
Killing Floor 3: Einblicke in die unglaublichen Upgrades und das gruselige Gameplay des Nachfolgers

Ein Nadelstich ins Ei, und die Geburt des Monstrums nimmt ihren Lauf. Das humanoide Wesen wächst in einem Tank voll transparentem Schleim heran, unter seiner fleckig-fleischfarbenen Haut schieben sich die Muskeln hervor.
Endlich ausgewachsen liegt es auf einem OP-Tisch, umgeben von Dutzenden Schläuchen, die der gigantischen Masse unbekannte Stoffe einflößen. Sein Gesicht wirkt beinahe menschlich, doch irgendwie falsch. Zwar hat es Menschenzähne, aber viel zu viele – Dutzende, wenn nicht mehr, die von keinem Mund verdeckt werden.
Eine spindelige Maschine klettert mit langen Gliedmaßen kalt und unbeirrbar über die Brust des Monstrums. Das Monstrum blinzelt, kaum bei Bewusstsein. Doch es erwacht, als die Maschine eine meterlange Wunde in seine Brust reißt, den Brustkorb aufbricht und ein Gerät an dem leeren Platz montiert, wo sonst Fleisch und Organe wären. Die Maschine bedeckt die Augen des Monstrums mit einem seltsamen roten Visier, an seine Arme fügt sie kreisende Dreschen an. Voll rot glühender Wut erhebt sich das Monstrum.
Dies ist ein Zed, der genmanipulierte Albtraum im Herzen des neu erscheinenden Nachfolgers Killing Floor 3. Es ist nur einer von Hunderten. Oder sogar Tausenden. Und sie alle wollen euch töten.
Beim Entwickler Tripwire Interactive werden die Horden noch zusammengestellt, trotzdem haben wir uns kürzlich mit Creative Director Bryan Wynia verabredet, um mehr darüber zu erfahren, was uns in Killing Floor erwartet und wie die Fortsetzung es schafft, mit Neuem aufzuwarten und zugleich nicht das gewisse blutige Etwas zu verlieren.
Die Zutaten
Eine Fortsetzung ist immer ein Balanceakt. Zu wenig Veränderung lassen sie schnell langweilig und unoriginell wirken. Wird jedoch zu viel verändert, geht der Charakter verloren. Der Schlüssel zu einer Fortsetzung liegt darin, zu verstehen, was fortgesetzt werden soll – und davon hat Wynia für Killing Floor genaue Vorstellungen. Er beginnt mit dem Grundsätzlichen:
„Wellenbasierte Kämpfe, ein Koop-Mehrspieler-System, Blut, Ekel und großartige Waffen sind aus keinem Killing Floor-Spiel wegzudenken“, erklärt Wynia.

Genauer gesagt sollen Spieler sich bei Killing Floor wie bei einer Achterbahnfahrt fühlen.
„Für mich ist das Spiel wirklich wie eine Achterbahn: Die Spannung steigt und fällt, dazwischen kommen plötzliche Schreckmomente“, erzählt er.
Und es sind die Zeds, die in Killing Floor 3 das Blut zum Kochen bringen.
„Jeder Zed wurde entwickelt, um die Spieler mit Angst zu erfüllen und sie auf eine besondere Weise herauszufordern“, vertieft er. „Als genetisch modifizierte Biowaffen sind sie schlauer als herkömmliche hirnlose Monster, dadurch wird eine ganze Horde von ihnen umso gefährlicher.“
Und damit kommen wir zum kämpferischen Todestanz, bei dem Spieler dank der Waffen von Killing Floor zu Zed-Schlachtexperten werden.
„In Killing Floor stehen zwischen euch und der völligen Vernichtung nur eure Waffen. Sie haben bei uns fast den Status von Charakteren, sie sollen Macht verleihen, einen Einfluss haben – und können jetzt auch angepasst werden.“

Wynia ist der Ansicht, dass Killing Floor sich durch genau diese Mischung von ähnlichen Spielen abhebt.
„Wir wollen Spielern immer etwas andere Herausforderungen bieten“, erklärt er. „Bei unseren Zeds handelt es sich nicht um einfach reanimierte Tote, die eure Gehirne auffressen wollen. Es sind spezifisch entwickelte Killermaschinen, die euch auf unterschiedlichste Art und Weise in Stücke reißen werden!“
Die Upgrades
In den Killing Floor-Spielen ging es immer darum, Spieler einer übermächtigen Horde von Zeds gegenüberzustellen. Dank der technologischen Innovationen seit der Veröffentlichung von Killing Floor 2 im Jahr 2016 kann Tripwire nun noch mehr Druck auf den Kessel ausüben.
„Auf den Bildschirmen erwarten euch noch mehr Zeds als jemals zuvor“, verrät Wynia. „In den früheren Spielen von Killing Floor hatten wir 32 Zeds auf dem Bildschirm. In Killing Floor 3 werden es bis zu 48 Zeds sein. Außerdem unterscheiden sie sich durch ganz eigene Angriffe und gelangen auf völlig neuen Wegen zu den Spielern. So gibt es Crawler, die über Wände und an Decken kriechen können. Und Husks springen Spieler von der Seite an. Also dürft ihr keinen Moment unachtsam sein.“
Im Inneren des Systems ist die Einführung der Unreal Engine 5 durch Tripwire ein Segen für das Blut, das durch das Franchise fließt.

„Mit Unreal 5 konnten wir Elemente entwickeln, die wir schon immer in einem Killing Floor-Spiel sehen wollten. Zum Beispiel können wir dank Pro-Instanz-Daten so ziemlich alles mit Blut beflecken, was für Horrorfans ein absoluter Traum ist“, schwärmt Wynia.
„Durch Unreal 5 konnten wir außerdem unsere Zeds realistischer gestalten, mit positionsbasiertem Schaden und Mesh-Verformung“, fährt er fort. „Mit den Waffen von Killing Floor 3 können einzelne Stücke der Zeds dynamisch weggeschossen werden, je nach Art des Schadens – Korrosion, Feuer, Grundangriffe, und so weiter – was das Horror-Action-Setting verstärkt und den Spielern eine wahrhaft zerstörerische Kraft verleiht.“
Killing Floor 3 erweitert jedoch nicht nur die Vergangenheit um ein paar Zahlen und Blutspritzer. Es baut auch verstärkt auf eine Science-Fiction-Handlung.
Diese beginnt nach einer Wachstumsphase von Horzine Biotech, dem Unternehmen, das hinter den Zeds steckt. Nicht nur die Handlung, sondern auch das Design und das Spielerlebnis werden dadurch beeinflusst.
„In dieser nicht allzu fernen Zukunft hat Horzine spürbar an Macht gewonnen und stellt nach wie vor gefährliche Biowaffen her“, erzählt Wynia.
„Sich zu überlegen, wie die Zeds, Waffen und die gesamte Welt sich mit der Zeit entwickelt haben könnten, war eine wahnsinnig tolle kreative Aufgabe“, berichtet er weiter. „Unser Ansatz bei der Erschaffung der Zeds und anderer Gegner ist nicht nur durch die Entwicklerperspektive geprägt, sondern auch durch die von Horzine. Ein Beispiel dafür sind die Fortschritte bei der Erschaffung des Fleshpound. Dass dieser Zed Feinde aus der Distanz angreifen kann, war nicht nur für das Spieldesign sinnvoll, sondern auch für die dramaturgische Perspektive.“

Was wir sehen und spielen können, steht verständlicherweise im Fokus, aber die Killing Floor-Spiele werden auch von Horror-Heavy-Metal begleitet. Killing Floor 3 bleibt dieser Tradition treu und lässt dabei dem Multiinstrumentalisten Rocky Gray freie Hand.
„Horror und Metal haben eine gemeinsame Vergangenheit – man denke nur an Filme wie Trick 'r Treat und Ritter der Dämonen. Irgendwas an der Kombination ist einfach unschlagbar“, sagt er. „Der Soundtrack für Killing Floor hat stets eine essenzielle Rolle in der Identität der Serie gespielt, deshalb haben wir Rocky Gray als Komponisten zurückgeholt. Wir waren ehrlich so begeistert von seinem Werk, dass wir es kaum abwarten konnten, dies mit der Community zu teilen.“
Es handelt sich hierbei um einen so wichtigen Bestandteil des Spielerlebnisses, dass die Youtube-Trailer des Spiels den Soundtrack – atmosphärische Synth-Klänge, hämmernde Drums und grobe Riffs – genauso in den Mittelpunkt stellen wie die eigentlichen Einblicke in die kommenden Gegner des Action-Horrors.
Das Herzstück
Das Herzstück des Franchise bleibt für Wynia in Killing Floor 3 bestehen. Auch wenn das Spiel auf den Vorgängern aufbaut und einige derer Ideen weiterentwickelt, behält es die gleiche Klanglandschaft und den Spielerfokus bei.
„Die Selbstwirksamkeit der Spieler steht für uns ganz oben“, sagt Wynia. „Wir wollen Spielern eine Vielzahl an Möglichkeiten geben, ihre Feinde ins Visier zu nehmen und sie zu zerstören. Wirksame Waffen, Waffen-Mods, Werkzeuge, Gadgets und verbesserte Levels und Fähigkeiten sind einige der Wege, durch die wir Spieler bestärken.“
So meistert Tripwire die Balance zwischen alt und neu.
„Es geht darum, die Wünsche der Spieler, Charakteristika der Serie und auch neue Ideen zu etwas zu vereinen, das die Wurzeln von Killing Floor würdigt und es zugleich als Serie weiterentwickelt.“
Ihr könnt Killing Floor 3 auf eure Wunschliste im Epic Games Store setzen. Mehr zum Gruseln findet ihr in unseren ersten Eindrücken von Killing Floor 3 von der gamescom 2024.