die ihr jagen könnt.
Die wunderschöne, lebendige Stadt ist von geschäftigem Treiben und bunten Häusern erfüllt. Die Vertikalität der um eine kleine Meeresbucht herum errichteten Stadt ist beeindruckend. In den örtlichen Docks findet ihr Boote, die euch zu den nahegelegenen Inseln bringen. Etwas höher gelegen befinden sich Marktplätze und Wohngebäude, darüber arbeitet der Schmied, mit dem ihr euch angefreundet habt, und in einem weiteren Viertel, das hoch über der Stadt thront, erwarten euch Trainingsplätze. Wagt ihr euch noch höher, gelangt ihr zum Stadtverwalter, der in einem kleinen, zwischen den Klippen verborgenen Häuschen lebt. Den Gipfel der Stadt bildet eine riesige stillstehende Windmühle, und in der Ferne wiegen sich Stoffdrachen in den Windböen des Himmels. All diese Orte könnt ihr über die vielen kleinen Stege, hölzernen Wendeltreppen und versteckten Tunnel erreichen und erkunden. Ihr trefft auf Bewohner, die sanft vor sich hinsingen und ihren eigenen Geschäften nachgehen, manche sprechen euch direkt an. Und natürlich gibt es überraschende kleine Easter Eggs und Gegenstände zu finden, die die Herzen derjenigen unter euch erfreuen werden, die gern alle Winkel und Ecken erkunden.
Mit einer meisterhaften Entscheidung haben die Entwickler den Spielern die Möglichkeit gegeben, praktisch überall dort, wo genug Platz ist, Karakuri zu erschaffen. So könnt ihr sie zum Beispiel in der Stadt zur Fortbewegung einsetzen oder während eurer Jagd Berggipfel erklimmen, die unerreichbar scheinen. Dies eröffnet wirklich atemberaubende Möglichkeiten für die Erkundung der Welt. Und obwohl ihr scheinbar auch die verlorensten Winkel der Karte erreichen könnt, werdet ihr überall Anzeichen dafür finden, dass ein Entwickler nur darauf gewartet hat, dass ihr auch diesen verborgenen Ort entdeckt. Die Welt ist mit viel Liebe und Sorgfalt gestaltet und von so verlockender Schönheit, dass man anfangs denken könnte, diese Detailfülle müsse irgendwann nachlassen, doch auch nach vielen Stunden der Erkundung werdet ihr immer wieder neue Überraschungen erleben.
Aber das Herzstück des Spiels sind natürlich die Kemono und die Jagd auf sie. Die Entwickler beschreiben die allgemeine Spielschleife so: Ihr macht ein Monster ausfindig, bereitet das Schlachtfeld mit Karakuri vor, entscheidet, ob ihr allein oder mit zwei Freunden jagen wollt, rüstet euch für die Jagd und stürzt euch dann in die Action.
Bisher wurden zehn verschiedene Kemono enthüllt, allesamt fantasievolle, von der Macht der Natur erfüllte Kreaturen, die auf echten Tieren beruhen. Beim Kampf gegen sie habt ihr es nicht nur mit ihren direkten Angriffen zu tun, sondern auch mit ihrer Fähigkeit, die Kräfte der Natur zum Angriff zu nutzen. So kann der von einem Tiger inspirierte Goldsturm mächtige Winde erzeugen, der Lavarücken, ein Gorilla aus geschmolzener Lava, kann ein Gebiet mit gefährlichen geschmolzenen Felsbrocken bedecken und direkt unter euch Eruptionen auslösen, und der Smaragdgleiter ist ein einem Gleithörnchen nachempfundenes flugfähiges Kemono, das ein Sekret absondert, das zu Fels erstarrt. Von diesen Steinsäulen führt er verheerende Gleitangriffe aus.
Um dem Ganzen mehr Würze zu verleihen, beeinflussen auch die Umgebungen, in denen ihr gegen die Kemono antretet, einige ihrer Fähigkeiten und ihren Kampfstil.
Wenn ihr das Schlachtfeld vorbereitet und euren Schlachtplan ausarbeitet, solltet ihr daher wissen, mit wem ihr es zu tun habt.
Kotaro Hirata, ein weiterer leitender Entwickler von Wild Hearts erklärt, dass ihnen die Idee der Kemono als Verschmelzung von Naturgewalten und wilden Tieren gefiel, weil beide gleichzeitig furchterregend und inspirierend sein können.
„Wir wollten beides kombinieren, um Kemono zu erschaffen“, fährt er fort und fügt hinzu, dass die visuelle Gestaltung der Wesen unter anderem durch Ukiyo-e beeinflusst wurde, eine japanische Kunstform aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die üblicherweise als Holzschnitte und Gemälde verwirklicht wurde.
Die meisten Jagd-Actionspiele sind auf kooperatives Spielen ausgelegt. Den Entwicklern von Wild Hearts war es allerdings ebenso wichtig, auch Spielern, die das Spiel lieber allein genießen wollen, ein erfüllendes Spielerlebnis zu bieten.
Das ist einer der Gründe dafür, warum Tsukumo hinzugefügt wurden. Diese ballartigen mechanischen KI-Gefährten können verbessert werden, um den Spielern bei Einzelkämpfen gegen Kemono zur Seite zu stehen. Sie können zusätzliche Himmelsfäden transportieren und bei Verteidigung, Ablenkung des Gegners und sogar Angriffen helfen.
„Die Spieler können selbst entscheiden, ob sie die Tsukumo einsetzen wollen, um sich Vorteile im Kampf gegen die Kemono zu verschaffen“, erklärt Hirata.
Wenn ihr lieber kooperativ mit anderen Spielern auf die Jagd gehen wollt, könnt ihr mit einem Tastendruck weitere Jäger einladen. Insgesamt könnt ihr aber höchstens zu dritt jagen.
Edagawa erzählt, dass das Team für Wild Hearts ursprünglich einen 4-Spieler-Koop geplant hatte, nach einigen praktischen Spieltests jedoch feststellte, dass 3 Spieler das ausgewogenste Gameplay bieten.
„Die Karakuri erzeugen eine hohe Synergie im Spiel“, so Edagawa. „Man kann auch die von einem anderen Spieler platzierten Karakuri nutzen, was ausgefeilte kreative und strategische Möglichkeiten eröffnet. Doch wir haben auch darauf geachtet, dass Spannung und Dramatik während der Kämpfe nicht zu kurz kommen, deshalb haben wir uns für ein Maximum von drei Spielern entschlossen.
Außerdem ist es einfacher, drei Spieler zusammenzubringen als vier.“
Die Erkundung der weitläufigen offenen Welt und die Kampagne, die euch durch sie hindurchführt, bieten etwa 50 Stunden intensiven Spielspaß, so der Entwickler. Aber damit ist das Spiel noch lange nicht zu Ende.
Omega Force weist darauf hin, dass das Team bereits jetzt Pläne hat, das Spiel mit kostenlosen Inhaltsupdates zu erweitern, auf die ihr euch im März und April freuen könnt. Das März-Update wird neue Waffen- und Rüstungsvariationen bieten, weitere Missionen mit hohem Schwierigkeitsgrad und natürlich weitere Unterarten und „äußerst unberechenbare“ Kemono. Im April gibt es dann neue Kemono, Waffen- und Rüstungsvariationen, Karakuri und Missionen. Ab April erhält das Spiel auch ein Verbesserungssystem für Waffen und Ausrüstung.
„Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, neue Kemono hinzuzufügen“, so Edagawa. „Die Handlung abzuschließen, ist nicht das Hauptziel des Spiels. Nach Abschluss der Kampagne gibt es noch jede Menge zu tun.“
Hirata fügt hinzu, dass die Kampagne zwar einen Endboss hat, dieser jedoch nicht das schwierigste Kemono des Spiels ist.
„Das muss nach Abschluss der Hauptgeschichte noch gefunden werden“, sagt er. „Und nach der Veröffentlichung werden wir weitere solche Kemono hinzufügen. Um sie zu besiegen, müssen die Spieler sehr geschickt werden und sich mit guten Waffen und Rüstungen ausrüsten.“
Hier könnt ihr Wild Hearts vorbestellen und auf eure Wunschliste setzen.