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Lords of the Fallen angetestet: Fünf Erkenntnisse zu dem kommenden Action-RPG

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Matt Cabral
10. Aug. 2023

Lords of the Fallen hat mit seinem Vorgänger aus dem Jahr 2014 sowohl den Namen als auch das Genre gemein: Es ist ein Action-RPG mit vielen „Soulslike“-Elementen. Doch damit enden die Ähnlichkeiten auch schon. Nach der Manier von Dark Souls, Elden Ring und Remnant II bietet es taktischen Kampf, brutal fordernde Bosskämpfe und ein Fortschrittssystem, das den Mut zum Risiko belohnt.

Während Lords of the Fallen diese speziellen Aspekte des Genres stark betont, um erfahrene Fans anzusprechen, bemüht sich das Entwicklerstudio Hexworks andererseits nach Kräften, sie zu weiterzuentwickeln, um ein völlig neues Publikum anzulocken, einschließlich der Spieler, die bisher vor dem oft allzu hohen Schwierigkeitsgrad dieses Genres zurückgeschreckt sind.

Nachdem wir es selbst antesten durften – wobei wir mehrmals von einem wirklich zähen Boss in die Mangel genommen wurden – und einem kurzen Chat mit dem Creative Director von Hexworks, Cezar Virtosu, wagen wir zu behaupten, dass dieses Nachfolgespiel tatsächlich diesen Spagat schaffen könnte. Fünf Dinge sind uns während unseres kürzlichen Selbstversuchs klargeworden:

Es ist sowohl eine Fortsetzung als auch ein Neustart

Im Hinblick auf Umgebung, Geschichte, Charaktere und Gameplay sieht Lords of the Fallen auf Anhieb wie eine vollständige Überholung aus – ein genereller Neustart, der mit seinem Vorgänger von 2014 nur noch den Namen gemein hat. 

Tatsächlich hat das Action-RPG sehr wenig vom Original behalten – sogar der Verbrecher Harkyn wurde durch einen anpassbaren Avatar im FromSoftware-Stil ersetzt –, doch Creative Director Cezar Virtosu betont, dass das Spiel ein echter Nachfolger und gleichzeitig ein Neustart der Reihe sei.

„Es ist ein Neustart, aber auch eine Fortsetzung. Wir wollten, dass die Spieler die Folgen von Harkyns Handeln sehen. Er ist nur noch ein Held, den man vom Hörensagen kennt, ein verruchter Charakter im Nebel der Vergangenheit. Alle Handlungsfäden gehen zwar auf das erste Spiel zurück, aber man muss sie nicht kennen, um Lords of the Fallen zu genießen.“

Es spielt sich wesentlich schneller und flüssiger als andere Soulslike-Spiele.

Genau wie die „Dark Souls“-Reihe von FromSoftware setzt Lords of the Fallen lieber auf überlegte taktische Begegnungen als auf willenlose Tastendrescherei. Aber während eure Feinde euch aufgrund eurer erfolglosen Massenangriffe tatsächlich plattwalzen können, scheinen die Nahkämpfe weniger kalkuliert und gezielt und eher wie ein wildes Gemetzel und Gezaubere in einem rasanten Action-Spiel zu sein. Mit anderen Worten: Es erinnert mehr an Bloodborne als an Dark Souls I.

Dieses angenehme Gleichgewicht beruht auf mehreren Faktoren – so könnt ihr zum Beispiel Hiebe parieren, und die Heilungsanimation ist deutlich schneller als im Genre üblich. Der natürliche Mix aus Sprints und Rollen – wobei ihr mit den Ersteren schnell ausweicht, ohne dem Feind Raum zu geben, während Letztere eher eine Kampfpause verschaffen – trägt zusätzlich zum reibungslosen Spielfluss bei. 

Ganz besonders brillant sind aber die nahtlosen Übergänge zwischen den verschiedenen Angriffsarten. Ob ihr von einem schweren beidhändigen Nahkampfhieb zu einem leichten Distanzangriff wechselt oder die Doppeläxte gegen euer umfangreiches Arsenal an Zaubern eintauscht, verlaufen die Übergänge so glatt und flüssig, wie man es von Soulslike-Kämpfen nicht unbedingt gewöhnt ist.

Lords of the Fallen angetestet: Fünf Erkenntnisse zu dem kommenden Action-RPG – Umbral
Es belohnt euch mit einem Extra-Leben … im Jenseits

Eine sehr zentrale Funktion von Lords of the Fallen ist gleichzeitig eine der entscheidendsten Abweichungen von der etablierten Soulslike-Formel. Wer eines dieser Spiele bewältigt hat, kennt den berüchtigten Todesloop: Wenn man stirbt, wird man am letzten Speicherpunkt wiederbelebt und muss sich erneut durch die feindlichen Horden kämpfen, die man gerade bezwungen hatte, um (hoffentlich) die eigene Erfahrung und andere begehrte Ressourcen von seinem „Blutfleck“, wie ihn die Souls-Spiele betiteln, zurückzuerlangen. Diesmal geht es um alles – ein weiterer Tod und der wertvolle Schatz ist endgültig verloren.

In Lords of the Fallen droht ein ähnlicher Fortschrittsverlust, aber nach den Worten von Virtosu geht das Spiel dabei etwas sanfter und organischer mit unserem Seelenheil um. „Der Tod bedeutet nicht das Ende. Wir wollten, dass die Spieler ihr Scheitern durchspielen … der Unterschied zwischen Frustration und Motivierung ist, dass man versteht, warum man gescheitert ist. Deshalb wird man nicht an einem Speicherpunkt, sondern genau dort wiederbelebt, wo man gestorben ist, um aus seinen Fehlern zu lernen.“

Diese entscheidende Entwicklung des Leichenlaufs mildert nicht nur den Kummer und das Leid, die der Verlust des mühsam erkämpften Fortschritts bedeuten, sie gibt dem Ganzen auch eine natürlichere Note. Nach eurem vorzeitigen Ableben werdet ihr an demselben Ort wiederbelebt, an dem ihr gefallen seid – allerdings befindet ihr euch nun in der Unterwelt des Spiels. Dieses parallele Reich, der „Umbral“, bietet euch ein zweites Leben. Ihr erhaltet eine neue Chance, euren Fortschritt und euer Hab und Gut zu behalten und euch in die Welt der Lebenden zurückzukämpfen. 

Aber im Umbral geht es nicht nur darum, eure Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Diese bedrohlich wirkende Spiegelwelt scheint den Spielern einfach eine zweite Chance zu geben, ihren Fortschritt zu erhalten, aber sie ist weitaus mehr als ein Rettungsring in letzter Sekunde. Eure magische Laterne verschafft euch jederzeit Zugang zum Umbral. 

Ihr könnt nahtlos aus der Welt der Lebenden in das Reich der Toten spähen, indem ihr eure Lichtquelle hochhebt. Zwar werdet ihr dabei mit Sicherheit auch neue Gefahren entdecken, aber wenn ihr genau hinschaut und euch nicht von den zerfallenden Leichnamen beeindrucken lasst, die euch in ihr Reich locken wollen, könnt ihr auch auf NPCs treffen, die über wichtiges Wissen verfügen, oder auf kostbare Beute, wertvolle Ressourcen und sogar alternative Wege und Abkürzungen.

Damit wird der Umbral zu einem Nährboden für riskante, aber lohnende Gelegenheiten. Schwierigere Gefahren und härteres Terrain könnten euch das Schwert verschaffen, nach dem ihr sucht, oder einen geheimen Zugang zu einem Ort offenbaren, der in der Oberwelt unzugänglich ist. Neueinsteiger werden sich zweifellos auf den Umbral verlassen, weil er ihnen eine zweite Chance bietet. Gestandene Soulsliker werden ihn bereitwillig um der Belohnungen willen betreten, die dort winken.

Lords of the Fallen angetestet: Fünf Erkenntnisse zu dem kommenden Action-RPG – Aussicht
Den Umbral gäbe es nicht ohne Unreal Engine 5

Eine Menge Spiele bieten euch die Möglichkeit, nach Belieben zwischen parallelen Welten hin- und herzureisen. Aber es fällt schwer, zu beschreiben, wie unglaublich sich diese Reise in Lords of the Fallen anfühlt – ihr müsst eure magische Laterne selbst hochgehalten haben, um das zu erleben.

Der Umbral ist nicht einfach ein Klon der Oberwelt, der mit anderen Farben und ein paar neuen Feinden versehen wurde. Er ist ein völlig unterschiedliches Reich voller neuer Arten von Feinden, Umgebungen, Architektur und Wegen, die auf der anderen Seite schlichtweg nicht existieren. Allein die Wiederbelebung inmitten der Untoten ist schon beeindruckend, aber jederzeit und von überall aus einfach hineinschauen zu können, ist etwas, das einfach unglaublich erscheint.

Laut Virtosu verdanken wir diese Fertigkeit, zwischen den Welten zu spazieren, der aktuellsten Version von Unreal Engine. Der Creative Director nennt Lords of the Fallen „eines der ersten AAA-Spiele mit Unreal Engine 5, das auf den Markt kommt“ und schreibt es dabei der Technologie zu, dass sie seinem Team das Selbstvertrauen gegeben hat, die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

„Früher wäre es unmöglich gewesen, gleichzeitig zwei Welten zu rendern, ohne dass in beiden unzählige KIs aktiv wären. Das ist der Verdienst von Unreal Engine. Mit all den Verbesserungen, was das Streamen und die Speicherzuweisung betrifft, hat sie uns genug zusätzliche technische Bandbreite verschafft, um diese Hardcore-Fantasie zu verwirklichen.“

Lords of the Fallen kommt in diesem Herbst in den Epic Games Store. Setzt es hier auf eure Wunschliste oder kauft es vorab.