
In Marvel's Spider-Man: Miles Morales schwingt ihr euch durch ein Winterwunderland

Ob in Das Wunder von Manhattan, Buddy – Der Weihnachtself, Kevin – Allein zu Haus 2, Die Geister, die ich rief ... oder sogar in Stirb langsam – seit Jahrzehnten ist der legendäre Charme der riesigen, glitzernden, verschneiten Magie der frostigen Dezembernächte von New York das Thema von Filmen. Auch wenn festliche Videospiele bisher nicht mit der langen Tradition von Weihnachtsfilmen mithalten können, dürfte Marvel's Spider-Man: Miles Morales als Vorreiter in diesem Bereich zumindest einen Anfang machen.
In den letzten Jahren hieß es in den Filmproduktionen und in der neuesten Fortsetzung von Insomniac Games: „Je mehr ‚Spider-Männer‘, desto besser“. Doch dieses Mal ist Peter Parker nicht dabei, sondern macht „Winterurlaub“ in Europa und begleitet Mary Jane als Fotograf auf einer beruflichen Reise. Daher ist sein Schützling Miles während der Festtage in Harlem zum ersten Mal auf sich allein gestellt.
Und ein Jahr nach den Ereignissen des ersten Spiels schwingt sich Miles stilvoll in das neue Jahr. Er ist vielleicht noch nicht so selbstsicher wie Peter (ihr werdet die überschwängliche, ehrgeizige Mischung aus Schwingen, Purzelbäumen und trickreicher Luftakrobatik aus Spider-Man: A New Universe wiedererkennen), doch er wird langsam erwachsen, findet sich in seinem neuen Viertel immer besser zurecht, verarbeitet den tragischen Verlust seines Vaters und wird nun sogar in die Auseinandersetzungen zwischen dem Energiekonzern Roxxon und den Terroristen von Underground hineingezogen.
Der Nervenkitzel und die rasanten, ausgefeilten Kämpfe des ursprünglichen Spiels Marvel's Spider-Man wurden verbessert und ihr werdet großen Spaß dabei haben, euch durch die Winterlandschaft von New York zu schwingen.
Leise rieselt der Schnee

Das Harlem von Spider-Man ist im Winter ein magischer Ort, der nichts mit den grässlichen Tundren und beißend kalten Stürmen von Assassin's Creed Valhalla gemein hat. Miles ist zwar ein Neuling, doch die Nachbarschaft hat ihn schnell in ihr Herz geschlossen und besticht zudem mit vielen liebevollen Details. Auf Sandsteingebäuden und Straßen im Norden der Stadt liegt eine dicke Schneedecke wie Zuckerguss. Das Pflaster ist vereist und rutschig, dicke Flocken fallen unaufhörlich, und der Schnee verdeckt zwar den Schmutz und eure fehlgeleiteten Netzschüsse, nicht aber die farbenfrohen Graffiti an den Häuserfassaden.
Die ganze Stadt erstrahlt in winterlichem Glanz. Der allgemeine Verzicht darauf, die Autos vom Schnee zu befreien, sorgt für einen malerischen Anblick – sprintet einfach den Avengers Tower hinauf und schaltet den Fotomodus ein, um den prächtigen Anblick festzuhalten!
Wenn Miles nicht im Spidey-Anzug auf Entdeckungsreise geht, trägt er vernünftigerweise einen mit Fleece gefütterten Parka. Aber ihr spielt Spider-Man nicht wegen der Winterbekleidung. Der Spidey-Anzug von Peter Parker sieht auf den ersten Blick sicher festlicher aus und seine leuchtend roten und blauen Farben könnten jede Weihnachtstanne schmücken, aber auch das markante schwarze Outfit von Miles hebt sich gut von einer verschneiten Stadt ab.
Egal, ob ihr einen flauschigen Parka oder einen hautengen Spidey-Anzug tragt, alles um euch herum verkündet, dass Weihnachten vor der Tür steht. Gleich zu Beginn verfolgt ihr den zurückgekehrten Bösewicht Rhino durch ein belebtes Einkaufszentrum und schwingt euch an kurzentschlossenen Geschenkekäufern vorbei, die euch aus dem Weg gehen, bevor ihr durch eine üppige Weihnachtsgrotte kracht (zum Glück werden dabei weder Weihnachtsmänner noch -elfen verletzt). Ein anderes Mal schleudert ihr einen Container durch ein Bürogebäude und stört auf unsanfte Art eine Weihnachtsfeier – wobei die Gäste den Anlass, sich früher zu verabschieden, sicher sehr willkommen heißen.
Überall in der Stadt gibt es Schneemänner und NPCs, die sich sogar auf den Dächern Schneeballschlachten liefern. Verpasst auf keinen Fall die virtuelle Tour, bei der ihr den prächtigen Weihnachtsbaum und die Eisbahn des Rockefeller Centers (die aus Kevin – Allein zu Haus 2 und Buddy – Der Weihnachtself!) mit einer Lichtershow aus Schneeflocken sehen könnt. Schade nur, dass ihr darauf nicht Schlittschuhlaufen könnt – das reibungslose Gleiten ist nichts für Spider-Männer mit ihren extrem griffigen Füßen.
Schauplätze aus dem ersten Spiel sind diesmal fast nicht wiederzuerkennen. Besonders schön ist der Central Park – vergesst also nicht, die zugefrorenen Teiche zu besuchen. Der Pop-up-Markt in Harlem ist ein fröhlicher Ort, der einen Vorgeschmack auf den grandiosen Karneval in Marvel's Spider-Man 2 gibt.
Familienzusammenkünfte

Familienfestessen sieht man in Spielen so gut wie nie, was der Zusammenkunft der Familie Morales noch mehr Wirkung verleiht. Als die Szene Ende 2020 veröffentlicht wurde, war sie eine Wohltat für Spieler wie mich, die sich nach den spärlichen Gelegenheiten für gesellschaftliche Anlässe sehnten. Ich musste in dem Jahr leider auf das Familienessen verzichten, lud mich aber selbst zum Festessen bei Rio, Ganke und Phin ein. Am ihrem Heiligabend gab es viel zu erzählen, zu dekorieren und im Haushalt zu erledigen – so nutzte Miles zum Beispiel seine bioelektrischen Kräfte, um einen Stromausfall zu beheben und draußen die malerischen Lichterketten zwischen den Straßenlaternen zu entzünden.
Die Jahreszeit ist geprägt von Wiedersehen, unter anderem auch mit der schwierigeren Verwandtschaft, die im Fall von Miles in seinem Onkel Aaron Davis, auch als „Prowler“ bekannt, besteht. Die Beziehung zwischen den beiden erlebt kritische Momente, da Aaron glaubt, seinen Neffen beschützen zu müssen, während Miles klar ist, dass er Peter in dessen Abwesenheit vertreten muss. Auch wenn Aarons Fürsorge für seinen unglaublich starken Neffen unangebracht und übertrieben ist, meint er es nur gut mit ihm. Die zaghaften Einblicke in die Wiedervereinigung der Familie, die einen tragischen Verlust hinnehmen musste, gehören zu den bewegendsten Momenten im Spiel. Dies wird auch in der Geschichte der Gegenspielerin, Tinkerer, thematisiert.
Weihnachten ist nicht jedermanns Sache, und das Spiel hat sogar seinen ganz eigenen Grinch. Es hätte einer der Bösewichte sein können, aber in Wirklichkeit ist es J. Jonah Jameson (was niemanden überrascht). Am Anfang ist er zwar als Weihnachtsmann verkleidet, aber der mürrische Chefredakteur des Daily Bugle leidet unter einem chronischen Mangel an Freude. In einer Nebenquest kann Miles ihm ein unerwartetes Geschenk machen, das sein Herz zumindest vorübergehend auftaut.
Ihr habt sicherlich eure eigenen Traditionen, wie Monopoly zu spielen, Kevin – Allein zu Haus zu gucken oder, wie meine ins Alter gekommene Familie, nach einem großen Essen sofort ein langes Nickerchen zu machen. Marvel's Spider-Man: Miles Morales kann mit solchen langjährigen Traditionen durchaus mithalten. Wo sonst könnt ihr (ganz legal) einen winterlichen Spidey-Anzug mit Mütze und Schal tragen und gleichzeitig tollpatschige Schläger auf den hartgefrorenen Boden knallen? Geht es denn nicht genau darum?
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