
Die Vorbereitung auf das erste große Early-Access-Update für das Roguelite Witchfire

Witchfire, von den Schöpfern des im Jahr 2004 erschienenen Shooters Painkiller, ist nun seit ungefähr vier Monaten als Early-Access-Version im Epic Games Store verfügbar. In der düsteren Fantasy-Welt von Witchfire hat ein entsetzliches Übel die Macht an sich gerissen und breitet sich aus, wodurch sich „die Kirche“ (The Church) gezwungen sah, ihre Prinzipien über Bord zu werfen und Sünder anzuheuern, die bereit sind, mit heidnischer Magie, Schusswaffen und allen anderen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu kämpfen – auf Kosten ihrer Seelen.
Oder anders gesagt: Dieses Spiel richtet sich eher nicht an Optimisten.
Stattdessen handelt es sich bei Witchfire – das am 20. September in den Early Access gestartet und im kommenden Jahr exklusiv im Epic Games Store verfügbar ist – um ein Roguelite für all jene, die gerne an Systemen rütteln und in einer harten Welt nach Macht streben. Jede „Expedition“ (Durchlauf) in Witchfire wird prozedural generiert, die wichtigsten Bestandteile des Spielerfortschritts bleiben jedoch für den nächsten Vorstoß in ein unheiliges Reich erhalten.
Das langersehnte „GGU-Update“ für Witchfire soll nun im Februar oder Anfang März erscheinen. Adrian Chmielarz, der Gründer von The Astronauts, hat vor Kurzem angemerkt, dass das Studio in den zwei Monaten nach dem Early-Access-Start auf einer Art Entwicklungswelle schwamm, seither jedoch mit einer schwierigen Phase zu kämpfen hat, in der die Entwickler – das Studio besteht aus 12 von ihnen – darüber nachdenken, an welchen Stellen sie mit dem GGU-Update ansetzen sollen.
„Es ist nicht so, als hätten wir aufgehört, zur Arbeit zu gehen“, schrieb er am 11. Januar. (Das letzte Witchfire-Update wurde im November veröffentlicht.) „Aber … man kann sich nicht permanent in einem Zustand des Rausches oder der grenzenlosen Begeisterung befinden, ohne irgendwann einen Preis dafür bezahlen zu müssen.“ Chmielarz hat die Veröffentlichung von Witchfire im September mit fünf Tassen Kaffee verglichen, auf die dann der Beginn der wirklich harten Arbeit für das GGU-Update und ein Nachlassen der Wirkung des Koffeins folgten – ein Gefühl, das uns allen vertraut sein dürfte.
Hier ist ein Überblick über die größten Änderungen, die das GGU-Update für Witchfire enthalten wird.
Das Unheil-System
Das Unheil-System (The Calamity System) ist das bisher kontroverseste Design-Feature von Witchfire, weshalb es auch besonders schwer ist, die richtige Balance dafür zu finden. Unheil tritt auf, wenn die Hexe (The Witch) – das ultimative Übel, das in der Spielumgebung den Ton angibt – ihre schwarze Magie wirkt, um den Spieler in Momenten anzugreifen, in denen er am verwundbarsten ist.
Wenn ihr ein Unheilereignis überlebt, erhaltet ihr Beute und Fortschrittsbelohnungen, die euch für eure Mühen angemessen entlohnen – aktuell tritt das Unheil in Witchfire jedoch in Momenten auf, in denen die Spieler am schwächsten sind und ihm nichts entgegensetzen können (vor allem, wenn sie noch neuer sind).

Witchfire beschreibt sich selbst als Soulslike, was den Spielern schon zeigen sollte, dass es kein Spaziergang im Park wird. Aber gleichzeitig macht es keinen Spaß, von einer übermächtigen Horde überrascht zu werden, ohne zu wissen, warum das gerade geschieht. In einem Entwicklertagebuch-Beitrag im Dezember gestand Chmielarz ein, dass derart entscheidende Momente nicht aus heiterem Himmel auftreten sollten. The Astronauts setzen sich wieder ans Reißbrett, um diesen spielverändernden Ereignissen eine bessere Struktur zu verleihen, damit die Spieler zumindest verstehen, wann die Exkremente wirklich metaphorisch zu dampfen beginnen.
Chmielarz hat über die verschiedenen Spielbedingungen gesprochen, die im aktuellen Build zu einem Unheil führen:
- Niedrige Gesundheit
- Mangel an Heilelixieren (Healing Elixirs)
- Einsammeln eines verfluchten Schatzes (Cursed Treasure)
- Von einem Wächter (Warden) entdeckt werden
- Einsammeln eines Kristalls (Crystals)
- Zerstören einer Falle (Trap)
- Rückzug aus dem Kampf (womit das Verlassen der Arena gemeint ist)
„Die Idee war folgende: Die Hexe weiß, dass der Spieler da ist, wartet mit ihrem mächtigsten Fluch – dem Unheil – jedoch, bis er am verwundbarsten ist“, sagte Chmielarz.
„Wenn ihr Witchfire gespielt habt, seid ihr wahrscheinlich schon einmal in eine Situation geraten, in der ihr für eine halbe Sekunde übermütig wart, […] plötzlich Feinde aus einer anderen Arena auf euch zukamen und ihr in eine andere Richtung gelaufen seid, nur um dort auf einen Wächter [eine gefährlichere Bedrohung] zu stoßen. Dann seid ihr höchst wahrscheinlich in Panik geraten und plötzlich ist auch noch ein Unheil über euch hereingebrochen“, sagte er. Oder anders gesagt: Die gewaltige Herausforderung, die ein Unheil darstellt, sollte sich ankündigen.
Chmielarz verglich das perfekte Unheil mit dem Voranschreiten einer Action-Sequenz in Indiana Jones. Alles wird immer schlimmer und die Verzweiflung zwingt den Helden, sich unmöglichen Bedrohungen zu stellen. Wenn er überlebt, verfällt er in einen Rausch, weil er dem Schicksal getrotzt hat – sowie jede Menge Beute. Der Unterschied liegt laut Chmielarz darin, dass sich solche Momente kontinuierlich aufbauen und manchmal sogar vollkommen vorhersehbar sind.

Das GGU-Update sorgt dafür, dass die Spieler ein heraufziehendes Unheil besser erkennen können. Chmielarz führte als Referenz die Gesucht-Leiste der Grand Theft Auto-Serie an. Witchfire zeigt den Spielern zwar keine Leiste, um sie wissen zu lassen, dass gleich etwas geschehen wird, stellt ihnen jedoch eindeutige Hinweise zur Verfügung, die klarmachen, dass es im Laufe der Zeit immer wahrscheinlicher wird, den Zorn der Hexe zu spüren zu bekommen.
„Wir haben eine Idee, eine Richtung, und die Implementierung des neuen Unheil-Systems scheint weder zu kompliziert noch zu zeitaufwendig zu sein“, sagte Chmielarz im Dezember. „Das heißt zwar nicht, dass der Prozess schnell und einfach über die Bühne gehen wird, aber er stellt uns auch nicht vor ein unlösbares Rätsel.“
Anfangsklassen
Aktuell laufen die Early-Access-Spieler mit einer Standardausrüstung und festgelegten Attributen durch Witchfire. Im November kündigte Chmielarz an, dass Witchfire Anfangsklassen einführen wird, die bestimmte Attribute priorisieren (und andere natürlich vernachlässigen).
Die Anfangsklassen werden zu Beginn auch unterschiedliche Waffen zur Verfügung haben. „Einige von ihnen habt ihr noch nie gesehen“, sagte Chmielarz.
Neue Feinde
Mit dem GGU-Update für Witchfire sollte auch eine neue Art von Feind Einzug in die Arena halten. The Astronauts nennen diese Einheiten momentan „Druiden“.
Diese stehen dem Kanon nach jedoch nicht direkt mit der Hexe in Verbindung. Stattdessen handelt es sich bei ihnen laut Chmielarz um ehemalige spirituelle Anführer, die „nur noch kriechen können und verfaulen“ und somit „einfache Ziele abgeben, die nur aus der Nähe angreifen können“.
Die Druiden sind herannahende Feinde, die zwar langsam sind, aber tödlich sein können, wenn die Spieler nicht genug Abstand zu ihnen halten.

Neue Balance für den Stufenaufstieg
In der Roadmap für die laufende Entwicklung von Witchfire hat Chmielarz gesagt, dass der Ablauf des Stufenaufstiegs verändert werden soll.
„Wir werden das Feature zwar nicht einstampfen“, sagte er im Oktober, „es braucht jedoch eine neue Balance sowie eine andere Herangehensweise.“ Der Stufenfortschritt wird sich stärker an den Errungenschaften der Spieler orientieren, vor allem, wenn sie dem Schicksal trotzen. „Wir wissen, was wir tun müssen, und werden dazu in Zukunft einen Blog veröffentlichen“, sagte Chmielarz.
Am Anfang …
The Astronauts haben der Early-Access-Community von Witchfire immer wieder erklärt, dass die ersten Stunden des Spiels mehr als eine kleine Verbesserung brauchen könnten. Aktuell werden die Spieler in eine Hub-Welt entlassen, in der nicht viel erklärt wird – und die für komplette Anfänger auch kaum einen Nutzen hat. Anschließend müssen die Spieler durch ein Portal zu ihrer ersten Expedition aufbrechen und haben nicht viel mehr als eine Waffe, um mit einer Vielzahl von Untoten fertigzuwerden.
„Warum sollten die Spieler nicht aus drei Waffen auswählen können?“, sagt Chmielarz in der Roadmap. „Sollten die Spieler gleich über einen Zauber verfügen? Wir suchen Antworten auf diese und weitere Fragen und werden weiterhin an einer Verbesserung der ersten Stunden arbeiten.“
Das bedeutet zwar nicht, dass die Spieler gleich von Anfang an Zugang zu allen Spielzeugen und Mächten von Witchfire haben, aber Zauber würden eine Verbindung zur Geschichte des Spiels aufbauen, ohne dabei den beabsichtigten Schwierigkeitsgrad zu verzerren.

Kartenvergrößerung
Neugierige Spieler haben im Irongate Castle – hierbei handelt es sich um eine Karte, die den Spielern in Witchfire zur Verfügung steht – eine komplett ausgestattete Folterkammer entdeckt, die bisher nicht benutzt wird. Chmielarz hat am 10. Januar verkündet, dass dieser Bereich in das Hauptspiel implementiert werden würde.
„Dieser Ort wird im GGU-Update nicht nur spielbar sein, sondern auch eine fantastische Überraschung bereithalten“, sagte er. „Hierbei handelt es sich sogar um eine der aufregendsten Neuerungen für das Update. Ich kann an dieser Stelle natürlich nicht mehr verraten, um euch die Überraschung nicht zu verderben.“
Was bedeutet „GGU“ überhaupt?
In der Anmerkung für die Spieler, die am 10. Januar veröffentlicht wurde, sagte Chmielarz: „Wir haben uns aufgrund einer bestimmten … Sache dazu entschieden, das erste Update ,GGU’ zu nennen, wobei das ,U’ für Update steht und die Bedeutung von ,GG’ vorerst noch ein Geheimnis bleibt.“
Ihr seid also nicht die Einzigen, die sich fragen, was „GGU“ bedeutet oder worauf sich der Begriff bezieht, und The Astronauts haben auch klargemacht, dass sie es nicht verraten werden. Vielleicht wird das erste große Inhalts-Update für Witchfire das Geheimnis ja lüften.
Witchfire wird in der Unreal Engine 4 von Epic Games entwickelt und ist exklusiv im Epic Games Store als Early-Access-Version verfügbar. Die aktuelle Version trägt die Bezeichnung 1.10.48090.