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Path of Exile 2 will, dass ihr methodisch an ARPGs herangeht
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Diego Nicolás Argüello
Vor mehr als einem Jahrzehnt war Path of Exile ein direkter Konkurrent von Diablo III und hat es mit seinen altbewährten Wurzeln des Genres mit der vereinfachten Herangehensweise seines Erfinders aufgenommen. Jetzt nimmt es der kostenlos spielbare Nachfolger mit Diablo IV und einer ganzen Reihe ähnlicher Spiele auf, die in letzter Zeit erschienen sind. Viel steht auf dem Spiel, und es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass die Entwickler Grinding Gear Games sowohl von ihren Konkurrenten als auch aus ihrer eigenen Vergangenheit gelernt haben.
Ab der ersten Spielminute baut Path of Exile 2 mit verbesserten Details und härterer Action auf die düsteren Grafiken seines Vorgängers auf. Die neue Kampagne spielt Jahre nach den Ereignissen des ersten Spiels und versetzt euch ein weiteres Mal in die Welt von Wraeclast. Es bietet euch einen Koop-Modus für bis zu sechs Spieler, in dem euch in sechs Kampagnenakten Hunderte Monster erwarten. Ihr könnt euch auch auf 12 Charakterklassen, ein neues Fertigkeitengemme-System für weitere Anpassungen an eurem Build und ein umfassendes Endgame freuen, das ähnlich wie der Atlas der Welten im ursprünglichen Path of Exile funktioniert.
Beim Summer Game Fest hatten wir die Gelegenheit, den Beginn des Spiels in einer Demoversion anzuspielen: Wir stürzten uns in einen Dungeon, besiegten ein paar Bosse und konnten ein Gefühl für die wesentlichen Änderungen am Kampfstil entwickeln. Sobald ihr euren Charakter auswählt, fallen euch die Unterschiede bei der Präsentation des Spiels auf: Eine Filmsequenz im Spiel mit hervorragender Sprachausgabe versetzt euch in den Augenblick vor der Hinrichtung einer Gruppe von Exiles.

In der Demo standen vier Klassen – Krieger, Duellant, Zauberin und Mönch – zur Auswahl. Ich wählte Letzteren, eine der neuen Klassen im Nachfolger. Danach wurde mir eine weitere kurze Zwischensequenz gezeigt, in der der gewählte Exile zu einer nahegelegenen Küste flieht. Diese Einführung erinnert an das erste Spiel, in dem ihr auf dem Weg zu einem Miniboss Untote bekämpft, bevor ihr eine Stadt erreicht. Daraufhin weicht das Spielerlebnis allerdings stark von seinem Vorgänger ab.
Path of Exile ist stark vom klassischen Diablo inspiriert, das einst den Standard für ARPGs definierte. Kurz gesagt: Es dauert nicht lange, bis euer Charakter stärker wird und sich mühelos durch Gegner schnetzelt. Im Verlauf der Demo bekam ich es aber mit immer größeren und härteren Gegnern zu tun, für die ich mir meine Angriffe genau überlegen und die neue Hechtrolle verwenden musste, um gegnerischen Attacken zu entgehen.
Es mag zwar wie ein abgedroschenes Klischee klingen und der Begriff wird mittlerweile viel zu oft verwendet, aber es war schwer, die Kämpfe nicht mit Soulslike-Spielen wie Elden Ring zu vergleichen. Euer Charakter verfügt über viel komplexere Animationen, die das Tempo des Spiels methodischer und bedächtiger machen. Dasselbe gilt für eure Gegner, also benötigt ihr gutes Timing, um ihren Angriffen auszuweichen. Mit einer Nahkampfklasse wie dem Mönch bekämpfte ich Gegnergruppen, indem ich ständig auf sie zusprang und mich sofort wieder aus der Gefahrenzone zurückzog.

Falls ihr euch fragt: Ja, das kommt bei Bosskämpfen noch viel stärker zur Geltung. Ich hatte zwar nur ein paar Begegnungen mit diesen mächtigen Gegnern, doch das Ausweichen stand immer an erster Stelle. Schon bald war ich in diesem Rhythmus, in dem ich wartete, bis ein Boss angriff, ihm auswich und zurückschlug. Dabei musste ich seine Muster erlernen, um den Kampf zu überleben.
Abgesehen von der größeren Fülle an Details, die überall im Spiel spürbar ist, ist die Umgebung beeindruckend, so weit das Auge reicht. Als ich eine Höhle betrat, um ein wurmartiges Monster zu jagen, tauchte es schon bald auf und kroch tiefer in das Höhlensystem. Ein erstaunlicher und eindrucksvoller Anblick, der die richtige Stimmung vermittelte, bevor ich mich tiefer in seinen Unterschlupf wagte. Euer Charakter kann auch von Kopf bis Fuß von Schlamm oder Säure bedeckt sein (um nur ein paar Beispiele zu nennen), wodurch sich sein Erscheinungsbild im Handumdrehen ändert und glaubwürdig wirkt.
Die Umgebungen des Spiels spiegeln diese Detailverliebtheit so oft wie nur möglich wider und können gelegentlich ganz schön finster aussehen. Path of Exile 2 strebt zwar eindeutig eine modernere Ästhetik an, bleibt aber der makabren Stimmung des ersten Spiels treu. Selbst einfache Gegner wie Wölfe sahen bedrohlich aus, ganz zu schweigen von kreischenden Waldhexen und kindlichen Gegnern, die auf allen Vieren krabbelten.
Der Nachfolger behält viele Elemente bei, die erfahrenen Spielern vertraut sind, wie die Inventarverwaltung und den einschüchternden passiven Fertigkeitsbaum. Aus den Komfortverbesserungen, die ich in der Demo zu Gesicht bekam, stachen besonders die neuen Speicherpunkte hervor. Wenn ihr ein offenes Gebiet erkundet, stoßt ihr in den meisten Fällen auf eine Art Totem, das euer Leben und euer Mana wiederherstellt. Solltet ihr beim Erkunden des entsprechenden Gebiets sterben, werdet ihr hier wiederbelebt. Doch auch die Gegner werden wiederbelebt – ein weiteres Element aus Soulslikes –, was ihr auf keinen Fall vergessen dürft.
Path of Exile 2 wird garantiert ein forderndes Spielerlebnis, und ich bin schon gespannt, wie sich die Kämpfe im mittleren bis späten Spiel anfühlen werden, sobald man unzählige Fertigkeitengemme und Dutzende passive Fertigkeiten für den eigenen Build zur Auswahl hat. Selbst in den frühen Phasen der Demo ist klar, dass die Hechtrolle sich stark auf die Funktionsweise der Kämpfe auswirkt. Wenn die späteren Phasen der Kampagne mithalten können, wird das Endergebnis bestimmt unter ARPGs seinesgleichen suchen.
Path of Exile 2 wird zu einem zukünftigen Zeitpunkt für PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X und S erscheinen. Die Beta sollte gegen Ende 2024 verfügbar sein. Ihr findet sie hier im Epic Games Store.
Wenn ihr mehr über das Summer Game Fest erfahren wollt, lest unsere Zusammenfassung der Live-Präsentation. Wir geben auch kurze Überblicke über die anderen Veranstaltungen, darunter die PC Gaming Show, die Future Games Show und Guerrilla Collective.