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Mixtape sorgt für Gänsehaut

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Sarah Thwaites
27. März 2026

Nostalgie ist im Jahr 2026 eine besonders starke Kraft, und zwar so stark, dass wir einen kulturellen Wandel weg vom Smartphone und hin zum einfachen Leben beobachten. Zurück in eine Zeit, in der unsere größten Sorgen darin bestanden, unsere Tamagotchis zu füttern und verknotete Kabelkopfhörer zu entwirren. Es ist eine Sache, das Konzept zu verstehen, aber eine ganz andere, eine interaktive Welt zu schaffen, in der Spieler ein solch wehmütiges Gefühl hautnah erleben. Mixtape, das neueste Abenteuer des BAFTA-prämierten Studios Beethoven & Dinosaur, schürt dieses mächtige Gefühl, indem es Spieler in die Lage dreier musikbesessener Sonderlinge versetzt, die sich an ihre letzten Highschool-Tage in den 90ern erinnern. Das Ergebnis ist ein inspiriertes, psychedelisches Abenteuer voller lizenzierter Songs. 

„Alles begann mit der Musik“, erklärt Mixtape-Autor und Regisseur Johnny Galvatron. „Unsere Charaktere, unser Tempo, unsere Erzählungen scheinen immer mit Musik zu beginnen – ein Spiel um eine kolossale Wiedergabeliste herum zu erschaffen“, fügt er hinzu. „Die Spielmechaniken sind ein Mixtape, die Musik ist ein Mixtape, die Charaktere sind ein Mixtape aus leicht unterschiedlichen Epochen, der Grafikstil wechselt von sonnigen Skaterouten durch Bergschluchten, zu lebendigem Archivfilmmaterial, zu körnigem Schwarz-Weiß“, fährt er fort. „Es ist eine Art stimmige Collage, die in allen Elementen des Spiels präsent ist.“

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Das Leben zieht ziemlich schnell an einem vorbei 

Mixtape dreht sich um drei Charaktere: Stacy Rockford, Van Slater und Cassandra Morino. Trotz der üblichen elterlichen Missbilligung und deutlicher ästhetischer Paradoxe haben sie in dieser berauschenden, prägenden Zeit ihres Lebens eine einzigartige Verbindung geknüpft. „Rockford ist eine musikbesessene Träumerin und Kleinkriminelle, die sich darauf vorbereitet, ihre Heimatstadt in Richtung New York zu verlassen, um dort ein „Musical Supervisor“ zu werden und Soundtracks für Filme zu erstellen“, sagt Galvatron. „Van Slater hat solche Wünsche nicht und schätzt seine Heimatstadt mit einer fast schon zenartigen Gelassenheit.“ „Cassandra ist eine Einserschülerin, die laut ihren Eltern von Rockford und Slater verdorben wurde.“

Die Geschichte beginnt, als die drei zu einer letzten Party aufbrechen, bevor Studium und Erwachsensein ihnen den Spaß am Leben rauben. Da ein Großteil des Entwicklungsteams von Beethoven & Dinosaur in den 80ern und 90ern aufgewachsen ist, war Mixtape nicht nur eine Gelegenheit, einer Spielergeneration einen intimen Gänsehautmoment zu bescheren, sondern auch ein Mittel, um ihre eigene Vergangenheit noch einmal zu erleben. „Für mich als Animator fühlte es sich an, als hätte ich die Möglichkeit, dort noch ein wenig länger zu verweilen“, ergänzt Joe Toole, Hauptanimator von Mixtape

Bemerkenswert ist jedoch, dass es in Mixtape vor allem um das vorstädtische Amerika geht, obwohl das Studio in Melbourne, Australien ansässig ist. „Für mich ist es eine Geschichte, die weit entfernt spielt, in einer fiktiven Stadt, die wie die Verkörperung eines Radiosenders aus den 80er- und 90er-Jahren nachklingt und noch immer von den Exzessen der Zeit und der damaligen Monokultur überfließt“, fügt Galvatron hinzu.

Über das Schwelgen in Erinnerungen hinaus wollte Beethoven & Dinosaur auch die gesteigerten Emotionen erkunden, die entstehen, wenn man am Rande großer Veränderungen steht. „Wenn (die drei Charaktere) zusammen sind, herrscht ein Gefühl stiller Gelassenheit“, sagt Toole. „Sie machen offensichtlich ordentlich Wirbel, skaten durch den Verkehr und springen mit Ollies über Polizeiautos“, fährt er fort. „Aber nichts davon ist bösartig oder grausam.“ „Ich glaube, einige der besten Momente im Spiel sind, wenn sie einfach nur zusammen abhängen.“ 

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Stark inspiriert von Coming-of-Age-Klassikern wie The Breakfast Club und Richard Linklaters rebellischer Komödie „Confusion – Sommer der Ausgeflippten“, wollten Beethoven & Dinosaur die Atmosphäre des „Hang Out“-Film-Subgenres replizieren. „Aus der Animationsperspektive habe ich vermieden, dass Charaktere offensichtliche schauspielerische Entscheidungen treffen“, erklärt Toole. „(Reaktionen) wie große, dramatische Augenroller, lange, entnervte Seufzer, wütendes Davonstampfen usw. Die Emotionen können überwältigend sein, aber das bedeutet nicht, dass die Schauspielerei es auch sein muss“, fügt Toole hinzu. „Ich denke, daraus lässt sich viel Identifikationspotenzial schöpfen. Dadurch bekommt der Spieler auch nicht sofort den Eindruck, einen Charakter vollständig zu durchschauen“, fährt Toole fort. „Es gibt mehr zu sehen, mehr zu entdecken und zu verstehen. Hoffentlich zieht das die Leute in die Welt hinein.“ 

Im gesamten Spiel durchbricht die Hauptprotagonistin, Stacy Rockford, gelegentlich die vierte Wand und spricht in unerwarteten Momenten direkt mit dem Spieler. „Es gibt hier drei klare Inspirationen: Mike Myers in Wayne's World, John Cusack in High Fidelity und Matthew Broderick in Ferris Bueller's Day Off“, sagt Galvatron. „Ich wollte Informationen über die Lieder, wann sie entstanden sind, Fakten und interessante Geschichten über die Creator einbauen, aber es wäre im direkten Dialog unpassend gewesen“, merkt Galvatron an. „Manchmal fängt ein Charakter einfach so an zu reden, und alles, was man tun kann, ist mitzuschreiben.“

Ein weiterer Schlüsselaspekt, um diese nostalgische Fantasie zu vermitteln, war die Mode. In den Trailern fährt die Gruppe durch rostrote Wälder und unterhält sich auf Motorhauben, gekleidet in weite karierte Hemden, zeitgemäße Band-T-Shirts und abgenutzte Canvas-Sneaker, wobei Gegenstände wie Rockfords Pullover direkt aus Galvatrons eigenem Kleiderschrank stammen. Aufmerksame Zuschauer sind vielleicht neugierig auf das genaue Jahr oder die Zeit, in der Mixtape spielt. Leider hielten Beethoven & Dinosaur es bewusst vage. „Es gibt kein genaues Jahr, in dem dieses Werk spielt“, merkt Toole an. „Sogar die Charaktere wirken so, als ob sie aus verschiedenen Zeiten stammen – irgendwo zwischen 1985 und 1995.“ Ein visueller Mixed-Media-Stil wird eingesetzt, um die Zeitleiste weiter zu verwischen, indem Beethoven & Dinosaur stimmungsvolles Live-Action-Material mit Zwischensequenzen und Gameplay kombiniert. 

Es ist ein Stil, der sich im Laufe der Produktion als Herzensprojekt zwischen den Animatoren, Künstlern und technischen Direktoren entwickelt hat. „Wir beginnen mit einem allgemeinen Ton, einer Idee davon, wie malerisch das Ganze sein soll, wie wir unsere Lichter, unsere Linsen und unseren Animationsstil einsetzen, aber das ist nur eine grobe Orientierung“, erklärt Toole. „Die Reise führt euch auf unterschiedliche Wege, Technik verschmilzt auf unerwartete Weise mit Kunst, Shader eröffnen neue Möglichkeiten, und das Verhältnis zwischen Realität und Stilisierung ist ständig im Wandel.“

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Fein abgestimmt

Beeindruckende musikalische Einsätze sind das schlagende Herz von Mixtape. Tracks von DEVO, The Smashing Pumpkins und Joy Division sind nahtlos in entscheidende interaktive Momente integriert, während die Crew durch die Nacht zieht. „Ihr habt wahrscheinlich schon Filmmaterial gesehen, wie man mit Freunden einen Hügel hinunterskatet, Klopapier über ein Haus wirft und unendlich lange knutscht“, bemerkt Toole. „Wir haben wirklich versucht, die Wirren jugendlicher Emotionen durch die Spielmechaniken darzustellen. Wie würde man es mechanisch in einem Spiel beschreiben, wenn man von einem Freund versetzt wird? Welches Lied würde dabei laufen? Wie würde man rein mechanisch das Gefühl beschreiben, im Auto mit seinen Kumpels zu einem Lied abzurocken?“ Doch als sie nach der Bedeutung hinter einigen der eindeutig übernatürlichen Zuspitzungen des Teenagerdaseins in Mixtape gefragt wurden – im neuesten Trailer kann man die Charaktere fliegen sehen – zeigten sich die beiden Entwickler zurückhaltend.

Toole erklärte weiter, dass sich ein Großteil des Spiels im Laufe der Entwicklung verändert hatte. Eine im späteren Spielverlauf angesiedelte Sequenz namens „Coastal Cruise“, die zusammen mit Roxy Musics Sophisti-Pop-Klassiker „More Than This“ erscheint, wurde aus rein resonanten, strukturellen Gründen im Spielverlauf vorgezogen. „Wir haben lange mit der Reihenfolge der Tracks experimentiert, sie aneinandergereiht, neu sortiert, ersetzt und getauscht, bis die erzählte Geschichte schnell und stimmig war und die Höhepunkte genau dort landeten, wo sie hingehören“, sagt Galvatron. 

Es ist nur folgerichtig, dass Beethoven & Dinosaur die Entwicklung ihres zweiten Spiels mit der liebenswerten Akribie eines verletzlichen Teenagers angegangen sind, der versucht, den Sommer seiner Schwärmerei zu vertonen. „Wir haben uns vom Soundtrack leiten lassen“, sagt Galvatron. „Die emotionalen Höhen und Tiefen, die Ausbrüche, das Wimmern, die Gitarrensoli, das Schreien, die Wut und die Liebe waren bereits da – wir haben lediglich auf den Schultern von Giganten aufgebaut.“ Es hat erkennbar viel Feinarbeit gebraucht, um alles richtig zu justieren – doch hoffentlich wird Mixtape euren Sommer später in diesem Jahr ebenfalls mit seinem Soundtrack prägen. 

Mixtape erscheint am 7. Mai im Epic Games Store.