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Return to Monkey Island ersteht zu neuer Größe auf

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Dave Tach
24. Juli 2023
Wenn es einfach wäre, etwas Altbekanntes und Liebgewonnenes neu aufleben zu lassen, wären viele Fans von Star Trek, Star Wars, Indiana Jones, Willow, Halo und Herr der Ringe glücklich. Alte Magie erneut zu beschwören ist nicht einfach, aber Return to Monkey Island schafft das, was andere nicht geschafft haben: Es erweckt die schlummernde Pracht einer geliebten Spielereihe. Es schafft dies mit den kreativen Texten, der hervorragenden Synchronisierung und dem selbstironischen Humor, den die Fans so lieben – und zwar modern verpackt, damit es auch für Neulinge zugänglich ist. 

Return to Monkey Island ersteht zu neuer Größe auf – Abenteuer
Die Geschichte begleitet den Möchtegern-Piraten Guybrush Threepwood, ernsthaft und glücklos wie eh und je, auf einem Abenteuer von Insel zu Insel quer durch die Karibik. Er trifft dabei auf alte Bekannte wie den bösen Piraten LeChuck, aber man muss den mürrischen, dämonischen Totenschädel Murray oder den plappernden Verkäufer Stan mit seinem karierten Hemd nicht kennen, um über ihre haarsträubenden Persönlichkeiten zu lachen. Im Grunde genommen sind aber ihre Geschichten die wirklichen Protagonisten. 

Die meiste Zeit unterhaltet ihr euch mit schillernden Charakteren, knüpft Beziehungen, schmunzelt über die Dialoge, findet Gegenstände – und löst dann Rätsel mit allem, was ihr euch in die Taschen gestopft habt. Mal stibitzt ihr ein Monokel. Mal fettet ihr ein Fenster ein. Mal bringt ihr aus Versehen die Tiere des idyllischen Waldes zum Weinen oder spielt auf den Totenkopf-Bongos. So ist das Piratenleben, und in den besten Momenten von Return to Monkey Island verfällt man in einen Schwebezustand und erkennt die Querverbindungen zwischen diesen Verrückten, ihren Sorgen, Wünschen und all ihrem Schnickschnack. Ihr flitzt kreuz und quer über die Karten, die im Prinzip zu einem riesigen Rätsel mit mehreren Ebenen werden, das ihr lösen müsst. 

Das System der Point-and-Click-Abenteuer, das sich in den 80er und 90er Jahren auf dem PC etabliert hat, wurde überraschend gut übertragen, natürlich mit gewissen Anpassungen an heutige Eingabegeräte. Diese Mechanik ist einer der beeindruckendsten Aspekte von Return to Monkey Island, denn es überzeugt mit Maus und Tastatur genauso wie mit einem Controller. Ich habe beides stundenlang ausprobiert und kann mich immer noch nicht entscheiden, was mir besser gefällt, nur dass die Klickerei am Schreibtisch etwas Klassisches hat und sich der Controller auf der Couch moderner anfühlt.

Die Geschichte knüpft zwar an das Ende von Monkey Island 2: LeChuck's Revenge aus 1991 an, wird damit aber nicht zu einem exklusiven Nostalgietrip. Das Spiel ist ein perfekter und universeller Einstiegspunkt für die Reihe. Und falls ihr fürchtet, dass euch Wissen fehlt oder ihr euch einfach nicht erinnert, hilft euch Return to Monkey Island mit einem interaktiven Sammelalbum direkt im Hauptmenü. 

Return to Monkey Island ersteht zu neuer Größe auf – LeChuck
Dieses Buch im Spiel ahmt den Kartonmodell-Grafikstil des Spiels nach, der an ein Pop-up-Buch erinnert. Anfangs wirkte diese Ästhetik vielleicht etwas befremdlich, aber sie erwies sich schnell als passend für die Geschichte und schließlich stellte ich mir sogar die alten Monkey-Island-Spiele auf diese Art vor. Auch die allgegenwärtigen beschwingten karibischen Melodien tragen dazu bei, dass das Franchise seine Wurzeln behält. 

Return to Monkey Island macht Spaß, wie man es von einem Monkey-Island-Spiel erwartet. Es ist albern. Es ist respektlos. Dank der Vielfalt der Charaktere und Orte fühlt es sich groß und tiefgründig an Und das ist genau der Punkt bei dieser Reihe. Wenn es gut gemacht ist, muss man das Rad nicht neu erfinden, um Guybrush Threepwood, den selbsternannten Piraten der Extraklasse, wieder ans Ruder zu stellen. 

Holt euch Return to Monkey Island jetzt im Epic Games Store.