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Die Inszenierung von Maneater als Reality-Show macht das größte Raubtier zum Komiker

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Phil Hornshaw
4. Dez. 2023
Bei manchen Spielen ist die Präsentation alles. Nicht nur Grafikstil oder Gameplay machen ein Spiel unterhaltsam, sondern die Kombination von Elementen, die für ein einzigartiges Spielerlebnis sorgen. In Maneater schlüpft ihr in die Rolle eines Hais, der vor dem gutbesuchten Strand einer Stadt seine Kreise zieht und sich dabei sowohl an Fischen als auch an Menschen gütlich tut. Aber Maneater erhält seinen Wert durch die absolut perfekte Präsentation als Reality-Show über den Haifischfang und die Rache des Monsterhais.

Durch die Aufmachung als Reality-Show zählt ihr in jedem Fall auf ein Publikum in Form eines Dokumentarfilmkommentators, der eure Untaten in einen lebendigen Zusammenhang setzt. Stellt euch jemanden wie David Attenborough vor, der euch ununterbrochen mit faszinierenden Fakten über die Unterwasserwelt versorgt, in der ihr gerade unterwegs seid. Und jetzt stellt euch vor, er würde euch mit sachlicher Stimme dieselben Fakten und Erkenntnisse über die lokalen Haihasser vermitteln, während ihr sie von ihren Booten pflückt und genüsslich zerkaut.

Der Erzähler – auf Englisch der Rick-and-Morty-Sprecher Chris Parnell – ist eine gelungene Wahl, denn er vermischt ständig scheinbar reale Fakten über Haie mit witzigen Betrachtungen über die betrunkenen Einwohner des fiktiven Orts Port Clovis und ihre absurden Unternehmungen. Zu Parnells dokumentarischen Perlen zählen Details über einen gewissen Barrakuda-Schwarm (der sich bei Trash Island herumtreibt und dort eine strenge Diät aus Injektionsnadeln und gebrauchten Schwangerschaftstests befolgt) oder die Feststellung, dass der Haifischfang im alten Fidschi verboten war (aber das hier ist eindeutig nicht das alte Fidschi, es gibt viel mehr Spirituosenläden und Wucherer).
Die Inszenierung von Maneater als Reality-Show macht das größte Raubtier zum Komiker – Strand
Parnells Erzählstil und die geniale Aufmachung als Reality-Show machen Maneater wirklich liebenswert. Tripwire Interactive hat ganz offensichtlich Fernsehserien des Genres zu Rate gezogen – die Entwickler müssen sehr viele Folgen von Serien wie Swamp People und Deadliest Catch gesehen haben – und das Ergebnis ist ein Spiel, das diese Atmosphäre perfekt wiedergibt. Maneater ist eine hervorragende Persiflage auf eine Art von Unterhaltung, die vorgibt, informativ zu sein, in Wirklichkeit aber eher eine Art Fast-Food ist. Als jemand, der gelegentlich zu TV-Exzessen neigt, konnte ich von diesem Spaß nicht genug bekommen.

Die Erzählung fügt sich wunderbar in die offene Welt von Port Clovis ein, die ihrerseits eine herrliche Parodie auf die amerikanische Lebensweise und Kultur ist. Da ist das Meer, in dem Gangster verdächtig geformte, mit Betonblöcken beschwerte Plastiksäcke abladen. Es gibt eine Kopie von Sea World, wo ihr sowohl die gezeigten Tiere als auch die Besucher terrorisieren könnt, die gekommen sind, um sie durch Reifen springen zu sehen. Und charakteristische Szenen, die kleine Geschichten erzählen, wie das gesunkene propellergetriebene Sumpfboot mit zwei Skeletten, eins mit einer Schrotflinte über der Schulter – die leider genau auf den Bootsführer hinter ihm zielt.

Maneater hätte seinen anfänglichen Kredit wohl schon verspielt, wenn es bei diesem Spiel nur darum ginge, unglückselige Badende zu vernaschen. Aber mit einer gelungenen Inszenierung wird es viel mehr als das: ein witziges, albernes Abenteuer und eine perfekte Infotainment-Parodie.

Maneater ist im Epic Games Store verfügbar.