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Masato Kumazawa, Produzent von Resident Evil Requiem, erklärt, wie der Titel sowohl dem Horror als auch der Action der früheren Spiele der Reihe Tribut zollt
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Sam Desatoff
„Die Resident Evil-Reihe stand schon immer für die Angst vor dem Survival-Horror, aber auch für die Begeisterung und Erleichterung, die aus der Überwindung dieser Angst entstehen“, so Masato Kumazawa, Produzent des kommenden Spiels Resident Evil Requiem.
Die meisten Hauptspiele der Reihe folgen diesem Prinzip und ihr seid gezwungen, euch mit begrenzten Ressourcen und scheinbar unverwundbaren Gegnern auf beengtem Raum herumzuschlagen, bevor ihr dann in einem epischen Showdown gegen ein gigantisches Monster antretet. Der Sieg über Nemesis in Resident Evil 3 verschafft vor allem deshalb ein so enormes Erfolgsgefühl, weil man eigentlich das gesamte Spiel damit verbringt, vor ihm zu fliehen. Euch wird erklärt, dass ihr keine Chance gegen ihn habt, bis ihr schließlich eine mächtige Railgun als Belohnung erhaltet – nachdem ihr euch mühevoll und geduldig durch das verseuchte „Raccoon City“ gekämpft habt, stets auf der Suche nach Ressourcen und auf der Hut vor Zombies. Bevor Leon und Claire William Birkin in Resident Evil 2 endgültig den Rest geben, müssen sie ihn mehrfach besiegen, und dabei wirkt jede nächste unvermeidliche Begegnung von vornherein aussichtslos. Das ist der Grund für die endlose Genugtuung, wenn man ihn schließlich doch erledigt. Diese Art von Machtfantasie hat die Reihe schon immer ausgezeichnet.
Resident Evil Requiem, das am 27. Februar im Epic Games Store erscheint, folgt dieser Tradition von Spannungsaufbau und Entladung, tatsächlich hat Entwickler Capcom diese Formel sogar zum Kernelement des Spiels gemacht. Im Rahmen einer Präsentation im vergangenen Monat wurden zwei Hauptcharaktere für Requiem vorgestellt: die bisher unbekannte Grace Ashcroft und der bei Fans beliebte Leon Kennedy. Als eine Art Zweiergespann repräsentieren die beiden jeweils verschiedene Aspekte der Geschichte von Resident Evil.
„Mit den beiden Protagonisten Grace und Leon wollen wir in diesem Spiel zwei völlig unterschiedliche Spielerlebnisse bieten – einerseits Horror und andererseits pure Action“, erklärt Kumazawa.
Das geschieht, indem sich Resident Evil Requiem in Abschnitten entwickelt, in denen ihr abwechselnd als Grace und als Leon spielt, während sich die Handlung entwickelt. Das ist eine Neuerung gegenüber den klassischen Resident Evil-Spielen, bei denen man sich für eines von zwei Szenarien entscheidet, wenn man eine neue Speicherdatei startet. In Requiem müsst ihr nicht zwischen Charakteren wählen, sondern es erzählt eine einzige, in sich zusammenhängende Geschichte.

„In Requiem erleben die Spieler eine einheitliche Geschichte, in der sich Grace und Leon während der Handlung abwechseln“, so Kumazawa. „Der Grund für diesen Ansatz ist … wir wollten ein intensives emotionales Erlebnis schaffen, in dem die Spieler zwischen Angst und Action hin- und herpendeln.“
Grace’ Rolle beruht auf den Survival-Horror-Wurzeln der Reihe mit allem, was dazugehört, also Erkundungen, knappen Ressourcen, gefährlichen Begegnungen und gruseliger Atmosphäre. Ihre Abenteuer sind bewusst langsam gestaltet und ähneln eher Resident Evil 7 und dem Remake von Resident Evil 2. Das werdet ihr feststellen, wenn ihr die Polizeistation von Raccoon City Police oder das Baker-Haus erkundet, nach Schlüsseln sucht, Munition sammelt und dergleichen mehr. Diese klassische Formel von Resident Evil wurde bereits in den frühen Spielen verwendet.
Bei Leon hingegen stehen Action und Schießereien im Vordergrund, wie man es von Resident Evil 4 kennt. Diese Abschnitte sind voller Kämpfe und oft habt ihr es mit mehreren Gegnern gleichzeitig zu tun. Capcom hofft, dass diese beiden ungleichen Gameplay-Stile eine Mischung formen, die alle Fans der Reihe anspricht.
„Wir wollten ein Erlebnis schaffen, das die Spieler emotional tief bewegt, indem wir zwei völlig unterschiedliche Spielerlebnisse – Horror und Action – in einem einzigen Paket kombinieren“, so Kumazawa.
Wie er uns verriet, war das allerdings nicht von Anfang an so geplant. Ursprünglich war Leon zu Beginn der Entwicklung von Requiem der einzige Protagonist, doch letztendlich schien es dem Team unglaubwürdig, dass er sich nicht irgendwann an seine Umgebung gewöhnen würde, was die Wirkung der Horrorelemente geschmälert hätte.
„In Horrorspielen ist es normal, dass die Spannung nachlässt, wenn die Spieler stärker werden oder sich einfach im Verlauf des Spiels an die Angst gewöhnen“, erklärt Kumazawa. „Deshalb haben wir uns bei diesem Titel darauf konzentriert, den Kontrast und den Rhythmus aufrechtzuerhalten, indem wir verschiedene Elemente verstärkt haben, zum Beispiel die unterschiedlichen Arten von Furcht, die man als Grace erlebt, und die Vielfalt der Action, wenn man als Leon spielt.
Außerdem konnte Capcom nicht außer Acht lassen, wie viele Schrecken Leon in der gesamten Geschichte von Resident Evil bereits miterlebt hat. Am Ende kam man zu dem Schluss, dass er angesichts seiner Vorgeschichte von einem typischen „Survival Horror”-Szenario wohl schwer zu beeindrucken wäre. Nicht umsonst hat Leon bereits die Zombie-Apokalypse in Raccoon City überlebt, die Tochter des US-Präsidenten aus einem Dorf von pestverseuchten Kultisten gerettet und auch die welterschütternden Ereignisse von Resident Evil 6 überstanden. Für Requiem brauchten die Entwickler frisches Blut, das sich leichter erschrecken ließ, jemand, der besser zu den langsameren Horrorpassagen passte, die das Team entworfen hatte. Grace Ashcroft war geboren.

In den letzten beiden Hauptspielen der Reihe, Resident Evil 7 und Resident Evil Village, war Ethan Winters der Protagonist, den wir jedoch ausschließlich in der Ego-Perspektive zu sehen bekamen. Das war laut Kumazawa eine bewusste Entscheidung: Capcom wollte, dass Ethan ein Spiegelbild des Spielers und so zurückhaltend wie möglich sein sollte. Das Ergebnis war ein hohes Maß an Immersion. Durch die „Kameranatur“ von Ethan, wie Kumazawa es ausdrückte, konnten sich die Spieler besser in die furchterregenden Szenarien des Titels hineinversetzen und sich vorstellen, wie ihre eigenen Hände immer wieder zerfleischt wurden.
Leon und Grace sind genau das Gegenteil. Sie machen geistreiche Bemerkungen, klopfen Sprüche und kommentieren alles, was um sie herum geschieht. Dadurch wirken sie viel ausdrucksstärker als Ethan. Das ist auch einer der Gründe, warum Leon bei den Fans so beliebt ist. Sätze wie „Wo wollen die hin? Zum Bingo?“ haben Kultstatus und werden oft zitiert, und Requiem scheint sich an den klassischen Leon anzulehnen. Die Redseligkeit der Figuren hilft auch dabei, die Emotionen zu vermitteln, auf die es Capcom abgesehen hat, während die Geschichte zwischen Action und Horror hin- und herspringt.
„Grace, die die Angst-orientierte Seite des Spiels verkörpert, wird absichtlich als eine der am leichtesten zu erschreckenden Figuren der Reihe dargestellt“, erklärt Kumazawa. „Ihre verängstigten Animationen und verbalen Reaktionen sollen bewirken, dass sich die Spieler gemeinsam mit ihr fürchten.“

Leon hingegen zeichnet sich durch schlagfertige Sprüche und Einzeiler aus, während er „Feinde mühelos besiegt“, so Kumazawa weiter. Die Idee ist, dass seine optimistischere und verspieltere Persönlichkeit den Spielern ein Gefühl der „Befreiung und Erleichterung vermittelt, wenn sie ihre Ängste überwinden.“
In vielerlei Hinsicht ist der doppelte Fokus von Requiem auf Horror und Action eine Liebeserklärung an die Wurzeln der Reihe – schließlich gehörten der Aufbau von Spannung und die anschließende Entspannung schon immer zu den Grundbausteinen von Resident Evil. Dennoch ist Requiem zweifellos ein eigener Titel, bei dem die Grenzen zwischen den beiden Spielstilen deutlicher ausgeprägt sind. Es wird interessant, zu sehen, wie das in der Praxis aussieht, wenn Requiem am 27. Februar im Epic Games Store erscheint.
„Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die Spieler dank des Wechsels zwischen den unterschiedlichen Spielstilen von Grace und Leon einige der dramatischsten emotionalen Höhen und Tiefen der gesamten Reihe erleben“, so Kumazawa. „Hoffentlich genießen sie den Kontrast zwischen den spannungsgeladenen und entspannten Momenten.“
Ihr könnt Resident Evil Requiem jetzt im Epic Games Store vorab kaufen.