
Mecharashi lebt den Traum jedes Mecha-Fans – ein Crossover-Event mit Evangelion

Anfang dieses Monats stürmten die gigantischen Mechas aus Neon Genesis Evangelion die Schlachtfelder des kostenlos spielbaren Strategie-RPGs Mecharashi. Doch bevor es so weit kommen konnte, musste erst jemand herausfinden, wie sich diese gewaltigen Dimensionen umsetzen lassen.
Während die stehenden Tanks – sogenannte STs – in Mecharashi selten höher als ein zweistöckiges Gebäude sind, können die EVA-Einheiten aus Evangelion eine Größe von fast 100 Metern erreichen und mehrere Tausend Tonnen wiegen.
Kürzlich hatten wir die Gelegenheit, mit den Entwicklern von BlackJack Studio darüber zu sprechen, wie sie dieses Problem gelöst haben – und über ihre Arbeit an Mecharashi in einer Zeit, in der Mecha-Spiele ein Nischengenre sind.
Mitte 2025 erschien Mecharashi schließlich in Nordamerika auf Englisch. Ein solches Videospiel ist heutzutage eine echte Rarität. Es verbindet das Genre des Strategie-RPGs mit einem Mecha-Thema und erscheint obendrein als kostenlos spielbarer Titel.
Und nun, nur etwa ein halbes Jahr später, ist dem Studio eine Kooperation mit dem unglaublich beliebten, genreprägenden Anime Neon Genesis Evangelion gelungen.
Seit seinem Debüt im Jahr 1995 fesselt Evangelion die Fantasie und Aufmerksamkeit der Spieler mit seiner Mischung aus groß angelegter, mystischer Science-Fiction und einem rauen, detailverliebten Fokus auf die Mechanik und Ausrüstung seiner gigantischen Mecha-Stars – der EVAs. Seit der Veröffentlichung auf Netflix in Nordamerika im Jahr 2019 erlebt die Serie eine regelrechte Renaissance, die inzwischen drei Generationen von Fans umfasst und jahrzehntealte Debatten über ihre Themen und Figuren neu entfacht hat.
Die Entwickler von BlackJack Studio, die für diesen Artikel darum baten, nur als Gruppe genannt zu werden, beschrieben sich selbst als ein Team, das „aus Chinas Mecha-Community hervorgegangen“ sei, „mit Veteranen aus Modellbau, Anime und Manga besetzt“ ist und das „über hundert Mecha-Serien geschaut“ hat. Aber nicht nur die kreativen Köpfe, sondern auch die Programmierer sind Fans, wie sie betonten.
„Japanische Strategiespiele und Mecha-Anime sind für uns ständige Inspirationsquellen. Bei langen Design-Sitzungen liefen Mecha-Serien im Hintergrund, um während des Brainstormings die Ideen sprudeln zu lassen. Und natürlich hat Neon Genesis Evangelion als eines der wegweisenden Werke des Genres ganz selbstverständlich unseren Ansatz bei der Entwicklung des Spiels geprägt“, sagten sie.

Eine Nische im Nischen-Genre
BlackJacks Begeisterung für das Genre spiegelt sich deutlich in der Optik und dem Spielgefühl von Mecharashi wider. Mecha ist ein Genre, das von Leidenschaft geprägt ist, sowohl von den komplizierten Beziehungen zwischen den Charakteren als auch von der Begeisterung der Spieler für die Maschinen. Sie sind vielleicht nicht perfekt funktional, dafür aber ein echter Hingucker. Egal, wie sehr man versucht, sie realistisch zu gestalten, am Ende werden sie immer noch von „Vibes“ angetrieben.
Mechas sind bereits eine Nische, und taktische Raster-Strategie-RPGs bilden dabei noch einmal eine ganz eigene Nische. Sie kombinieren die Charakterentwicklung, Story und Komplexität eines RPGs mit der Positionierung im rasterbasierten Kampf, blockierendem Gelände und rundenbasierten Zügen. Man plant zunächst die Strategie und muss dann herausfinden, wie man sie am besten im Gefecht gegen den Gegner umsetzt. Doch selbst die besten Pläne überleben selten den ersten Kontakt mit dem Gegner.
Ein Spiel zu entwickeln, das zwei Nischen miteinander vereint, ist wahrlich keine Garantie für Erfolg. Trotzdem hat Mecharashi eine Fangemeinde gefunden. Der Erfolg beruht offenbar darauf, wie deutlich die Macher ihre Leidenschaft für das Thema ihres Spiels zeigen.
Wer genau hinsieht, entdeckt in der Mecha-Werkstatt verborgene Details wie Paneele und Hydraulik. Kurze Hüpfer für kleine Schritte, längere Schritte für größere Positionierungen und Straßenräder für die weitesten Wege – so bewegen sich die Mechas über die Karte. Ihre Arme nehmen stabile Positionen ein, bevor sie feuern, oder sie vollführen elegante Bewegungen, wenn ein talentierter, selbstbewusster Pilot am Steuer ist. Auch übermenschliche Bewegungen werden geschickt eingesetzt, was zeigt, dass die Designer Mechas als eigenständige Wesen betrachten und nicht nur als Stellvertreter für Menschen. Wenn ein Mecha beispielsweise eine massive Stangenwaffe schwingt, dreht sich sein Oberkörper weiter als bei einem Menschen, um noch mehr Schwung zu erzeugen.
„Die Kunst und Erzählweise des Genres haben uns schon immer in ihren Bann gezogen. Diese gemeinsame Leidenschaft vereinte die Entwickler von Mecharashi – Mecha-Fans mit ganz eigenen Geschmäckern und Vorlieben. Leidenschaft, Debatten und unzählige kreative Ideen-Kollisionen führten uns zu einer Vision, die wir alle teilen können“, so das Entwicklerteam.

Taktische Provokation
Beim Spielen von Mecharashi zeigt sich eine Mischung aus klassischen Mecha-Strategie-RPG-Elementen und einem Gameplay, das moderne Designideen integriert und optimal zum kostenlos spielbaren Format passt. Die Weiterentwicklung der Charaktere und Mechas – von der Anpassung über das Freischalten neuer Einheiten bis hin zur Verbesserung ihrer Fertigkeiten – bildet ein eigenes Spielsystem, das sich nahtlos in die klassischen Free-to-play-Mechaniken wie das Verdienen von Währungen einfügt.
So schaltet ihr neue Piloten frei, die nach und nach neue Fertigkeiten lernen und ihre Werte verbessern. Jeder Mecha lässt sich separat zusammensetzen und anpassen. Arme, Beine, Rumpf sowie Rucksack- und Handwaffen können nach Belieben kombiniert werden. Es gibt zahlreiche Werte, mit denen man experimentieren kann, und unterschiedliche Spezifikationen an den einzelnen Teilen beeinflussen verschiedene Effekte und Fertigkeiten, was neue, abwechslungsreiche Strategien ermöglicht. Ein Mecha kann darauf ausgelegt sein, besonders widerstandsfähig zu sein, sodass sein Pilot an vorderster Front agiert und die Gegner ablenkt, um die Verbündeten zu schützen. Alternativ lässt sich derselbe defensive Pilot mit maximaler Feuerkraft ausstatten, um einen Tank zu erschaffen, der sowohl gefährlich als auch schwer zu Fall zu bringen ist.
Mecharashi verpackt diese Spezialisierungen in kurze, intensive Gefechte. Ob auf Mobilgeräten oder PC, eure kurzen Gefechte dauern selten länger als zehn Minuten. Ihr kämpft mit fünf Mechas gegen fünf bis zehn Gegner, nehmt es mit einem Boss auf oder erfüllt Missionen, bei denen ihr ein Fahrzeug beschützen oder aus einem Gebiet entkommen müsst.
Auf lange Sicht dreht sich alles darum, euch in den taktischen Herausforderungen zu verbessern und richtig gut zu werden. Wenn einige Missionen wiederkehren oder in leicht veränderter Form auftauchen, wollt ihr sie immer schneller meistern oder mit möglichst wenigen Verlusten bestehen, um noch bessere Belohnungen zu erhalten. Im Zentrum von Mecharashi stehen die Kämpfe, bei denen ihr taktisch gegnerische Teile zerstört, um deren Waffen lahmzulegen oder ihre Beweglichkeit zu reduzieren. Dies ist ein Teil der Mecha-Faszination, den Mecharashi mit kurzen, konzentrierten Gefechten perfekt realisiert.
Die Kooperation
„Ich bin mir sicher, dass jeder Mecha-Fan beim Schauen von Neon Genesis Evangelion schon einmal davon geträumt hat, selbst einen EVA zu steuern. Diese Kooperation gab uns die Gelegenheit, die Welt und die Mechas der Originalserie persönlich nachzubauen – und dabei endlich einen lang gehegten Traum von uns zu erfüllen“, sagte ein Entwickler von BlackJack.
Im Crossover stoßen die EVA-Protagonisten von Neon Genesis Evangelion Shinji, Asuka und Rei als Piloten zu eurem Mecharashi-Team hinzu. Ihre einzigartigen Fertigkeiten spiegeln die interessantesten Kräfte aus dem Anime wider. Sie können sich mit ihren Mechas synchronisieren und werden dabei immer stärker. Dazu kommen Waffen, die direkt an ihre ikonischsten Szenen aus dem Anime angelehnt sind. Asuka ist zum Beispiel eine Spezialistin für Stangenwaffen, passend zu ihrer – keine Spoiler – Verbindung zur Lance of Longinus, und kann diese sogar in gerader Linie als Fernangriff einsetzen.
Piloten sind nicht nur ein Bestandteil des Spiels, sondern auch der Aspekt, der sich am einfachsten ins Spiel integrieren lässt. Die EVA-Einheiten selbst ließen sich jedoch nicht eins zu eins in die Welt von Mecharashi übertragen, erklärten die Entwickler.
„EVAs sind im Vergleich zu den STs in Mecharashi gigantisch. Kaum war das Crossover bestätigt, war uns klar: Der Maßstab würde die größte Herausforderung werden. Wie bringt man einen EVA ins Spiel, ohne dass die Spielwelt darunter leidet?“
„Nach zahlreichen Diskussionen haben wir einen Weg gefunden: die markantesten Merkmale der EVA erkennen und sie so umgestalten, dass ihre ikonische Identität erhalten bleibt, sie aber gleichzeitig perfekt in die Welt von Mecharashi passt“, erklärten die Entwickler.
Das Resultat sind unverkennbar stylische Übersetzungen der ikonischen Designs in eine neue Welt. Deutlich zu sehen sind der markant spitze Kopf des violetten EVA-01, die hohen flügelähnlichen Flossen auf EVA-02s roten Schultern und das bucklige, fast wuchtige Erscheinungsbild des gelben Prototyps EVA-00. Im Spiel sind die Mechas echte Kraftpakete, perfekt auf ihre Piloten abgestimmt – ganz im Sinne des Serien-Crossovers – und unschlagbar in ihren Spezialrollen.
Das Event Mecharashi x Evangelion läuft noch bis zum 25. Februar 2026.