
Metro Rivals: New York ist wie Need for Speed mit U-Bahnen

In den letzten zehn Jahren hat sich Dovetail Games einen Namen damit gemacht, unvergleichlich realistische Zugsimulationen zu entwickeln, allen voran die Reihe Train Sim World, die mit der aktuellen Veröffentlichung von Train Sim World 6 und ihren zahlreichen Add-ons weiterhin erfolgreich läuft. Mit Metro Rivals: New York schlägt der britische Entwickler jedoch eine völlig andere Richtung ein – etwas, das Senior Producer Jordan Searle als das Erkunden „der lockereren Seite von Zügen“ beschreibt.
„Wir wissen von Kommentaren vieler unserer Gelegenheitsspieler, dass sie das Konzept von zugbasierten Spielen lieben, sich aber etwas Zugänglicheres und Zwangloseres wünschen“, erklärt er. „Anstatt etwas zu machen, das vielleicht nicht so gut zu dem passt, was Train Sim World für unsere Spieler ausmacht, war das für uns die perfekte Chance, ein paar neue Ideen auszuprobieren und dabei auch gleich Unreal Engine 5 besser kennenzulernen.“
Durch das Feedback aus der Community kam Dovetail schließlich auch auf New York als Schauplatz für Metro Rivals: New York. Durch Feedback und Umfragen bei den „engagiertesten Spielern“ der Beta-Community wurde deutlich, dass sich viele eine Nachbildung der Lexington Avenue Line wünschten, auch bekannt als die 4-5-6, benannt nach den Zügen, die dort unterwegs sind.

Der große Unterschied ist, dass Metro Rivals: New York nicht auf klassischen Zügen basiert, sondern auf U-Bahnen in einer Großstadtumgebung. Dass das Spiel in einer nahen Zukunftsversion von New York spielt, gibt dem Studio zudem deutlich mehr kreativen Spielraum als die bisherigen realistischen Simulationen, inklusive eines spannenden neuen Ansatzes.
„In unserer Story können Fahrer ihre eigenen U-Bahn-Waggons besitzen und selbst betreiben – ein bisschen wie die alten Taxilizenzplaketten seinerzeit“, erklärt Searle. „Diese Idee hat uns eine Menge neuer Möglichkeiten für Story und Design eröffnet.“
Das heißt im Grunde, dass das U-Bahn-Netz der Stadt in zehn hart umkämpfte Bezirke aufgeteilt ist, die jeweils von einem oder mehreren der fünf Track Titans kontrolliert werden, Fahrerlegenden, die nicht nur unfassbar gut sind, sondern auch riesigen Einfluss in den sozialen Medien haben. In dieses Chaos tritt der Spieler, ausgerüstet nur mit einem alten Zug und dem Entschluss, aufzusteigen und die Titans herauszufordern.
Dadurch wird die Story von Metro Rivals: New York viel stärker von den Figuren getragen: Jeder Titan hat seine eigene Persönlichkeit und Stimme, die man hört, wenn man mit ihnen über Funk spricht. Im Mittelpunkt stehen aber weiterhin die Züge, und deshalb fährt jeder Titan natürlich mit seinem ganz eigenen Modell.
„Die Track Titans sind absolute Superstars, und jeder, der in diesem neuen System fährt, ist darauf aus, seine eigenen Follower aufzubauen“, sagt Searle. Wenn man die Grenzen seines Zuges ausreizt und immer mehr Follower gewinnt, zieht man früher oder später die Aufmerksamkeit eines Titans auf sich. „Wenn sie merken, dass man zu bekannt wird, fordern sie einen sofort heraus, um einen in die Schranken zu weisen – aber wenn man sie besiegt, bekommt man Zugang zu ihrem Revier und kann seine Follower noch weiter ausbauen!“

Also, wie genau fährt man eigentlich Rennen in der U-Bahn? Während die Zugsteuerung laut Searle „zwar auf echter Physik basiert, wurde sie trotzdem so vereinfacht, dass sie für alle zugänglich bleibt.“ Was sofort ins Auge sticht, sind die übertriebenen Arcade-Elemente: Skill-Checks wie in Quick-Time-Events und eine Boost-Leiste, direkt aus Arcade-Rennspielen wie Need for Speed, mit der man seinem Zug ordentlich Tempo geben kann.
Man sollte trotzdem vorsichtig sein, nimmt man eine Kurve zu schnell, entgleist der Zug und endet in einem Crash. Gleichzeitig sollte man auch nicht zu scharf bremsen, sonst verärgert man die Fahrgäste, und viele steigen an der nächsten Station aus, ohne ein Trinkgeld zu geben. Auch mit all den Arcade-Elementen hält Dovetail weiter an der realen Funktionsweise von Zügen fest. „Erfolg heißt nicht einfach, Erster zu sein – es geht darum, Bester zu sein“, so Searle. „Spieler werden danach bewertet, wie gut sie ihre Ziele erfüllen und sich an die Regeln halten, bei gefährlichem Fahren gibt es entsprechende Abzüge. Features wie Wachsamkeits-Checks oder das Abblenden der Scheinwerfer bei entgegenkommenden Zügen sind von realen Bahnabläufen inspiriert und helfen dabei, die Balance zwischen Realismus und Spannung zu halten.“
Trotzdem kann sich Metro Rivals: New York Konsequenzen wie eine Zugentgleisung erlauben. Im Gegensatz zur „Train Sim World“-Reihe, bei der die realistischere Simulationen von Dovetail durch bestimmte Lizenzauflagen gebunden sind, damit alles korrekt und reibungslos abläuft. Auf dieselbe Weise hat Dovetail für Metro Rivals: New York auf den üblichen Hochglanz-Look verzichtet und sich für eine rauere, schmutzigere Ästhetik entschieden, mit Müll auf den Gleisen und Wänden voller Graffiti.
Die kreative Freiheit kann aber auch in die andere Richtung gehen. „Wir haben auch ein bisschen Hintergrundgeschichte eingebaut – etwa, dass vor Jahren ein Tunnel eingestürzt ist und die Linie deshalb über die Manhattan Bridge verlegt wurde“, fügt Searle hinzu. „Es passt zur Story, und gibt den Spielern nebenbei auch noch einen fantastischen Blick auf die Stadt.“
Das ist ein wichtiger Punkt, denn auch wenn man bei der U-Bahn zuerst an dunkle Tunnel denkt, verlaufen viele Linien streckenweise oberirdisch, und dort bekommt man immer wieder tolle Ausblicke auf den Big Apple. Genau hier zahlt sich der Wechsel zu Unreal Engine 5 aus, nicht nur bei der Darstellung der Gleise, sondern auch der gesamten Umgebung. Das ist auch ein Grund, warum die anderen Reihen von Dovetail so beliebt sind, man kann entspannt die Aussicht genießen, während die Züge gemütlich vor sich hinfahren.

„Dovetail Games ist bekannt für seine detailgetreuen Umgebungen, und unsere Grafiker haben hervorragende Fähigkeiten entwickelt, um diese Authentizität zu erreichen“, erklärt Searle. „Metro Rivals wurde von Anfang an in Unreal Engine 5 entwickelt. Durch den Einsatz von World Partition und unseren eigenen Tools zu prozeduralen Inhaltsgenerierung konnten wir Landschaften erschaffen, die viel mehr zu bieten haben, als nur den Blick auf die Schienen wie in Train Sim World. Mit diesen Systemen füllen wir die Welt mit einer viel größeren Vielfalt an einzigartigen Gebäuden und Umgebungsdetails – von komplexer Verkabelung bis hin zu kleinen Elementen entlang der Gleise –, sodass jeder Teil der Strecke lebendig wirkt. Selbst das Fahren durch Tunnel ist jetzt genauso spannend und detailreich wie die oberirdischen Streckenabschnitte.“
Wenn man dem Untertitel glauben will, ist Metro Rivals nur der erste Teil einer künftigen Serie, weitere Metropolen könnten folgen.
Aber erst einmal sollen die Züge in Metro Rivals: New York Anfang 2026 aus dem Bahnhof rollen. Setzt das Spiel jetzt im Epic Games Store auf eure Wunschliste.