
Project Motor Racing wird von einer Leidenschaft für Realismus angetrieben

Wenn man mal darüber nachdenkt, sollte sich der eine Rennsimulator eigentlich nicht großartig vom anderen unterscheiden. Das grundlegende Ziel von Project Motor Racing und ähnlichen Titeln wie Rennsport oder EA SPORTS WRC ist, das Fahrerlebnis in Hochleistungsfahrzeugen so detailgetreu und realistisch nachzubilden, dass es sich wie die Wirklichkeit anfühlt. Im Kern ist ein Rennsimulator nichts anderes als ein Taschenrechner. Er verarbeitet Zahlen: Geschwindigkeit, Gewichtsverlagerung, Reifenverschleiß, Kraftstoffverbrauch. Und normalerweise sagt niemand, dass er einen bestimmten Taschenrechner lieber hat, weil er Gleichungen anders löst.
Doch wenn ein Spiel wie Project Motor Racing erscheint, muss man eingestehen, dass ein Hauch von Persönlichkeit und Subjektivität dann doch unvermeidlich ist. Genau das macht das Spiel – und das Genre – ja auch so faszinierend.
„Wir arbeiten mit einer Physik-Engine, die auf den grundlegenden Naturgesetzen basiert“, erklärt Kevin Boland, Chief Development Officer von Straight4 Studios. „Fast alles wird exakt berechnet, statt einfach angenommen. Selbst bei den Hypercars können wir exakt modellieren, was der Motor macht.“
Mit anderen Worten: Project Motor Racing erfindet keine Zahlen, um das Fahrerlebnis schönzurechnen. Selbst die kleinsten Details basieren auf den Gesetzen der Physik. Und dennoch, so Boland, bleibt die persönliche Note erhalten.
„Unsere künstlerischen Akzente sind nach wie vor erkennbar. Ein Maler könnte zwei ganz unterschiedliche Bilder malen, aber man erkennt trotzdem seinen Stil. Bei uns werdet ihr Details wiederfinden, die ihr bereits aus der Vergangenheit kennt, und gleichzeitig neue, gewagte Elemente entdecken.“
Rennsimulationen blicken selten zurück, doch für dieses Projekt spielt die Vergangenheit in der Tat eine Rolle. Project Motor Racing hieß ursprünglich GTRevival, und beide Namen beziehen sich auf die bisherigen Erfolge der Entwickler – von Slightly Mad Studios' wegweisender Serie Project CARS aus den 2010er-Jahren bis zu den älteren GTR-Titeln von SimBin Studios. Project Motor Racing vereint Entwickler beider Teams zu einer Art Rennsimulator-Supergroup und bündelt ihre jahrzehntelange Erfahrung in einem neuen Projekt.

Laut Boland fing alles damit an, dass EA die Project CARS-Reihe nach dem dritten Teil 2020 stoppte. „In meinem Kopf war das Projekt aber noch nicht abgeschlossen. Wir setzten uns also zusammen und überlegten: ‚Was wollen wir erreichen? Was wollen wir wirklich?‘ Bald darauf griff Ian [Bell, CEO von Straight4 Studios] zum Telefon und brachte das Team wieder zusammen.“
Was sie wirklich wollten, war vor allem eines: das realistischste Fahrgefühl aller Zeiten erschaffen und die Rechenpower moderner Hardware voll ausschöpfen.
Bell, der in den 2000er-Jahren an den renommierten GTR- und GT Legends-Titeln beteiligt war, bevor er Project CARS leitete, formte mit Boland und weiteren Rennsimulator-Experten ein neues Team. Dieses baut auf bewährten Erfolgen auf und geht gleichzeitig neue, innovative Wege.
So bot etwa Project CARS mit LiveTrack ein System, das den Grip der Reifen in Echtzeit nach Temperatur und Wetter modellierte. Project Motor Racing erweitert dies nun um True2Track: selbe Idee, aber präziser, inklusive Wasserverdrängung, Reifenbewegung und der Bildung von Reifenabrieb. Fazit: Rechenpower aus dem Jahr 2025 für ein Simulationserlebnis auf höchstem Niveau.
„Das ist unser Erbe“, sagt Boland über LiveTrack. „Wir verstehen die Technik, aber für Project Motor Racing sind wir einen komplett neuen Weg gegangen. Wir haben die Berechnungen auf die GPU verlegt.“
„Wir setzen Schwerpunkte, die wir für unsere Fans als besonders wichtig erachten“, erklärt Boland weiter. „Ihr wollt eine erstklassige Simulation, also stecken wir dort unsere Energie rein. Wenn jemand meint, die Benutzeroberfläche sei nicht perfekt, sagen wir: ‚Wir konzentrieren uns auf das Fahrerlebnis.‘ Vielleicht behaupten sie auch, die Grafik könne nicht mit der Unreal Engine mithalten. Aber das wissen wir. Bei 320 km/h ist nämlich entscheidend, wie sich das Fahren anfühlt, nicht das TXAA.“
Das ist kein Standard-PR-Geschwätz eines Entwicklers. Die Transparenz zeigt, wie fokussiert Project Motor Racing ist und wie engagiert das Team darauf hinarbeitet, eine neue Messlatte für Realismus zu setzen.
Gleichzeitig machen Bolands Aussagen deutlich, dass Project Motor Racing das Potenzial hat, sich zu einer Community-Plattform zu entwickeln. Das Spiel wurde von Anfang an für benutzergenerierten Content entwickelt. Project Motor Racing ist zwar kein Open Source, aber doch so zugänglich, dass alte Hasen genau wie Einsteiger eigene Inhalte erstellen und hinzufügen können.

„Leidenschaft treibt unsere Community an. Echte Leidenschaft“, sagt Boland. „Und das wollen wir fördern. Es wird Dinge geben, die ihr ändern möchtet, aber genau das ermöglicht es, eigene Inhalte zu erstellen. Es ist einfach. Übrigens erscheinen in Kürze Tutorials, die Schritt für Schritt erklären, wie ihr eigene Inhalte kreiert.“
Ob Renn-Event, Auto mit individualisierter Fahrphysik, neues Setup oder persönliche Force-Feedback-Einstellungen – alles lässt sich im Mod Hub hochladen und mit der Community teilen.
So kann sich Project Motor Racing in genau die Richtung weiterentwickeln, die ihr euch wünscht. Straight4 Studios sorgt dafür, dass die Grundlagen stimmen. Die Fahrzeugliste wird nach und nach wachsen – sowohl durch geplante kostenpflichtige Erweiterungen mit neuen Fahrzeugkategorien als auch durch Community-Inhalte, die auf diesen Kategorien aufbauen. Doch von Beginn an liefert die Physik-Engine ein Renngefühl, das nur ein Team erfahrener Entwickler mit dieser Leidenschaft und Expertise so präzise realisieren kann.
Project Motor Racing ist im Epic Games Store erhältlich.