
Robobeat ist der rhythmusbasierte Roguelite-Shooter, auf den ihr gewartet habt

Genre-Mixe kommen in der Spielebranche ständig vor, aber manche funktionieren besser als andere. Robobeat ist der jüngste Spross des aufkeimenden Genres der rhythmusbasierten Ego-Shooter – und offen gesagt, vielleicht der Einzige, den ihr wirklich unbedingt spielen solltet.
Robobeat ist ein sehr beeindruckendes Projekt, das die beliebtesten Elemente von Videospielen – Tricksysteme, Bullet Time, Ground-Pounds, was immer ihr wollt – zu einem überzeugenden Erlebnis kombiniert.
Der Solo-Entwickler Simon Fredholm beschreibt Robobeat als „Rhythmus-Shooter-Roguelite“, das euch einen Revolver und eine Musikkassette in die Hand drückt und es euch überlässt, den Rest selbst herauszufinden. Die Grundidee ist denkbar einfach: Knallt die Bösewichte zum Rhythmus ab. In der Theorie klingt das einfach, doch es wird spürbar komplizierter, eure „Kills im Takt“ nicht abreißen zu lassen, wenn ihr euch dabei mit Doppelsprüngen, Railgrinds und 360-Grad-Drehungen durch Horden von zuckenden Gegnern und dichte Geschosshagel kämpfen müsst.
In den Spieloptionen wird euch nachdrücklich empfohlen, Tastatur und Maus zu verwenden, und der Grund dafür ist unschwer zu verstehen. Wie Turbo Overkill ist auch Robobeat ein moderner „Boomer-Shooter“ der eine Beherrschung der Bewegungsmechanik verlangt, die in über 20 Jahren Quake-Verehrung perfektioniert wurde.
Bei teleportierenden, schwertschwingenden Bösewichten und Hammertypen, die mit ihren Schlägen Flächenschaden verursachen, ist es in Robobeat wenig ratsam, sich am Boden aufzuhalten. Glücklicherweise könnt ihr ein ganzes Arsenal von Sprungpads, Rails und Wänden nutzen, um in der Luft zu bleiben – zumindest, wenn ihr erstmal den Bogen mit dem Rhythmus raushabt.Robobeat belohnt euch sogar mit Punkten für Tricks wie Kopfschüsse aus weiter Entfernung im Sprung oder nach einer 360-Grad-Drehung. Je cooler euer Stil, desto mehr Punkte sahnt ihr ab.
Fredholm beschreibt die Entwicklung von Robobeat als einen iterativen Prozess, bei dem nach und nach immer mehr seiner eigenen Ideen und auch Elemente aus seinen Lieblingsspielen einflossen. „Ein Freund hatte schon ziemlich zu Anfang die Idee mit dem Rhythmus, woraufhin die Waffen-Kombos plötzlich sinnvoll wurden und selbst wiederum die Tricks inspirierten, und so weiter“, so Fredholm.

Robobeat enthält eine Fülle von genialen Ideen, manchmal in einem fast überwältigenden Ausmaß. So erhielt ich bei einem Durchlauf einen Modifikator, der den genretypischen Slide durch einen eher rennspielmäßigen Drift ersetzte, der die Feinde wegstieß, was mich zu einem bodenbetonteren Spielstil verführte – bis ich drei Räume später das Zeitliche segnete.
Wo wir vom Tod sprechen: Der Schwierigkeitsgrad von Robobeat ist sehr ausgewogen, vor allem für die erfahrenen Shooter-Fans unter euch. Wie in vielen Roguelites gibt es sowohl eine Ressource, die nur den jeweiligen Lauf beeinflusst, als auch eine permanente Ressource („Blips“ genannt), die allmählich weitere Waffen und Funktionen freischaltet. Außerdem findet ihr „Blueprints“ und Musikkassetten, die euch bei jedem Lauf dauerhafte Freischaltungen gewähren. Euer Fortschritt wird dabei durch zufällig generierte einzelne Level strukturiert, an denen ihr euch immer wieder versuchen könnt.
Einige dieser Ideen habt ihr natürlich auch schon in anderen Spielen gesehen, aber Robobeat präsentiert seine eigenen Varianten dieser genretypischen Mechanismen. So lädt die übliche Nachladetaste („R“) stattdessen eure Waffen auf und verstärkt ihren Schaden für einen Schuss. Wenn ihr nach einer Abwehrbewegung aufladet, richtet der anschließende Schuss noch mehr Schaden an – das behauptet zumindest das Tutorial. Leider reichen meine Reflexe für derartige Manöver während der hektischen Kämpfe in Robobeat nicht aus, aber ich bin mir sicher, dass die zahllosen ULTRAKILL-Speedrunner unter euch damit keine Mühe haben werden.
Als Solo-Entwickler musste Fredholm zahlreiche Herausforderungen überwinden, um Robobeat auf den perfekten Stand zu bringen, den ihr heute genießen könnt. Beispielsweise musste er während der Entwicklung eine Lösung dafür finden, die zufälligen Räume ohne sichtbare Übergänge oder Leistungseinbußen miteinander zu verbinden.
„Sobald der Spieler einen dieser kleinen Gänge zwischen den Räumen betritt, teleportiere ich ihn und den kompletten Gang augenblicklich an eine andere Position, wo er mit einem anderen Raum verbunden ist“, so Fredholm. „Dabei kann allerhand schiefgehen … der Spieler kann in diesem Moment gerade rutschen, rennen oder springen, und dann muss seine Eigenbewegung gedreht und neu positioniert werden. Dazu gehörte eine Menge Mathematik, die ich verabscheue. Aber am Ende funktionierte alles einwandfrei.“
Auch die Waffen und Fähigkeiten bei Robobeat finden einen guten Mittelweg zwischen kreativer Schrägheit und Funktionalität. Mein persönlicher Favorit ist ein Ping-Pong-Schläger, den man mit einem Mausklick „vor-feuern“ muss, bevor er drei hochgradig zerstörerische Projektile verschießt, von denen das letzte explodiert. In überfüllten Räumen ist mein Favorit ein Blitzschlag, der alle Feinde in der Nähe in die Luft schleudert, damit ich kritische Treffer landen kann, und irgendwann fand ich auch heraus, dass der optionale Teleport bei manchen sehr beweglichen Feinde wirklich hilfreich ist.
Abgesehen davon hielt ich mich aber in den meisten Läufen an Varianten des Standardrevolvers – in der Frühphase des Spiels leistet er mit kritischem Schaden durch Kopfschüsse ausgesprochen gute Dienste.

Neben dem grundlegenden Gameplay ist der vielleicht beeindruckendste Aspekt von Robobeat die Unterstützung von benutzerdefinierter Musik. Das Spiel enthält einige mörderische, extrem intensive Songs in der Manier von Hotline Miami, und wenn ihr Musikkassetten einsammelt, die in den Levels verstreut sind, findet ihr regelmäßig neue Songs.
Aber wenn ihr (so wie ich) die hammerschwingenden Irren zu „Cheeseburger in Paradise“ von Jimmy Buffet wegpusten wollt (auch Reign in Blood von Slayer würde gut passen), dann habt ihr die Möglichkeit dazu, und das ist wirklich ein geniales Feature. Die meisten anderen rhythmusbasierten Shooter unterstützen eure eigenen Songs nur mithilfe von Mods, daher ist es wirklich schön, dass diese Funktion bereits vom ersten Tag an integriert ist.
Eure musikalische Wahl ist nicht nur rein kosmetisch. Das Tempo der Songs bestimmt einerseits eure Feuerrate und andererseits die Geschwindigkeit eurer Gegner. Ihr wählt damit also praktisch den Schwierigkeitsgrad. Ich persönlich fand schnellere Songs allerdings einfacher, denn je schneller ihr die Bösen erledigt, desto weniger Zeit haben sie, in eure Richtung zu feuern. Während des Spiels könnt ihr recht unterschiedliche Strecken zurücklegen, vor allem, wenn ihr in der Luft beweglicher seid als ich.
Insgesamt ist Robobeat eine klare Empfehlung für Fans von Ego-Shootern, die sich eine neue Variante von akrobatischer Trick-Shooter-Action wünschen. Wenn ihr euch den Weg durch Spiele wie Tower of Guns oder Metal: Hellsinger freigeschossen habt, braucht ihr bei diesem Spiel nicht lange zu überlegen. Wir übernehmen allerdings keine Verantwortung für möglichen Schlafentzug – das Spiel ist ein guter Kandidat für das Gleich-nochmal-Syndrom.
Robobeat ist jetzt im Epic Games Store verfügbar.