Neuigkeiten

Killing Floor 2 wird euch das Fürchten lehren

C
Callum Bains
29. Dez. 2023

In Killing Floor 2 gibt es einen speziellen Granatenwerfer, der die Gesetze der Schwerkraft ignoriert und mich regelmäßig an den Rand des finanziellen Ruins treibt. Die Sci-Fi-Waffe verschießt Energiegeschosse, die in bunten Nebelwolken explodieren, bevor sie schnell schrumpfen und aus Zombies in der Nähe eine blutige Breimasse machen. Er ist zwar teuer und kostet mich einen Großteil des Geldes, das ich beim Schnetzeln der Untoten verdiene, aber wenn ich das nötige Kleingeld beisammen habe, gönne ich mir den Gravity Imploder (Schwerkraftimplodierer) jedes Mal wieder.

Mit dem Ding kann man einfach eine schöne Show hinlegen – aber auch, wenn ich ihn mir nicht leisten kann, mache ich mir keine allzu großen Sorgen. Mit der strahlungsintensiven Mikrowellenwaffe, der protzigen Hemogoblin oder den einschüchternd langen Scharfschützengewehren und den aufgemotzten Sturmgewehren kann man nämlich auch ganz wunderbar Zombieschädel zum Platzen bringen.
Killing Floor 2 1
Killing Floor 2 gibt euch nicht nur eine banale Schrotflinte an die Hand, wie sie gewöhnliche Zombiejäger einsetzen. In diesem Koop-Shooter sollt ihr die untoten Mutanten so unappetitlich wie möglich zurichten und dabei jede Menge Spaß haben. Gliedmaße lassen sich einzeln ausreißen, Schrotflinten durchlöchern Oberkörper und Köpfe zerbersten wie Wassermelonen.

Wenn ihr dem Ansturm lange genug standhaltet, färben sich die Korridore blutrot. Dieses Body-Horror-Ballett ist gut für das Ego und verleiht euch das Gefühl, über nahezu gottgleiche Zerstörungskraft zu verfügen. Wenn ihr dann noch die ZED Time – die zombifizierte Variante der Zeitlupe – auslöst, wird die Welt in verwaschene Grautöne getaucht und lediglich vereinzelte Blutflecken leuchten rot auf. Verspritzte Innereien haben noch nie so spektakulär ausgesehen.

Die Söldner, die ihr verkörpert, sind fast so blutrünstig wie die Monstrositäten, auf die sie schießen. Dank perfekter Kopfschüsse, gut getimter Raketen, die Zombies direkt ins Gesicht fliegen, und unkoordiniert herumfliegender Leichenteile überlebt ihr die Apokalypse nicht nur, sondern macht mit ihren Vorboten kurzen Prozess.

Allerdings hat der Spaß auch mal ein Ende. Die Angriffswellen der Zombies von Killing Floor 2 werden euch früher oder später überwältigen. Entfernt ihr euch zu weit von euren Teamkollegen, werdet ihr mit ziemlicher Sicherheit sofort niedergemetzelt. Und selbst die simplen Clots, die anfangs nur als Kanonenfutter dienen, werden so zahlreich, dass ihr unter einem grotesken Wirrwarr aus Gliedmaßen euer Ende findet, solltet ihr mal falsch abbiegen.
Killing Floor 2 2
Wenn ihr als letztes überlebendes Mitglied eures Trupps verzweifelt Schüsse auf die Monster abgebt, die mit erhobenen Kettensägen auf euch zusprinten, kann die Stimmung in den blutgetränkten Korridoren schnell kippen. Und trotz des beeindruckenden Waffenarsenals lässt der Endboss eines Levels all eure Maschinengewehre, Sprengstoffe und Sci-Fi-Spielereien alt aussehen. Dann folgt ein unsanftes Erwachen und ihr werdet euch bewusst, wie wenig Schaden ihr eigentlich aushaltet.

Killing Floor 2 ist kein intellektuell forderndes Spiel. Bisweilen kann es sogar recht albern sein. Die Charaktere haben in der englischen Version markante Londoner Akzente und benutzen Britische Redensarten, und die Zombies präsentieren sich regelmäßig in saisonalen Kostümen. Aber das Spiel führt euch auch auf die falsche Fährte. Anfangs gibt es euch das Gefühl, Zombie schnetzelnde Helden zu sein, bevor es euch den Boden unter den Füßen wegzieht. Erst, wenn ihr euer letztes Magazin hilflos in die Zombiehorden gepumpt habt und der stachelbewehrte Handschuh eines Fleshpound direkt vor eurer Nase kreiselt, während die Augen eurer toten Teamkollegen gebannt auf euch gerichtet sind, wird euch klar, dass dieses Spiel keine Allmachtsfantasie bietet – sondern puren Horror.

Killing Floor 2 findet ihr im Epic Games Store.