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Murder by Numbers ist eine herrlich einfallsreiche Mischung aus Phoenix Wright und Picross

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David Silbert
16. Jan. 2024

Was ist eine Mordgeschichte ohne eine große Enthüllung? Der Höhepunkt eines Poirot-Romans besteht immer darin, dass der Detektiv das Motiv des Mörders erklärt, ein Fall bei Law & Order ist ohne ein Geständnis nicht abgeschlossen und eine Partie Cluedo endet erst, wenn der Verdächtige, der Tatort und die Mordwaffe verkündet werden.

Murder by Numbers richtet sich dagegen an den Spürhund in euch, der es eher gemütlicher mag. Wo andere Detektivspiele ihren Schwerpunkt auf Einsprüche im Gerichtssaal und Schießereien in dunklen Gassen legen, mischt dieses Indie-Juwel aus dem Jahr 2020 die Spannung mit etwas ausgesprochen Ruhigem: Nonogrammen.
Murder by Numbers – Zwischensequenz-Dialog
Ihr schlüpft in die Rolle von Honor Mizrahi, einer Fernsehschauspielerin, die gerne Rätsel löst. Eines Tages steht Honor vor einer schwierigen Situation: Ihr Chef wirft sie aus einer Primetime-Krimiserie – und wird danach tot aufgefunden. Als Hauptverdächtige muss sich Honor ihrer schauspielerischen Fähigkeiten bedienen, um diesen Fall zu lösen.

Was als einzelnes Verbrechen beginnt, entwickelt sich zu einer umfassenden Verschwörung mit vier Mordfällen. Zusammen mit ihrem Partner S.C.O.U.T. verhört Honor die Zeugen, befragt die Verdächtigen und sammelt Beweise. Während ihr in traditionellen Detektivspielen wie der Ace Attorney-Reihe ihr einen realen Tatort untersucht, sind die Hinweise bei Murder by Numbers in Nonogrammen versteckt.

Wenn ihr schon einmal Picross gespielt habt, wisst ihr, wie das funktioniert. In jeder Reihe oder Spalte gibt es eine bestimmte Anzahl schwarze Felder, die mit einer Zahlenreihe wie „6 2 1“ angezeigt werden. Im diesem Beispiel besteht die angegebene Reihe/Spalte aus einer Gruppe von sechs schwarzen Feldern, einer Gruppe von zwei schwarzen Feldern und einem einzelnen schwarzen Feld, wobei zwischen den einzelnen Gruppen ein oder mehrere leere Felder liegen. Mit etwas Logik könnt ihr schlussfolgern, wie diese Felder verteilt sein müssen. Das vollständig ausgefüllte Rätsel zeigt ein Bild – bei Murder by Numbers ist dies das Bild eines neuen Hinweises, den ihr untersuchen müsst.
Murder by Numbers – Nonogramm-Gameplay
Dieser Ablauf ist fesselnd und wird nach einer Weile geradezu meditativ. Die Rätsel dauern zwischen fünf und fünfzehn Minuten und zwischen den eher filmischen Dialogsequenzen könnt ihr euch damit den Kopf zerbrechen. Da ihr außerdem jederzeit – auch während der Rätsel – speichern könnt, spielt es keine Rolle, ob ihr Murder by Numbers nur kurz zwischendurch spielen oder euch ausgiebig der Raterei widmen wollt.

Dabei opfert Murder by Numbers den Tiefgang der Geschichte keineswegs zugunsten seiner Rätsel. Neben den fantastischen Rätseln hat das Spiel auch komplexe Charaktere zu bieten. Honor möchte in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters treten. S.C.O.U.T. ist ein Roboter, der zu gerne wüsste, wie es ist, ein Mensch zu sein. Und dann ist da noch Gerry Cross, ein abgebrühter und unbeherrschter Detektiv. Alle sind mit ihren ausdrucksstarken Animationen und bissigen Einzeilern markante Charaktere.

Das Ganze wird von einem Soundtrack begleitet, der von Masakazu Sugimori komponiert wurde, der (neben anderen Spielen) auch am originalen Phoenix Wright: Ace Attorney mitgearbeitet hat. Wie bei den Spielen der Ace Attorney-Reihe schenkt Sugimori jedem Charakter eine eigene Melodie, angefangen beim frenetischen „SCOUT's On The Case!“ bis zum schmalzigen „Detective Cross – Justice Takes Time“. Ein Spieldurchlauf von Murder by Numbers dauert ungefähr 20 Stunden, aber Sugimoris Musik wird nie langweilig.
Murder by Numbers – Einem Hinweis auf der Spur
Wenn ihr gerne eine kreative Geschichte erleben wollt oder gerne gute Logikrätsel löst, verspricht Murder by Numbers, eure grauen Zellen zu trainieren. Holt es euch jetzt im Epic Games Store.